Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 19/ 32/2017

Klimaschutzkonzept Düsseldorf 2025 - Beschluss -

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2Dokumente 19. September 2017veröffentlicht

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Title: Vorlage 19/ 32/2017 URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00297886.pdf Published Time: Mon, 12 Aug 2019 23:00:05 GMT Number of Pages: 6 Markdown Content: Vorlage 19/ 32/2017 > Seite 1 von 6 > RSD Vorlage X öffentlich nicht öffentlich ## Beschlussvorlage Betrifft: Klimaschutzkonzept Düsseldorf 2025 - Beschluss - Beschlussdarstellung: Der Rat nimmt das Klimaschutzkonzept einschließlich der Organisationsstruktur zustimmend zur Kenntnis und beschließt dessen Umsetzung. Um eine möglichst große Hebelwirkung zu erzielen, sollen dabei in Ausführung der vorliegenden Beschlüsse des Rates und seiner Gremien über die Nationale Klimaschutzinitiative Fördermittel für 4 Klimaschutzmanager*innen beantragt werden. Sachdarstellung: Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Das bedeutet, es dürfen pro Einwohner*in und Jahr nur maximal 2 Tonnen CO 2 emittiert werden. In der Sitzung vom 15.01.2015 beauftragte deshalb der Ausschuss für Umweltschutz die Verwaltung mit der Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Düsseldorf als Fortschreibung des Klimaschutzprogramms "Die Schöpfung bewahren – 30 Initiativen für den Klimaschutz in Dü sseldorf“. Parallel hat der Rat auf Initiative des Ausschusses für Umweltschutz zur Umsetzung des - seinerzeit noch in der Bearbeitung befindlichen - neuen Klimaschutzkonzeptes mit der Verabschiedung des Haushaltes 2017 für die Jahre 2018 ff. 2.300.000,- € in den Haushalt eingestellt (vgl. Antrag der Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP vom 15.11.2016 im Ausschuss für Umweltschutz, Vorlage 19/ 84/2016). Aufgrund der notwendigen Haushaltkonsolidierung wurde für den Haushalt 2018 ff durch das Dezernat 08 an dieser Stelle eine Einsparung von 300.000,- Euro vorgeschlagen. Der verbleibende Betrag in Höhe von 2.000.000,- € /a ist - unter Berücksichtigung des nunmehr fertig gestellten Klimaschutzkonzeptes - aus fachlicher Sicht für eine zielgerichtete Umsetzung noch ausreichend. Dabei sind anteilig auch die erforderlichen Eigenmittel berücksichtigt, die im Falle einer erfolgreichen Bewerbung der Landehauptstadt Düsseldorf für EcoMoDUS nachzuweisen sind. Im Juli 2015 wurde die Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft gemeinsam mit dem ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung sowie der Jung Stadtkonzepte Stadtplaner und Ingenieure Partnerschaftsgesellschaft mit der Erstellung des Klimaschutz-konzeptes beauftragt. Vorlage 19/ 32/2017 > Seite 2 von 6 > RSD Vorlage Das vorliegende „Klimaschutzkonzept Düsseldorf 2025“ zeigt zwei zeitlich gestaffelte Handlungspfade auf: 1. Konkrete Maßnahmenvorschläge mit einer kurz- bis mittelfristigen Realisierung bis 2025, welches als „Handlungsprogramm 2025“ bezeichnet wird und 2. langfristige Handlungsoptionen, die einen groben Pfad bis zum Jahr 2050 aufzeigen. Dieser zweite Handlungspfad wird als „Masterplan 2050“ bezeichnet. Das Klimaschutzkonzept Düsseldorf 2025 wurde mit den Leitungen der Ämter 23, 61, 65 und 66 sowie den Mitgliedern der Projektgruppe aus den Ämtern 10, 16, und 80 abgestimmt. Die Kurzfassung des Klimaschutzkonzeptes ist dieser Vorlage als Anlage beigefügt. Vorgehen bei der Konzepterstellung Neben einer Bestandsaufnahme der bestehenden Klimaschutzaktivitäten und einer Analyse der relevanten Akteure in der Stadt fanden sogenannte SWOT-Analysen 1 statt: es wurden die Stärken, Schwächen, Chancen und Hemmnisse für