Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 19/ 3/2004

Klimaschutz in Düsseldorf

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Flurstraße 11 · Stadtbezirk 2 (Flingern, Düsseltal)örtlicher Bezug 1Dokument 20. Januar 2004veröffentlicht

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Seite 1 von 4 Informationsvorlage Betrifft: Klimaschutz in Düsseldorf Bisher geleistete Maßnahmen zur CO 2-Minderung bei: a) Städtischen Betrieben bzw. Einrichtungen a1) AWISTA GmbH Die AWISTA GmbH hat im Bereich ihres Fuhrparkes Möglichkeiten zur CO 2-Min- derung. Die großen Sonderfahrzeuge haben bedingt durch ihre Hydraulik hohe Energieverbräuche. Außerdem entstehen hohe Verbräuche und somit hohe CO 2- Emissionen durch den überwiegenden Einsatz der Fahrzeuge im Stadtgebiet, häufi- ges Fahren der Kehrmaschinen im "Kriechgang" sowie die "Stop and go"-Fahrweise der Müllsammelfahrzeuge. Zur Senkung der Energieverbräuche führt die AWISTA Schulungen der Fahrer zum Thema "kraftstoffsparendes Fahren" durch. Schließlich werden ergänzend verbrauchsarme Fahrzeuge sowie Erdgasfahrzeuge eingesetzt. a2) Stadtentwässerungsbetrieb (SEBD) Der SEBD betreibt drei Betriebsstellen, die differenziert zu betrachten sind: SKläranlage Nord, SKläranlage Süd, SKanalbetriebshof. Auf beiden Kläranlagen werden drei Energieträger eingesetzt: Faulgas, Erdgas und Strom. Faulgas wird aus der Vergärung von Klärschlamm gewonnen und anschließend entweder in Form einer Kraft-Wärme-Kopplung verwendet oder direkt zur thermi- schen Nutzung verbrannt. Das heißt, die hierbei entstehenden CO 2-Emissionen würden in jedem Fall auch bei den alternativen Entsorgungswegen entstehen, wer- den aber im Falle der Kläranlagen noch zur Energieproduktion genutzt. Damit kann der Fremdbezug in Form von Erdgas reduziert werden. Eine bessere Verminderung der CO 2-Emission ist hier nicht möglich. Erdgas wird nur bezogen, wenn der Energieträger Faulgas entweder im Energie- gehalt oder in der Gasmenge nicht mehr ausreicht. Hierbei wird das Erdgas nur bedarfsgerecht zur Aufgabe Abwasserreinigung bezogen. Das heißt, dass Ver- besserungen des CO 2-Ausstoßes durch Minimierung des Verbrauches kaum möglich sind. Zur Zeit gibt es hier auch keinen alternativen Ersatz durch einen ökologisch besseren Energieträger. Von den bekannten ist Erdgas bereits der ökologisch güns- tigste. Daher können durch einen Wechsel des Energieträgers keine Verbesserun- gen erzielt werden. RSD AllVorlg.WPT Seite 2 von 4 Strom wird seit dem großen Ausbau beider Kläranlagen ebenfalls nur noch bedarfs- gerecht bezogen. In Einzelbereichen liegt noch ein gewisses Optimierungspotenzial vor. Daher wurde eine durch das Ministerium geförderte Energiestudie erarbeitet. Diese bestätigte die Maßnahmen der Ausbauvorhaben und nannte noch weitere Potenziale, welche zur Zeit noch auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Ein abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor, jedoch sind die noch offenen Potenzia- le als gering einzustufen, da die großen Einsparpotenziale der Energiestudie bereits durch den Ausbau umgesetzt wurden. Bereits als positiv bewertete Maßnahmen der Energiestudie wurden ebenfalls umgesetzt. So wurde z.B. bei den Abwasserhebewerken durch den Einbau von Frequenzrichtern ein bedarfsgerechter Betrieb der Pumpen ermöglicht. Die Menge des geförderten Abwassers ist nicht nur über die Anzahl der eingeschalteten Pumpen, sondern auch über deren Pumpleistung zu regulieren. Auch durch die Umstellung des Sauerstoffeintrags in die Belebung von konstantem Sauerstoffgehalt auf an der Ammonium-Konzentration orientiertem Bedarf ist schon ein erhebliches Einsparpotenzial umgesetzt. Die bereits jetzt zum Ausgangsstand 1990 (Ausgangsstand des Allokationsplanes) erzielte Reduzierung des CO 2-Ausstoßes ist aufgrund fehlender Daten für die Jahre vor der Umstellung aber nicht exakt zu beziffern. Der Kanalbetrieb betreut keine Anlagen sondern eine Fahrzeugflotte, welche für Arbeiten im Kanalnetz benötigt werden. Die Umstellung der beim Kanalbetrieb eingesetzten Fahrzeuge von Diesel auf Biodieselbetrieb ist nur effektiv sinnvoll, wenn den städtischen Fahrzeugen eine unkomplizierte Möglichkeit zur Betankung mit Biodiesel gegeben wird. Dann kann sicher über eine Umstellung der Fahrzeuge auf Biodiesel nachgedacht werden. Eine nur auf den SEBD bezogene Umsetzung ist jedoch nicht wirtschaftlich und wurde daher noch nicht weiter forciert. a3) Städtischen Einrichtungen Die Reduzierung der CO 2-Emissionen in städtischen Einrichtungen wird vom Amt für Immobilienmanagement umgesetzt. Im Rahmen der finanziellen und personellen Kapazitäten werden fortlaufend auch unter energetischen Gesichtspunkten Sanierun- gen städtischer Einrichtungen durchgeführt. Mit dem Masterplan Schulen werden für diesen Teilbereich in 2003 rund 35 Mio. Euro eingesetzt. Mit dem Energieeinsparvertrag (ESP) wurde in Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf AG ein