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Title: Berichtsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00588717.pdf
Published Time: 2026-06-09T12:14:00.000Z
Number of Pages: 3
Markdown Content:
RAT/296/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Bericht
Betrifft:
Bericht aus der Kleinen Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf
Fachbereich:
05/0 - Dezernat für Mobilität und Umwelt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Jochen Kral
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Rat 18.06.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Bericht aus der Kleinen Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf vom
21.04.2026
Die Kleine Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf traf am 21.04.2026 von 17:00
bis 18:30 Uhr im Rheinturmsaal des Rathauses zu ihrer ersten Sitzung der
Ratsperiode zusammen.
Begrüßung und Organisatorisches
Die erste Sitzung der Kleinen Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf wurde durch
einleitende Worte des Beigeordneten Herrn Kral eröffnet, der die Wichtigkeit des
Ziels der Klimaneutralität als Querschnitts- und Zukunftsthema betonte. Auf eine
kurze Vorstellungsrunde der Mitglieder aus Politik und Verwaltung folgte die Wahl
des Kommissionsvorsitzenden. Herr Thämer (CDU) wurde ohne Gegenkandidaten
einstimmig als Vorsitzender der Kleinen Kommission Klimaneutralität in Düsseldorf
gewählt.
Klimaschutzmittel 2026 – aktueller Sachstand
Die Verwaltung gab einen kurzen Überblick über die in 2026 gemäß Haushaltsplan
zur Verfügung stehenden Finanzmittel in Höhe von 22 Millionen Euro (investiv) und
1,24 Mio. Euro (konsumtiv, aufgeteilt auf 3 Konten). Letztere werden gemäß
Ratsbeschluss vom 19. März 2026 noch durch Ermächtigungsübertragungen aus dem
Haushaltsjahr 2025 ergänzt. Seite 2
Sachstand Kommunale Wärmeplanung
Der Sachstand der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) wurde durch die Verwaltung
vorgestellt und erläutert. Der KWP soll am 18. Juni 2026 zum Beschluss in den Rat
der Stadt eingebracht werden, sodass die gesetzliche Frist (Ende Juni 2026) zur
Erstellung eingehalten wird. Der Kommunale Wärmeplan ist ein strategisches
Planungsinstrument zur klimaneutralen und ökonomischen
Wärmeversorgungsplanung. Die Umsetzung soll das städtische Ziel der
Klimaneutralität bis 2035 (2 Tonnen CO 2 pro Kopf und pro Jahr) unterstützen und
das gesetzliche Ziel der Klimaneutralität bis 2045 (Netto-Null) erreichen. Es
entstehen aus dem Plan keine unmittelbaren Verpflichtungen. Während der
Erstellung wurde die Öffentlichkeit sowie zentrale Stakeholder wie Handwerk,
Wohnungswirtschaft, Energieversorger, Industrie- und Handelskammer und viele
weitere regelmäßig beteiligt.
Die gemeinsam mit den Dienstleistern PricewaterhouseCoopers GmbH und
Stadtwerke Düsseldorf AG (als Unterauftragnehmer) erarbeitete Bestands- und
Potenzialanalyse zeigen, dass in Düsseldorf ausreichend Potenziale für eine
gesicherte, bezahlbare und klimaneutrale Wärmeversorgung der Zukunft vorhanden
sind. Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde das gesamte Stadtgebiet in 93 Zonen
unterteilt, für die zur Erstellung eines Zielszenarios einzeln geprüft wurde, welche Art
der Wärmeversorgung zukünftig am besten geeignet sein wird: Während in
Gebieten, in denen heute schon ein Fernwärmenetz vorhanden ist sowie in
umliegenden Arealen, eine zentrale Wärmeversorgung am ökonomischsten erscheint,
werden in den übrigen Gebieten der Stadt überwiegend dezentrale Lösungen wie
Wärmepumpen als am besten geeignete Lösungen angesehen. Aus der Einteilung
des Stadtgebietes ergeben sich jedoch keine Verpflichtungen, sich an eine bestimmte
Art der Wärmeversorgung anzuschließen.
Parallel zur Kommunalen Wärmeplanung erarbeiten die Stadtwerke einen
Transformationsplan, in dem dargelegt wird, wie die Fernwärme durch eine
Kombination verschiedener klimafreundlicher Wärmequellen wie Großwärmepumpen
in Gewässern, tiefer Geothermie oder industrieller Abwärme dekarbonisiert werden
kann. Zur Erreichung des Zielszenarios wurden sieben Fokusmaßnahmen
identifiziert, zu denen der Aufbau von geeigneten Umsetzungsstrukturen, die
Stärkung des Handwerks, zielgruppengerechte Öffentlichkeitsarbeit,
Baustellenoptimierung oder die Durchführung weiterer Detail- und
Machbarkeitsstudien gehören.
Ebenfalls erörtert wurden eventuelle Auswirkungen der veröffentlichten Eckpunkte
für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz. Da die städtischen und gesetzlichen
Ziele der Kommunalen Wärmeplanung davon unberührt bleiben, ergeben sich
zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen. Gleichwohl werden die sich ändernden
(rechtlichen) Rahmenbedingung zukünftig im Rahmen der Umsetzung und
Fortschreibung kontinuierlich berücksichtigt.
CO 2-Uhr
Die CO 2-Uhr soll als Teil einer übergeordneten Kommunikationsstrategie gemeinsam
mit dem Controlling-Tool in einer folgenden Sitzung vorgestellt werden. Seite 3
second bau - Kompetenzzentrum für zirkuläre(s) Handwerk und
Bauwirtschaft
Die Verwaltung stellte das geförderte Forschungsprojekt „second bau -
Kompetenzzentrum für zirkuläre(s) Handwerk und Bauwirtschaft“ vor, welches
gemeinsam mit der Hochschule Düsseldorf und weiteren Projektpartnern über einen
Zeitraum von drei Jahren durchgeführt wird. Ziel ist es, in der Bauwirtschaft weg von
einer Abrisskultur zu einer Zirkularität der Baustoffe zu gelangen, indem Bauteile
weiter genutzt oder nach Aufbereitung in ähnlicher Nutzungsart neu verwendet
werden können. So soll nicht nur ein Bauteillager mit wiederverwertbaren Materialien
entstehen, sondern auch ein kommunales Netzwerk geschaffen werden, um
Stoffkreisläufe zu schließen und langfristige Strukturen für zirkuläre Bauweise zu
etablieren. Darüber hinaus soll ein Zugang zum Thema in der Stadtgesellschaft
geschaffen werden, etwa durch die Nutzung von Pop-Up Quartiersbüros und weitere
Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel bei Fachmessen der Branche. Aktuell werden
mehrere Abrissprojekte, darunter das Vereinsheim in Hubbelrath und eine
Kindertagesstätte in Golzheim, auf Eignung geprüft.
Das Projekt wird durch die Hochschule Düsseldorf wissenschaftlich begleitet und
evaluiert, für die Projektlaufzeit wurde im Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz
eine befristete Stelle geschaffen.