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Informationsvorlage
Betrifft:
Klimaschutz in Düsseldorf
Bisher geleistete Maßnahmen zur CO
2-Minderung bei:
a) Städtischen Betrieben bzw. Einrichtungen
a1) AWISTA GmbH
Die AWISTA GmbH hat im Bereich ihres Fuhrparkes Möglichkeiten zur CO
2-Min-
derung. Die großen Sonderfahrzeuge haben bedingt durch ihre Hydraulik hohe
Energieverbräuche. Außerdem entstehen hohe Verbräuche und somit hohe CO
2-
Emissionen durch den überwiegenden Einsatz der Fahrzeuge im Stadtgebiet, häufi-
ges Fahren der Kehrmaschinen im "Kriechgang" sowie die "Stop and go"-Fahrweise
der Müllsammelfahrzeuge. Zur Senkung der Energieverbräuche führt die AWISTA
Schulungen der Fahrer zum Thema "kraftstoffsparendes Fahren" durch. Schließlich
werden ergänzend verbrauchsarme Fahrzeuge sowie Erdgasfahrzeuge eingesetzt.
a2) Stadtentwässerungsbetrieb (SEBD)
Der SEBD betreibt drei Betriebsstellen, die differenziert zu betrachten sind:
SKläranlage Nord,
SKläranlage Süd,
SKanalbetriebshof.
Auf beiden Kläranlagen werden drei Energieträger eingesetzt: Faulgas, Erdgas und
Strom.
Faulgas wird aus der Vergärung von Klärschlamm gewonnen und anschließend
entweder in Form einer Kraft-Wärme-Kopplung verwendet oder direkt zur thermi-
schen Nutzung verbrannt. Das heißt, die hierbei entstehenden CO
2-Emissionen
würden in jedem Fall auch bei den alternativen Entsorgungswegen entstehen, wer-
den aber im Falle der Kläranlagen noch zur Energieproduktion genutzt. Damit kann
der Fremdbezug in Form von Erdgas reduziert werden. Eine bessere Verminderung
der CO
2-Emission ist hier nicht möglich.
Erdgas wird nur bezogen, wenn der Energieträger Faulgas entweder im Energie-
gehalt oder in der Gasmenge nicht mehr ausreicht. Hierbei wird das Erdgas nur
bedarfsgerecht zur Aufgabe Abwasserreinigung bezogen. Das heißt, dass Ver-
besserungen des CO
2-Ausstoßes durch Minimierung des Verbrauches kaum möglich
sind. Zur Zeit gibt es hier auch keinen alternativen Ersatz durch einen ökologisch
besseren Energieträger. Von den bekannten ist Erdgas bereits der ökologisch güns-
tigste. Daher können durch einen Wechsel des Energieträgers keine Verbesserun-
gen erzielt werden.
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Strom wird seit dem großen Ausbau beider Kläranlagen ebenfalls nur noch bedarfs-
gerecht bezogen. In Einzelbereichen liegt noch ein gewisses Optimierungspotenzial
vor. Daher wurde eine durch das Ministerium geförderte Energiestudie erarbeitet.
Diese bestätigte die Maßnahmen der Ausbauvorhaben und nannte noch weitere
Potenziale, welche zur Zeit noch auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Ein
abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor, jedoch sind die noch offenen Potenzia-
le als gering einzustufen, da die großen Einsparpotenziale der Energiestudie bereits
durch den Ausbau umgesetzt wurden. Bereits als positiv bewertete Maßnahmen der
Energiestudie wurden ebenfalls umgesetzt.
So wurde z.B. bei den Abwasserhebewerken durch den Einbau von Frequenzrichtern
ein bedarfsgerechter Betrieb der Pumpen ermöglicht. Die Menge des geförderten
Abwassers ist nicht nur über die Anzahl der eingeschalteten Pumpen, sondern auch
über deren Pumpleistung zu regulieren.
Auch durch die Umstellung des Sauerstoffeintrags in die Belebung von konstantem
Sauerstoffgehalt auf an der Ammonium-Konzentration orientiertem Bedarf ist schon
ein erhebliches Einsparpotenzial umgesetzt.
Die bereits jetzt zum Ausgangsstand 1990 (Ausgangsstand des Allokationsplanes)
erzielte Reduzierung des CO
2-Ausstoßes ist aufgrund fehlender Daten für die Jahre
vor der Umstellung aber nicht exakt zu beziffern.
Der Kanalbetrieb betreut keine Anlagen sondern eine Fahrzeugflotte, welche für
Arbeiten im Kanalnetz benötigt werden. Die Umstellung der beim Kanalbetrieb
eingesetzten Fahrzeuge von Diesel auf Biodieselbetrieb ist nur effektiv sinnvoll, wenn
den städtischen Fahrzeugen eine unkomplizierte Möglichkeit zur Betankung mit
Biodiesel gegeben wird. Dann kann sicher über eine Umstellung der Fahrzeuge auf
Biodiesel nachgedacht werden. Eine nur auf den SEBD bezogene Umsetzung ist
jedoch nicht wirtschaftlich und wurde daher noch nicht weiter forciert.
a3) Städtischen Einrichtungen
Die Reduzierung der CO
2-Emissionen in städtischen Einrichtungen wird vom Amt für
Immobilienmanagement umgesetzt. Im Rahmen der finanziellen und personellen
Kapazitäten werden fortlaufend auch unter energetischen Gesichtspunkten Sanierun-
gen städtischer Einrichtungen durchgeführt. Mit dem Masterplan Schulen werden für
diesen Teilbereich in 2003 rund 35 Mio. Euro eingesetzt.