Energieeinsparcontracting für 13 städtische Einrichtung abge- schlossen. Die Stromverbräuche konnten bisher um etwa 28%, die Erdgasverbräuche um 12% gesenkt werden. b) Privathaushalten: Bürgerinnen und Bürger Düsseldorfs werden umfassend auf Energieeinsparmöglich- keiten hingewiesen, sei es durch den Düsseldorfer Heizspiegel, CO 2-Broschüren, die Energieberatung der Verbraucher-Zentrale NRW oder bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen wie der Solarwoche. Seite 3 von 4 Im Internet steht der Heizenergie-Check zur Verfügung. Mit diesem interaktiven Instrument können Bürgerinnen und Bürger ihren Heizenergieverbrauch und die - kosten überprüfen. Mit dem darauf aufbauenden Modernisierungsratgeber im Internet können sie Tipps für Sanierungsmaßnahmen erhalten. Das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat das "Modellvorhaben zur Energieeinsparung im privaten Wohngebäudebestand" entwickelt mit dem Ziel, Eigentümer bestehender Wohngebäude anzuregen, baulich-technische Sanierungs- maßnahmen durchzuführen und diese dabei zu begleiten. Hierzu soll die "Service- agentur Altbausanierung" (SAGA) als Public-Private-Partnership gegründet werden. Die Verwaltung hat schließlich Initiativen zur ökologischen Fahrweise von PKW sowie der Nutzung umweltfreundlicher Erdgasfahrzeuge ergriffen. c) Gewerblichen Betrieben: Im Sektor Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung wurde neben den Hinweisen zur Energieeinsparung im Handwerk auch das Angebot eines Energiezertifikats für Bürogebäude durch das Umweltamt geschaffen. Weitere Möglichkeiten zur Reduzierung der CO 2-Emissionsmenge bei: a) Städtischen Betrieben bzw. Einrichtungen Beim Fuhrpark der AWISTA GmbH sind die Möglichkeiten zur CO 2-Minderung eingeschränkt, da der Trend vom personellen hin zu maschinellem Einsatz, z.B. bei der Gehwegreinigung, zu größeren CO 2-Emissionen führt. Die Stadt könnte dagegen bei den städtischen Einrichtungen den Ausstoß von CO 2 weiterhin verringern. Städtische Gebäude könnten unter energetischen Gesichts- punkten gebaut bzw. saniert werden. Bei Neubauten könnte der Passivhausstandard angestrebt, bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand der Niedrigenergiestandard zu Grunde gelegt werden. Außerdem könnte der Einsatz von regenerativen Energiequel- len, wie z.B. Solarenergie oder Geothermie sowohl bei Neubau als auch der Sanie- rung von Altbauten in Erwägung gezogen werden. Auch der Bau von erdgasbetriebe- nen Blockheizkraftwerken zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme ist eine gute Möglichkeit zur CO 2-Reduktion. Entsprechende Maßnahmen könnten bei der Planung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft und als Alternative bei den Beschlüssen dargestellt werden. Bei Beschaffungen für den städtischen Fuhrpark könnten Erdgasfahrzeuge oder 3- Liter-Autos unter Berücksichtigung der geplanten Fahrzeugnutzung gekauft werden. b) Privathaushalten: Private Haushalte haben große Einsparpotenziale beim elektrischen Strom. Die Verwaltung könnte bei Bereitstellung entsprechender Ressourcen durch eine Stroms- parkampagne die Reduzierung der CO 2-Emissionen fördern. In einer solchen Kampa- gne könnten Bürgerinnen und Bürger über "Energiefresser" im Haushalt und die Stand-by-Verluste von Elektrogeräten informiert und zum Kauf von Stromspargerä- ten, soweit eine Ersatzbe- oder Neuanschaffung erforderlich ist, und energiesparen- dem Verhalten motiviert werden. Seite 4 von 4 Eine weitere Möglichkeit zur CO 2-Minderung wäre die Motivation der Bürgerinnen und Bürger zur Solarenergienutzung sowie zur ÖPNV-Nutzung durch Öffentlichkeitsarbeit. Langfristig würde durch städtische Förderprogramme für Privathaushalte in allen Bereichen eine deutlich effektivere Wirkung bei der CO 2-Reduktion erzielt werden können als durch Öffentlichkeitsarbeit alleine. c) Gewerblichen Betrieben: Die Verwaltung könnte in Zusammenarbeit mit Partnern wie Stadtwerke, Energie- agentur oder anderen Institutionen auf Anforderung branchenspezifische Stromspar- Informationen z.B. zu den Themen Druckluft, Produktionsprozesse und Beleuchtung bereitstellen. Außerdem könnte den Betrieben fachliche Unterstützung, z.B. durch die Organisation von Seminaren zu den Themen Heiz- und Prozessenergieeinsparung angeboten werden. Die Betriebe könnten auch vermehrt zur Nutzung von regenerativen Energiequellen, wie z.B. Solarenergie und Biomasse oder zur Errichtung von Blockheizkraftwerken z.B. in Hotels angeregt werden. Die Verwaltung könnte dies z.B. durch Exkursionen zu vorbildhaften Anlagen bzw. durch deren Darstellung im Internet unterstützen. Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Ausschuss für Umweltschutz 20.01.04 -/- 1 1) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Amt: Umweltamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Nieß-Mache RSD AllVorlg.WPT

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Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 19/ 3/2004