das Thema Klimaschutz in Düsseldorf ermittelt. Hierzu wurden ein verwaltungsinterner Workshop, ein Arbeitsgespräch mit den Stadtwerken Düsseldorf und ein Austausch mit den SAGA-Netzwerkpartnern, wie Verbraucherzentrale NRW, Haus und Grund e.V., Kreishandwerkerschaft, Elektroinnung, Maler- Lackiererinnung, Innung Heizung, Sanitär und Klima, Mieterverein Düsseldorf e.V. durchgeführt. Außerdem fanden Workshops zu den Themen Mobilität, Quartiersentwicklung und Konsum statt. Auf Basis der Workshops und Interviews wurde das Handlungsprogramm 2025 mit insgesamt 80 Maßnahmenvorschlägen erstellt, ein Masterplan bis 2050 erarbeitet sowie Vorschläge zur Organisationsstruktur und zum Monitoring und Controlling gemacht. Das Handlungsprogramm 2025 Das Handlungsprogramm basiert auf 7 Strategiesäulen:  Energiesparendes Bauen und Sanieren in Wohngebäuden,  Energieversorgung und -infrastruktur sowie erneuerbare Energien,  Energieeffizienz bei Gewerbe, Handel, Dienstleistung,  Bildung,  Vorbild Konzern Stadt Düsseldorf,  Klimafreundliche Mobilität und  Lebensstil und Konsum welche wiederum in Projektfamilien gegliedert sind. Anliegend finden Sie Beispiele für Projektfamilien aus der Strategiesäule „Energieversorgung und –infrastruktur sowie erneuerbare Energien“: > 1Die Abkürzung steht für „Strengths and Weaknesses, Opportunities and Threats“. Vorlage 19/ 32/2017 > Seite 3 von 6 > RSD Vorlage Das Handlungsprogramm beinhaltet neben Leuchtturm (Priorität 1)- und Breitenprojekten (Priorität 2) auch die Sicherung bestehender Aktivitäten (Priorität 1 oder 3) und einen Ideenspeicher (Priorität 4). Die Gewichtung der Prioritäten ergibt sich aus der Bedeutung der aufgeführten Projekte für den Klimaschutzprozess. In der als Anlage beigefügten Kurzfassung des Klimaschutzkonzeptes 2025 ist das vollständige Handlungsprogramm aufgeführt. Die für den Masterplan 2050 erarbeiteten Maßnahmenfelder dienen lediglich als Ideensammlung und Diskussionsgrundlage bei der Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzeptes für den Zeitraum nach 2025. Als Beispiele seien hier der stadtweite Ausbau der Fahrradinfrastruktur und die breite Etablierung von Carsharing sowie Elektromobilität genannt. Vorlage 19/ 32/2017 > Seite 4 von 6 > RSD Vorlage Organisationsstruktur Zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist eine effektive Organisationsstruktur vorzusehen. Das Umweltdezernat schlägt folgendes Modell vor: Es wird ein Energieteam aus Akteuren der Stadtverwaltung auf Ebene der Amtsleiter*innen und gegebenenfalls der Stadttöchter eingerichtet. Dieses fällt die Entscheidungen zu den übergeordneten Strategien und konkreten Projekten im Rahmen des Klimaschutzkonzepts. Die Klimaschutzkoordinationsstelle bleibt im bestehenden Sachgebiet Klimaschutz bei Amt 19 verankert und sorgt für eine reibungslose und strukturierte Umsetzung des Konzeptes. Darüber hinaus ist die Klimaschutzkoordinationsstelle für die adäquate Kommunikation und Präsentation innerhalb und außerhalb der Organisationsstruktur zuständig. Sie informiert zudem regelmäßig die Verwaltungskonferenz über den Fortschritt der Konzeptumsetzung und koordiniert das Monitoring und Berichtswesen. Darüber hinaus begleitet und unterstützt die Klimaschutzkoordinationsstelle die 5 ämterübergreifenden Kompetenzteams, die zu den Themen  klimaschonende Mobilität,  energiesparendes Bauen und Sanieren in Wohngebäuden,  Energieeffizienz und Energieversorgung,  Vorbild Konzern Stadt Düsseldorf sowie  Bildung, Lebensstil und Konsum gebildet werden. Die Kompetenzteams arbeiten konkret an der Realisierung der Projekte und sind in das Monitoring eingebunden. Vorlage 19/ 32/2017 > Seite 5 von 6 > RSD Vorlage