Worum es geht
Die folgenden Fragen stammen aus der Anfrage. Sie sind keine Feststellungen der Verwaltung; Antworten und Beratungsstand stehen gesondert im Verlauf.
Aus „Sachdarstellung“
DieVerwaltungwirdgebeten,folgendeFragenfürdenStadtbezirk6zu beantworten: 1.GibtesAnzeichen,dassdiehäuslicheGewaltdurchdieCoronaKriseund derenEinschränkungeninderBewegungsfreiheitdesEinzelnenansteigt? 2.GibtesvonderVerwaltungverstärkteÖffentlichkeits-,Vernetzungs-und Präventionsarbeiten(z.B.Aufklärungs-undPräventionsarbeit, ÖffentlichkeitsarbeitinFormvonPresse-undMedienarbeit, Veröffentlichungen,InternetpräsentationundderZusammenarbeitmit derPolizei,entsprechendenVereinenoderInstitutionen)?
Weitere Einordnung im Original: Aus „Begründung“
DieCoronaKriseunddiedadurchnötigenEinschränkungenführendazu,dass mansichvermehrtindenWohnungenaufhaltenmuss.DiestärkereNäheder PersoneninderWohnung,ohnediesonstüblichenMöglichkeiten„sichausdem Wegzugehen",könnensichleiderz.B.inhäuslicheGewaltauswirken.Diese AnfragesolldieVerwaltungdarumbitten,hieraktivIndikationenzusammeln unddem,überdasverstärktePublikmachenvonbekanntenAngeboten(z.B. Hilfetelefonen,FrauenberatungsstellenoderNotfallnummern),gegenzusteuern.
Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 30. April 2020. Vollständiges Original mit weiteren Angaben
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Dokumenttexte
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BV6/064/2020
Xöffentlichnichtöffentlich
Düsseldorf,01.04.2020
HerrHelmke(BÜNDNIS 90/DIEGRÜNEN)
An
denBezirksbürgermeister
desStadtbezirks6
HerrnRalfThomas
AnfragedesHerrnHelmke(BÜNDNIS 90/DIEGRÜNEN)
zurSitzungderBezirksvertretung6am6.Mai2020
Betrifft:
AnfragedesHerrnHelmke(BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN):
HäuslicheSituationundderenBewertunginderCoronaKrise
Sachdarstellung:
DieVerwaltungwirdgebeten,folgendeFragenfürdenStadtbezirk6zu
beantworten:
1.GibtesAnzeichen,dassdiehäuslicheGewaltdurchdieCoronaKriseund
derenEinschränkungeninderBewegungsfreiheitdesEinzelnenansteigt?
2.GibtesvonderVerwaltungverstärkteÖffentlichkeits-,Vernetzungs-und
Präventionsarbeiten(z.B.Aufklärungs-undPräventionsarbeit,
ÖffentlichkeitsarbeitinFormvonPresse-undMedienarbeit,
Veröffentlichungen,InternetpräsentationundderZusammenarbeitmit
derPolizei,entsprechendenVereinenoderInstitutionen)?
Begründung:
DieCoronaKriseunddiedadurchnötigenEinschränkungenführendazu,dass
mansichvermehrtindenWohnungenaufhaltenmuss.DiestärkereNäheder
PersoneninderWohnung,ohnediesonstüblichenMöglichkeiten„sichausdem
Wegzugehen",könnensichleiderz.B.inhäuslicheGewaltauswirken.Diese
AnfragesolldieVerwaltungdarumbitten,hieraktivIndikationenzusammeln
unddem,überdasverstärktePublikmachenvonbekanntenAngeboten(z.B.
Hilfetelefonen,FrauenberatungsstellenoderNotfallnummern),gegenzusteuern.
