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Luftqualität Düsseldorf: NO₂, Feinstaub und neue Grenzwerte

Messwerte, Grenzwerte und politische Maßnahmen zur Luftqualität in Düsseldorf.

Inhaltlich geprüft:

Datenlage

Die Luft ist sauberer geworden – die neuen Maßstäbe sind deutlich strenger

Düsseldorf hält die heute geltenden Jahresgrenzwerte ein. Verkehrsnahe Messpunkte liegen bei NO₂ und PM2,5 dennoch über den ab 2030 geltenden EU-Werten und über den gesundheitlich begründeten WHO-Leitlinien.

30 µg/m³

Dorotheenstraße

NO₂-Jahresmittel 2025

18 µg/m³

Brinckmannstraße

NO₂-Jahresmittel 2025

12 µg/m³

PM2,5 Corneliusstraße

2024: unter EU heute, über EU 2030 und WHO

NO₂ ist langfristig gesunken – 2025 aber nicht an jeder Station weiter

Jahresmittelwerte an einer verkehrsnahen Messstelle und einer städtischen Hintergrundstation. Die Lage der Stationen unterscheidet sich; der Abstand ist inhaltlich Teil des Befunds.

Einheit: µg/m³

NO₂ ist langfristig gesunken – 2025 aber nicht an jeder Station weiter Jahresmittelwerte an einer verkehrsnahen Messstelle und einer städtischen Hintergrundstation. Die Lage der Stationen unterscheidet sich; der Abstand ist inhaltlich Teil des Befunds. 0 14,3 28,5 42,8 57 1997 2001 2005 2009 2013 2017 2021 2025 1997: 57 µg/m³ 1998: 50 µg/m³ 1999: 44 µg/m³ 2000: 45 µg/m³ 2001: 51 µg/m³ 2002: 53 µg/m³ 2003: 53 µg/m³ 2004: 47 µg/m³ 2005: 50 µg/m³ 2006: 50 µg/m³ 2007: 51 µg/m³ 2008: 53 µg/m³ 2009: 53 µg/m³ 2010: 53 µg/m³ 2011: 49 µg/m³ 2012: 55 µg/m³ 2013: 45 µg/m³ 2014: 49 µg/m³ 2015: 46 µg/m³ 2016: 47 µg/m³ 2017: 44 µg/m³ 2018: 41 µg/m³ 2019: 40 µg/m³ 2020: 30 µg/m³ 2021: 30 µg/m³ 2022: 23 µg/m³ 2023: 28 µg/m³ 2024: 27 µg/m³ 2025: 30 µg/m³ 2007: 39 µg/m³ 2008: 34 µg/m³ 2009: 34 µg/m³ 2010: 35 µg/m³ 2011: 33 µg/m³ 2012: 32 µg/m³ 2013: 29 µg/m³ 2014: 28 µg/m³ 2015: 28 µg/m³ 2016: 28 µg/m³ 2017: 28 µg/m³ 2018: 25 µg/m³ 2019: 23 µg/m³ 2020: 20 µg/m³ 2021: 22 µg/m³ 2022: 11 µg/m³ 2023: 15 µg/m³ 2024: 19 µg/m³ 2025: 18 µg/m³
Dorotheenstraße · verkehrsnahBrinckmannstraße · Hintergrund

Datengrundlage der Grafik: Open Data Düsseldorf: NO₂-Jahresmittelwerte seit 1995

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieDorotheenstraße · verkehrsnahBrinckmannstraße · Hintergrund
199757 µg/m³–
199850 µg/m³–
199944 µg/m³–
200045 µg/m³–
200151 µg/m³–
200253 µg/m³–
200353 µg/m³–
200447 µg/m³–
200550 µg/m³–
200650 µg/m³–
200751 µg/m³39 µg/m³
200853 µg/m³34 µg/m³
200953 µg/m³34 µg/m³
201053 µg/m³35 µg/m³
201149 µg/m³33 µg/m³
201255 µg/m³32 µg/m³
201345 µg/m³29 µg/m³
201449 µg/m³28 µg/m³
201546 µg/m³28 µg/m³
201647 µg/m³28 µg/m³
201744 µg/m³28 µg/m³
201841 µg/m³25 µg/m³
201940 µg/m³23 µg/m³
202030 µg/m³20 µg/m³
202130 µg/m³22 µg/m³
202223 µg/m³11 µg/m³
202328 µg/m³15 µg/m³
202427 µg/m³19 µg/m³
202530 µg/m³18 µg/m³

Umweltbundesamt · automatisch aktualisiert

Luftqualität jetzt

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Der aktuelle Messwert ist vorübergehend nicht erreichbar.Die geprüften Jahreswerte und Einordnungen bleiben davon unberührt.