Fördermittelakquise Im Zusammenhang mit der Umsetzung des dargestellten Konzeptes wurden mögliche Förderzugänge systematisch geprüft. Nur auf diese Weise kann eine „Hebelwirkung“ und der optimale Einsatz städtischer Mittel erreicht werden. Mit Verabschiedung des Klimaschutzkonzeptes Düsseldorf 2025 wird die Landeshauptstadt Düsseldorf nun erstmals in die Lage versetzt, aus dem Förderprogramm der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes sog. „ Klimaschutz- manager*innen“ zu beantragen .2 Ein wesentlicher Eckpunkt des nun vorgelegten Konzeptes kann daher die Beantragung von vier Klimaschutzmanager*innen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative sein. Die mögliche Anstellung könnte zeitlich befristet für drei Jahre mit einer Förderquote von 65 % erfolgen. Die Eigenmittel in Höhe von rund 160.000,- € pro Jahr – also insgesamt 480.000,- € -könnten zudem über die bereitgestellten Haushaltsmittel in Höhe von 2,0 Millionen Euro pro Jahr zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes gedeckt werden, die der Rat auf Initiative des Ausschusses für Umweltschutz zur Umsetzung des - seinerzeit noch in der Bearbeitung befindlichen - neuen Klimaschutzkonzeptes mit der Verabschiedung des Haushaltes 2017 für die Jahre 2018 ff. in den Haushalt eingestellt hat (vgl. Antrag der Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP vom 15.11.2016 im Ausschuss für Umweltschutz, Vorlage 19/ 84/2016). Für die Bereiche Gebäudemanagement und Mobilität wurde ein personeller Bedarf für Klimaschutzmanager*innen von den Fachämtern bereits angemeldet. Das Umweltamt sieht ebenfalls bei der Umsetzung von Klimaschutzprojekten zu den Themen Umweltbildung sowie Lebensstil und Konsum zusätzlichen Personalbedarf. Bei positivem Bescheid des Projektträgers sollen die Klimaschutzmanager*innen demzufolge im Amt 66 (eine/r), im Amt 23 (zwei) und im Amt 19 (eine/r) eingesetzt werden. Auf diese Weise kann ein optimaler Einsatz mit maximaler Hebelwirkung der zur Verfügung gestellten Gelder erreicht werden. Nach Ablauf des geförderten Zeitraums ist ohne neue Förderung und entsprechende Beschlussfassung im Rat eine Weiterbeschäftigung der Klimaschutzmanager*innen nicht möglich. Vor diesem Hintergrund sind – im Falle einer Förderung - die Arbeitsverträge mit sachlichem Grund entsprechend zu befristen (vgl. § 14 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz). Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften 26.09.2017 -/-¹ Ordnungs - und Verkehrsausschuss 27.09.2017 -/-¹ Ausschuss für Umweltschutz 28 .0 9.2017 -/-¹ Haupt - und Finanzausschuss 09.10 .2017 -/-¹ Rat 19.10 .2017 -/-¹ > 1) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. > 2Fördervoraussetzung ist ein integriertes Klimaschutzkonzept, das nicht älter als drei Jahre ist. Vorlage 19/ 32/2017 > Seite 6 von 6 > RSD Vorlage Anlagen: x beigefügt nicht vorhanden Nr. Anlage 1 Kurzfassung Klimaschutzkonzept Dü sseldorf Alternative: keine Amt / Institut: Umweltamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Stulgies
Kurzfassung Klimaschutzkonzept Düsseldorf als Text anzeigen
Title: 19_32_2017 URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00299096.pdf Published Time: Fri, 05 Jul 2019 18:21:27 GMT Number of Pages: 31 Markdown Content: > 1 # Stadt Düsseldorf KLIMASCHUTZKONZEPT DÜSSELDORF 2025 HANDLUNGSPROGRAMM 2025 UND MASTERPLAN 2050 KURZFASSUNG STAND JUNI 2017 > „Soloviova Liudmyla/Shutterstock“ Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft Martin-Kremmer-Str. 12 45327 Essen Telefon: +49 [0]2 01 24 564-0 In Zusammenarbeit mit ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH Jung Stadtkonzepte Stadtplaner & Ingenieure