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BV5/031/2021
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
der Bezirksvertretung 5
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 08.02.2021
An den
Bezirksbürgermeister
des Stadtbezirks 5
Anfrage zur Sitzung der Bezirksvertretung 5 am 23. Februar 2021
Betrifft:
Knotenpunktumbau B 8 - "Am Spielberg"
(Anfrage Herr Dorprigter, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, vom 8. Februar 2021)
Seit mehr als 5 Jahren ist der Umbau des Knotenpunktes B 8 - „Am Spielberg" in der
Planung. Der RP vom 3. Februar 2021 ist zu entnehmen, dass Untersuchungen
durchgeführt wurden, die Aussagen über den Baugrund liefern sollen, eine
Realisierung in zwei bis drei Jahren geplant ist.
Nach Auskunft von Straßen.NRW ist der Knotenpunkt „Am Spielberg" die einzige
plangleiche, signalisierte Kreuzung auf dem Streckenabschnitt der B 8 zwischen
Düsseldorf und Duisburg. Anlass der Planung war eine Verzögerung des Verkehrs an
diesem Knotenpunkt, die primär auf den hohen Abbiegeverk ehr im Bereich der
dortigen Ampelanlage zurückzuführen ist. Eine Überlastung des Knotenpunktes
bestehe dabei für den Abbiegeverkehr und den Durchfahrtsverkehr.
Gemäß Verkehrsgutachten kann d urch den teilplanfreien Ausbau des Knotens B 8
„Am Spielberg" die dortige Verkehrssituation deutlich verbessert werden. Durch die
Herausnahme des durchgehenden Nord -Süd-Verkehrs aus dem Knoten werden
genügend Leistungsreserven für den Betrieb des Knotens geschaffen (Verkehrs -
gutachten, Seite 13).
Als Begründung für den Ausbau ist festzuhalten, dass erstens auf der Strecke B 8
von Duisburg bis Düsseldorf der Knotenpunkt der einzige ist, der mit einer
Signalanlage gesteuert wird und zweitens durch den Umbau die Verkehrssituation
am Knoten verbessert wird. Nicht untersucht wurden die Auswirkungen auf vor- oder
nachgelagerte Straßen/Knotenpunkte und ob nicht durch einfachere Maßnahmen
wesentliche Verbesserungen erzielt werden können.
Aufgrund der Coronapandemie hat sich die finanzielle Situation für das Land NRW
sowie für die Stadt Düsseldorf erheblich verschlechtert. Dies macht es unseres
Erachtens erforderlich, alle geplanten Baumaßnahmen, die noch nicht zu einer
Auftragsvergabe geführt haben, kritisch zu hinterfragen.
Die Baumaßnahme Knotenpunkt B 8 - „Am Spielberg" soll ca. 15 Mio. € kosten. Mit
einem Verzicht auf diese Maßnahme könnte das Geld für die Finanzierung für den
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ÖPNV, für Radwege, Kindergärten und Schulen eingesetzt werden. Auch wenn die
Stadt Düsseldorf nicht direkt dieses Bauvorhaben finanzieren muss, fließen aber über
Zuschüsse große Teile der Landesmittel zurück in die Kommunen, also auch nach
Düsseldorf.
Bei der Beurteilung der Maßnahme ist zu berücksichtigen, dass evtl. auch durch
einfache Änderungen nennenswerte Effekte erzielt werden können. In diesem F all
könnte der Verkehr durch eine verkehrsabhängige Ampelschaltung - wie bereits in
der BV diskutiert - und durch die Wiederherstellung der ursprünglichen zwei
Fahrspuren Richtung Duisburg eine wesentliche Stauentlastung erreicht werden. Ggf.
könnte zusätzlich der Verkehr von der Niederrheinstraße mit Einfädelungsspur in
Richtung Innenstadt geführt werden (siehe Anlage).
Die Verwaltung wird daher um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:
1. Ist der Verwaltung bekannt, welche Auswirkungen der geplante Kn otenumbau
auf die Verkehrsströme auf die vor-/nachgelagerten Straßen/Knotenpunkte
hat und sieht die Verwaltung nicht auch die Gefahr, dass durch den Knoten -
umbau zusätzlicher Verkehr auf die B 8 und auf die Niederrheinstraße ange -
lockt wird (sog. Reboundeffekt)?
2. Nach dem Verkehrsgutachten wurde nur die Stauwirkung an diesem
Knotenpunkt untersucht. Wie beurteilt die Verwaltung unter Kosten -/Nutzen-
Gesichtspunkten den Knotenumbau im Vergleich zu einer Situation nach
Optimierung der Ampelschaltungen, einer zweispurigen Führung des stadt-
auswärts fahrenden Verkehrs und ggf. einer zusätzlichen Einfädelungsspur für
den Verkehr aus Richtung Niederrheinstraße?
3. Im Düsseldorfer Süden werden nach Beseitigung der Umweltspur die Ampeln
in Richtung Innenstadt verkehrs-/schadstoffabhängig geschaltet. Dies wurde
so vom OB Dr. Keller zusammen mit der CDU und Bündnis 90/Die Grünen auf
den Weg gebracht. Hat bzw. kann der Knotenpunkt B 8 - „Am Spielberg" nicht
auch eine Pförtnerfunktion für den stadteinwärts fahrenden Verkeh r
übernehmen und wenn ja, wird dies für sinnvoll angesehen?
gez. Ulrich Dorprigter
Anlage
Seite 3
Schematische Darstellung Knotenpunkt B 8 - Am Spielberg
Antwort der Verwaltung als Text anzeigen
BV5/031/2021
Anfrage Herr Droprigter, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, vom 8. Februar 2021
hier: Knotenpunktumbau B 8 - „Am Spielberg"
Frage 1:
Ist der Verwaltung bekannt, welche Auswirkungen der geplante Knotenumbau auf die
Verkehrsströme auf die vor-/nachgelagerten Straßen/Knotenpunkte hat und sieht die
Verwaltung nicht auch die Gefahr, dass durch den Knotenumbau zusätzlicher Verkehr
auf die B 8 und auf die Niederrheinstraße angelockt wird (sog. Reboundeffekt)?
