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Title: 00370796.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00370796.pdf
Published Time: Thu, 06 Feb 2020 08:49:48 GMT
Number of Pages: 2
Markdown Content:
GLA/029/2020
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 21.01.2020
An die Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses
Frau Claudia Bednarski
Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE: Hebammenmangel in Düsseldorf
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
zur Sitzung des Gleichstellungsausschusses am 17. März 2020 stellt DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf folgende Anfrage:
Seit Mai 2015 gibt es für Düsseldorf eine Hebammenzentrale. Die Hebammenzentrale ist eine koordinierende Stelle, die dafür sorgt, dass die Hebammensuche für Frauen und Hebammen effektiv und mit weniger Arbeit verbunden ist. Das Leistungsspektrum umfasst die Hebammenvermittlung, die Organisation von Fortbildungen und die interdisziplinäre Netzwerkpflege. Die Zentrale wird von der Stadt Düsseldorf finanziert.
Aktuell wird auf der Internetseite der Hebammenzentrale Düsseldorf der andauernde
Hebammenmangel als großes Problem hervorgehoben: „Zurzeit kooperieren ca. 100
freiberufliche Hebammen aus Düsseldorf und dem Umland mit uns. Leider können wir Ihnen dennoch, aufgrund des Hebammenmangels, keine Vermittlungsgarantie
geben.“
In Gerresheim reagierte die Krankenhausleitung auf den Hebammenmangel, indem sie im Dezember 2018 den Kreißsaal der Sana-Klinik schloss. Nun ist eine logische Konsequenz, dass die Geburtenzahlen in den noch verbliebenen Kreißsälen in die Höhe gehen. So verzeichnet das Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserwerth 2019 einen Rekord mit 3150 Geburten. Noch nie zuvor sind in Düsseldorf in einem Krankenhaus mehr als 3000 Babys geboren worden.
Die Geburtenrate in Düsseldorf lag 2015 insgesamt bei 6528 Geburten, 2016 bei 6886 Geburten, 2017 bei 6926 und 2018 nur noch bei 6780 Geburten. Erwartet wird für 2019 eine weiter sinkende Geburtenrate in Düsseldorf, obwohl die Einwohnerzahl steigt. Daraus lassen sich zwei Vermutungen ableiten:
Zum einen führt der Hebammenmangel in Düsseldorf dazu, dass Anfragen von Schwangeren abgelehnt werden. Zum anderen weichen durch die Schließung des Kreissaales in Gerresheim werdende Mütter auf Krankenhäuser in Mettmann, Ratingen und Hilden aus.
Der Deutsche Hebammenverband e.V. spricht allgemein von einer Unterversorgung Seite 2
von Schwangeren. Auf deren Internetseite wurden seit 2015 allein für Düsseldorf insgesamt 645 Fälle von Unterversorgung von Schwangeren bisher gemeldet.
DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
1. Wie viele freiberufliche Hebammen und Beleghebammen sind seit Bestehen der Hebammenzentrale in Düsseldorf tätig (aufgeschlüsselt nach Jahren) und wie viele würden benötigt, um den Bedarf zu decken?
2. Wie viele Anfragen von werdenden Eltern konnten seit Bestehen der Hebammenzentrale nicht entsprochen werden und wie ist der Betreuungsschlüssel (aufgeschlüsselt nach Jahren)?
3. Wie werden die Angebote für Hebammen angenommen ( Freiminuten für den Eddy-Elektroroller oder Wohnungsvermittlung durch die SWD) und welche weitere Maßnahmen auf kommunaler Ebene werden in Düsseldorf ergriffen, um den Hebammenmangel zu beseitigen?
Freundliche Grüße
Petra Müller-Gehl Jacqueline Kiefer Cornelia Schlemper
f.d.R. Christian Jäger