Partnerschaftsgesellschaft, Köln Anlage zu Vorlage 19/ 32/2017 2 # Inhaltsverzeichnis # 1! Vorwort 4 # 2! Einleitung 6 # 3! Vorgehen 8 # 4! Endenergie- und Treibhausgasbilanzierung 9 # 5 Akteursbeteiligung 12 # 6! Vom Szenario zur Strategie 16 # 7! Handlungsprogramm 2025 20 # 8! Empfehlungen zur Organisationsstruktur 29 # 9! Masterplan 2050 31 # 10 ! Fazit und Ausblick 31 3 # Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Auszug aus den Klimaschutzaktivitäten der Stadt Düsseldorf 6 Abbildung 2: Arbeitsschritte zur Erstellung des Klimaschutzkonzeptes 8 Abbildung 3: Darstellung der CO 2-Bilanz 2012 der Stadt Düsseldorf (Quelle: Umweltamt Düsseldorf) 9 Abbildung 4: Verteilung der CO 2-Emissionen (Stand 2012) auf die Sektoren (Quelle: Umweltamt Düsseldorf) 10 Abbildung 5: Akteursbeteiligung 13 Abbildung 6: Stadträumliche Verortung Zielgruppe „Multimodale Düsseldorfer“ (Jung Stadtkonzepte) 14 Abbildung 7: Übersicht Bilanzen (2007 und 2012) und Szenarien (2030 ifeu und 2050 WI) 17 Abbildung 8: Energie-Einsparstrategien und Strategiesäulen 18 Abbildung 9: Versorgungsstrategien in Düsseldorf und Strategiesäulen 19 Abbildung 10: Maßnahmenempfehlungen 27 Abbildung 11: Übersicht zum Handlungsprogramm 2025 28 Abbildung 12: Mögliche Organisationsstruktur 29 4 # 1 Vorwort # Vorwort von Herrn Oberbürgermeister Thomas Geisel Klimaschutz betrifft alle Lebensbereiche in unserer Stadt. Energieeffiziente Gebäude sind zukunftsfähig und führen zu deutlich geringeren Nebenkosten. Die klimafreundliche Mobilität der Zukunft geht einher mit besserer Luft, weniger Lärm und geringerem Parkraumbedarf und führt somit zur Steigerung der Lebensqualität in Düsseldorf. Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt im besonderen Maße zu Partizipation und zu umweltbewusstem Han-deln. Genau diese Fähigkeiten sind notwendig, um langfristig einen nachhaltigen Lebensstil gesellschaftlich zu verankern. Ein starkes, innovatives Handwerk wiederum bewahrt und entwickelt durch qualifizierte Ausbildung vor Ort die Fähigkeiten zur Herstellung und Repara-tur langlebiger Güter für diesen nachhaltigen Konsum. Das Handlungsprogramm als Herzstück des Klimaschutzkonzeptes Düsseldorf 2025 spiegelt diese Themenvielfalt wider und gibt uns allen die Möglichkeit, uns für mehr Klimaschutz bei gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität in unserer schönen Stadt zu engagieren. Ich lade Sie herzlich ein mitzumachen! Thomas Geisel Oberbürgermeister 5 # Vorwort von Frau Beigeordneter Helga Stulgies Die Stadt Düsseldorf hat sich das ehrgeizige Ziel g esetzt, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Hierfür muss der jährliche pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid (CO 2 ) in der Stadt von 7,7 Tonnen im Jahr 2014 auf maximal 2 Tonnen gesenk t werden. Die Richtung gibt das nun vorliegende Klimaschutzkonzept Düsseldorf 2025 vor. Die enthaltenen Maßnahmen basieren auf einer breiten Partizipation unter Einbeziehung der maßgeblichen Akteure der Stadtge-sellschaft und werden zur Senkung der stadtweiten Treibhausgasemissionen beitragen. Die Vorhaben gelingen allerdings nur, wenn alle die Stadtverwaltung unterstützen. Helfen Sie mit, Düsseldorf ein Stück klimafreundlicher zu machen! Helga Stulgies Umweltdezernentin 6 # 2 Einleitung Ziel der Landeshauptstadt Düsseldorf ist es, eine Quote von jährlich 2 Tonnen CO 2-Ausstoß pro Kopf bis zum Jahr 2050 zu erreichen und ihren Bürger*innen eine hohe Lebensqualität zu bieten. In Düsseldorf liegen bereits jahrelange Erfahrungen mit Konzepten, Projekten und Umsetzungsprozessen im Bereich des kommunalen Klimaschutzes vor. Die Vielzahl von Projekten und Angeboten, wie das seit 2009 landesweit