Die Luftqualität in Düsseldorf hat sich bei wichtigen Schadstoffen langfristig verbessert. Alle im städtischen Bericht für 2024 ausgewiesenen Jahresmittel lagen unter den heute geltenden EU-Grenzwerten. Damit ist die Einordnung aber nicht beendet: Ab 2030 gelten deutlich strengere EU-Werte, und die gesundheitlich begründeten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation liegen teilweise noch niedriger.

Überblick: „Grenzwert eingehalten“ ist eine rechtliche Aussage. Sie bedeutet nicht automatisch, dass der Messwert bereits dem künftigen EU-Standard oder der WHO-Empfehlung entspricht.

Was die große Grafik zeigt

Die große Grafik verfolgt Stickstoffdioxid an zwei unterschiedlich gelegenen Stationen. Die Dorotheenstraße ist verkehrsnah, die Brinckmannstraße beschreibt eher den städtischen Hintergrund. An der Dorotheenstraße lag das NO₂-Jahresmittel 2025 bei 30 µg/m³, an der Brinckmannstraße bei 18.

Langfristig sind die Werte deutlich gesunken. Der Verlauf ist aber nicht in jedem Jahr gleichmäßig; 2025 stieg der Wert an der Dorotheenstraße gegenüber 2024 wieder. Einzelne Jahresschwankungen können durch Verkehr, Wetter, Baustellen oder Messbedingungen beeinflusst werden. Eine Trendwende lässt sich aus einem Punkt allein nicht ableiten.

Die beiden Linien sind bewusst keine Rangliste. Eine verkehrsnahe Station soll eine belastete Straßensituation erfassen, eine Hintergrundstation die allgemeinere Belastung abseits direkter Abgasquellen. Der Abstand zwischen ihnen ist kein Messfehler, sondern zeigt den Einfluss des Standorts.

PM10: Jahresmittel und Belastungsspitzen

Auch die PM10-Jahresmittel liegen deutlich niedriger als 2014

Feinstaub PM10 an zwei verkehrsnahen Stationen und einer Hintergrundstation. Jahresmittel glätten einzelne Episoden; Überschreitungstage werden deshalb zusätzlich gezeigt.

Einheit: µg/m³

Auch die PM10-Jahresmittel liegen deutlich niedriger als 2014 Feinstaub PM10 an zwei verkehrsnahen Stationen und einer Hintergrundstation. Jahresmittel glätten einzelne Episoden; Überschreitungstage werden deshalb zusätzlich gezeigt. 10,2 14,4 18,6 22,8 27 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2014: 25 µg/m³ 2015: 27 µg/m³ 2016: 25 µg/m³ 2017: 26 µg/m³ 2018: 25 µg/m³ 2019: 23 µg/m³ 2020: 20 µg/m³ 2021: 21 µg/m³ 2022: 21 µg/m³ 2023: 18 µg/m³ 2024: 18 µg/m³ 2014: 25 µg/m³ 2015: 27 µg/m³ 2016: 26 µg/m³ 2017: 24 µg/m³ 2018: 25 µg/m³ 2019: 23 µg/m³ 2020: 20 µg/m³ 2021: 21 µg/m³ 2022: 21 µg/m³ 2023: 19 µg/m³ 2024: 18 µg/m³ 2014: 19 µg/m³ 2015: 19 µg/m³ 2016: 17 µg/m³ 2017: 16 µg/m³ 2018: 17 µg/m³ 2019: 14 µg/m³ 2020: 13 µg/m³ 2021: 15 µg/m³ 2022: 18 µg/m³ 2023: 15 µg/m³ 2024: 14 µg/m³
Corneliusstraße · verkehrsnahDorotheenstraße · verkehrsnahLörick · Hintergrund

Datengrundlage der Grafik: Stadt Düsseldorf: Luftmessbericht 2024

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieCorneliusstraße · verkehrsnahDorotheenstraße · verkehrsnahLörick · Hintergrund
201425 µg/m³25 µg/m³19 µg/m³
201527 µg/m³27 µg/m³19 µg/m³
201625 µg/m³26 µg/m³17 µg/m³
201726 µg/m³24 µg/m³16 µg/m³
201825 µg/m³25 µg/m³17 µg/m³
201923 µg/m³23 µg/m³14 µg/m³
202020 µg/m³20 µg/m³13 µg/m³
202121 µg/m³21 µg/m³15 µg/m³
202221 µg/m³21 µg/m³18 µg/m³
202318 µg/m³19 µg/m³15 µg/m³
202418 µg/m³18 µg/m³14 µg/m³

PM10 bezeichnet Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchstens zehn Mikrometern. Im Luftmessbericht sank das Jahresmittel an der Corneliusstraße von 25 µg/m³ im Jahr 2014 auf 18 im Jahr 2024. An der Dorotheenstraße verlief die Entwicklung ähnlich. In Lörick lagen die Hintergrundwerte niedriger und erreichten 2024 14 µg/m³.

