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RAT/509/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 15.09.2026
An Herrn
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Betrifft:
Anfrage der Ratsfrau Mirus: Hitzesommer 2026 und die Folgen (2)
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Stadtrates am 24. September 2026 stelle ich die folgende Anfrage, mit
der Bitte, diese von der Verwaltung beantworten zu lassen.
Begründung (siehe auch Anfrage RAT/493/2026):
Die Hitzewellen des Sommers 2026 haben gezeigt, dass extreme Hitze nicht nur
individuelle Gesundheitsgefahren birgt, sondern auch die gesundheitliche und
soziale Infrastruktur Düsseldorfs belastet. Besonders gefährdet sind ältere,
erkrankte, behinderte und pflegebedürftige Menschen. Zugleich geraten die
Einrichtungen und Beschäftigten, die sie versorgen, selbst unter zusätzlichen
Druck.
Der Düsseldorfer Hitzeaktionsplan benennt diese Risiken und verweist auf
einrichtungsbezogene Hitzeschutzpläne. Konkrete kommunale Maßnahmen
beschränken sich, soweit mir bekannt, jedoch weitgehend auf Information,
Sensibilisierung und die Aufforderung an die Einrichtungen zur Vorsorge. Offen
bleibt, ob dies angesichts zunehmender und länger andauernder
Hitzebelastungen ausreicht. Zusätzliche Personal- und Einsatzreserven, Notfall-
und Ausweichkapazitäten, Kühlmöglichkeiten, die Koordination von
Krankenhauskapazitäten oder abgestimmte Eskalationsstufen werden nicht
konkret beschrieben.
Zudem ist eine belastbare Bilanz der Hitzefolgen für Düsseldorf erforderlich.
Dazu gehören Einsatzzahlen, gesundheitliche Beschwerden, Todesfälle in
Zusammenhang mit der Hitze und mögliche Übersterblichkeit. Auch die
Belastung von Rettungsdiensten, Notaufnahmen, Krankenhäusern,
Pflegeeinrichtungen und Bestattungswesen sollte erfasst werden um ein
umfassendes Bild zu bekommen.
Eine solche Bilanz macht auch die Belastung der Beschäftigten sichtbar, die
während extremer Hitze für die Gesundheit und das Leben anderer arbeiten. Die
Erfahrungen des Sommers 2026 sollten daher transparent ausgewertet werden,
ohne Ängste zu schüren oder Verantwortungszuständigkeiten zu verschieben.
Ziel sollte dabei sein, Schutzstrukturen realistisch zu bewerten und
gegebenenfalls erkannte Lücken zu schließen.
Deshalb bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:
1.Ist für die Verwaltung eine erhöhte Mortalität während der Hitzewellen
2026 in Düsseldorf statistisch belegt festzustellen?
2.Wie wurde die Zusammenarbeit und die Kapazitätssteuerung zwischen
den oben genannten Einrichtungen organisiert und wo bestanden
besondere Herausforderungen?
3.Welche Änderungen sowie ggf. zusätzlichen Leistungen müssen aufgrund
der Erfahrungen des Sommers 2026 in der kommunalen Krisen- und
Einsatzplanung und bei den Maßnahmen des Hitzeaktionsplans
vorgenommen werden, insbesondere hinsichtlich der medizinischen
Versorgung, der Pflege, zusätzlicher Einsatz- und
Versorgungskapazitäten, des Bestattungswesens sowie der
systematischen Erfassung und öffentlichen Kommunikation der
hitzebedingten Belastung und Mortalität, sofern letztere festgestellt
wurde?
Mit freundlichen Grüßen
Dominique Mirusf.d.R. Christopher Schrage
Ratsfrau
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