Antwort:
Die Stadt wurde seitens der Bezirksregierung und des Baulastträgers bezüglich dieses
Vorhabens in Kenntnis gesetzt.
Mit der geplanten Gestaltung des Knotens „Am Spielberg" soll die verkehrliche Situation
des bereits heute überlasteten Kreuzungsbereichs verbessert werden. Die Ausführung
erfolgt entsprechend der Straßenkategorie als teilplanfreier Knoten.
Der heute signalisierte Knoten ist zur verkehrsreichen Zeit überlastet. Dies führt zu
Überlastungen der Linksabbiegespur stadtauswärts in Richtung „Niederrheinstraße"
sowie zu Überlastungen des Geradeausverkehrs stadteinwärts. Zusätzlich wird die
Fahrtrichtung stadtauswärts durch den Rückstau des Linksabbiegers behindert.
Der geplante Ausbau würde am Knoten durch Auflösung der Rückstausituation einen
höheren Grad an Verkehrssicherheit sowie eine bessere Abwicklung der Verkehre
bewirken.
Die Auswirkungen auf die Nachbarknoten werden seitens der Verwaltung wie folgt
abgeschätzt. Der heutige stadteinwärtige Rückstau „Am Spielberg" wird sich auf der „B8"
in Richtung „Nordstern" verlagern, da dieser Bereich bereits heute ausgelastet ist. Eine
Verlagerung von Verkehren auf die „Niederrheinstraße" ist auf Grund der heutigen
Auslastung der Straße in den Verkehrsspitzen nicht zu erwarten. Weitere direkt durch
den Ausbau induzierte Verkehre sind aus Sicht der Verwaltung nicht zu erwarten, da die
Zufahrt in die Düsseldorfer Innenstadt bereits heute ausgelastet ist.
Frage 2:
Nach dem Verkehrsgutachten wurde nur die Stauwirkung an diesem Knotenpunkt
untersucht. Wie beurteilt die Verwaltung unter Kosten-/Nutzen-Gesichtspunkten den
Knotenumbau im Vergleich zu einer Situation nach Optimierung der Ampelschaltungen,
einer zweispurigen Führung des stadtauswärts fahrenden Verkehrs und ggf. einer
zusätzlichen Einfädelungsspur für den Verkehr aus Richtung Niederrheinstraße?
Antwort:
Eine Optimierung der Signalschaltung würde an dieser Stelle nicht den gewünschten
Effekt erzielen, da diese bereits heute ausgeschöpft sind. Aus diesem Grund können
Verbesserungen nur durch Anpassung des Straßenentwurfs erreicht werden.
Eine zusätzliche Einfädelspur für den Rechtsabbieger aus Richtung „Niederrheinstraße"
würde lediglich einen begrenzten Nutzen haben, da ein Großteil der Rechtsabbieger in
der Signalphase zusammen mit dem Linksabbieger in die „Niederrheinstraße"
abgewickelt werden kann. Eine zweispurige Führung des stadtauswärtigen Verkehrs
würde im Rückstaubereich der Ampelanlage eine leichte Verbesserung erwirken.
Diese Maßnahmen würden jedoch nicht ausreichen, um die Überlastungen am Knoten zu
verhindern. Auch wäre die Machbarkeit solcher Maßnahmen durch den Baulastträger zu
prüfen. Letztlich entspricht die gewählte Ausbauform der Straßenkategorie und der
Funktion der „B8" als Bundeskraftfahrstraße.
Frage 3:
Im Düsseldorfer Süden werden nach Beseitigung der Umweltspur die Ampeln in Richtung
Innenstadt verkehrs-/schadstoffabhängig geschaltet. Dies wurde so vom OB Dr. Keller
zusammen mit der CDU und Bündnis 90/Die Grünen auf den Weg gebracht. Hat bzw.
kann der Knotenpunkt B 8 - „Am Spielberg" nicht auch eine Pförtnerfunktion für den
stadteinwärts fahrenden Verkehr übernehmen und wenn ja, wird dies für sinnvoll
angesehen?
Antwort:
Seit März 2021 ist die erste Stufe der umweltsensitiven Steuerung auf den
Streckenzügen „Werstener Straße" in Richtung „Corneliusstraße" sowie auf der
„Merowingerstraße" aktiv. Diese Schaltungen sind als konkrete Maßnahmen zur
Verbesserung der Luftreinhaltung in diesen Bereichen begründet. Auf der
„Corneliusstraße" und der „Merowingerstraße" wurden die Grenzwerte der zulässigen
Schadstoffimmissionen in der Vergangenheit immer wieder überschritten. Ein solcher
Grund liegt derzeit im Bereich der „Danziger Straße" und „Niederrheinstraße" nicht vor.
Auch ist aus Sicht der Verwaltung der Einsatz der LSA „Am Spielberg" als Pförtner für
die Verkehre auf der „B8" stadteinwärts nicht sinnvoll, da hierdurch im großen Maße
auch Verkehre mit Richtung Bundesautobahn betroffen wären.
Die Pförtnerung der Verkehre stadteinwärts in Richtung „Niederrheinstraße" könnten
unabhängig von der Frage der Notwendigkeit auch durch die neue geplante
Lichtsignalanlage für diesen abfahrenden Teilstrom übernommen werden.