Beschlussvorlage als Text anzeigen
Title: 00376440.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00376440.pdf
Published Time: Wed, 17 Jun 2020 15:12:51 GMT
Number of Pages: 19
Markdown Content:
APS/062/2020
X öffentlich nicht öffentlich
# Beschlussvorlage
Betrifft:
Blaugrüner Ring - Bestätigung des Wettbewerbsergebnisses - Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen
Fachbereich:
61 - Stadtplanungsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bezirksvertretung 1 26.06.2020 Anhörung
Ordnungs - und
Verkehrsausschuss
27.05.2020 Vorberatung
Ausschuss für Planung und
Stadtentwicklung
03.06.2020 Vorberatung
Kulturausschuss 04.06.2020 Vorberatung
Haupt - und Finanzausschuss 08.06.2020 Vorberatung
Rat 18.06.2020 Entscheidung Seite 2
# Sitzung des Rates am 18.06.2020 Vorlage Nr. APS/062/2020
# Blaugrüner Ring Bestätigung des Wettbewerbsergebnisses
# Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen Seite 3
Vorlage Nr. APS/062/2020
Blaugrüner Ring (BGR)
- Bestätigung des Wettbewerbsergebnisses
- Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen
Beschlussentwurf:
BV Die Bezirksvertretung 1 wird hiermit gem. § 3 Abs. 10 der Bezirkssatzung zum Beschluss Bestätigung des Wettbewerbsergebnisses und zum Grundsatzbeschluss zum weiteren Vorgehen -Machbarkeitsmodule - angehört und empfiehlt dem Rat eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
OVA Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt im Rahmen seiner Vorberatung gem. § 2 Abs. 1 der Zuständigkeitsordnung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
APS Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung empfiehlt dem Rat der Stadt im Rahmen seiner Vorberatung gem. § 2 Abs. 1 der Zuständigkeitsordnung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
KULTUR Der Kulturausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt im Rahmen seiner Vorberatung gem. § 2 Abs. 1 der Zuständigkeitsordnung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
HFA Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt im Rahmen seiner Vorberatung gem. § 5 Abs. 3 der Zuständigkeitsordnung eine vorlagegemäße Beschlussfassung.
Rat Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf bestätigt die Ergebnisse des Wettbewerbs Blaugrüner Ring und stimmt der weiteren geplanten Vorgehensweise zu. Die Verwaltung wird in diesem Sinne beauftragt:
entsprechend der Wettbewerbsauslobung Blaugrüner Ring ein Verhandlungsverfahren gemäß Vergabeverordnung (VgV) mit den Preisträgern durchzuführen. Der Sieger des VgV -Verfahrens wird sodann beauftragt, ein rahmengebendes, vernetzendes, räumliches Konzept im Sinne einer perspektivischen Gesamtschau, die die Seite 4
städtebaulichen, freiraumplanerischen und verkehrlichen Vernetzungen aufzeigt, zu entwickeln. Dabei sollen die vielfältigen Ideen der Preisträger sowie der Ankäufe entsprechend den Voten der Jury berücksichtigt werden.
zeitnah vier ausgewählte, schon weit vorgedachte Projekte hinsichtlich ihrer Machbarkeit unter Einbeziehung der Preisträger zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Im Einzelnen:
o Fortführung der Rheinuferpromenade
o Heinrich -Heine -Allee und –Platz
o Unterstützung Standortsuche Fotoinstitut
o Unterstützung Standortsuche Oper
auf dieser Grundlage die für eine Beschlussfassung zur Umsetzung erforderlichen Konkretisierungen der genannten Module vorzunehmen und daran anknüpfend die notwendigen weiteren Beschlüsse unter Einbeziehung der Preisträger vorzubereiten.
weitere aus dem Wettbewerb hervorgegangene Umsetzungsmodule zu identifizieren, zu definieren und zu priorisieren.
Sachdarstellung
Düsseldorfs Innenstadt wird von einem einzigartigen Blaugrünen Ring umspannt. Das Blau ist dabei der Rhein bzw. die lebendige Rheinuferpromenade. Das Grün bildet eine kulturhistorische Park- und Gartenachse, die Ehrenhof, Hofgarten, Königsallee, Ständehauspark u nd Spee‘schen Graben miteinander verbindet.
