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Title: 00449792.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00449792.pdf
Published Time: Mon, 30 May 2022 12:49:38 GMT
Number of Pages: 2
Markdown Content:
OVA/071/2022
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Sachstandsbericht und Verfahren zur Beseitigung von Schrotträdern
Fachbereich:
32 - Ordnungsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Christian Zaum
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ordnungs - und
Verkehrsausschuss 01.06.2022 Kenntnisnah
Sachdarstellung:
Unter Bezugnahme auf die Zusage in der Sitzung des Ordnungs - und
Verkehrsausschusses vom 27.10.2021 zu TOP 5.5 wird hiermit das Konzept zur
Beseitigung sog. Schrottfahrräder in Düsseldorf vorgestellt.
Das Ordnungsamt (Amt 32) und das Amt für Verkehrsmanagement (Amt 66)
nehmen die Aufgabe der Entfernung nicht mehr fahrtüchtiger Räder aus dem
öffentlichen Straßenraum sehr ernst und wenden dafür seit Jahren in erheblichem
Umfang städtische Mittel auf.
Die Aufgabe befindet sich gerade aufgrund des bekannt hohen Interesses der
Bürgerinnen und Bürger in laufender Optimierung.
Gleichzeitig liegt sie im Spannungsfeld der berechtigten Belange der einzelnen
Fahrradeigentümer und der Allgemeinheit und kann wegen des erforderlichen
hoheitlichen Eingriffs in Eigentumsrechte auch nicht Privaten übertragen werden.
Viele Radfahrer nutzen für den innerstädtischen Verkehr bewusst oder aufgrund
wirtschaftlicher Zwänge Räder in eher bescheidenem technischen Zustand. Dies auch
vor dem Hintergrund der Gefahr des Diebstahls eines höherwertigen Fahrrads.
Gerade Wohnungsmieter im innerstädtischen Bereich verfügen oftmals nicht über
sichere und leicht erreichbare Abstellmöglichkeiten für ihre Fahrräder und sind
deshalb darauf angewiesen, diese bei Wind und Wetter im öffentlichen Straßenraum
zu belassen. Das gilt auch für leicht beschädigte Räder, die von ihren Eigentümern
nicht sofort repariert werden können.
Fast alle im öffentlichen Straßenraum abgestellten Räder sind mit Fahrradschlössern
gegen Wegnahme gesichert und an Fahrradständer, Masten oder ähnliches
angekettet. Letzteres ist in Düsseldorf nicht verboten.
Ein vorhandenes Schloss spricht prima facie gegen eine Eigentumsaufgabe. Trotzdem
kann unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes eine Eigentumsaufgabe
angenommen werden, wenn der Gesamtzustand eines Rades eine Wiederherstellung
auch in Eigenarbeit unwirtschaftlich erscheinen lässt. Seite 2
Eine Entfernung solcher Räder setzt voraus, dass das Schloss zerstört wird.
Städtische Fehleinschätzungen könnten hier zu nicht unerheblichen Schäden führen,
zumal das Schloss an vielen derartigen Rädern das hochwertigste Teil ist.
Amt 32 und Amt 66 sind seit 2020 dazu übergegangen, objektiv erkennbare
Schrotträder möglichst umgehend zu entfernen und sofort (!) zu entsorgen.
Eine Frist zur Entfernung durch den Eigentümer wird nicht mehr gewährt.
Hinweise auf die Eigentümer, die eine Rückforderung der angefallenen
Beseitigungskosten ermöglicht hätten, haben sich in den letzten Jahren in keinem
einzigen Fall ergeben.
Während in den Jahren bis 2020 im Schnitt ca. 1.500 Schrotträder jährlich entfernt
wurden, konnten in Umsetzung der neuen Praxis im Jahre 2021 insgesamt 2.398
vom Außendienst des Amtes 32 erfasste oder von Bürgerinnen und Bürgern
gemeldete Fahrräder überprüft werden.
Von den 2398 überprüften Fahrrädern wurden 2.161 Räder als Abfall angesehen und
dem Amt 66 zur Abholung und Entsorgung gemeldet.
Weitere 97 Fahrräder waren nicht nur als Abfall, sondern auch als Gefahrenstelle für
andere Verkehrsteilnehmer zu bezeichnen und wurden sofort entsorgt.
237 überprüfte Fahrräder wiesen zwar Mängel auf, erfüllten aber nicht die Kriterien
der Schrottradeigenschaft und verblieben daher im öffentlichen Straßenraum.
Die Fahrten zur Einsammlung werden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit
gebietsweise gebündelt. Dies hat zur Folge, dass auch erkannte Schrotträder noch
einige Zeit im Straßenraum verbleiben. Mit Blick auf die eingesetzten städtischen
Mittel und die fehlende Rückforderungsmöglichkeit erscheint hier ein
ressourcenschonendes Verfahren angezeigt.