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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585140.pdf
Published Time: 2026-05-07T11:14:00.000Z
Number of Pages: 5
Markdown Content:
KUA/044/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Evaluation der Kulturentwicklungsplanung (KEP) der Landeshauptstadt Düsseldorf -
Zwischenbericht
Fachbereich:
41 - Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Kulturausschuss 21.05.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt den Zwischenbericht zur
Evaluation ausgewählter Maßnahmen der Kulturentwicklungsplanung zur Kenntnis.
Beschlusslage:
Gremium Datum Vorlagen-
nummer
Titel Beschlussart
Rat 04.12.2014 01/252/2014 Änderungsantrag der
Ratsfraktionen SPD,
BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN und FDP zum
Haushaltsplanentwurf
2015
Änderungsantrag
Rat 10.10.2017 41/55/2017 Kulturentwicklungsplanung
für die Landeshauptstadt
Düsseldorf
(Abschlussbericht)
Beschlussvorlage
Rat 10.10.2017 01/192/2017 Änderungsantrag der
Ratsfraktionen SPD,
BÜ90/GRÜ und FDP:
Kulturentwicklungsplanung
für die Landeshauptstadt
Düsseldorf
(Abschlussbericht)
Änderungsantrag Seite 2
1. Kurzdarstellung:
Die Verwaltung legt dem Kulturausschuss einen Zwischenbericht zur Evaluation
ausgewählter Maßnahmen der Kulturentwicklungsplanung (KEP) vor.
Ziel der Evaluation ist es, den bisherigen Umsetzungsstand sowie die erzielten Wirkungen
zentraler Maßnahmen systematisch zu analysieren.
Im Fokus steht eine vertiefte Untersuchung ausgewählter Maßnahmen („Tiefenbohrung“), die
durch ein externes Evaluationsteam begleitet wird. Erste Ergebnisse zeigen insbesondere
die gewachsene Bedeutung von Vernetzung, kultureller Teilhabe und strategischer
Steuerung.
Der Zwischenbericht liefert damit eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung der
KEP hin zu einer wirkungs- und gemeinwohlorientierten Kulturstrategie.
2. Ausgangslage:
Die Verwaltung hat in der Sitzung des Kulturausschusses am 29. Januar 2026 darüber
informiert, dass eine Evaluation der KEP der Landeshauptstadt Düsseldorf durchgeführt
wird.
Hintergrund der KEP:
Der Rat der Stadt beauftragte die Verwaltung in 2014 mit der Erarbeitung einer KEP für die
Landeshauptstadt Düsseldorf (01/252/2014).
Zentrales Ziel war es, Düsseldorf als Kunst- und Kulturstadt zu stärken. Die Verwaltung
setzte diesen Ratsbeschluss mit externer Unterstützung (Institut für Kulturpolitik der
Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. / Dr. Patrick S. Föhl) um. In einem breit angelegten
partizipativen Prozess wurden kulturelle Zukunftsperspektiven für eine sich ändernde
Stadtgesellschaft entwickelt.
In dem vom Rat in 2017 beschlossenen (41/55/2017 bzw. 01/192/2017) KEP-
Abschlussbericht (siehe Anlage 2), sind das kulturpolitische Leitbild, die kulturpolitischen
Leitlinien sowie 41 Maßnahmen zur Zielerreichung festgehalten. Die Maßnahmen zahlen
jeweils auf Unterziele ein und sind in folgende drei Handlungsfelder aufgeteilt:
Handlungsfeld 1: Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung – Grundlagen für
eine nachhaltige Kulturpolitik schaffen
Handlungsfeld 2: Kulturelle Infrastruktur und Konzepte – Kulturarbeit in Düsseldorf
dauerhaft stärken und modellhafte Ansätze entwickeln
Handlungsfeld 3: Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation – Transkulturelle
Öffnung, Vermittlung und Sichtbarkeit durch Vernetzung und Ermächtigung
ermöglichen.
Hintergrund der Evaluation:
Rund zehn Jahre nach Beginn des Planungsprozesses zur Erstellung einer KEP für die
Landeshauptstadt Düsseldorf führt die Verwaltung seit dem 01. Dezember 2025 eine
Evaluation der KEP durch. Ziel ist, die bisherige Umsetzung der Maßnahmen und die damit
verbundenen Aktivitäten auf ihre Wirkung hin zu überprüfen.
Die Evaluation gliedert sich in zwei Teile:
Eine grundlegende quantitative Erfassung des Umsetzungsstands aller Maßnahmen der
KEP erfolgt durch die Verwaltung.
Darüber hinaus erfolgt eine Evaluation ausgewählter Maßnahmen („Tiefenbohrung“), die
hinsichtlich ihres Umsetzungserfolgs und ihrer Wirkung genauer untersucht werden. Die
Evaluation dieser ausgewählten Maßnahmen erfolgt mithilfe der Unterstützung eines
externen Evaluationsteams bestehend aus den Fachexpertinnen: Seite 3
Inez Boogaarts, freiberufliche Beraterin, Wissenschaftlerin und Managerin im Bereich
Kunst und Kultur
Sandra Czerwonka, freiberufliche Evaluatorin, Beraterin, Wissenschaftlerin und
Projektmanagerin im Bereich Kunst und Kultur
Anke von Heyl, Kulturberaterin.