Mit dem Energieeinsparvertrag (ESP) wurde in Kooperation mit den Stadtwerken
Düsseldorf AG ein Energieeinsparcontracting für 13 städtische Einrichtung abge-
schlossen. Die Stromverbräuche konnten bisher um etwa 28%, die Erdgasverbräuche
um 12% gesenkt werden.
b) Privathaushalten:
Bürgerinnen und Bürger Düsseldorfs werden umfassend auf Energieeinsparmöglich-
keiten hingewiesen, sei es durch den Düsseldorfer Heizspiegel, CO
2-Broschüren, die
Energieberatung der Verbraucher-Zentrale NRW oder bei zahlreichen öffentlichen
Veranstaltungen wie der Solarwoche.
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Im Internet steht der Heizenergie-Check zur Verfügung. Mit diesem interaktiven
Instrument können Bürgerinnen und Bürger ihren Heizenergieverbrauch und die -
kosten überprüfen. Mit dem darauf aufbauenden Modernisierungsratgeber im Internet
können sie Tipps für Sanierungsmaßnahmen erhalten.
Das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat das "Modellvorhaben zur
Energieeinsparung im privaten Wohngebäudebestand" entwickelt mit dem Ziel,
Eigentümer bestehender Wohngebäude anzuregen, baulich-technische Sanierungs-
maßnahmen durchzuführen und diese dabei zu begleiten. Hierzu soll die "Service-
agentur Altbausanierung" (SAGA) als Public-Private-Partnership gegründet werden.
Die Verwaltung hat schließlich Initiativen zur ökologischen Fahrweise von PKW sowie
der Nutzung umweltfreundlicher Erdgasfahrzeuge ergriffen.
c) Gewerblichen Betrieben:
Im Sektor Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung wurde neben den Hinweisen zur
Energieeinsparung im Handwerk auch das Angebot eines Energiezertifikats für
Bürogebäude durch das Umweltamt geschaffen.
Weitere Möglichkeiten zur Reduzierung der CO
2-Emissionsmenge bei:
a) Städtischen Betrieben bzw. Einrichtungen
Beim Fuhrpark der AWISTA GmbH sind die Möglichkeiten zur CO
2-Minderung
eingeschränkt, da der Trend vom personellen hin zu maschinellem Einsatz, z.B. bei
der Gehwegreinigung, zu größeren CO
2-Emissionen führt.
Die Stadt könnte dagegen bei den städtischen Einrichtungen den Ausstoß von CO
2
weiterhin verringern. Städtische Gebäude könnten unter energetischen Gesichts-
punkten gebaut bzw. saniert werden. Bei Neubauten könnte der Passivhausstandard
angestrebt, bei Sanierungsmaßnahmen im Bestand der Niedrigenergiestandard zu
Grunde gelegt werden. Außerdem könnte der Einsatz von regenerativen Energiequel-
len, wie z.B. Solarenergie oder Geothermie sowohl bei Neubau als auch der Sanie-
rung von Altbauten in Erwägung gezogen werden. Auch der Bau von erdgasbetriebe-
nen Blockheizkraftwerken zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme ist
eine gute Möglichkeit zur CO
2-Reduktion. Entsprechende Maßnahmen könnten bei
der Planung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft und als Alternative
bei den Beschlüssen dargestellt werden.
Bei Beschaffungen für den städtischen Fuhrpark könnten Erdgasfahrzeuge oder 3-
Liter-Autos unter Berücksichtigung der geplanten Fahrzeugnutzung gekauft werden.
b) Privathaushalten:
Private Haushalte haben große Einsparpotenziale beim elektrischen Strom. Die
Verwaltung könnte bei Bereitstellung entsprechender Ressourcen durch eine Stroms-
parkampagne die Reduzierung der CO
2-Emissionen fördern. In einer solchen Kampa-
gne könnten Bürgerinnen und Bürger über "Energiefresser" im Haushalt und die
Stand-by-Verluste von Elektrogeräten informiert und zum Kauf von Stromspargerä-
ten, soweit eine Ersatzbe- oder Neuanschaffung erforderlich ist, und energiesparen-
dem Verhalten motiviert werden.
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Eine weitere Möglichkeit zur CO
2-Minderung wäre die Motivation der Bürgerinnen und
Bürger zur Solarenergienutzung sowie zur ÖPNV-Nutzung durch Öffentlichkeitsarbeit.
Langfristig würde durch städtische Förderprogramme für Privathaushalte in allen
Bereichen eine deutlich effektivere Wirkung bei der CO
2-Reduktion erzielt werden
können als durch Öffentlichkeitsarbeit alleine.
c) Gewerblichen Betrieben:
Die Verwaltung könnte in Zusammenarbeit mit Partnern wie Stadtwerke, Energie-
agentur oder anderen Institutionen auf Anforderung branchenspezifische Stromspar-
Informationen z.B. zu den Themen Druckluft, Produktionsprozesse und Beleuchtung
bereitstellen. Außerdem könnte den Betrieben fachliche Unterstützung, z.B. durch die
Organisation von Seminaren zu den Themen Heiz- und Prozessenergieeinsparung
angeboten werden.
Die Betriebe könnten auch vermehrt zur Nutzung von regenerativen Energiequellen,
wie z.B. Solarenergie und Biomasse oder zur Errichtung von Blockheizkraftwerken
z.B. in Hotels angeregt werden. Die Verwaltung könnte dies z.B. durch Exkursionen
zu vorbildhaften Anlagen bzw. durch deren Darstellung im Internet unterstützen.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Ausschuss für Umweltschutz 20.01.04 -/-
1
1) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Amt:
Umweltamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Nieß-Mache
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