Zusammen bilden das Blau und das Grün eine circa vier Kilometer lange, jedoch teilweise lückenhafte Flaniermeile, an der viele Kunst- und Kultureinrichtungen gelegen sind. Diese werden als Solitäre im Stadtbild wahrgenommen, fügen sich jedoch nicht zu einer ganzheitlich erleb- und wahrnehmbaren kulturellen Einheit zusammen. Die Zielsetzung besteht insofern darin, die vorhandenen vielfältigen kulturellen und freiraumbezogenen Nutzungen, durch sinnvolle bauliche und Seite 5
konzeptionelle Bausteine zu einem Gesamtkonzept einer attraktiven und spürbaren Kultur- und Stadtlandschaft der Zukunft zu ergänzen und zu vernetzen.
Um dieses Ziel zu erreichen und kreative Ideen einzuholen, hat die Landeshauptstadt Düsseldorf Ende 2018 den internationalen, zweiphasigen, städtebaulichen, freiraumplanerischen und künstlerischen Wettbewerb „Blaugrüner Ring“ ausgelobt. Damit hat sie sich auf die Suche nach einem richtungsweisenden Konzept mit Blick in die Zukunft für die Düsseldorfer Innenstadt begeben.
Öffentlichkeitsbeteiligung
Grundlage des Wettbewerbs war aufgrund der Bedeutung und Thematik des Projektes sowie der Größe und Lage im Stadtgebiet eine sehr frühzeitige und umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung, die bereits vor Fertigung der Auslobung begonnen hat und die massiv beworben worden ist. Zum einen mit klassischen Maßnahmen, etwa durch Plakate an Litfaßsäulen im öffentlichen Raum oder auf Werbeflächen an U -Bahn -Haltestellen. Zum anderen mit einer digitalen Kampagne. Durch Social Media Aktionen wurden über 180.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer digital erreicht. Mehr als 40.000 Personen besuchten die für das Projekt kreierte Webseite www.blaugruener -ring.de , auf der Anregungen schriftlich formuliert oder in Karten eingetragen werden konnten.
Weitere, teilweise neue Formate – wie der Touchtable – Stadtführungen, eine Kinder -
und Jugendbeteiligung in Kooperation mit dem Stadtmuseum, ein Symposium, Interviews und vieles mehr, lieferten ein umfassendes, öffentliches Meinungsbild, das als Anlage in die Auslobung eingeflossen ist. Ein besonderes Augenmerk lag aufgrund der Aufgabenstellung in der Einbindung der Vertreter der Kunst - und Kultureinrichtungen. Dies erfolgte in Form von mehreren Workshops.
Zudem waren Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich als „Stimme der Öffentlichkeit“ in die Jurysitzungen einzubringen. Per Losentscheid wurden drei Bürgervertreter ermittelt, die konstruktiv – aber ohne Stimmrecht – an den Sitzungen des Preisgerichts teilgenommen haben.
Eine große Aufmerksamkeit wurde durch die jeweils einwöchige, öffentliche Ausstellung der Entwürfe der beiden Wettbewerbsphasen erreicht. Zur Phase 1 waren die 45 eingereichten Entwürfe im Hofgarten ausgestellt. Zudem verlief mitten durch die Stadt eine hüfthohe, vier Kilometer lange Bande, auf der die Kunst - und Seite 6
Kultureinrichtungen mit Piktogrammen abstrakt dargestellt waren. Sie zeichnete den Geltungsbereich des Blaugrünen Rings nach und machte zugleich Werbung für die Beteiligung im Hofgarten. Das Ratinger Tor diente als Projektbüro vor Ort und war Anlaufstelle für die Besucherinnen und Besucher. Die Entwürfe der Phase 2 waren Ende November für eine Woche im Kunstpalast, also wiederum mitten im Plangebiet ausgestellt. Sowohl die Anregungen der Ausstellungsbesucher aus dem Hofgarten als auch diejenigen aus dem Kunstpalast wurden der Jury in der jeweiligen Preisgerichtssitzung am Anfang zusammengefasst vorgestellt.