Für diese „Tiefenbohrung“ wurden folgende Maßnahmen ausgewählt:
Nr. Maßnahme Handlungs-
feld
Teilziel
2 Gründung eines »Rat der Künste« 1 Durch Dialogformate Kulturpolitik und
Interessen der Kulturakteure sowie
der Bürgerinnen und Bürger stärken
13 Modellprojekt »Kulturquartier am
Bahnhof« als dauerhaften,
alternativen Kulturknoten etablieren
und damit Düsseldorf ein
zusätzliches kulturelles Gesicht
geben
2 Kulturelle Orte und Veranstaltungen
der Stadt synergetisch nutzen
18 Die Museums-, Ausstellungs- und
– wo möglich/sinnvoll – auch
Galerielandschaft Düsseldorfs
gemeinsam sichtbar machen,
stärker koordinieren und vernetzen
2 Kulturelle Orte und Veranstaltungen
der Stadt synergetisch nutzen
25 Dauerhafte Arbeitsgruppe/
Netzwerk zur inter- beziehungs-
weise transkulturellen Öffnung
kultureller Einrichtungen und
Projekte beziehungsweise zum
Thema Teilhabe insgesamt
etablieren
3 Teilhabebarrieren gezielt abbauen
36 Entwicklung einer digitalen
Strategie für die gebündelte
Kommunikation über Kunst und
Kultur in Düsseldorf
3 Kommunikation über Kulturangebote
für Bürgerinnen und Bürger sowie für
Touristinnen und Touristen
verbessern und zeitgemäßer
gestalten
Durch die Auswahl der Maßnahmen soll eine Abdeckung folgender Themenfelder
sichergestellt werden, die stellvertretend für die zentralen Ziele der KEP stehen und für die
strategische Weiterentwicklung der KEP hin zu einer wirkungs- und gemeinwohlorientierten
Kulturstrategie von hoher Relevanz sind:
Dialog und Vernetzung von Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturakteur*innen /
Rat der Künste (Maßnahme 2)
Kulturelle Stadtentwicklung (Maßnahme 13)
Sichtbarkeit und Kommunikation (Maßnahmen 18 und 36)
Kulturelle Teilhabe und Diversität (Maßnahme 25).
Die Evaluation durch das externe Team umfasst folgende Bausteine:
Desk Research/Dokumentenanalyse (KEP-Protokolle, Beschlüsse des
Kulturausschusses & des Rats der Landeshauptstadt Düsseldorf, Konzepte,
Presseartikel, sowie weitere)
Interviews zum Hintergrund und den Zielen bzw. Weiterentwicklung der KEP mit
Vertreter*innen der Kulturverwaltung
Groß angelegte quantitative Online-Befragung: Befragt wurden Beteiligte und
Adressat*innen der KEP, zum Beispiel Vertreter*innen aus Politik (Kulturausschuss), Seite 4
Verwaltung und Kulturakteur*innen sowie aus Querschnittsbereichen wie
Kreativwirtschaft und Tourismus
Qualitative Fokusgruppengespräche zu je einem der vier Themenfelder mit
ausgewählten Beteiligten und Adressat*innen der KEP, darunter Vertreter*innen der
Verwaltung und Kulturakteur*innen.
Erste Ergebnisse der „Tiefenbohrung“:
Die ersten Ergebnisse der Evaluation der ausgewählten Maßnahmen der KEP sind dem
Zwischenbericht (siehe Anlage 1) zu entnehmen. Hier sind jeweils die festzustellenden
Outputs, erste Ergebnisse aus Online-Befragung, Interviews und Fokusgruppengespräche
sowie eine stichpunktartige Zusammenfassung der zentralen Beobachtungen der jeweiligen
Maßnahmen aufgeführt. Der Bericht schließt mit einer vorläufigen strategischen Einordnung
der verschiedenen Ergebnisse sowie zentralen Herausforderungen für weitere strategische
Arbeit.
Die übergreifenden Beobachtungen werden nachfolgend kurz vorgestellt:
Netzwerke und Kooperation werden als Schlüssel für die Kulturentwicklung
verstanden (unter anderem Wahrnehmung einer stärkeren Öffnung und Vernetzung
der Kulturverwaltung in die Kulturszene, vermehrte bereichsübergreifende
Kooperation von Kulturinstituten sowie die Verknüpfung von Kultur mit anderen
Bereichen, zum Beispiel Soziales oder Stadtplanung)
Kulturpolitische Themen wie kulturelle Stadtentwicklung, Teilhabe und Diversität,
digitale Kommunikation und Kooperation wurden nachhaltig gesetzt und im
Bewusstsein vieler Akteur*innen verankert
Haltungswandel hin zu einer stärkeren Öffnung ist in Kultureinrichtungen erkennbar
(vor allem im Bereich kulturelle Teilhabe und Kommunikation).
Als zentrale Empfehlungen für die weitere strategische Arbeit werden folgende Punkte
genannt:
Verstärkung des fachlichen Austauschs zwischen Verwaltung und Politik
Verstärkung einer übergeordneten strategischen Steuerung und Verbindlichkeit in der
Umsetzung (Gesamtstrategie für die Kultur)
Einführung einer Wirkungsmessung und von Zielsystemen mit klarer Priorisierung
und festgelegten Indikatoren
Überführung der Strategie in operative Prozesse unter Berücksichtigung der
Umsetzbarkeit durch beteiligte Stakeholder
Strukturelle Absicherung von Teilhabe und Diversität.
3. Finanzielle Auswirkungen:
☒ Ja ☐ Nein
Die Mittel für die Evaluation durch das externe Evaluationsteam in Höhe von
schätzungsweise 33.000 Euro stehen im Produkt 2528101 (Kulturamt) auf dem Konto
52910000 (Aufwendungen für sonstige Dienstleistungen) zur Verfügung.
