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Ö Vorlagen - Nr. 66/ 76/2004
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Informationsvorlage
Betrifft:
Sachstandsbericht zur Umsetzung der Konzeption Eindämmung von Graffiti
In seiner Sitzung am 01.04.2004 hat der Ordnungs- und Verkehrsausschuss die
Verwaltung beauftragt, zur Beratung im Ausschuss "einen Bericht über den Sachstand
der Umsetzung der Konzeption zur Eindämmung von Graffiti-Sprühereien und
anderen Farbverunzierungen auf städtischen und sonstigen Bauwerken sowie in
und auf Bussen und Bahnen vorzulegen."
Zum Umsetzungsstand wird wie folgt berichtet:
Anlass und Organisation der Umsetzung des Arbeitsauftrags
In seiner Sitzung am 10.02.99 hat der Ordnungs- und Verkehrsausschuss eine von der
Verwaltung erarbeitete Konzeption beschlossen und gleichzeitig den Auftrag erteilt, die
einzelnen Konzeptionselemente in die Praxis umzusetzen. Aus der Erkenntnis heraus,
dass die Bekämpfung von Farbschmierereien nicht in die alleinige Zuständigkeit einer
Behörde oder eines städtischen Amtes fällt, sondern nur ein konzertiertes, abgestimmtes
Vorgehen einer ganzen Reihe von städtischen und nichtstädtischen Dienststellen und
privaten Verbänden erfolgversprechend ist, wurde eine "Projektgruppe Graffiti" zur
Koordination der Aktivitäten eingerichtet und dem "Arbeitskreis Vorbeugung und
Sicherheit", dem Kriminalpräventiven Rat der Stadt Düsseldorf, unterstellt. Hauptakteure
dieser insgesamt 18 Dienststellen und Verbände umfassenden Projektgruppe waren das
mit der Leitung der Projektgruppe beauftragte Ordnungsamt, die für die Reinigung
städtischer Immobilien und Ingenieurbauwerke verantwortlichen Ämter für
Immobilienmanagement und Verkehrsmanagement, die Polizei, die Maler- und Lackierer-
sowie Gebäudereinigerinnung sowie der Verein Haus & Grund als Interessenvertreter der
privaten Grundstückseigentümer. Vertreten waren ebenfalls die Deutsche Bahn AG sowie
die Rheinbahn AG, allerdings primär unter dem Aspekt des gegenseitigen
Erfahrungsaustauschs. Seit ca. einem Jahr kann die koordinierende Aufgabenstellung der
Projektgruppe Graffiti als abgeschlossen betrachtet werden; vereinbarungsgemäß liegt es
nun in der Verantwortung der beteiligten Stellen, die abgestimmten Maßnahmen in jeweils
eigener Zuständigkeit fortzuführen.
Konzeptionselement "Allgemeine Präventionsmaßnahmen"
Hierunter sind alle Maßnahmen zu verstehen, durch Informationsbereitstellung und
Aufklärung, Vortragsveranstaltungen und pädagogische Angebote sowohl
graffitiinteressierten Jugendlichen die Rahmenbedingungen zu vermitteln, unter denen
diese jugendkulturelle Ausdrucksform legal praktiziert werden kann, ihnen die zivil- und
strafrechtlichen Folgen illegalen Sprayens zu verdeutlichen sowie generell die
"Graffitikompetenz" von Lehrkräften, Jugendbetreuern und Eltern zu verbessern.
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Im einzelnen wurde umgesetzt:
" Öffentliche Präsentation und Auslage von drei Flyern des Landeskriminalamtes mit
Informationen für Sprayer, Eltern und Opfer in Schulen, Bürgerbüros und
Polizeidienststellen.
" Durchführung von Vortragsveranstaltungen in Schulen durch Mitarbeiter der
polizeilichen Jugendschutzstelle. Nachgefragt werden primär Vorträge zur
Jugendkriminalität generell, wobei die Graffiti-Thematik einen festen Bestandteil
darstellt. "Spezialvorträge" zu Graffiti werden nur ausnahmsweise in Einzelfällen
nachgefragt.
" Im Bereich von Jugendfreizeiteinrichtungen werden Graffitiprojekte unter Anleitung
durchgeführt. Die Anleitung umfaßt sowohl die Aufklärung über die rechtlichen
Regeln und Rahmenbedingungen und mögliche Repressionen als auch die
Aufklärung über die einzuhaltenden Gesundheitsschutzmaßnahmen (Mundschutz).
Gegen Farbschmierereien wird in den eigenen Häusern vorgegangen und sie
müssen durch die Verursacher entfernt werden.
" In einem Rundschreiben an alle Schulen wurde das Angebot unterbreitet, auch
durch das Ordnungsamt Vorträge zu halten und sie bei der Durchführung von
Projekten, Graffiti- und -folgenausstellungen o.ä. zu unterstützen. Dieses Angebot
fand jedoch keine Resonanz.
