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Title: Vorlage 174/ 150/2015
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00253733.pdf
Published Time: Tue, 13 Aug 2019 12:36:38 GMT
Number of Pages: 1
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Vorlage 174/ 150/2015
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SPD-Fraktion
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
der Bezirksvertretung 4
An den
Bezirksbürgermeister
des Stadtbezirks 4
10.11.2015
Anfrage
Altlastensanierung am Mühlenberg
Sachdarstellung:
Im zweiten Halbjahr 2013 wurden im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Düsseldorf umfangreiche Bohrarbeiten auf dem Gelände der eingezäunten Grundstücksfläche
„Am Mühlenberg“ vorgenommen. Ziel der Maßnahme war es, spezifischere
Untersuchungsergebnisse über die Belastung des Bodens, der Bodenluft und des Grundwassers zu erhalten.
Bisher sind diese Ergebnisse einer Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben worden.
Wir bitten die Verwaltung, folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Werte haben die Messungen ergeben?
Wir bitten um eine detaillierte Auflistung sämtlicher Probenergebnisse.
2. Erlauben es die Messergebnisse einen Teilbereich des Geländes ohne Sanierung zu bebauen und gibt es hierzu einen aktuellen Planungsstand?
3. Welche Kosten entständen bei einer eventuellen Sanierung des gesamten Geländes oder eines Teilbereiches?
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Bezirksvertretung 4 25.11.2015 -/-²
Anfrage der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung 4 am 25.11.2015 als Text anzeigen
Title: Antwort zu Top 9 Altlastensanierung Mühlenberg
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00258926.pdf
Published Time: Fri, 05 Jul 2019 17:41:04 GMT
Number of Pages: 4
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174/150/2015
Anfrage der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung 4 am 25.11.2015 hier: Altlastensanierung am Mühlenberg Frage 1:
Welche Werte haben die Messungen ergeben? Wir bitten um eine detaillierte Auflistung sämtlicher Probenergebnisse.
Antwort:
Die Fläche des Bebauungsplangebietes sowie die östlich angrenzende Friedhofsfläche wurden in mehreren Kampagnen untersucht. Aus mehr als 60 Sondierungen und Bohrungen wurden über 300 Proben gewonnen, die auf bis zu sieben Schadstoffgruppen im Feststoff untersucht wurden. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Proben aus dem Bodeneluat, der Bodenluft und dem Grundwasser analysiert. Eine detaillierte Auflistung sämtlicher Probenergebnisse ist allein aufgrund der Zahlenfülle nicht möglich. Eine Akteneinsicht in die Originaldaten ist jedoch nach vorheriger Terminabsprache im Umweltamt möglich. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass oberflächennah in weiten Teilen des Bebauungsplangebietes Am Mühlenberg (Nr. 4978/015) eine ca. 3,0 m mächtige, weitgehend organoleptisch unauffällig sandig-kiesige Deckschicht vorliegt. Zusätzlich dazu liegen für die detailliert betrachteten weiteren Erkundungsbereiche (siehe Anlage 1) folgende Ergebnisse vor:
I – Teerölverunreinigung
Die bereits im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens festgestellte Teeröl-verunreinigung (teilsaniert in 2007) wurde weiter eingegrenzt. Es handelt sich um einen zusammenhängenden Verfüllbereich mit hohem Schadstoffpotenzial aus polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Mineralölkohlenwasser-stoffen (MKW), Phenolen und diversen Schwermetallen bis in eine maximale Tiefe von 12 m. In Teilbereichen besteht die Auffüllung aus mehreren Metern mächtigen teerölverunreinigten Verfüllmaterialien, die bis ins Grundwasser reichen. Auch unterhalb des in 2007 teilsanierten Bereichs liegen noch Bodenbelastungen mit PAK und anderen Schadstoffen vor, von denen nach wie vor Stoffeinträge in das Grundwasser ausgehen.