4. Weiteres Vorgehen:
Das externe Evaluationsteam wertet die Ergebnisse der Evaluationsbausteine verknüpfter
aus, um einen umfangreicheren Evaluationsbericht zu erstellen. Dieser wird detailliertere
Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für eine zukünftige strategische Ausrichtung sowie
die Ergebnisse aus der quantitativen Analyse zum Umsetzungsstand der gesamten KEP-
Maßnahmen enthalten. Der finale Bericht wird der Verwaltung voraussichtlich im Juni 2026
vorliegen und anschließend dem Kulturausschuss vorgestellt. Seite 5
Auf Grundlage des finalen Evaluationsberichts wird die Verwaltung an einer
Weiterentwicklung einer wirkungs- und gemeinwohlorientierten Kulturstrategie arbeiten und
regelmäßig im Kulturausschuss berichten.
Anlagen:
Anlage 1 - Evaluation der Kulturentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Düsseldorf –
Zwischenbericht
Anlage 2 - Abschlussbericht zur Kulturentwicklungsplanung 2017
Anlage 2 - Abschlussbericht zur Kulturentwicklungsplanung 2017 als Text anzeigen
Title: 00585145.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585145.pdf
Published Time: Mon, 27 Apr 2026 13:02:23 GMT
Number of Pages: 58
Markdown Content:
# Abschlussbericht zur Kulturentwicklungs-planung:
# Ergebnisse und Maßnahmen Abschlussbericht zur Kulturentwicklungs-planung:
# Ergebnisse und Maßnahmen 03 02
Vorwort des Kulturdezernenten 04
Vorwort der Autoren 06
Ablauf des Kulturentwicklungsprozesses 08 01 Einleitung 11
1.1 Kulturpolitische Auftragsbeschreibung und Zielstellung 12
1.2 Konzeptionelle Umsetzung und Methodik 16
1.3 Struktur und Zielstellung des Berichts 25 02 Analyse der Ausgangssituation 27
2.1 Ableitung der Analysefelder 28
2.1.1 Analysefeld 1 – Kulturpolitik 29
2.1.2 Analysefeld 2 – Kulturverwaltung und Kulturförderung 32
2.1.3 Analysefeld 3 – Kulturelle Infrastruktur und Konzepte 35
2.1.4 Analysefeld 4 – Zusammenarbeit 40
2.1.5 Analysefeld 5 – Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation 42
2.2 Zusammenfassende Analyse und Ableitung
zentraler Handlungsfelder 47 03 Handlungsfelder und Maßnahmen
für eine zeitgemäße Kulturentwicklung 51
3.1 Kulturpolitisches Leitbild und kulturpolitische
Leitlinien für die Kunst- und Kulturstadt Düsseldorf 52
3.2 Die Handlungsfelder in der Übersicht 53
3.3 Handlungsfeld 1:
»Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung –
Grundlagen für eine nachhaltige Kulturentwicklung schaffen« 54
# Inhaltsverzeichnis
3.4 Handlungsfeld 2:
»Kulturelle Infrastruktur und Konzepte –
Kunst und Kulturarbeit in Düsseldorf dauerhaft
stärken und modellhafte Ansätze ermöglichen« 60
3.5 Handlungsfeld 3:
»Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation –
Transkulturelle Öffnung, Vermittlung und Sichtbarkeit
durch Vernetzung und Ermächtigung ermöglichen« 66
3.6 Exkurs: Handlungsfeldübergreifender
Maßnahmenvorschlag 74 04 Wie geht es weiter? –
»Startmaßnahmen« zur Einleitung der
Umsetzungsphase des Kulturentwicklungsplans 77 05 Anhang und Verzeichnisse 81
Übersicht Ziel- und Maßnahmenkatalog,
Mitwirkende und Empfehlungen zur Priorisierung
nach Handlungsfeld 82
Anmerkungen
Quellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Impressum
100 105 108 109 110 Vorwort des Kulturdezernenten 05
Kunst und Kultur berühren alle gesellschaft-lichen Bereiche, sie schaffen Identifikation und sind sinnstiftend. Der Wert, den Kunst und Kultur sowohl für jeden Einzelnen als auch für die Ge-sellschaft haben, kann daher kaum überschätzt werden – er ist für unser Leben essenziell. Kunst ist frei und keinem Zweck verpflichtet. Diese Freiheit ist ihr größtes Kapital. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Um Potenziale für die Weiterentwicklung der Kultur in Düsseldorf aufzuzeigen, hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf im Dezember 2014 der Verwaltung den Auftrag erteilt, eine externe Agentur zu beauftragen, mit ihr gemeinsam für die Weiterentwicklung der Kulturstadt Düsseldorf einen Kulturentwicklungsplan unter einer breit an-gelegten öffentlichen Beteiligung zu erstellen und Handlungsempfehlungen vorzulegen. Mit dem vorliegenden Abschlussbericht der Kulturpoliti-schen Gesellschaft unter Federführung von Herrn Dr. Föhl ist dieser Prozess nunmehr abgeschlos-sen. An dieser Stelle danke ich Herrn Dr. Föhl und seinem Team für die gute Zusammenarbeit. Mein Dank gilt insbesondere auch den vielen Akteurin-nen und Akteuren aus Kunst, Kultur, Politik und Verwaltung, die sich mit vielen Ideen und Engage-ment in den Prozess eingebracht haben. Der auf breite Partizipation angelegte Kul-turentwicklungsplan zeigt Perspektiven und Leit-linien für die zukünftige Entwicklung der Kultur in Düsseldorf auf. Sein Ausgangspunkt ist daher nicht die Betrachtung einzelner Institute, viel-mehr fokussiert er übergeordnete Querschnitts-themen, die für alle Kultureinrichtungen und -akteure relevant sind. Sie werden im Kulturent-wicklungsplan als Handlungsfelder definiert. In diesem Punkt unterscheidet sich die Systematik des Düsseldorfer Kulturentwicklungsplans von frü-heren