Feinstaub entsteht nicht nur im Auspuff. Reifen- und Bremsabrieb, aufgewirbelter Straßenstaub, Heizungen, Industrie und regionale Hintergrundbelastung tragen bei. Deshalb kann die Elektrifizierung des Verkehrs Abgase reduzieren, aber nicht jede Partikelquelle beseitigen.

Ein Jahresmittel zeigt die langfristige Belastung, verdeckt aber einzelne Tage mit hohen Konzentrationen. Für PM10 gibt es deshalb zusätzlich einen Tagesgrenzwert. Beide Kennzahlen gehören zusammen: Eine Stadt kann beim Mittelwert deutlich unter dem Grenzwert liegen und dennoch Episoden mit stärkerer Belastung erleben.

PM2,5: kleinere Partikel, strengere gesundheitliche Maßstäbe

PM2,5 bleibt trotz Rückgang über der WHO-Leitlinie

Jahresmittel des besonders feinen Feinstaubs. Die heute geltende EU-Grenze liegt bei 25 µg/m³, der ab 2030 geltende Wert bei 10 und die WHO-Leitlinie bei 5 µg/m³.

Einheit: µg/m³

PM2,5 bleibt trotz Rückgang über der WHO-Leitlinie Jahresmittel des besonders feinen Feinstaubs. Die heute geltende EU-Grenze liegt bei 25 µg/m³, der ab 2030 geltende Wert bei 10 und die WHO-Leitlinie bei 5 µg/m³. 7 10 13 16 19 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2014: 19 µg/m³ 2015: 17 µg/m³ 2016: 18 µg/m³ 2017: 18 µg/m³ 2018: 16 µg/m³ 2019: 15 µg/m³ 2020: 13 µg/m³ 2021: 13 µg/m³ 2022: 13 µg/m³ 2023: 11 µg/m³ 2024: 12 µg/m³ 2014: 14 µg/m³ 2015: 13 µg/m³ 2016: 12 µg/m³ 2017: 12 µg/m³ 2018: 12 µg/m³ 2019: 10 µg/m³ 2020: 9 µg/m³ 2021: 10 µg/m³ 2022: 10 µg/m³ 2023: 9 µg/m³ 2024: 9 µg/m³
Corneliusstraße · verkehrsnahLörick · Hintergrund

Datengrundlage der Grafik: Stadt Düsseldorf: Luftmessbericht 2024 · WHO: Global Air Quality Guidelines

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieCorneliusstraße · verkehrsnahLörick · Hintergrund
201419 µg/m³14 µg/m³
201517 µg/m³13 µg/m³
201618 µg/m³12 µg/m³
201718 µg/m³12 µg/m³
201816 µg/m³12 µg/m³
201915 µg/m³10 µg/m³
202013 µg/m³9 µg/m³
202113 µg/m³10 µg/m³
202213 µg/m³10 µg/m³
202311 µg/m³9 µg/m³
202412 µg/m³9 µg/m³

PM2,5 umfasst noch kleinere Partikel. An der Corneliusstraße sank das Jahresmittel von 19 µg/m³ im Jahr 2014 auf 12 im Jahr 2024, in Lörick von 14 auf 9. Damit lagen beide Stationen unter dem aktuell geltenden EU-Grenzwert von 25 µg/m³.

Der Vergleich mit den neueren Maßstäben fällt anders aus. Ab 2030 soll in der EU ein Jahresgrenzwert von 10 µg/m³ gelten. Die WHO empfiehlt 5 µg/m³. Der verkehrsnahe Wert von 12 lag damit 2024 über beiden, der Hintergrundwert von 9 unter dem künftigen EU-Wert, aber über der WHO-Leitlinie.

Die WHO-Leitlinie ist nicht unmittelbar rechtlich bindend. Sie fasst die gesundheitliche Evidenz zusammen. Der EU-Grenzwert berücksichtigt zusätzlich politische und praktische Umsetzbarkeit. Eine professionelle Darstellung nennt deshalb beide Ebenen, ohne sie gleichzusetzen.

