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Title: 00449903.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00449903.pdf
Published Time: Mon, 30 May 2022 11:12:58 GMT
Number of Pages: 2
Markdown Content:
AÖE/028/2022
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 17.05.2022
An den Vorsitzenden
des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement
und Bevölkerungsschutz
Herrn Christian Rütz
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des AÖE am
30.05.2022
Betrifft:
Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE zum Thema "Wanderratten in der
städtischen Kanalisation"
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
zur Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie,
Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz am 30. Mai 2022 stellt DIE LINKE
Ratsfraktion Düsseldorf folgende Anfrage:
Die in Kanalisationen lebenden Wanderratten können laut Informationen des
Bundesumweltamtes Überträger einer Vielzahl von Krankheiten sein. Auf dem
Weg durch die Kanalisationen, über Müllhalden, die Müllbehälter in den
Wohngebieten, aber auch durch Kompostanlagen und andere Orte mit
organischem verrottenden Material werden, dort vorhandene Krankheitserreger
aufgenommen und im Fell mitgeschleppt. Als Beispiele hierfür werden
Salmonellen, Leptospiren (Auslöser der Weilschen Krankheit) und Toxoplasmen
(Auslöser der Toxoplasmose) genannt.
In vielen Städten ist eine Zunahme der Rattenpopulation zu beobachten. Es wird
geschätzt, dass das Verhältnis Ratte zu Mensch in Großstädten mindestens 2:1
beträgt. Die Stadt Bonn kam nach einer Beratung von Experten 2018 zu der
Einschätzung, dass bis zu fünf Ratten pro EinwohnerIn in Bonn leben würden.
Das entspräche einer Gesamtpopulation von ca. 1,5 Millionen Tiere. Auf
Düsseldorf übertragen wären das bei 640.000 EinwohnerInnen etwa 3,2
Millionen Ratten. Bei genügend vorhandener Nahrung können sich Ratten rasant
vermehren. Es dauert rund drei Wochen, bis 6- 8 köpfiger Nachwuchs kommt.
Nach drei bis fünf Monaten sind diese geschlechtsreif.
In der Vergangenheit wurden in Düsseldorf immer wieder Wanderraten
gesichtet. In der Antwort des Amtes für Verkehrsmanagement auf eine Bitte der
BV10 etwas gegen die Ratten in Garath zu unternehmen, hieß es jedoch, es
gebe es im Stadtteil „keine Ratten beziehungsweise Rattennester oder Spuren“.
Deshalb sind keine weiteren Maßnahmen geplant. Seite 2
Die Beobachtungen von Bürger:Innen in Garath, wie aber auch im gesamten
Stadtgebiet, stellen sich anders dar. Mittlerweile stehen an vielen Stellen in der
Stadt Rattenfallen.
Presseberichte in den letzten Jahren aus Garath, Benrath, Lohausen zeugen
davon, dass das Problem wächst. Während der immer häufigeren Dürresommer
mit zeitweiser Extremhitze kommen die Ratten vermehrt aus der Kanalisation
zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche. Auch die zunehmend warmen Winter
begünstigen das Rattenwachstum. Das größte Problem ist jedoch die
"Entsorgung” von Lebensmittelresten, insbesondere in die Kanalisation. Jedes
Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 18 Millionen Tonnen unverdorbener
Lebensmittel weggeworfen.
Die Stadt muss sich um Rattenplagen an öffentlichen Orten wie Spielplätzen,
Friedhöfen und in der Kanalisation kümmern. Düsseldorf hatte 2018 versucht,
die Tiere mit Blutgerinnungshemmer direkt in der Kanalisation zu bekämpfen.
Das Problem dabei ist jedoch, dass die Köder nicht mit Wasser in Berührung
kommen dürfen, damit die Giftstoffe nicht in die Klärwerke gelangen. Das
Bundesumweltamt empfiehlt auch die Sicherung von Rohren durch spezielle
Rückstauklappen oder Gitter.
Die Bekämpfung von Ratten auf privatem Gelände obliegt dem Haus - bzw.
Grundstückseigentümer. Informationen auf den städtischen Seiten zur
Schädlingsbekämpfung für Privatleute sind sehr dürftig, trotzdem eine
Rattenplage in der Regel nicht auf das Privatgelände beschränkt ist und die
Ratten meist aus den städtischen Kanälen hervorkommen.
DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
1. Welche Maßnahmen traf die Stadtverwaltung in den letzten fünf
Jahren gegen die Ausbreitung von Wanderratten im Stadtgebiet;
vor allem über die städtische Kanalisation?
2. Wie viele Sichtungen von Wanderratten beziehungsweise von
Ratten -Nestern und anderen Spuren wurden in den letzten fünf
Jahren berichtet? (Bitte aufgeschlüsselt nach Stadtteilen.)
3. Welche Maßnahmen trifft die Stadt, um Schutzmaßnahmen gegen
den Übergang von Wanderraten aus dem Kanalsystem in private
Gebäude zu unterstützen?
Mit freundlichen Grüßen
Sigrid Lehmann Julia Rupp Olaf Nordsieck
f.d.R. Christian Jäger