Kulturentwicklungsplänen anderer Städte. Vor dem Hintergrund tiefgreifender gesell-schaftlicher Veränderungen, die fast alle Lebens-bereiche betreffen, stellen sich Fragen nach dem Wert und der Relevanz von Kunst und Kultur heu-te mit neuer Dringlichkeit. Was bedeutet das für eine Stadt in ihrer Verantwortung für das kulturel-le Leben vor Ort? Es war Aufgabe des Kulturent-wicklungsplans, hierauf Antworten zu finden. Es ist unser Ziel, den Bürgerinnen und Bür-gern Düsseldorfs, aber auch all jenen, die die Stadt besuchen, weiterhin ein attraktives, vielfälti-ges, lebendiges und bereicherndes Kulturangebot zu unterbreiten, künstlerisches und kreatives Arbeiten in unserer Stadt zu ermöglichen und Freiräume zu schaffen. Es geht aber auch darum, den Wert und Nutzen von Kunst und Kultur in die Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse zu inte-grieren und so gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Dieser Aspekt sucht nach ganz-heitlichen und übergeordneten Ansätzen, nach denen sich das kulturelle Leben in unserer Stadt ausrichten kann. Düsseldorf ist eine wachsende Stadt – eine Stadt, die in die Zukunft orientiert ist. Das soll und muss auch für die Kultur in unserer Stadt gelten. Für die Fortentwicklung und für die Teilhabe an der sich dynamisch entwickelnden Wissens- und Informationsgesellschaft ist eine lebendige und vielfältige Kulturszene Impulsge-berin. Der Kulturentwicklungsplan möchte die Kunst- und Kulturstadt Düsseldorf in diesem Sin-ne dezidiert stärken. Mit den jetzt vorliegenden Handlungsempfehlungen wurde ein Zwischener-gebnis erzielt, das in den nächsten Jahren wie ein »Steinbruch« genutzt werden kann. Der Anfang wurde gemacht, aber das Wesentliche liegt noch vor uns, nämlich die formulierten Maßnahmen Schritt für Schritt gemeinsam zu bewerten, zu priorisieren und umzusetzen.
Hans-Georg Lohe
Kulturdezernent
Düsseldorf als national und international beach-tete Kunst- und Kulturstadt stärker sichtbar zu machen, ist eine der Handlungsempfehlungen des im vergangenen Jahr mit vielen Akteurinnen und Akteuren erarbeiteten Kulturentwicklungs-plans für die Landeshauptstadt Düsseldorf. Ziel ist es, dass sich Düsseldorf auch in Zukunft über die Grenzen hinaus als Kunststadt positioniert und seine Strahlkraft entfaltet. Kunststadt und Stadt der Künstler – mit diesen Attributen schmückt sich Düsseldorf zu Recht – sie gehören zur Identität unserer Stadt. Bedeutende Kulturinstitute prägen das kulturelle Selbstverständnis Düsseldorfs und werden auch in Zukunft entscheidend für das kulturelle Profil unserer Stadt sein. Im Wettbewerb der Städte bedürfen sie einer angemessenen Förderung, um ihrer kulturellen Position weiterhin national und international Beachtung zu verschaffen. Es ist in erster Linie Aufgabe der Stadt, die hierfür not-wendigen personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sind aufgefordert, für ihre lebenswerte Stadt einzutre-ten. Ausgaben für die Kultur sind keine Subven-tionen, sondern Investitionen in Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft. Investitionen in die Kultur sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt.
# Vorwort des Kultur-dezernenten 04
> Hans-Georg Lohe Kulturdezernent
07 06
einer sogenannten Freien Szene und den Einrich-tungen der sogenannten Hochkultur zeigen und so überholte Kategorisierungen abzubauen. Der vorliegende Abschlussbericht, als Er-gebnis eines breit angelegten Analyse- und Partizipationsprozesses, bekennt sich klar zu den vorhandenen kulturellen Akteuren und In fra -
strukturen. Sie bilden das Fundament und die Triebfedern für die notwendigen nach innen sowie nach außen gerichteten Transformationsprozes-se. Deshalb fokussieren die vorgelegten Ziele und Maßnahmen weniger einzelne Einrichtungen oder Themen, sondern sehen diese vielmehr als Basis für die Umsetzung der zum Ausdruck gebrachten Ideen. Mit diesem Ziel- und Maßnahmenkatalog haben die beteiligten Akteure gemeinsam Ansätze formuliert, die entgegen singulärer Wachstums-oder Abbaubestrebungen das Potenzial aufwei-sen, eine langfristige Sicherung und Veränderung des Kulturbereichs zu bewirken – sowie Kunst und Kultur als Säulen einer nachhaltigen Stadtent-wicklung zu manifestieren. Transformation ist dabei kein Selbstzweck, sondern sie hat diskursiven Charakter und lässt die Differenz und Diversität als Instrument der Neujustierung zu. Transformatorische Kulturpoli-tik braucht eine konstruktive Auseinandersetzung um Alternativen sowie einen politischen Diskurs, an dessen Ende der Augenblick der Entscheidung steht. Hierfür bedarf es geeigneter Verfahren und einer inhaltlichen Professionalisierung von Kulturpolitik. Die Kulturentwicklungsplanung hat nun in einer ersten Phase viel in diese Richtung in Bewegung gesetzt. Die Fortsetzung des Dialogs und die Stärkung des kooperativen Willens zum Verlassen ausgetretener Pfade sind im nächsten Schritt jedoch zwingend notwendig, um die Ge-fahr des abermaligen Stillstandes zu vermeiden und die formulierten Maßnahmen umzusetzen und weiterzuentwickeln. Die Gesellschaft befindet sich in einem elemen -
