Worum es geht
Die folgenden Fragen stammen aus der Anfrage. Sie sind keine Feststellungen der Verwaltung; Antworten und Beratungsstand stehen gesondert im Verlauf.
Aus dem Original
(Anfrage Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen vom 7. April 2021) Im Sommer 2020 begann die Werbegemeinschaft Wir Kaiserswerther e.V. und die Initiative Kaiserswerther Markt mit einer Unterschriftensammlung für das Konzept einer „verbessernden Instandsetzung" des Kaiserswerther Marktes (https://www.kaiserswerth.de/unterschriften-zur-unterstuetzung-unseres- konzepts-der-verbessernden-instandsetzung-am-12-september-2020/). Zwischenzeitlich konnten wohl an die 1.000 Unterschriften gesammelt werden für eine Erneuerung des Kaiserswerther Marktes, die weitgehend auf den Erhalt der heutigen Form von Mittelinsel, umgebende n Park- und Fahrbahnen und hausseitigen Bürgersteigen setzt. Im Unterschied zur kompletten Neuanlage der Oberflächen, sollen die vorhandenen Pflastersteine der Straße und der Bürger - steige aufgenommen und unter Ausbesserung der Unebenheiten wieder einge - baut werden. Die Mittelinsel kann unabhängig davon und soll es auch komplett saniert werden, das bedeutet nach Bodenaustausch sollen neue Bäume gepflanzt werden. Die Verfasser der Unterschriftenliste reklamieren eine kurze Bauzeit von max. 2 Jahren und geringere Kosten von 1,5 Mio Euro gegenüber der bislang geplanten gänzlichen Neugestaltung der Oberflächen (laut Vorlage zum Bedarfsbeschluss 66/63/2016 3,7 Mio. Euro und 2 Jahre Bauzeit zuzüglich der denkmalpflegerischen Arbeiten). Die kürzere Bauzeit wird ins besondere damit begründet, dass durch die oberflächliche Sanierung kein Kontakt / Eingriff in die denkmalführenden Schichten unter der Straße und den Bürgersteigen erfolgt. Es entfällt also die denkmaltechnische Aufnahme, Katalogisierung und Verbringung der Funde. Die Idee einer "verbessernden Instandsetzung" von Wir Kaisers - werther e.V. und der Initiative Kaiserswerther Markt geht davon aus, dass die Kanalsanierung in einem unterirdischen Verfahren erfolgen kann, so dass ein tieferes "aufreißen" der Straßenflächen nicht erforderlich sein wird. Im Kontext des Bedarfsbeschlusses von 2016 hat die Bezirksvertretung 5 engagiert gerungen insbesondere um die Fragen Bäume, Stellplätze und Mittel - insel mit Hochbord. Diese Themen waren in der begleitenden Beteiligung der Öffentlichkeit ebenfalls im Fokus der bürgerschaftlichen Diskussionen.
Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 8. April 2021. Vollständiges Original mit weiteren Angaben
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Dokumenttexte
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BV5/072/2021
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
der Bezirksvertretung 5
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 07.04.2021
An den
Bezirksbürgermeister
des Stadtbezirks 5
Anfrage zur Sitzung der Bezirksvertretung 5 am 27. April 2021
Betrifft:
"Verbessernde Instandsetzung" des Kaiserswerther Marktes - Eine echt
machbare Alternative?
(Anfrage Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen vom 7. April 2021)
Im Sommer 2020 begann die Werbegemeinschaft Wir Kaiserswerther e.V. und
die Initiative Kaiserswerther Markt mit einer Unterschriftensammlung für das
Konzept einer „verbessernden Instandsetzung" des Kaiserswerther Marktes
(https://www.kaiserswerth.de/unterschriften-zur-unterstuetzung-unseres-
konzepts-der-verbessernden-instandsetzung-am-12-september-2020/).
Zwischenzeitlich konnten wohl an die 1.000 Unterschriften gesammelt werden
für eine Erneuerung des Kaiserswerther Marktes, die weitgehend auf den Erhalt
der heutigen Form von Mittelinsel, umgebende n Park- und Fahrbahnen und
hausseitigen Bürgersteigen setzt. Im Unterschied zur kompletten Neuanlage der
Oberflächen, sollen die vorhandenen Pflastersteine der Straße und der Bürger -
steige aufgenommen und unter Ausbesserung der Unebenheiten wieder einge -
baut werden. Die Mittelinsel kann unabhängig davon und soll es auch komplett
saniert werden, das bedeutet nach Bodenaustausch sollen neue Bäume gepflanzt
werden. Die Verfasser der Unterschriftenliste reklamieren eine kurze Bauzeit von
max. 2 Jahren und geringere Kosten von 1,5 Mio Euro gegenüber der bislang
geplanten gänzlichen Neugestaltung der Oberflächen (laut Vorlage zum
Bedarfsbeschluss 66/63/2016 3,7 Mio. Euro und 2 Jahre Bauzeit zuzüglich der
denkmalpflegerischen Arbeiten). Die kürzere Bauzeit wird ins besondere damit
begründet, dass durch die oberflächliche Sanierung kein Kontakt / Eingriff in die
denkmalführenden Schichten unter der Straße und den Bürgersteigen erfolgt. Es
entfällt also die denkmaltechnische Aufnahme, Katalogisierung und Verbringung
der Funde. Die Idee einer "verbessernden Instandsetzung" von Wir Kaisers -
werther e.V. und der Initiative Kaiserswerther Markt geht davon aus, dass die
Kanalsanierung in einem unterirdischen Verfahren erfolgen kann, so dass ein
tieferes "aufreißen" der Straßenflächen nicht erforderlich sein wird.