beispielhafte Förderprogramm „Kli-mafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ oder die kooperativ getragene Ser-viceagentur Altbausanierung (SAGA), haben dazu geführt, dass die Stadt Düsseldorf bereits mehrfach mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurde. Die einzelnen Maßnahmen werden hierbei in enger Zusammenarbeit mit ihren städtischen Tochtergesell-schaften und anderen Institutionen umgesetzt. Abbildung 1: Auszug aus den Klimaschutzaktivitäten der Stadt Düsseldorf Trotz der bisherigen Anstrengungen und Erfolge ist die erzielte CO 2-Minderung immer noch weit von der angestrebten Klimaneutralität entfernt. Die Zielsetzung ist besonders herausfor-dernd, da die Stadt Düsseldorf zugleich weiter wächst. Für die ungenutzten Potentiale bei der bisherigen CO 2-Minderung sind zum einen Hemmnisse und Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene und im EU-Kontext verantwortlich, die auf der kommunalen Ebene nur we-nig beeinflusst werden können. Zum anderen sind Optimierungsmöglichkeiten in der strate-gischen Ausrichtung kommunaler Klimaschutzprozesse vorhanden. Mit der Erstellung des „Klimaschutzkonzeptes Düsseldorf 2025 sollen 7 • die aktuell relevanten strategischen Handlungsfelder zur Erreichung des Ziels „Kli-maneutrales Düsseldorf“ bis 2050 aufgezeigt werden und • Maßnahmenvorschläge mit einer kurz- bis mittelfristigen Realisierung bis 2025 erar-beitet sowie • die unmittelbare Umsetzung einzelner Pilotprojekte initiiert werden. Auf Basis dieser Zielsetzungen zeigt das Klimaschutzkonzept 2025 zwei zeitlich gestaffelte Handlungspfade auf: 1. Konkrete Maßnahmenvorschläge mit einer kurz- bis mittelfristigen Realisierung bis 2020 und 2025, welches als „Handlungsprogramm 2025“ bezeichnet wird und 2. langfristige Handlungsoptionen, die einen groben Pfad bis zum Jahr 2050 aufzeigen. Dieser zweite Handlungspfad wird als „Masterplan 2050“ bezeichnet. Des Weiteren werden im Konzept handlungsorientierte Zielgruppen und Milieus wie z.B. die der „Multimodalen Düsseldorfer“ definiert und im Stadtgebiet verortet. Durch eine entspre-chende Bewerbung sollen diese Zielgruppen zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten moti-viert werden. Ebenso wird - im Sinne der Entwicklung einer Kultur für Klimaschutz - parallel zum Klima-schutzkonzept eine Marketing-Kampagne zum Klimaschutz in Düsseldorf initiiert. Mit Hilfe von Projektwerkstätten zur Festlegung von konkreten Vereinbarungen für die Projektumset-zung soll nun von der Konzeptphase die Konzeptumsetzung eingeleitet werden. 8 # 3 Vorgehen Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes Düsseldorf 2025 basiert auf mehreren Handlungs-schritten. Dieses Konzept umfasst klassische Bestandteile eines Klimaschutzkonzeptes wie die Akteursbeteiligung und die Analyse der gesamtstädtschen Endenergieverbräuche- und CO 2-Emissionen. Darauf aufbauend wurde der Maßnahmenkatalog entwickelt und Konzepte zur Weiterentwicklung der Organisationsstruktur und des Monitorings. Mit dem vorliegenden Konzept konnten auch neue Wege eingeschlagen werden, die es ge-genüber klassischen Konzepten ermöglichen, den Quartiersgedanken konzeptionell zu im-plementieren sowie eine enge Verzahnung zwischen Konzeption und Umsetzung sicher zu stellen. Während in den klassischen Klimaschutzkonzepten Konsum und Lebensstil der Bevölkerung nicht betrachtet werden, so konnte dieses Thema sowohl in Hinblick auf Maßnahmenemp-fehlungen bis zum Jahr 2025 als auch in Hinblick auf den Masterplan 2050 in den Fokus gerückt werden. Die Erstellung des Konzeptes begann im Herbst 2015 und wird mit den Projektwerkstätten zur Beginn der Umsetzungsphase und der auf der Dachmarkenentwicklung