taren Umbruch. Dadurch rücken Kunst und Kultur hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Funktionen in besonderem Maße in den Mittelpunkt. Zu-gleich zeichnet sich Düsseldorf, die Stadt der Kunst und Kunstschaffenden, als progressiver Kristallisationspunkt einer freiheitlichen Kunst-und Kulturent wicklung aus. Das muss kein
Widerspruch sein, beide Perspektiven können sich befruchten oder gegenseitig stärken. Das scheint umso notwendiger, da der gesellschaft-liche Wandel selbst neue Anforderungen an die Vermittlung, die Teilhabe und mitunter auch die Produktion von Kunst und Kultur stellt. Die Kulturentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Düsseldorf ist als Ansatz zu verstehen, einen konstruktiven sowie – wo
# Vorwort der Autoren
> Vorwort der Autoren
> Alexandra Künzel Dr. Patrick S. Föhl
nötig und sinnvoll – kooperativen Umgang mit den benannten Transformationsprozessen zu finden. Deswegen steht die Fokussierung von Querschnittsthemen im Mittelpunkt, um Koope-rationen im kulturellen Feld zu stärken und neue Partnerschaften mit Akteuren in angrenzenden Bereichen, wie der Bildung oder dem Tourismus, zu unterstützen. Gleichfalls wurden die Kunst und Kultur ermöglichenden Bereiche, also zum Bei-spiel das Kulturamt oder Kulturförderverfahren, vertiefend betrachtet, um hier zeitgemäße Ansät-ze auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus hatte die Kulturplanung, die als kulturpolitische Pla-nung und nicht als Planung von Kunst und Kultur im engeren Sinne zu verstehen ist, zum Ziel, des-truktive Gräben zu überwinden, wie sie sich etwa in der unzeitgemäßen Polarisierung zwischen Inzwischen spricht man bereits in anderen Städten vom »Düsseldorfer Modell«, wenn von der Kulturentwicklungsplanung die Rede ist. Gemein-sam haben die Mitwirkenden dieses Prozesses folglich vieles auf die Beine gestellt, das nun fort-geführt werden kann und auch andere inspiriert. Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft möchte sich in diesem Zusammen -
hang herzlich für das mit der Beauftragung ver-bundene Vertrauen bei der Landeshauptstadt Düsseldorf bedanken. Besonderer Dank gilt dem Kulturdezernat sowie dem Kulturamt, hier zuvor-derst Hans-Georg Lohe, Marianne Schirge und Dr. Petra Winkelmann, die den modellhaften Kul-turentwicklungsprozess unterstützt und intensiv begleitet haben. Einen besonderen Dank möchten wir auch der KEP-Koordinatorin, Dinah Bielicky, aussprechen, die dieses Projekt von Anbeginn vor Ort auf feste Beine stellte. Des Weiteren gebührt allen Mitgliedern des KEP-Beirates, den interview-ten Expertinnen und Experten, den vielen, die an den Workshops oder den zahlreichen weiteren Gesprächen teilgenommen haben, großer Dank. Ohne ihr spezifisches Wissen und insbesondere ihre aktive Teilnahme hätte die Konzeption in der vorliegenden Form nicht realisiert werden können. Unverzichtbar war darüber hinaus die Mitwir-kung externer Moderatorinnen und Moderatoren sowie Expertinnen und Experten, namentlich Lara Buschmann, Dr. Robert Peper und Prof. Dr. Gernot
Wolfram, die gemeinsam mit uns dialogisch orientierte Konzeptansätze entwickelt haben. Ihnen sowie den weiteren Mitwirkenden seitens des Instituts für Kulturpolitik, namentlich Ulrike
Blumenreich, Marc Grandmontagne, Franz Kröger und Christine Wingert, wie auch den weiteren externen Mitwirkenden, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt.
Dr. Patrick S. Föhl und Alexandra Künzel
Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft, Bonn/Berlin Ablauf des Kulturentwicklungsprozesses 08 09
Im September 2015 fiel im Kulturausschuss der Startschuss für die Erarbeitung einer Kulturent -
wicklungsplanung (KEP) für die Landeshauptstadt Düsseldorf. 1 Hiermit wurde federführend das Kul-turamt betraut, in dessen Auftrag das In stitut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. in Bonn einen partizipativ angelegten Pla-nungsprozess durchführte. Unter der Leitung des Kulturmanagers Dr. Patrick S. Föhl wurden zwi-schen März 2016 und Februar 2017 zahlreiche Veranstaltungen mit breiter öffentlicher Beteili-gung durchgeführt und Untersuchungen erarbei-tet. Diese hatten zum Ziel, gemeinsam mit den Düsseldorfer Kulturakteuren 2 ein Zukunftsbild für die Kunst- und Kulturstadt Düsseldorf zu zeich-nen und den Weg dorthin in konkreten Zielen und Maßnahmen zu beschreiben. Der vorliegende Abschlussbericht informiert über den gesamten Prozess und seine Methoden, gibt Auskunft über die im Rahmen des KEP-Prozesses gewonnenen Ergebnisse und präsentiert die erarbeiteten Ziele und Maßnahmen, die im Zuge der kommenden Umsetzungsphase mit einer Vielzahl von Akteuren kooperativ in Angriff genommen werden. Für den Beginn der Umsetzungsphase wurden in Form ei-nes Startmaßnahmenpakets Maßnahmen ausge-wählt, die das Fundament für einen konstruktiven Gestaltungs- und Veränderungsprozess schaffen sollen. Eine Übersicht der entsprechenden Start-maßnahmen ist ebenfalls Teil dieses Berichts.
