Dorotheenstraße
NO₂-Jahresmittel 2025
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Messwerte, Grenzwerte und politische Maßnahmen zur Luftqualität in Düsseldorf.
Inhaltlich geprüft:
Datenlage
Düsseldorf hält die heute geltenden Jahresgrenzwerte ein. Verkehrsnahe Messpunkte liegen bei NO₂ und PM2,5 dennoch über den ab 2030 geltenden EU-Werten und über den gesundheitlich begründeten WHO-Leitlinien.
NO₂-Jahresmittel 2025
NO₂-Jahresmittel 2025
2024: unter EU heute, über EU 2030 und WHO
Jahresmittelwerte an einer verkehrsnahen Messstelle und einer städtischen Hintergrundstation. Die Lage der Stationen unterscheidet sich; der Abstand ist inhaltlich Teil des Befunds.
Einheit: µg/m³
Datengrundlage der Grafik: Open Data Düsseldorf: NO₂-Jahresmittelwerte seit 1995
| Zeitraum / Kategorie | Dorotheenstraße · verkehrsnah | Brinckmannstraße · Hintergrund |
|---|---|---|
| 1997 | 57 µg/m³ | – |
| 1998 | 50 µg/m³ | – |
| 1999 | 44 µg/m³ | – |
| 2000 | 45 µg/m³ | – |
| 2001 | 51 µg/m³ | – |
| 2002 | 53 µg/m³ | – |
| 2003 | 53 µg/m³ | – |
| 2004 | 47 µg/m³ | – |
| 2005 | 50 µg/m³ | – |
| 2006 | 50 µg/m³ | – |
| 2007 | 51 µg/m³ | 39 µg/m³ |
| 2008 | 53 µg/m³ | 34 µg/m³ |
| 2009 | 53 µg/m³ | 34 µg/m³ |
| 2010 | 53 µg/m³ | 35 µg/m³ |
| 2011 | 49 µg/m³ | 33 µg/m³ |
| 2012 | 55 µg/m³ | 32 µg/m³ |
| 2013 | 45 µg/m³ | 29 µg/m³ |
| 2014 | 49 µg/m³ | 28 µg/m³ |
| 2015 | 46 µg/m³ | 28 µg/m³ |
| 2016 | 47 µg/m³ | 28 µg/m³ |
| 2017 | 44 µg/m³ | 28 µg/m³ |
| 2018 | 41 µg/m³ | 25 µg/m³ |
| 2019 | 40 µg/m³ | 23 µg/m³ |
| 2020 | 30 µg/m³ | 20 µg/m³ |
| 2021 | 30 µg/m³ | 22 µg/m³ |
| 2022 | 23 µg/m³ | 11 µg/m³ |
| 2023 | 28 µg/m³ | 15 µg/m³ |
| 2024 | 27 µg/m³ | 19 µg/m³ |
| 2025 | 30 µg/m³ | 18 µg/m³ |
Umweltbundesamt · automatisch aktualisiert
Die Luftqualität in Düsseldorf hat sich bei wichtigen Schadstoffen langfristig verbessert. Alle im städtischen Bericht für 2024 ausgewiesenen Jahresmittel lagen unter den heute geltenden EU-Grenzwerten. Damit ist die Einordnung aber nicht beendet: Ab 2030 gelten deutlich strengere EU-Werte, und die gesundheitlich begründeten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation liegen teilweise noch niedriger.
Überblick: „Grenzwert eingehalten“ ist eine rechtliche Aussage. Sie bedeutet nicht automatisch, dass der Messwert bereits dem künftigen EU-Standard oder der WHO-Empfehlung entspricht.
Die große Grafik verfolgt Stickstoffdioxid an zwei unterschiedlich gelegenen Stationen. Die Dorotheenstraße ist verkehrsnah, die Brinckmannstraße beschreibt eher den städtischen Hintergrund. An der Dorotheenstraße lag das NO₂-Jahresmittel 2025 bei 30 µg/m³, an der Brinckmannstraße bei 18.
