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RAT/366/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 11.11.2024
An
Herrn Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Betrifft:
Antrag der Ratsfraktion Die PARTEI-Klima-Fraktion: Mit Klimaschutz & Naturschutz
den Haushalt entlasten - Nachtabschaltung von Gaslaternen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten Sie den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am
21. November dieses Jahres zu setzen und zur Abstimmung zu bringen.
Antrag:
Der Rat beschließt die Teilabschaltung der zentral steuerbaren
Gasbeleuchtungsanlagen in der Zeit zwischen 01:00 Uhr (Wochenende 03:00 Uhr)
und 05:00 Uhr so wie sie in der Zeit von Oktober 2022 bis März 2024 umgesetzt
wurde wiedereinzuführen.
Ziel der Maßnahme ist die Einsparung von Erdgas, die Verminderung der
CO2 Emissionen, der bessere Schutz von nachtaktiven Tieren und die Einsparung von
Haushaltsmitteln.
Begründung:
Der Beschluss zur teilweisen Nachabschaltung der Gaslaternen wurde 2022 von
einem Krisenstab gefasst, der eingerichtet wurde als eine akute Energiekrise infolge
des von Vladimir Putin befohlenen Angriffskrieges gegen die Ukraine drohte. Dieser
Krieg dauert weiter an, die Abhängigkeit Deutschlands von Erdgaslieferungen aus
Russland besteht jedoch nicht mehr, da die Bundesregierung diesbezüglich
notwendige Entscheidungen getroffen und umgesetzt hat. Deshalb konnten die
Maßnahmen zur Einsparung von Energie in Düsseldorf zum 31. März dieses Jahres
beendet werden.
Am 11. November 2024 begann die 29. Uno -Klimakonferenz (COP29) in Baku und
der Spiegel titelte*:
1,5-Grad-Ziel
Vereinte Nationen rufen höchste Alarmstufe für das Weltklima aus
2024 liegt die weltweite Durchschnittstemperatur 1,54 Grad über dem
vorindustriellen Niveau. Die Naturkatastrophen dieses Jahres sind laut den Forschern
auf der Weltklimakonferenz in Baku nur »ein Vorgeschmack«.
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Es gibt absolut keinen mit Fakten begründbaren Zweifel mehr daran, dass wir uns
längst in der akuten Klimakrise befinden. Die Häufung und das Ausmaß der
katastrophalen Wetterereignisse der letzten Monate beweisen das, was Forschende
seit langem vorhersagen: Die Klimakrise kostet zigtausende Menschenleben, zerstört
Lebens-, Natur- und Kulturräume und verursacht gigantische Kosten. Wir erleben
erst den Beginn dieser Krise und steuern sehenden Auges auf die Klimakatastrophe
zu.
Auch hier in Düsseldorf bedeutet das, es ist allerhöchste Zeit auf jeder Ebene alles
irgendwie Mögliche zu tun um die Freisetzung von Treibhausgasen zu minimieren
oder zu beenden. Oft ist das nicht einfach oder verursacht Kosten. Bei der im Antrag
geforderten teilweisen Abschaltung der Gasbeleuchtung ist es im besten Sinne
anders. Gas muss nicht verbrannt werden, CO2 wird nicht emittiert und dabei kann
viel Geld gespart werden, das an anderen Stellen sinnvoll eingesetzt werden kann.
Ein weiterer nicht unwichtiger Effekt ist, nachaktive Lebewesen, die die Dunkelheit
brauchen, werden besser geschützt. Eine Win-Win-Win-Situation für alle.
Das Besondere ist, die geforderte Maßnahme wurde bereits über einen Zeitraum von
18 Monaten erprobt und die Ergebnisse der Umsetzung liegen vor.
- Der Gasverbrauch der Beleuchtung wurde in der Zeit von Oktober
2022 bis März 2024 um 17.200.000 kWh reduziert.
- Die Reduktion der CO2 -Emissionen in diesem Zeitraum betrug 3.268
Tonnen.
- Bei den Energiekosten wurden im gleichen Zeitraum 2.700.000 EUR
eingespart. (Die Einsparung hängt natürlich vom zugrundeliegenden
Gaspreis ab und kann zukünftig höher oder niedriger ausfallen.
Entscheidend für den Erfolg von solchen oder ähnlichen Maßnahmen ist zweifellos
auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Als die gleiche Maßnahme 2022 vom
Krisenstab beschlossen und umgesetzt wurde, reagierte die Bevölkerung mit großem
Verständnis, ein Großteil der Menschen war tatsächlich gar nicht direkt betroffen.
Wichtig ist, es gab auch keine ernsthaften Zwischenfälle, die auf die geringere
Beleuchtung hätten zurückgeführt werden können.
Wir beziehen uns hier auf die Antworten der Verwaltung auf unsere Anfragen
RAT/312/2024 und RAT/313/2024 im Rat. Die Teilabschaltungen wurden vorher mit
den Sicherheitskräften abgestimmt und kritische Bereiche ausgenommen. Dabei
kann uns soll es auch bleiben, wenn die nächtliche Abschaltung wiedereingeführt
wird.
Während der Maßnahme gab es einen regelmäßigen Austausch mit der Polizei und
dem OSD um auf ggf. auftretende Auffälligkeiten reagieren zu können. Letzteres war
jedoch nicht erforderlich. Solche begleitenden Maßnahmen sind selbstverständlich
weiterhin sinnvoll und können problemlos allein durch die eingesparten Kosten
finanziert werden.
Die Öffentliche Beleuchtung ist ein Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele der
Landeshauptstadt - Klimaneutralität bis 2035. Bei Erneuerungsmaßnahm en der
Öffentlichen Beleuchtung gilt der Grundsatz „so viel Licht wie nötig, so wenig Licht
wie möglich". Das beinhaltet auch das Beleuchtungsniveau in den Nachtstunden
bedarfsabhängig abzusenken, dies ist sofort durch eine teilweise Abschaltung
möglich und kann nach erfolgter Umrüstung aller Lichtpunkte auf den Betrieb mit
LED flexibler gestaltet werden.
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*)
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/uno -klimakonferenz-in-baku-
vereinte-nationen-rufen-hoechste-alarmstufe-fuer-das-weltklima-aus-a-
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/cop29 -weltklimakonferenz -
in-aserbaidschan-beginnt-ein-haertetest-fuer-klimaschutz-auch-ohne-usa-
a-1a415ff0-930c-4072-bc25-0091bedd7943
Mit freundlichen Grüßen
Lukas Fix Dominique Mirus f.d.R. Christopher Schrage