# Ablauf des Kulturentwicklungs-
# prozesses Die wichtigsten Schritte des KEP-Prozesses 330. September 2015
Beauftragung der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. mit der Durchführung der KEP Düsseldorf
7. März 2016
Erste Sitzung des KEP-Beirates
April 2016
Durchführung von Interviews mit Expertinnen und Experten
April – Juni 2016
Durchführung qualitative Netzwerkanalyse mittels Net-Map-Interviews
2. Mai 2016
Zweite Sitzung des KEP-Beirates
19. Mai 2016
1. Kulturworkshop
Mai – September 2016
Durchführung quantitative Netzwerkanalyse inklusive einer Bestandsaufnahme der kulturellen Infrastruktur mittels Geo-Mapping
Juni 2016
Zielgruppenspezifische Workshops
Juni und August 2016
KEP im »Quatschmobil« in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf
18. August 2016
Dritte Sitzung des KEP-Beirates
5. September 2016
KE
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.
Anlage 1 - Evaluation der Kulturentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Düsseldorf – Zwischenbericht als Text anzeigen
Title: 00585246.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585246.pdf
Published Time: Tue, 28 Apr 2026 08:54:08 GMT
Number of Pages: 15
Markdown Content:
Anlage 1
> 1
# Evaluation der
# Kulturentwicklungsplanung für die
# Landeshauptstadt Düsseldorf –
# Zwischenbericht
# Autorinnen:
# Inez Boogaarts
# Sandra Czerwonka
# Anke von Heyl
# 22.04.2026 2
# Inhalt
Auftrag ................................ ................................ ................................ ................................ ... 3
Vorgehen bei der Evaluation ................................ ................................ ................................ .. 3
Methodik ................................ ................................ ................................ ............................. 4
Entwicklungskontext und Rahmenbedingungen ................................ ................................ ..... 4
Erste Ergebnisse ................................ ................................ ................................ .................... 6
Maßnahme: Gründung eines Rats der Künste ................................ ................................ .... 6
Maßnahme “Modellprojekt »Kulturquartier am Bahnhof« als dauerhaften, alternativen
Kulturknoten etablieren und damit Düsseldorf ein zusätzliches kulturelles Gesicht geben” .7
Maßnahme “Dauerhafte Arbeitsgruppe/Netzwerk zur inter - beziehungsweise
transkulturellen Öffnung kultureller Einrichtungen und Projekte beziehungsweise zum
Thema Teilhabe insgesamt etablieren” ................................ ................................ ............... 8
Maßnahme “Die Museums -, Ausstellungs - und – wo möglich/sinnvoll – auch
Galerielandschaft Düsseldorfs gemeinsam sichtbar machen, stärker koordinieren und
vernetzen” ................................ ................................ ................................ ........................... 9
Maßnahme “Entwicklung einer digitalen Strategie für die gebündelte Kommunikation über
Kunst und Kultur in Düsseldorf” ................................ ................................ ........................ 10
Fazit: ................................ ................................ ................................ ................................ .... 12
Strategische Einordnung und übergreifende Befunde ................................ .......................... 12
Kooperation als Schlüssel für die Kulturentwicklung ................................ ......................... 12
Kulturpolitische Themen wurden nachhaltig gesetzt ................................ .......................... 12
Haltungswandel in der Kulturlandschaft erkennbar ................................ ........................... 13
Zentrale Herausforderungen für die weitere Entwicklung ................................ ...................... 14
Austausch mit der Politik ................................ ................................ ................................ ... 14
Strategische Steuerung und Verbindlichkeit ................................ ................................ ...... 14
Wirkungsmessung und Zielsysteme ................................ ................................ .................. 15
Planung und Umsetzung ................................ ................................ ................................ ... 15
Strukturelle Absicherung von Teilhabe und Diversität ................................ ....................... 15 3
# Auftrag
Das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat im November 2025 Inez
Boogaarts, Sandra Czerwonka und Anke von Heyl mit der Evaluation der bisherigen
Kulturentwicklungsplanung (KEP) beauftragt. Schwerpunkt der Evaluation ist die
Untersuchung der Wirkung und Umsetzung der KEP -Leitziele sowie ausgewählte r
Maßnahmen, die vertiefend („Tiefenbohrung“) untersucht werden. Dabei sollen die
erreichte n Fortschritte, bestehende Herausforderungen und mögliche Wirkungen für
die Stadtgesellschaft betrachtet werden . Ziel der Evaluat ion ist es, aus bisherigen
Erfahrungen zu lernen, Stärken sichtbar zu machen und Entwicklungsbedarfe für die
zukünftige strategische Kulturarbeit zu benennen.
# Vorgehen bei der Evaluation
Aus der Vielzahl der Maßnahmen, welche im Zusammenhang mit der
Kulturentwicklungsplanung 2017 (KEP) entwickelt wurden, fokussiert die Evaluation
sich auf fünf exemplarische Maßnahmen („Tiefenbohrung“) . Die Auswahl spiegelt die
Relevanz der Maßnahmen aus Sicht des Kulturamtes und repräsentiert die drei
Handlungsfelder.
Die fünf Maßnahmen gehören systematisch zu den zentralen Transformationshebeln
de r gesamten KEP. Sie markieren jeweils Knotenpunkte, an denen andere
Maßnahmen ansetzen und von denen aus die Kulturentwicklung insgesamt in
Bewegung gebracht werden kann.