Langfristig sind die Werte deutlich gesunken. Der Verlauf ist aber nicht in jedem Jahr gleichmäßig; 2025 stieg der Wert an der Dorotheenstraße gegenüber 2024 wieder. Einzelne Jahresschwankungen können durch Verkehr, Wetter, Baustellen oder Messbedingungen beeinflusst werden. Eine Trendwende lässt sich aus einem Punkt allein nicht ableiten.
Die beiden Linien sind bewusst keine Rangliste. Eine verkehrsnahe Station soll eine belastete Straßensituation erfassen, eine Hintergrundstation die allgemeinere Belastung abseits direkter Abgasquellen. Der Abstand zwischen ihnen ist kein Messfehler, sondern zeigt den Einfluss des Standorts.
PM10 bezeichnet Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchstens zehn Mikrometern. Im Luftmessbericht sank das Jahresmittel an der Corneliusstraße von 25 µg/m³ im Jahr 2014 auf 18 im Jahr 2024. An der Dorotheenstraße verlief die Entwicklung ähnlich. In Lörick lagen die Hintergrundwerte niedriger und erreichten 2024 14 µg/m³.
Feinstaub entsteht nicht nur im Auspuff. Reifen- und Bremsabrieb, aufgewirbelter Straßenstaub, Heizungen, Industrie und regionale Hintergrundbelastung tragen bei. Deshalb kann die Elektrifizierung des Verkehrs Abgase reduzieren, aber nicht jede Partikelquelle beseitigen.
Ein Jahresmittel zeigt die langfristige Belastung, verdeckt aber einzelne Tage mit hohen Konzentrationen. Für PM10 gibt es deshalb zusätzlich einen Tagesgrenzwert. Beide Kennzahlen gehören zusammen: Eine Stadt kann beim Mittelwert deutlich unter dem Grenzwert liegen und dennoch Episoden mit stärkerer Belastung erleben.
PM2,5 umfasst noch kleinere Partikel. An der Corneliusstraße sank das Jahresmittel von 19 µg/m³ im Jahr 2014 auf 12 im Jahr 2024, in Lörick von 14 auf 9. Damit lagen beide Stationen unter dem aktuell geltenden EU-Grenzwert von 25 µg/m³.
Der Vergleich mit den neueren Maßstäben fällt anders aus. Ab 2030 soll in der EU ein Jahresgrenzwert von 10 µg/m³ gelten. Die WHO empfiehlt 5 µg/m³. Der verkehrsnahe Wert von 12 lag damit 2024 über beiden, der Hintergrundwert von 9 unter dem künftigen EU-Wert, aber über der WHO-Leitlinie.
Die WHO-Leitlinie ist nicht unmittelbar rechtlich bindend. Sie fasst die gesundheitliche Evidenz zusammen. Der EU-Grenzwert berücksichtigt zusätzlich politische und praktische Umsetzbarkeit. Eine professionelle Darstellung nennt deshalb beide Ebenen, ohne sie gleichzusetzen.
Die Grafik vergleicht für NO₂, PM10 und PM2,5 jeweils den höchsten kontinuierlich gemessenen verkehrsnahen Jahresmittelwert des Berichts 2024 mit drei Bezugspunkten:
NO₂ lag mit 32 µg/m³ an der Corneliusstraße unter dem heutigen Wert von 40, aber über 20 ab 2030 und über der WHO-Leitlinie von 10. PM10 lag mit 18 unter dem heutigen Grenzwert von 40 und der künftigen Grenze von 20, aber über dem WHO-Wert von 15. PM2,5 lag mit 12 unter 25, aber über 10 und 5.
Diese Gegenüberstellung ist keine Gesundheitsdiagnose für einzelne Einwohner. Die persönliche Exposition hängt davon ab, wo jemand wohnt, arbeitet und unterwegs ist. Sie zeigt aber, dass die nächste Stufe der Luftreinhaltung anspruchsvoller ist als die bisherige Grenzwerteinhaltung.