Drei Schadstoffe, drei Maßstäbe

Eingehaltene heutige Grenzwerte, strengere Maßstäbe ab 2030

Höchster 2024 im Bericht ausgewiesener Jahresmittelwert der kontinuierlichen verkehrsnahen Messungen im Vergleich mit heutigem EU-Grenzwert, EU-Grenzwert ab 2030 und WHO-Leitlinie. Alle Werte sind Jahresmittel in µg/m³.

Einheit: µg/m³

Datengrundlage der Grafik: Stadt Düsseldorf: Luftmessbericht 2024 · WHO: Global Air Quality Guidelines

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / Kategoriehöchster Messwert 2024EU heuteEU ab 2030WHO-Leitlinie
NO₂32 µg/m³40 µg/m³20 µg/m³10 µg/m³
PM1018 µg/m³40 µg/m³20 µg/m³15 µg/m³
PM2,512 µg/m³25 µg/m³10 µg/m³5 µg/m³

Die Grafik vergleicht für NO₂, PM10 und PM2,5 jeweils den höchsten kontinuierlich gemessenen verkehrsnahen Jahresmittelwert des Berichts 2024 mit drei Bezugspunkten:

  • dem heute geltenden EU-Grenzwert,
  • dem ab 2030 geltenden EU-Grenzwert,
  • der WHO-Luftgüteleitlinie.

NO₂ lag mit 32 µg/m³ an der Corneliusstraße unter dem heutigen Wert von 40, aber über 20 ab 2030 und über der WHO-Leitlinie von 10. PM10 lag mit 18 unter dem heutigen Grenzwert von 40 und der künftigen Grenze von 20, aber über dem WHO-Wert von 15. PM2,5 lag mit 12 unter 25, aber über 10 und 5.

Diese Gegenüberstellung ist keine Gesundheitsdiagnose für einzelne Einwohner. Die persönliche Exposition hängt davon ab, wo jemand wohnt, arbeitet und unterwegs ist. Sie zeigt aber, dass die nächste Stufe der Luftreinhaltung anspruchsvoller ist als die bisherige Grenzwerteinhaltung.

Die Zahl der PM10-Überschreitungstage ist stark gesunken

PM10-Überschreitungstage sind an den Messstellen stark zurückgegangen

Tage mit einem PM10-Tagesmittel über 50 µg/m³. Für den rechtlichen Grenzwert sind bis zu 35 solcher Tage im Kalenderjahr zulässig.

Einheit: Tage

PM10-Überschreitungstage sind an den Messstellen stark zurückgegangen Tage mit einem PM10-Tagesmittel über 50 µg/m³. Für den rechtlichen Grenzwert sind bis zu 35 solcher Tage im Kalenderjahr zulässig. 0 6 12 18 24 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2014: 15 Tage 2015: 14 Tage 2016: 13 Tage 2017: 15 Tage 2018: 13 Tage 2019: 8 Tage 2020: 4 Tage 2021: 4 Tage 2022: 5 Tage 2023: 2 Tage 2024: 0 Tage 2014: 14 Tage 2015: 17 Tage 2016: 14 Tage 2017: 24 Tage 2018: 12 Tage 2019: 8 Tage 2020: 4 Tage 2021: 8 Tage 2022: 4 Tage 2023: 1 Tage 2024: 1 Tage 2014: 6 Tage 2015: 7 Tage 2016: 0 Tage 2017: 4 Tage 2018: 3 Tage 2019: 1 Tage 2020: 0 Tage 2021: 0 Tage 2022: 4 Tage 2023: 0 Tage 2024: 0 Tage
CorneliusstraßeDorotheenstraßeLörick

Datengrundlage der Grafik: Stadt Düsseldorf: Luftmessbericht 2024

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieCorneliusstraßeDorotheenstraßeLörick
201415 Tage14 Tage6 Tage
201514 Tage17 Tage7 Tage
201613 Tage14 Tage0 Tage
201715 Tage24 Tage4 Tage
201813 Tage12 Tage3 Tage
20198 Tage8 Tage1 Tage
20204 Tage4 Tage0 Tage
20214 Tage8 Tage0 Tage
20225 Tage4 Tage4 Tage
20232 Tage1 Tage0 Tage
20240 Tage1 Tage0 Tage

Gezählt werden Tage mit einem PM10-Tagesmittel über 50 µg/m³. An der Corneliusstraße sank ihre Zahl von 15 im Jahr 2014 auf null 2024, an der Dorotheenstraße von 14 auf einen Tag. In Lörick wurden 2024 keine Überschreitungstage gemessen.

Rechtlich sind derzeit bis zu 35 Überschreitungstage pro Kalenderjahr zulässig. Düsseldorf lag im gesamten gezeigten Zeitraum deutlich darunter. Der Rückgang ergänzt die Jahresmittel um eine zweite Perspektive: Nicht nur die durchschnittliche Belastung, auch die Zahl ausgeprägter PM10-Tage hat abgenommen.