BV6-064-2020 Antwort Anfrage Häusliche Gewalt in Zeiten von Corona als Text anzeigen
Drucksache BV6/064/2020
Antwort der Verwaltung
zur Anfrage des Herrn Helmke (BÜ90/GRÜ)
vom 01.04.2020
Häusliche Situation und deren Bewertung in der Corona-Krise
Der Kriminalpräventive Rat (KPR) kann nachfolgende Informationen zum Thema
"Häusliche Gewalt" in der Corona-Krise
geben:
Vorweg muss gesagt werden, dass vom KPR keine Statistiken zum Thema Häusliche
Gewalt erhoben werden. Für die Sammlung von Fall- Zahlen sind grundsätzlich die
Polizei oder auch die anderen Behörden sowie Hilfeeinrichtungen in ihren Bereichen
zuständig. Beigefügt finden Sie einen Link zur Auswertung des Bundeskriminalamtes
(BKA) aus dem Jahr 2020 zum Thema Partnerschaftsgewalt.
https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLag
ebilder/Partnerschaftsgewalt/Partnerschaftsgewalt_2020.pdf?__blob=publicationFile&
v=3
In den Monaten des Lockdowns kam es teilweise zu weniger Anzeigen von Partnerschaftsgewalt, es ist jedoch insgesamt im Vergleich zum Jahr 2019 ein
Anstieg von 4,9 % zu verzeichnen. Das BKA weist darauf hin, dass die Statistik nur
Fälle beinhaltet, die strafrechtlich gemeldet wurden. Es ist davon auszugehen, dass
die Dunkelziffer deutlich höher liegt.
Die Statistik der frauenberatungsstelle düsseldorf e.V. und deren Einschätzung der
Fallzahlen von häuslicher und familiärer Gewalt während der Coronapandemie
bestätigen einen Anstieg des Fallaufkommens. Sie gehen sogar noch weit darüber
hinaus. Der Anteil der Beratungen zu häuslicher und familiärer Gewalt ist in der
Frauenberatungsstelle im ‚ersten Coronajahr' um ca. 20 % gestiegen. Dieser Anstieg
ist zum einen auf die sehr belastenden äußeren Umstände zurückzuführen, aber auch
auf die temporäre Schließung und eingeschränkte Zugänglichkeit der
unterschiedlichen privaten und professionellen Hilfs- und Freizeiteinrichtungen. Hinzu
kommen individuelle Einstellungen und extreme Haltungen, die durch die Pandemie
ausgelöst oder geprägt sind. Das Thema der Corona-Regeln und Impfvorgaben kann
bereits in stabilen Familien zu Unstimmigkeiten führen. Es ist davon auszugehen,
dass all diese Faktoren die Anwendung von Gewalt begünstigen.
Zum Erkennen und Benennen von Fällen der häuslichen Gewalt ist das soziale
Umfeld maßgebend. In den vergangenen zwei Jahren waren und sind bis heute viele
Freizeitaktivitäten, soziale Gruppen (Spielgruppe, Müttergruppe, o.ä.) und
persönliche Kontakte nicht uneingeschränkt möglich. Dadurch wurde die häusliche
Situation für alle Beteiligten erschwert. Die Begrenzungen steigern die Anzahl und
das Erleben von Konfliktsituationen, Täter*innen haben weniger Möglichkeiten das
steigende Aggressionspotential kontrolliert außerhalb zu entladen und für die Opfer
ergeben sich kaum Möglichkeiten um dem häuslichen Konflikt zu entfliehen und Hilfe
zu suchen.
Durch die Fachgruppe "Häusliche Gewalt" des Kriminalpräventiven Rates findet ein
regelmäßiger Austausch der Akteur*innen im Bereich der Hilfen, Gefahrenabwehr
und Strafverfolgung statt. So können Schwerpunktthemen bearbeitet und Projekte
erarbeitet werden. Dieser Austausch führt zu einer gut funktionierenden
Interventionskette.
Bereits zu Beginn der Pandemie wurde auf der städtischen Corona-Homepage eine
Informationsseite veröffentlicht, die auf Hilfen für Opfer häuslicher und sexualisierter
Gewalt hinweist.
https://corona.duesseldorf.de/zielgruppen/eltern/hilfen-fur-opfer-hauslicher-und-
sexualisierter-gewalt.html
Darüber hinaus betreiben die Hilfsorganisationen und - einrichtung selbstständig
Öffentlichkeitsarbeit und haben ihre Angebote den Corona-Beschränkungen
angepasst.