Die KEP identifiziert drei große Handlungsfelder
• Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung – Grundlagen für eine
nachhaltige Kulturentwicklung schaffen
• Kulturelle Infrastruktur und Konzepte – Kunst und Kulturarbeit in Düsseldorf
dauerhaft stärken und modellhafte Ansätze ermöglichen
• Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation – Transkulturelle Öffnung,
Vermittlung und Sichtbarkeit durch Vernetzung und Ermächtigung ermöglichen
und betont, dass diese strukturell besonders wichtig sind, um Veränderung
überhaupt möglich zu machen. Die ausgewählten Maßnahmen sind genau dort
verortet.
• Die Maßnahme „Gründung eines Rat s der Künste” gehört zum ersten
Handlungsfeld „Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung“ - einem
zentralen Governance -Thema.
• Die Maßnahmen „Modellprojekt Kulturquartier am Bahnhof” und "Museums -
und Ausstellungs - sowie Galerienlandschaft gemeinsam sichtbar machen,
stärker koordinieren und vernetzen ” beziehen sich auf die „Kulturelle
Infrastruktur und Konzepte “.
• Die Maßnahmen „Arbeitsgruppe/Netzwerk zur inter - bzw. transkulturelle n
Öffnung kultureller Einrichtungen und Projekte ” sowie „Entwicklung einer
digitale n Strategie für eine gebündelte Kommunikation über Kunst und Kultur ”4
liegen im Handlungsfeld „Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation“ , also
einem wichtigen Transformationsfeld der KEP.
Mit den ausgewählten Maßnahmen werden exemplarisch alle drei Bereiche
abgedeckt, die die KEP als strategisch relevant definiert. D ie KEP nennt im
Abschlussbericht ausdrücklich, dass diese Maßnahmen höchste Priorität haben und
die Grundlage für weitere Schritte schaffen.
# Methodik
Mit einer Online -Befragung von insgesamt 169 1 Beteiligten und Adressat *innen der
KEP wird eine breite empirische Grundlage geschaffen und es werden übergreifende
Einschätzungen und Wahrnehmungen innerhalb der Kulturlandschaft der
Landeshauptstadt Düsseldorf sichtbar gemacht.
Vertiefende Interviews mit Vertreter *innen des Kulturamts sowie dem Dezernat für
Kultur, Integration und Gesundheit der Landeshauptstadt Düsseldorf liefer n Einblicke
in das Vorgehen der Verwaltung.
Insgesamt vier Fokusgruppen mit Stakeholdern der Düsseldorfer Kulturlandschaft
ermöglichen es darüber hinaus, Hintergründe, Zusammenhänge und
unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen sowie komplexe Fragestellungen
differenziert zu beleuchten. Die Fokusgruppen fanden zu folgenden Schwerpunkten
statt: Rat der Künste, kulturelle Stadtentwicklung, Kulturelle Teilhabe und Diversität
sowie Kommunikation und Sichtbarkeit.
Die Desk Research ergänzt diese Perspektiven, indem sie bestehende Konzepte,
Dokumente und Entwicklungen für einen größeren Kontext in den Blick nimmt.
Durch die Verzahnung dieser Methoden entsteht eine belastbare Grundlage, um
nicht nur die Umsetzungsqualität einzelner Maßnahmen zu bewerten, sondern auch
strukturelle Zusammenhänge, Wirkungen und Entwicklungslinien zu erkennen.
# Entwicklungskontext und Rahmenbedingungen
Im bisherigen Verlauf der Evaluation haben sich erste inhaltliche Linien und
thematische Schwerpunkte herausgebildet, die einen differenzierten Einblick in die
aktuelle Situation und die Entwicklungsperspektiven der Kulturarbeit in der
Landeshauptstadt Düsseldorf ermöglichen. Die Auswertung der unterschiedlichen
Bausteine – der Online -Befragung, der Interview - und Fokusgruppen -Gespräche
sowie der vorliegenden Materialien und Dokumente zur KEP – eröffnet dabei
verschiedene Blickwinkel auf bestehende Struktur en, Erfahrungen und Erwartungen
im Kulturbereich.
> 1Von 445 Adressat*innen haben 169 Personen die Befragung abgeschlossen (38 %). 5
Die folgenden Ausführungen dieses Zwischenberichts verstehen sich als eine erste
Bündelung dieser Perspektiven . Sie greifen zentrale Themenfelder auf, die sich in
den bisherigen Rückmeldungen wiederholt zeigen, und strukturieren diese entlang
übergeordneter Fragestellungen. Dabei werden einerseits die ausgewählten fünf
Maßnahmen der KEP bewertet und darüber hinaus Zusammenhänge und mögliche
Ansatzpunkte für die weitere Ausrichtung der Kulturarbeit der Landeshauptstadt
Düsseldorf identifiziert und benannt.
Die untersuchten Maßnahmen weisen eine hohe Komplexität auf. Fragestellungen
wie kulturelle Teilhabe, Stadtentwicklung oder digitale Kulturkommunikation sind als
Querschnittsthemen angelegt und in hohem Maße mehrdimensional . Sie betreffen
unterschiedliche Akteursgruppen, institutionelle Ebenen und politische Zielsetzungen
zugleich. Vor diesem Hintergrund würden vorschnelle oder isolierte
Schlussfolgerungen dieser Komplexität nicht gerecht werden.