aufbauenden Klimaschutzkampagne im Sommer 2017 abgeschlossen. Die Arbeitsschritte sind in der nachfolgenden Grafik dargestellt. Abbildung 2: Arbeitsschritte zur Erstellung des Klimaschutzkonzeptes 9 # 4 Endenergie- und Treibhausgasbilanzierung Ein zentrales Element in kommunalen Klimaschutzprozessen sind Endenergie- und Treib-hausgas-Bilanzen (THG) zur Erfolgskontrolle und Darstellung mittelfristiger Entwicklungen. Die Stadt Düsseldorf erstellt diese seit 1987. Die letztmalige Bilanzierung liegt für das Jahr 2012 vor, eine Aktualisierung für das Bilanzjahr 2014 ist vorgesehen. Die nachfolgenden Abbildungen geben einen Überblick über die Verteilung der Endenergie auf die Energieträger und Sektoren. Abbildung 3: Darstellung der CO 2-Bilanz 2012 der Stadt Düsseldorf (Quelle: Umweltamt Düsseldorf) > 0500 1000 1500 2000 2500 Strom Fernwärme Erdgas Heizöl Kohle, Holz Kraftstoffe CO2-Emissionen 2102 in 1.000 Tonnen/a > Private Haushalte > Städtische Einrichtungen > Handel Dienstleistungen Industrie Gewerbe > Verkehr 10 Abbildung 4: Verteilung der CO 2-Emissionen (Stand 2012) auf die Sektoren (Quelle: Umweltamt Düsseldorf) Im Jahr 2012 lagen die CO 2-Emissionen bei 4,841 Millionen Tonnen CO 2 bzw. lag der Verbrauch bei 8,2 Tonnen pro Einwohner und Jahr. Um im Jahr 2050 das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, d. h. den Verbrauch auf 2 Tonnen pro Einwohner zu reduzieren, muss demnach noch eine Minderung um 75% erfolgen. Gewerbe und Industrie sind mit 47% die größten CO 2-Emittenten in Düsseldorf. Die privaten Haushalte folgen an zweiter Stelle mit 29% und der Verkehr mit 22% an dritter Stelle. Die städtischen Einrichtungen haben mit 2% nur einen geringen Anteil an den CO 2-Emissionen. Zurzeit gibt es in Deutschland unterschiedliche Methoden zur Berechnung von kommunalen THG-Bilanzen. Im Rahmen der Konzepterstellung wurde eine Übersicht über die unterschiedlichen Herangehensweisen und Methodiken zur kommunalen THG-Bilanzierung gegeben und nach den drei Methodiken der Stadt, EcoRegion und BISKO bilanziert. Mit „BISKO“ 1 (Bilanzierungs-Systematik Kommunal) liegt neuerdings eine bundesweit einheitli-che Systematik zur Bilanzierung kommunaler Treibhausgasemissionen vor. Die Ergebnisse der drei Bilanzen wurden gegenübergestellt und verglichen. Im Ergebnis wurde deutlich, dass an der bisherigen Methodik festgehalten werden sollte. Da die Bilanz bereits seit 1987 nach einer eigenen Methode berechnet wurde und die Szenarien auch auf dieser aufbauen, wäre eine derzeitige Umstellung der Bilanzierung mit höherem Aufwand verbunden. Weil die Szenarien auch mit der derzeitigen Methode richtungssicher weiterentwickelt werden können, wird die vorläufige Beibehaltung des Bilanzierungsprinzipes empfohlen. Bei der Erstellung der Endenergiebilanz wird die weitere Ermittlung von Verbräuchen nicht-leitungsgebundener Energieträger angeraten (u.a. Schornsteinfegerdaten), damit hier eine dauerhafte Fortschreibung mit lokal erhobenen Daten gewährleistet ist. Zudem empfiehlt es sich, den Wirtschaftsbereich weiter aufzuteilen, > 1Siehe: www.ifeu.de/index.php?bereich=ene&seite=klischutzplaner > 0500 1000 1500 2000 2500 Private Haushalte Städtische Einrichtungen Handel Dienstleistungen Industrie Gewerbe Verkehr > CO2-Emissionen 2102 in 1.000 Tonnen/a Strom Fernwärme Erdgas Heizöl Kohle, Holz Kraftstoffe 11 um Entwicklungen dort besser einzelnen Sektoren und Branchen zuzuordnen. Hier ist eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken anzustreben, um Großverbraucher von Kleingewerbe trennen zu können und daraus spezifische Entwicklungen ermitteln zu können. Sollte in den nächsten Jahren ein direkter Vergleich mit anderen Kommunen gewünscht sein, müssten die Bilanzen nachträglich an den BISKO-Standard angepasst werden. 