Gezählt werden Tage mit einem PM10-Tagesmittel über 50 µg/m³. An der Corneliusstraße sank ihre Zahl von 15 im Jahr 2014 auf null 2024, an der Dorotheenstraße von 14 auf einen Tag. In Lörick wurden 2024 keine Überschreitungstage gemessen.
Rechtlich sind derzeit bis zu 35 Überschreitungstage pro Kalenderjahr zulässig. Düsseldorf lag im gesamten gezeigten Zeitraum deutlich darunter. Der Rückgang ergänzt die Jahresmittel um eine zweite Perspektive: Nicht nur die durchschnittliche Belastung, auch die Zahl ausgeprägter PM10-Tage hat abgenommen.
Witterung beeinflusst diese Kennzahl stärker als ein Jahresmittel. Trockene, austauscharme Wetterlagen können Partikel anreichern; Regen und Wind senken Konzentrationen. Ein Jahresvergleich sollte deshalb nicht vorschnell einer einzelnen lokalen Maßnahme zugerechnet werden.
Der Luftmessbericht kombiniert Stationen des Landes und der Stadt. Einige messen kontinuierlich, andere erfassen NO₂ mit Passivsammlern. Verkehrsnahe Punkte liegen bewusst an belasteten Straßen. Hintergrundstationen sollen die städtische Grundbelastung repräsentieren. Für eine korrekte Lesart sind daher vier Angaben nötig:
Wer nur den niedrigsten Hintergrundwert nennt, unterschätzt die Belastung an Hauptverkehrsstraßen. Wer nur die höchste Station zeigt, beschreibt umgekehrt nicht die gesamte Stadt. Das Dossier zeigt beides und benennt den Standort direkt an der Reihe.
Ozon entsteht bodennah aus Vorläuferstoffen unter Sonneneinstrahlung. Hohe Werte treten häufig in warmen Wetterlagen und nicht zwingend an derselben verkehrsnahen Station wie NO₂ auf. Die rechtlichen Ziel- und Informationswerte beziehen sich auf Stunden- oder Achtstundenmittel und Überschreitungshäufigkeiten, nicht auf denselben Jahresmittelmaßstab wie die drei Schadstoffe der Vergleichsgrafik.
Deshalb wird Ozon nicht in die gemeinsame Grenzwertgrafik gezwungen. Eine scheinbar einheitliche Darstellung würde unterschiedliche Definitionen vermischen. Für aktuelle Ozonlagen sind zeitnahe Messwerte des Landes geeigneter; für langfristige Einordnung die qualitätsgesicherten Jahresberichte.
Sauberere Fahrzeugflotten und europäische Abgasstandards, Veränderungen des Verkehrs, Umweltzonen, lokale Verkehrsmaßnahmen, Heizungen und Witterung wirken gleichzeitig. Die Zeitreihen belegen, dass Konzentrationen gesunken sind. Sie isolieren nicht, welchen Prozentanteil eine einzelne Maßnahme verursacht hat.
Für die Bewertung einer kommunalen Entscheidung sind deshalb drei Fragen wichtig:
Luftqualität und Klimaschutz überschneiden sich bei Quellen, sind aber nicht identisch. NO₂ und Feinstaub betreffen lokale beziehungsweise regionale Gesundheit, CO₂ die globale Erwärmung. Eine Maßnahme kann für beide Ziele wirken, muss aber mit den jeweils passenden Kennzahlen geprüft werden.
Unterhalb dieses Dossiers erscheinen Vorlagen, Beschlüsse und Sitzungen zu Luftreinhalteplanung, Verkehr, Flotten, Wärme und Stadtentwicklung. Neue Messwerte werden mit Schadstoff, Station, Zeitraum und Einheit eingeordnet. Vorläufige Tageswerte werden nicht stillschweigend in eine qualitätsgesicherte Jahresreihe übernommen.
Verwandte Dossiers: Verkehr und Mobilität für Wege und Netze sowie Klima und Energie für Treibhausgase und Wärme.
Redaktionell und anhand des amtlichen Luftmessberichts geprüft am 11. August 2026. Messstellen werden wegen unterschiedlicher Lage und Aufgabe nicht als einfache Rangliste dargestellt.
Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.