Witterung beeinflusst diese Kennzahl stärker als ein Jahresmittel. Trockene, austauscharme Wetterlagen können Partikel anreichern; Regen und Wind senken Konzentrationen. Ein Jahresvergleich sollte deshalb nicht vorschnell einer einzelnen lokalen Maßnahme zugerechnet werden.

Welche Station beschreibt welchen Ort?

Der Luftmessbericht kombiniert Stationen des Landes und der Stadt. Einige messen kontinuierlich, andere erfassen NO₂ mit Passivsammlern. Verkehrsnahe Punkte liegen bewusst an belasteten Straßen. Hintergrundstationen sollen die städtische Grundbelastung repräsentieren. Für eine korrekte Lesart sind daher vier Angaben nötig:

  1. Schadstoff: NO₂, PM10, PM2,5 oder Ozon.
  2. Messmethode: kontinuierlich oder als periodisch ausgewerteter Passivsammler.
  3. Standorttyp: verkehrsnah oder Hintergrund.
  4. Zeitraum: aktueller vorläufiger Wert, geprüftes Jahresmittel oder mehrjähriger Trend.

Wer nur den niedrigsten Hintergrundwert nennt, unterschätzt die Belastung an Hauptverkehrsstraßen. Wer nur die höchste Station zeigt, beschreibt umgekehrt nicht die gesamte Stadt. Das Dossier zeigt beides und benennt den Standort direkt an der Reihe.

Ozon folgt einer anderen Logik

Ozon entsteht bodennah aus Vorläuferstoffen unter Sonneneinstrahlung. Hohe Werte treten häufig in warmen Wetterlagen und nicht zwingend an derselben verkehrsnahen Station wie NO₂ auf. Die rechtlichen Ziel- und Informationswerte beziehen sich auf Stunden- oder Achtstundenmittel und Überschreitungshäufigkeiten, nicht auf denselben Jahresmittelmaßstab wie die drei Schadstoffe der Vergleichsgrafik.

Deshalb wird Ozon nicht in die gemeinsame Grenzwertgrafik gezwungen. Eine scheinbar einheitliche Darstellung würde unterschiedliche Definitionen vermischen. Für aktuelle Ozonlagen sind zeitnahe Messwerte des Landes geeigneter; für langfristige Einordnung die qualitätsgesicherten Jahresberichte.

Woher der Rückgang kommen kann – und was die Daten nicht beweisen

Sauberere Fahrzeugflotten und europäische Abgasstandards, Veränderungen des Verkehrs, Umweltzonen, lokale Verkehrsmaßnahmen, Heizungen und Witterung wirken gleichzeitig. Die Zeitreihen belegen, dass Konzentrationen gesunken sind. Sie isolieren nicht, welchen Prozentanteil eine einzelne Maßnahme verursacht hat.

Für die Bewertung einer kommunalen Entscheidung sind deshalb drei Fragen wichtig:

  • Welcher Schadstoff und welcher Messort sollen beeinflusst werden?
  • Ist die erwartete Wirkung gemessen, modelliert oder nur allgemein behauptet?
  • Verbessert sich die Belastung insgesamt oder wird Verkehr in eine Nachbarstraße verlagert?

Luftqualität und Klimaschutz überschneiden sich bei Quellen, sind aber nicht identisch. NO₂ und Feinstaub betreffen lokale beziehungsweise regionale Gesundheit, CO₂ die globale Erwärmung. Eine Maßnahme kann für beide Ziele wirken, muss aber mit den jeweils passenden Kennzahlen geprüft werden.

Wie Düsseldorf Radar Entscheidungen verfolgt

Unterhalb dieses Dossiers erscheinen Vorlagen, Beschlüsse und Sitzungen zu Luftreinhalteplanung, Verkehr, Flotten, Wärme und Stadtentwicklung. Neue Messwerte werden mit Schadstoff, Station, Zeitraum und Einheit eingeordnet. Vorläufige Tageswerte werden nicht stillschweigend in eine qualitätsgesicherte Jahresreihe übernommen.

Verwandte Dossiers: Verkehr und Mobilität für Wege und Netze sowie Klima und Energie für Treibhausgase und Wärme.

Quellen und Datenbasis

Redaktionell und anhand des amtlichen Luftmessberichts geprüft am 11. August 2026. Messstellen werden wegen unterschiedlicher Lage und Aufgabe nicht als einfache Rangliste dargestellt.

Aktuelle Vorlagen

Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.

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