Wettbewerb
Zu Beginn hat sich ein internationales Teilnehmerfeld aus insgesamt 60 Expertenteams der Wettbewerbsaufgabe gestellt. In Phase 1 des Wettbewerbs haben 45 Teams ihre konzeptionellen Leitgedanken und Ideen zur Zukunft des Blaugrünen Rings eingereicht. Die Entwürfe von 16 Arbeitsgemeinschaften wurden – mit Überarbeitungsempfehlungen - in die zweite Phase des Wettbewerbs entsendet. Der Wettbewerb Blaugrüner Ring endete im Dezember 2019 mit der Entscheidung des Preisgerichtes, das drei Preisträger kürte und weitere fünf Arbeiten mit Anerkennungen auszeichnete. Die Entwürfe der Preisträger werden im Folgenden auf Basis des Preisgerichtsprotokolls noch einmal kurz dargestellt.
1. Preisträger - Raumwerk GmbH, Frankfurt a.M. mit Seehof, Frankfurt a.M.
Flow – ideas never stop
Der Entwurf „Flow“ basiert auf der Grundidee, mit dem Thema Wasser die
unterschiedlichen Teilräume und insbesondere den Rhein miteinander zu vernetzen und den räumlichen und gestalterischen Zusammenhang erlebbar zu machen. Zugleich werden Atmosphärenräume identifiziert, deren spezifische Qualitäten herausgestellt, verstärkt und durch eine gestalterische Intervention aufgewertet werden. Die Teilräume werden über das Freiraum- und Wasserkonzept in den Zusammenhang gestellt und zugleich eigenständig profiliert. Dadurch soll die gewünschte Strahlkraft des Blaugrünen Ring erzielt werden.
Das Mobilitätskonzept sieht vor, dass der KFZ-Verkehr weitestgehend aus dem Blaugrünen Ring herausgehalten wird. Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Oberkasseler Brücke zur Umweltbrücke wird. Der Radverkehr wird konsequent, insbesondere in Nord-Süd-Richtung geführt. Mit dem Grundsatz „Straßen für Menschen“ steht der Anspruch an eine Aufenthaltsqualität an erster Stelle. Seite 7
Aus dem Bestand heraus ermöglicht das Konzept eine behutsame Weiterentwicklung vorhandener Qualitäten und hat zugleich das Potenzial einer Vision mit Bodenhaftung. Insgesamt bietet der Entwurf eine äußerst robuste Grundstruktur, die den Rahmen für eine langfristige qualitätsvolle Entwicklung schafft und eine schrittweise Realisierung ermöglicht. Das Klimakonzept setzt sich mit Überlegungen zu Frischluftschneisen und Freihaltezonen mit der Gewährleistung von langfristiger Lebensqualität auseinander. Der Entwurf ist hinsichtlich hochwasserschutzrechtlicher, gartendenkmalpflegerischer und verkehrlicher Belange zu qualifizieren. Seite 8 Seite 9
Bewertung der Jury
Inszenierung der Uferzone, z.B. goldener Ring kollidiert in der dargestellten Form mit dem Hochwasserschutz
technische Umsetzung der neuen Düsselmündungen fraglich, wenngleich diese die Sichtbarkeit des Übergangs des Blaugrünen Rings zum Rhein stärken
Wasserkonzept im Hofgarten widerspricht den historischen Plänen von Weyhe
Umgestaltung des Kö -Grabens kollidiert mit dem Denkmalschutz (Kö -
Gärtchen, Uferkante), vor allem die Brücken sind kritisch
Der vorgeschlagene Neubau der Oper am alten Standort ist hinsichtlich seiner konkreten Ausformulierung zu überprüfen
unverständlich bleibt, warum die direkte Verbindung im Bereich der Eiskellerstraße nicht thematisiert wird.
Empfehlungen der Jury
Ausformulierung/ Gestaltung der neuen Düsselmündungen in den Rhein überprüfen
Denkmalgerechter Umgang Wasserführung Hofgarten und Kö -Graben -
Gestaltung
Machbarkeit des goldenen Rings prüfen (Hochwasser und Bundesschifffahrtsstraße)
Anbindung Kunstakademie / Altstadt über Eiskellerstraße ausformulieren
Wegeführung Hofgarten in Verbindung mit Wasserlauf prüfen
Wegeführung von der Oper über die Ludwig -Zimmermann -Straße Richtung Corneliusplatz ist zu überprüfen
2. Preisträger - Team Manfred Kerler, München.
Düsseltreffpunkte
Der Entwurf zeigt trotz einiger Überarbeitungsempfehlungen der Jury ein Potenzial auf, das eine zukunftsfähige Stadtgestalt und Stadtentwicklung sicherstellt. Von der symbolhaften Gestalt der grünen Brücke bis hin zum wiederhergestellten Gesamtwerk Hofgart en ist das „Grün“ optisches und inhaltliches Bindeglied einer Stadt für die Bürger und ihre Anliegen. Alle Gartenkunstwerke des „Blaugrünen Rings“ werden mit den anliegenden Kultureinrichtungen verbunden. Damit wird der
erlebbare Stadtraum wesentlich gestärkt und sichtbar gemacht.