Zu bedenken ist, dass sich Entwicklungen im Kulturbereich n icht immer eindeutig
einzelnen Steuerungsimpulsen zuordnen lassen. Es ist rückblickend fast 10 Jahre
nach dem Beschluss der KEP nicht in allen Fällen klar feststellbar, in welchem Maße
beobachtbare Veränderungen direkt auf die seinerzeit formulierten Maßnahmen
zurückzuführen s ind oder durch andere Faktoren beeinflusst wurden. Hinzu kommt,
dass zwar viele (Teil -)Ziele für die Maßnahmen formuliert, aber weniger messbare
Ziele (im Sinne von KPIs) defin iert wurden, sodass die Evaluation auf Grundlage der
Erwartungen und Einschätzungen der einbezogenen Stakeholder, Beteiligten und
Betroffenen der KEP durchgeführt wird. Darüber hinaus haben mehrere externe
Rahmenbedingungen die Entwicklung der Kulturlandschaft in den vergangenen
Jahren maßgeblich geprägt und teilweise überlagert , beispielsweise die Corona -
Pandemie ab 2020 . Hinzu kommen der durchgreifende gesellschaftliche Wandel in
vielen Bereichen und kulturpolitische Debatten wie die Forderung nach Öffnung von
Kultureinrichtungen, Fragen der Publikumsentwicklung (z.B. im Sinne von
Repräsentanz der Stadtgesellschaft) aber auch Kontexte wie Nachhaltigkeit oder
Digitalität und nicht zuletzt der Umgang mit den Entwicklungen im Zusammenhang
mit der Künstlichen Intelligenz .
Der vorliegende Zwischenbericht fasst erste thematische Schwerpunkte zusammen
und gibt einen summarischen Überblick der gewonnenen Erkenntnisse wi eder. Nach
einer eingehenden Analyse und Verschränkung aller Ergebnisse aus den
unterschiedlichen methodischen Bausteinen entsteht dann die Grundlage für die
weitere Vertiefung und Zusammenführung der Detail -Ergebnisse im abschließenden
Evaluationsbericht. Geplant ist eine Finalisierung im Juni 2026. 6
# Erste Ergebnisse
Im Folgenden sind erste Erkenntnisse aus der „Tiefenbohrung“ der fünf
ausgewählten Maßnahmen zusammen gefasst .
# Maßnahme: Gründung eines Rats der Künste
Output:
● Den Rat der Künste gibt es mittlerweile in der 3. gewählten
Zusammensetzung.
● Seit 2021 hat er einen Sitz als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht im
Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf.
● Es gibt u.a. monatliche interne Treffen sowie Gespräche mit kulturpolitischen
Sprecher *innen.
● Auf einem Instagram -Kanal wird regelmäßig von den Aktivitäten berichtet und
die Kulturszene Düsseldorfs sichtbar gemacht.
● Im Rat der Künste haben sich Arbeitsgruppen formiert zu Themen wie
Öffentlichkeitsarbeit, Räume / Zwischennutzung oder Veranstaltungen.
Ergebnisse der Befragungen :
Die Ergebnisse der Online -Befragung zeigen insgesamt eine eher positive
Grundbewertung der Maßnahme, sowohl in Bezug auf ihre Bekanntheit als auch auf
die Qualität der Umsetzung von Zielen und Teilzielen. Ein relevanter Anteil der
Befragten bewertet die Umsetzung als eher gut oder sehr gut , und ein Teil sieht auch
einen Beitrag zur Erreichung der übergeordneten Ziele.
Der „Rat der Künste“ wird von der Kulturszene, insbesondere den städtischen
Kulturi nstituten, Beteiligungsgesellschaften, Landesinstitutionen, freischaffenden
Künstler *innen und der Kreativwirtschaft sowohl insgesamt als auch mit Blick auf
(Teil -)Ziele tendenziell positiver beurteilt als von Befragten der Verwaltung oder
Politik. Das gilt auch insbesondere für die zugedachte Rolle des Rates der Künste als
Sprachrohr in die Politik. Der Identifikationsgrad der am Rat der Künste (ehemals)
Beteiligten erschein t (gemessen am Grad der Zustimmung zu wirkungsbezogenen
Aussagen) hoch. Bezüglich der Rollenklarheit des Rates der Künste als auch in
seiner Fähigkeit, unterschiedliche Interessen der Kulturszene auszutarieren, sehen
die Befragten insgesamt die größten Defizite. Die Rolle der Interessenvertretung der
Düsseldorfer Kulturszene insgesamt hat der Rat der Künste dagegen au s Sicht der
Befragten am ehesten erfüllt, wobei das tatsächliche Erreichen der Politik durch
Fachberatung und Belebung des Diskurses unterschi edlich bewertet wird.
Die vertiefenden Ergebnisse aus Interviews und Fokusgruppen ergänzen dieses Bild
und differenzieren es weiter aus. Während die grundsätzliche Idee und Zielrichtung
der Maßnahme überwiegend positiv eingeschätzt werden, werden in der konkreten
Umsetzung Defi zite benannt, insbesondere im Hinblick auf Verbindlichkeit, Rolle und
tatsächliche Wirkung. Auffällig ist dabei, dass auch unter den grundsätzlich positiv
bewertenden Befragten ein Teil die Zielerreichung kritisch einschätzt. Dies deutet 7
darauf hin, dass zwischen der Bewertung des Ansatzes und der wahrgenommenen
Wirksamkeit unterschieden wird.
Zentrale Beobachtungen:
● Die Einrichtung des Rates wurde früh als zentrale Maßnahme zur Bündelung
von Interessen und zur Verbesserung des kulturpolitischen Dialogs identifiziert
und breit getragen.
● Das Konzept “Rat der Künste” im Sinne einer Schnittstelle zwischen Politik,
Verwaltung und Kulturakteuren wurde in den Interviews und den
Fokusgruppen grundsätzlich als zielführend gesehen.
● Unklar bleibt, ob der Rat beratendes Expert *inn engremium, Lobbyorganisation
oder Diskursplattform sein soll.
● In den Interviews und der Fokusgruppe wurde eine Diskrepanz zwischen
Anspruch und tatsächlicher Wirkung festgestellt.
● Entwicklungen im Kontext der Corona -Pandemie , p ersonelle Wechsel
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.