II – Oberflächennahe PAK-Verunreinigung
Südlich der als I beschriebenen Teerölverunreinigung liegt oberflächennah eine Verunreinigung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) vor. Es handelt sich hier jedoch nicht um Teeröle. Diese Bodenverunreinigung ist weitgehend auf die ungesättigte Bodenzone beschränkt und hat bisher zu keiner Grundwasserverunreinigung geführt.
III. – Untersuchungsbereich Bebauungsplanfläche Nord (BPN)
Dieser Bereich stellt sich nach den durchgeführten Untersuchungen als zusammen-hängender Verfüllbereich mit z. T. hohem Schadstoffpotenzial dar. Die Auffüllung weist in diesem Bereich eine Mächtigkeit von teilweise mehr als 11 m auf. Es wurden zum Teil stark auffällige Verfüllmaterialien aus Bauschutt mit stellenweise erheblichen Anteilen an Form- und Gießereisanden, Aschen sowie Schlacken angetroffen. An Schadstoffen wurden bei den Feststoffuntersuchungen PAK, MKW, Molybdän und diverse Schwermetalle (z. B. Chrom, Nickel) in deutlich erhöhten Gehalten festgestellt. Aufgrund der Inhomogenität der Verfüllmaterialien sind auch die Schadstoffgehalte sehr inhomogen über den Verfüllbereich verteilt, so dass eine kleinräumige Abgrenzung unterschiedlicher Belastungsbereiche nicht möglich ist.
Grundwasserverunreinigung
Von den Verfüllmaterialien geht eine Grundwasserverunreinigung mit PAK, Phenolen und Molybdän aus, die sich mit der vorherrschenden Grundwasserfließrichtung bis über den angrenzenden Friedhof hinaus ausgebreitet hat. In Anlage 2 sind beispielhaft die Untersuchungsergebnisse im Grundwasser (Zeitraum 2006 – 2014) für die Schadstoffgruppe der PAK – dargestellt als Mittelwert der Untersuchungsergebnisse im Beobachtungszeitraum – in Bezug zur Bewertungsgrenze (Geringfügigkeitsschwellenwert – GFS) dargestellt. Aus der Darstellung ist zu erkennen, dass die PAK-Gehalte im Grundwasserabstrom der Friedhofsfläche zum Teil deutlich höher sind als die PAK-Gehalte in den Messstellen entlang des Mühlenweges. Daher ist nicht auszuschließen, dass auch im Bereich der Friedhofsfläche Schadstoffeinträge in das Grundwasser erfolgen. Aufgrund der Höhe der Schadstoffgehalte, der räumlichen Ausdehnung der Grundwasserverunreinigung und der geringen Mobilität der Schadstoffe wird ordnungsbehördlich bei gesamtstädtischer Betrachtung zunächst eine weitere Überwachung der Grundwasserverunreinigung vorgesehen.
Frage 2:
Erlauben es die Messergebnisse einen Teilbereich des Geländes ohne Sanierung zu bebauen und gibt es hierzu einen aktuellen Planungsstand?
Antwort:
Außerhalb der in der Antwort zu Frage 1 dargestellten grundwasserrelevanten Verunreinigungsbereiche könnten Teilbereiche des Geländes ohne umfassende Sanierungsmaßnahmen bebaut werden. Einen abgestimmten aktuellen Planungsstand gibt es noch nicht. Mögliche Änderungen der bisher geplanten Bebauung werden derzeit stadtintern erarbeitet und abgestimmt.
Frage 3:
Welche Kosten entständen bei einer eventuellen Sanierung des gesamten Geländes oder eine Teilbereiches?
Antwort:
Kostenschätzungen zur Sanierung des Gesamtgeländes liegen nicht vor. Für die Sanierung der bereits teilsanierten Teerölverunreinigung im zentralen Bebauungsplangebiet alleine wurden 2011 weitere Sanierungskosten in Höhe von ca. 5 Mio. EUR abgeschätzt.