Der eigentliche Überbau und die tragende Idee dieses Entwurfes ist die Vorstellung, den Wandel von der autogerechten Stadt der 1950er Jahre voranzutreiben, hin zu Seite 10
einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Dabei soll die begrünte Oberkasseler Brücke als Symbol für ein gesellschaftliches und verkehrspolitisches Umdenken vor dem Hintergrund des Klimawandels stehen. Seite 11
Bewertung der Jury
Die Tunnellösungen unter dem Rhein und dem Hofgarten werden kritisiert.
Die Abriegelung des Hofgartens durch den Neubau am Ehrenhof (Fotoinstitut) wird denkmalschutzrechtlich kritisch gesehen und auch vor dem Hintergrund von Wirtschaftlichkeit, Lage und Größe hinterfragt.
Die geplanten Teilmaßnahmen im Hofgarten sind klug gewählt und sollen die Planung von Weyhe vollenden.
Die Platzinterpretation am Ehrenhof soll dort eine räumliche Betonung bringen; inwieweit dieses exponierte Terrassenplateau nötig erscheint, ist zu hinterfragen.
Empfehlungen der Jury
Der Tunnelbau unter dem Hofgarten wird weder als nachhaltig noch als denkmalgerecht angesehen; alternative Szenarien ohne die Tunnel sind vorstellbar, ohne den Kern der Idee aufzugeben.
Die säulenartigen Düsseltreffpunkte werden als nicht tragfähig angesehen und sind daher nicht weiter zu verfolgen
3. Preisträger - Team Prof. Fritschi, Prof. Stahl, Düsseldorf
Allez Allee!
Der Titel ist Programm: Durch ein System von neu geschaffenen Alleen wird der Blaugrüne Ring für die Öffentlichkeit fußläufig erlebbar. Die vorgeschlagenen Alleen schaffen neue Fuß- und Radwege und zugleich Orientierung im Planungsgebiet. Diese Maßnahmen sollen den motorisierten Individualverkehr reduzieren, bei gleichzeitiger deutlicher Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Plangebiet.
Der Entwurf macht zahlreiche Vorschläge für Lösungen an einzelnen Stellen im Planungsgebiet, wie z.B. die Schaffung von zusätzlichen Wasserflächen im südlichen Bereich und die Verbindung von Stadtmuseum und Poststraße über eine Brücke aus dem Rosengarten. In Summe enthält der Entwurf aber einige positive Elemente und mit der verkehrsreduzierten Entwicklung einen Beitrag, den es sich lohnt, weiter zu verfolgen. Seite 12 Seite 13
Bewertung der Jury
Der Entwurf zeigt viele Vorschläge für Lösungen an einzelnen Stellen im BGR; diese wirken zum Teil kleinteilig, nicht konsequent ausgearbeitet und zusammenhanglos.
Die Rheinufertunnelverlängerung erhöht die Aufenthaltsqualität zwischen Ehrenhof und Rhein.
Das Rheingärtchen wird durch eine Baumallee vom Rhein getrennt, was dem Denkmalschutz widerspricht.
Überdachung und Treppe vom Ulanendenkmal zur unteren Rheinuferfläche entfaltet nicht den gewünschten Mehrwert (potentieller Angstraum; Bedarf Parkanlage)
viele Eingriffe in Belange des Denkmalschutzes
Empfehlungen der Jury
Die tragende Leitidee ist zu schärfen und zu vertiefen.
Darüber hinaus wurden folgende Teams mit Anerkennungen ausgezeichnet:
Topotek 1 GmbH, Berlin
Erasmus Eller, Düsseldorf mit Jörg Michel, Berlin
03 Architekten GmbH, mit realgrün Landschaftsarchitekten GmbH, beide München
Holzwarth Landschaftsarchitektur mit Yellow Z, beide Berlin und Argus Stadt und Verkehr, Hamburg
A24 Landschaft GmbH, Berlin mit Sandhaus Baukunst, Berlin
Das Wettbewerbsergebnis hat mit der Preist
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.