" In einem Ende 2000 an das Schulministerium gerichteten Schreiben wurde die
Bitte vorgetragen, der Graffitithematik in den Curricula und Lehrplänen einen
erhöhten Stellenwert zukommen zu lassen und die Schulen zu ermuntern, sich
hiermit intensiver als bisher im Unterricht zu beschäftigen. In seiner Antwort
brachte das Schulministerium zwar die grundsätzliche Unterstützung des Anliegens
zum Ausdruck, "jungen Menschen eine fundierte Werteerziehung zu vermitteln, zu
der unter anderem auch eine größere Sensibilisierung für den Umgang mit
fremdem Eigentum gehört." Unter Hinweis auf die in vielen Schulen bereits
vorhandenen Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Graffiti, die
Berücksichtigung der grundsätzlichen Problematik in den bestehenden Curricula
und die hierin ausreichend bestehenden Freiräume zur Integration der Problematik
in den Unterricht der verschiedenen Fächer sah das Ministerium jedoch keinen
Handlungsbedarf, die Graffitithematik in einzelne Curricula besonders
aufzunehmen.
Ein weiterer präventiver Ansatz, die technische Prävention (Wahl "graffitiabweisender"
Baustoffe und Materialien, Auftrag von Schutzanstrichen, Begrünungen, Installation von
Bewegungsmeldern, Fassadengestaltung) wurde in einer im Jahre 2001
herausgegebenen Broschüre behandelt, die insbesondere für private Haus- und
Grundeigentümer die wesentlichen Informationen zum Thema Graffiti zusammenstellt.
Beseitigung von Schmierereien/Graffiti
Die Beseitigung von Schmierereien auf städtischen Flächen war und ist eins der
wichtigsten Elemente der Konzeption, zum einen deshalb, weil hierdurch für den Bürger
deutlich sichtbar ein Zeichen gesetzt wird, dass die Stadt "etwas tut", die Verschandelung
ihrer Objekte nicht hinnimmt und hierdurch auch einen Beitrag leistet, die urbane
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Lebensqualität zu verbessern. Zum zweiten aber ist die schnelle, erforderlichenfalls auch
wiederholte Beseitigung von Schmierereien geeignet, die auf Öffentlichkeitswirkung
bedachten Sprayer an ihrer Hauptmotivation zu treffen, ihr Werk möglichst lange einem
möglichst großen Personenkreis zu präsentieren. Seit Beginn der systematischen
Reinigungen im Jahr 1999 wurden vom Amt für Immobilienmanagement und vom Amt für
Verkehrsmanagement insgesamt ca. 465. 000,- EUR für ca. 450 einzelne
Reinigungsmaßnahmen ausgegeben.
Schwerpunkte waren zunächst die Verwaltungs- und Kulturbauten im Innenstadtbereich,
Denkmäler und Brunnen, im weiteren Verlauf wurden auch die in den Außenbezirken
liegenden städtischen Objekte, Unterführungen und Schulen ebenso einbezogen wie
Ingenieurbauwerke, insbesondere die Rheinbrücken und Hochstraßen.
Ergänzt werden die städtischen Aktivitäten durch bürgerschaftliches Engagement, was
hauptsächlich in der Übernahme einer Vielzahl von Patenschaften für Brunnen und
Denkmäler zum Ausdruck kommt. Die Hoffnung, über ein "Vorangehen mit gutem Beispiel"
auch private Hauseigentümer zu einer "Reinigungsoffensive" zu motivieren, wurde leider
nur sehr eingeschränkt erfüllt.
Öffentlichkeitsarbeit
Neben der regelmäßigen Berichterstattung über die Arbeit der Projektgruppe in den
Medien und Veröffentlichungen von polizeilichen Ermittlungserfolgen und Verurteilungen
zur Abschreckung (potenzieller) Sprayer war Ziel insbesondere die Aktivierung der
Bürgerschaft. Hier ist jedoch zu konstatieren, dass weder die Auslobung von Prämien für
sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern führen, noch ein Rundschreiben an
alle Taxifahrer mit der Bitte, Feststellungen über Funk zu melden, noch die
Veröffentlichung einer Hotline, unter der Schmierereien auf städtischen Objekten
gemeldet werden können, eine nennenswerte Resonanz hatten.
Fazit
Die von Schmierereien freie Großstadt wird, dies wird auch in allen Städten vergleichbarer
Größenordnung so eingeschätzt, sicherlich ein Wunschtraum bleiben. Nichtsdestoweniger
ist jedoch festzustellen, dass einiges erreicht wurde, und dass insbesondere der Zustand
der städtischen Objekte hinsichtlich Farbschmierereien sich in den vergangenen fünf
Jahren deutlich zum Positiven entwickelt hat. Die Verwaltung ist daher der Auffassung,
dass sich die Aktivitäten zur Bekämpfung der Schmierereien durchaus "gelohnt" haben
und fortgesetzt werden sollten.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Ordnungs- und Verkehrsausschuss 24.06.2004 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Amt:
Ordnungsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Leonhardt
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