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Title: 00357797.pdf
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Published Time: Thu, 07 Nov 2019 14:14:33 GMT
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AUS/021/2019
> Xöffentlich nicht öffentlich
> Düsseldorf, 30.09.2019
An den Vorsitzenden des
Ausschusses für Umweltschutz
Ratsherrn Philipp Tacer
> Betrifft:
> Anfrage der Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER: Himmelgeister Rheindeich -Schutz der Bienen
Bezugnehmend auf die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der
Fraktion Tierschutz FREIE WÄHLER mit der Vorlagen Nr. 01/119/2019
Sehr geehrter Herr Tacer,
im Namen der Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER bitte ich Sie,
nachfolgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung des
Umweltausschusses am 10. Oktober 2019 zu setzen und von der Verwaltung
beantworten zu lassen:
Sachdarstellung:
Die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER stellte mit der Vorlagen Nr.
01/119/2019 für die Sitzung des Rates am 23.05.2019 eine Anfrage zum
Thema Schutz der Wildbienen im Zusammenhang mit der
Sanierung/Rückverlegung des Deiches am Himmelgeister Rheinbogen.
Die Verwaltung gibt in Ihrer Antwort an, dass eine grundsätzliche
befürwortete Deichrückverlegung aus Kostengründen nicht weiterverfolgt
werden sollte. Unabhängig davon, dass wir für diese Schlussfolgerung keinen
politischen Beschluss kennen, tauchen die Begriffe „Artenschutz“,
„Wildbienensterben“ sowie der Umstand, dass 2018 gutachterlich festgestellt
wurde, dass im Bereich des Rheinbogens ca. 80 Wildbienenarten
nachgewiesen wurden, von denen ca. ein Dutzend Arten vom Aussterben
bedroht sind, erst gar nicht in der Antwort der Verwaltung auf und werden
somit auch nicht weiter angesprochen.
Ich halte es nicht für nötig, an dieser Stelle wiederholt auf die Wichtigkeit der
Wildbienen für das Ökosystem und damit auch für den Klimaschutz
hinzuweisen. Seite 2
Die Verwaltung führt in ihrer Antwort weiter aus, dass für den Fall, dass
weitere schützenswerte Arten im Deich angetroffen werden, noch während
der Bauphase im Rahmen der ökologischen Baubegleitung geeignete
Maßnahmen umgesetzt werden könnten.
Die Verwaltung erwähnt dabei nicht, wie viele vor dem Aussterben bedrohte
Wildbienenarten es denn erst sein müssen, bevor sie es für nötig hält
entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Ich stelle es der Verwaltung frei auf diesen Hinweis zu reagieren.
Das mit der Erstellung der Genehmigungsplanung beauftragte Ingenieurbüro
wurde gebeten, eine Stellungnahme zum eingereichten Wildbienengutachten
zu erstellen, welches sich besonders mit der Frage auseinanderzusetzen hat,
ob alle Eingriffe in Natur und Landschaft ausreichend in die Planung mit
aufgenommen wurden.
An der Stelle weise ich darauf hin, dass im Mai 2019
noch nicht bekannt war, dass der Rat der Stadt am 4. Juli 2019 den
Klimanotstand feststellten würde.
Von daher frage ich an:
Anfrage:
1. Der festgestellte Klimanotstand wird zukünftlich nach allgemeiner
Auffassung Auswirkungen auch auf viele Bauprojekte in Düsseldorf haben.
Hat von daher der im Juli ausgerufene Klimanotstand irgendeinen Einfluss auf
die o.a. Stellungnahme bzw. der weiteren Planung, wenn ja welchen?
2. Die Verwaltung führt in ihrer Antwort auf unsere Ratsanfrage aus, dass sie
sich Maßnahmen im Rahmen der Deichsanierung vorstellen kann, die dazu
führen, dass der Erhalt der Wildbienen gewährleistet ist. Uns hingegen liegt
bisher kein Gutachten vor, wo eine Sanierung des Deiches mit dem Schutz
der Wildbienen im Einklang zu bringen ist.
Von welchen Maßnahmen spricht hier die Verwaltung und wie stellt sie sich
den Erhalt der Wildbienenarten bei einer Sanierung konkret vor?
3. Mit dem ausgerufenen Klimanotstand hat der Rat der Stadt am 4.7.2019
ein drastisches Ereignis festgestellt.
Da eine Rückverlegung des Deiches aus Sicht der Verwaltung, wie eben
angesprochen, wegen der hohen Forderungen der privaten
Grundstücksbesitzer als zu teuer erscheint, frage ich hiermit, ob es aus Sicht
der Verwaltung denkbar wäre, dass durch den ausgerufenen Klimanotstand, Seite 3
in Kombination mit der Feststellung, dass ohne einen Deichrückbau die
Wildbienenarten nicht zu retten sind, die Voraussetzungen für eine Prüfung
auf Enteignung der Grundstücksbesitzer gegeben sind?
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Krüger
Fraktionsvorsitzende Tierschutz FREIE WÄHLER