öffentliches Kanalnetz
mehr als 99 % Anschlussdichte
Düsseldorf Radar · Themenportal
Brücken, Tunnel, Wasser, Entwässerung und öffentliche technische Infrastruktur.
Inhaltlich geprüft:
Datenlage
Kanalisation, Trinkwasser, Gewässer und Brücken funktionieren als zusammenhängende Systeme. Die Daten erklären ihre Größenordnung und verhindern, dass einzelne Projekte mit dem gesamten Erneuerungsbedarf verwechselt werden.
mehr als 99 % Anschlussdichte
Jahresmenge; nicht mit Trinkwasserabgabe gleichsetzen
durchschnittlicher Verbrauch
Ein großer Teil der technischen Stadt ist unsichtbar. Unter Straßen und Grundstücken liegen 1.576 Kilometer öffentliche Kanäle, rund 90.000 Hausanschlüsse und fast 48.000 Straßenabläufe. Pumpwerke, Regenbecken und zwei Klärwerke halten ein System in Betrieb, das mehr als 99 Prozent der Grundstücke erreicht.
Diese Größenordnung ist wichtig, weil öffentliche Debatten häufig nur einzelne Baustellen sehen. Eine Kanalsanierung oder ein neues Regenbecken ist jedoch Teil eines jahrzehntelang gewachsenen Netzes. Alter, Kapazität, Starkregenrisiko und die gleichzeitige Erneuerung von Straße und Leitungen bestimmen, wann ein Abschnitt sinnvoll saniert werden kann.
61,1 Prozent des öffentlichen Kanalnetzes arbeiten als Mischsystem: Schmutz- und Regenwasser werden in einer gemeinsamen Leitung abgeführt. 38,9 Prozent sind Trennsysteme mit getrennten Wegen. Beide Systeme benötigen Pumpwerke, Speicher und kontrollierte Ableitung, reagieren aber unterschiedlich auf starke Niederschläge.
Bei Starkregen kann die Kanalisation nicht jede theoretisch mögliche Wassermenge aufnehmen. Ziel ist nicht ein unendlich großes Rohrnetz, sondern ein Zusammenspiel aus Kanal, Rückhalt, oberflächlichen Fließwegen, Entsiegelung und Schutz einzelner Gebäude. Deshalb gehört Starkregenvorsorge sowohl zur technischen Infrastruktur als auch zu Klima- und Stadtplanung.
Der Stadtentwässerungsbetrieb nennt rund 75 Millionen Kubikmeter gereinigtes Abwasser. Im Geschäftsbericht 2024 erscheinen zugleich 36,48 Millionen Kubikmeter gebührenpflichtige Schmutzwassermenge. Das ist kein Widerspruch: Die größere Reinigungsmenge umfasst auch weitere Wasseranteile, insbesondere Niederschlags- und Fremdwasser. Beide Werte messen unterschiedliche Teile des Systems.
Die durchschnittliche Trinkwasserabgabe liegt bei rund 140.000 Kubikmetern pro Tag. An heißen Tagen kann sie bis auf 250.000 Kubikmeter steigen. Der mittlere Verbrauch wird mit rund 120 Litern je Einwohner und Tag angegeben.
Zwischen 60 und 80 Prozent des Düsseldorfer Trinkwassers stammen – je nach Wasserwerk – aus Uferfiltrat. Rheinwasser sickert durch Boden- und Kiesschichten und wird anschließend weiter aufbereitet. Versorgungssicherheit hängt daher nicht nur von Leitungen und Wasserwerken ab, sondern auch von Gewässerqualität, Grundwasser und verfügbaren Förderkapazitäten.
Die Spitzentageszahl sollte nicht auf ein ganzes Jahr hochgerechnet werden. Sie beschreibt die Kapazität in einer besonderen Belastungssituation. Für langfristige Planung sind durchschnittlicher Verbrauch, Spitzenbedarf und Zustand des Leitungsnetzes getrennte Kennzahlen.
Der offene Datensatz beschreibt sieben Rheinbrücken mit Baujahr, Konstruktion, Länge, Spannweite und Stahlgewicht. Die Baujahre reichen von 1957 bis 2002. Aus dem Alter allein lässt sich aber nicht ableiten, welche Brücke in welchem Zustand ist. Nutzung, Konstruktion, Schäden, Prüfungen und frühere Sanierungen sind mindestens ebenso wichtig.
Die Theodor-Heuss-Brücke zeigt, wie komplex Infrastrukturentscheidungen sind. Das Bauwerk von 1957 ist seit Februar 2026 für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen beschränkt. Eine Zwischenstabilisierung soll die Nutzung bis zum späteren Ersatz sichern und wird mit rund 37 Millionen Euro veranschlagt. Parallel läuft die Planung für einen Neubau.
Die Sicherungskosten sind kein Budget für die neue Brücke. Ebenso wenig lässt sich die Investitionssumme des Stadtentwässerungsbetriebs mit einem einzelnen Brückenprojekt zu einem „Infrastrukturetat“ addieren. Träger, Zeitraum, Aufgabe und Finanzierungsweg unterscheiden sich.
Der Stadtentwässerungsbetrieb betreut 57,2 Kilometer Gewässer, davon 10,6 Kilometer in Verrohrungen. Die Hochwasserschutzlinie umfasst 23,2 Kilometer rechtsrheinisch und 12,1 Kilometer linksrheinisch; hinzu kommen 19,9 Kilometer Hochufer.
Hochwasserschutz am Rhein und Schutz vor lokalem Starkregen sind unterschiedliche Aufgaben. Rheinpegel entwickeln sich über ein großes Einzugsgebiet und längere Vorwarnzeiten; Starkregen kann einzelne Straßenzüge sehr kurzfristig treffen. Beide Risiken verlangen eigene Karten, Bauwerke und Verhaltensvorsorge.
Für jedes größere Projekt sollten fünf Angaben zusammengeführt werden:
Die aktuellen Vorlagen und Sitzungen auf dieser Seite liefern dafür die politischen Stationen. Das Dossier stellt die Systemzahlen daneben, damit ein einzelner Beschluss weder größer noch kleiner erscheint, als er im Gesamtnetz tatsächlich ist.
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Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.