Im Kontext des Bedarfsbeschlusses von 2016 hat die Bezirksvertretung 5
engagiert gerungen insbesondere um die Fragen Bäume, Stellplätze und Mittel -
insel mit Hochbord. Diese Themen waren in der begleitenden Beteiligung der
Öffentlichkeit ebenfalls im Fokus der bürgerschaftlichen Diskussionen. Das
Engagement der Bürgerschaft für eine alternative Verfahrensweise bei der
Sanierung des Kaiserswerther Marktes verdient Respekt und die politische
Befassung damit. Unabhängig von einer heutigen Einschätzung und Einstellung
Seite 2
von Politik und Öffentlichkeit zu diesen gestalterischen Fragen, führt die Idee
einer "verbessernden Instandsetzung" zunächst zu bautechnischen Fragen, die
ich bitte namens meiner Fraktion zu beantworten:
1. Wie beurteilt die Verwaltung die baulichen Umsetzungsmöglichkeiten der
Idee einer "verbessernden Instandsetzung" des Straßen- und Bürgersteig-
belags, insbesondere die Möglichkeit einer denkmalschichten schonenden
Ausbesserung und Reparatur von Schäden?
2. Wie beurteilt die Verwaltung die Idee einer Kanalsanierung im unter -
irdischen Verfahren?
3. Wie beurteilt die Verwaltung die Möglichkeit im Zuge der "verbessernden
Instandsetzung" die Bürgersteige auf das Straßenniveau abzusenken, wie
im Bedarfsbeschluss von 2016 vorgesehen
gez. Waldemar M. Fröhlich
Antwort der Verwaltung als Text anzeigen
BV5/072/2021
Anfrage Herr Fröhlich, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, vom 7. April 2021
hier: „Verbessernde Instandsetzung" des Kaiserswerther Marktes - Eine echt
machbare Alternative?
Frage 1:
Wie beurteilt die Verwaltung die baulichen Umsetzungsmöglichkeiten der Idee einer
"verbessernden Instandsetzung" des Straßen- und Bürgersteigbelags, insbesondere die
Möglichkeit einer denkmalschichten schonenden Ausbesserung und Reparatur von
Schäden?
Antwort:
Aus straßenbautechnischer Sicht ist die beschriebene „Ausbesserung" eine Maßnahme,
die eine rein optische Verbesserung bedeuten würde. Um jedoch die durch mangelnde
Tragfähigkeit entstandenen Schäden auszubessern oder zu reparieren, ist eine
Erneuerung des Oberbaus (Pflaster, Bettung, Tragschicht) im Gehwegbereich in einer
Stärke von >70 cm und im Fahrbahnbereich in einer Stärke von > 90 cm erforderlich.
Dies ergibt sich aus den einschlägigen Richtlinien in Verbindung mit dem vorliegenden
Baugrundgutachten.
Denkmalschichtschonende Ausbesserungen und Reparaturen sind aus unterhaltungs-
technischen und kostenintensiven Gründen nicht zielführend.
Frage 2:
Wie beurteilt die Verwaltung die Idee einer Kanalsanierung im unterirdischen Verfahren?
Antwort:
Nach Aussage des Stadtentwässerungsbetriebes ist in der bislang aufgestellten
Kanalplanung der Kanalbau außerhalb der Mittelinsel zwischen den Straßen „Am
Mühlenturm" und „An Sankt Swidbert" in unterirdischer, das heißt geschlossener
Bauweise vorgesehen. Veranlassung hierfür ist die verkehrliche Andienung des
Kaiserswerther Marktes während der laufenden Bauarbeiten.
Die kulturhistorisch bedeutsamen Bodenschichten haben bei der Auswahl des
Bauverfahrens eine untergeordnete Rolle gespielt, da die Kanalerneuerung in der alten,
vorhandenen Kanaltrasse erfolgt. Bereits in den 1930er Jahren wurden hier bei der
Errichtung der vorhandenen Kanalisation die angesprochenen bedeutenden Boden-
schichten zerstört.
In dem Bereich der Mittelinsel soll der Kanalbau in offener Bauweise erfolgen, da hier
mit dieser Bauweise geringere Kosten entstehen und die Bauzeit deutlich kürzer ist als
bei einer geschlossenen Bauweise. Zudem ergeben sich Synergieeffekte durch die
komplette Neugestaltung der Mittelinsel einschließlich der geplanten Baumneu-
pflanzungen.
Frage 3:
Wie beurteilt die Verwaltung die Möglichkeit, im Zuge der "verbessernden Instand-
setzung" die Bürgersteige auf das Straßenniveau abzusenken, wie im Bedarfsbeschluss
von 2016 vorgesehen?
Antwort:
Dies ist aus höhentechnischen Gründen nicht möglich. Es liegt auf der Hand, dass die
Anschlusshöhen an den Gebäuden nicht verändert werden können. Andernfalls würden
Eingänge über Gehwegniveau liegen und Gebäudesockel frei liegen. Somit kann man
lediglich die Querneigung zur Straße hin erhöhen. Um mit der Bordsteinkante jedoch
Straßenniveau zu erreichen, müssten die Gehwege sehr steil zur Straße abfallen. Bei den
dadurch entstehenden Querneigungen wären die Gehwege nicht mehr gefahrlos
benutzbar. Auch hierbei gibt es Vorgaben bezüglich maximal zulässiger Querneigungen.
Deren Einhaltung wäre bei den vorliegenden Geländehöhen nicht möglich.
Davon abgesehen, ist es aufgrund des oberflächennah vorhandenen Bodendenkmals
nicht zielführend, die Gehwege abzusenken. Damit wären zusätzliche Eingriffe in das
Bodendenkmal verbunden.