12 # 5 Akteursbeteiligung Um ein möglichst breites Bild über aktuelle und geplante Projekte, Erfahrungen und Ein-schätzungen zu erhalten, wurde im Rahmen der Konzepterstellung eine umfassende Ak-teursbeteiligung durchgeführt. Dazu gehörten zunächst als Einstieg drei Workshops zur Erfassung aktueller Stärken, Schwächen, Chancen und Hemmnisse (SWOT) in den Themenfeldern Energie und Klima-schutz in Düsseldorf. Mit einem verwaltungsinternen Worskhop, einem ersten Arbeitsge-spräch mit den Partnern der SAGA sowie einem ersten Workshop mit den Stadtwerken wur-de die Wissensbasis für die weitere Bearbeitung des Konzeptes gelegt. Im weiteren Schritt wurde das Kataster der Akteure und Motivationen erarbeitet, das als Grundlage für die Auswahl zu beteiligender Akteur*innen im Rahmen der Konzepterstellung diente und gleichzeitig in der Umsetzungsphase weiter genutzt und fortgeführt werden soll. Auf dieser Basis wurden Interviewpartner*innen ausgewählt und über 20 telefonische und persönliche Interviews mit Akteur*innen des Klimaschutzes geführt, deren Ergebnisse in die Entwicklung des Handlungsprogramms 2025 und in die Empfehlung zur Weiterentwicklung der Organisationsstruktur eingeflossen sind. Zusätzlich zu den Interviews fanden weitere Workshops mit Mitarbeiter*innen des Konzerns Stadt Düsseldorf als auch sonstigen Expert*innen aus der Stadtgesellschaft statt. Dabei handelte es sich um: • Workshop „Mobilität“ • Workshop „Quartiere“ • Workshop „Lebensstil und Konsum“ • 2. und 3. Arbeitsgespräch mit der Stadtwerke Düsseldorf AG und eine • „Lernwerkstatt zur aktivierenden Stadtentwicklung“ Diese Veranstaltungen trugen ebenso wie die Interviews zur Schärfung von Zielgruppen, Sichtung von Chancen und Hemmnissen sowie zur Gestaltung neuer Projektideen bzw. Fin-den von Ansätzen zur Weiterentwicklung vorhandener Projekte stark bei. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die wichtigsten Elemente der Akteursbetei-ligung. 13 Abbildung 5: Akteursbeteiligung Ebenso wurden Milieus und Zielgruppen analysiert. Als Grundlage für den Diskussionspro-zess in der Stadt Düsseldorf konnten zehn Zielgruppen definiert werden und wenn möglich ihre Aktionsräume in Form einer Kartendarstellung visualisiert. Aktionsräume sind jene Räu-me innerhalb der Stadt Düsseldorf, in denen auf Grundlage einer räumlichen Analyse ein hohes Potenzial besteht, die entsprechende Zielgruppe vorzufinden. Weil diese Analyse eine ausreichende Datenlage mit Raumbezug erfordert, ist sie nicht für alle der identifizierten Zielgruppen möglich. Die nachfolgende Abbildung stellt expemplarisch die stadträumliche Verortung der Zielgruppe „Multimodale Düsseldorfer“ dar. 14 Abbildung 6: Stadträumliche Verortung Zielgruppe „Multimodale Düsseldorfer“ (Jung Stadtkonzepte ) Des Weiteren wurde im Oktober 2016 eine repräsentative Befragung unter 400 ausgewähl-ten Düsseldorfern ab 16 Jahren nach der Methode CAWI (Computer-aided Web Interviews) durchgeführt und insbesondere die Haltung zu bereits bestehenden und zukünftig denkbaren Klimaschutzmaßnahmen abgefragt. Klimaschutz hat für durchschnittlich 72% der Düsseldorfer Bürger*innen eine sehr hohe bzw. hohe Relevanz. Im Durchschnitt zeigt sich eine mittelhohe bis hohe Aufgeschlossenheit in Bezug auf bestehende und potentiell mögliche Klimaschutzmaßnahmen und -angebote so-wie die bestehe

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Ohne KI-Zusammenfassung. Angezeigt werden ausschließlich strukturierte Angaben und extrahierte Inhalte aus dem Ratsinformationssystem.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 19/ 32/2017