Originale durchsuchen
Dokumenttexte
Vorlage als Text anzeigen
Ö Vorlagen - Nr. 41/ 37/2005
Seite 1 von 2
Beschlussvorlage
Betrifft:
Skulpturengruppe Die 12 Ständischen im Nordpark
Beschlussdarstellung:
Der Kulturausschuss nimmt die Rekonstruktion der ursprünglichen Platzierung der
Figurengruppe zustimmend zur Kenntnis.
Sachdarstellung:
Der heutige Nordpark entwickelte sich aus den Gartenanlagen der Reichsausstellung
"Schaffendes Volk" von 1937. Zur Konzeption dieser Ausstellung gehörte eine Reihe von
Skulpturen, die Motive aus den Volks- und Ständegruppen aufgriffen und die die große
Wasserachse - vor dem heutigen Gartenamt - symmetrisch flankieren sollten.
Zu den neu errichteten Skulpturen zählten außerdem "Die Rossebändiger" von Edwin
Scharff, die auch heute noch den Eingangsbereich des Nordparks akzentuieren, an denen
sich aber 1937 eine Diskussion über die Qualität der Darstellung, im Sinne der
nationalsozialistischen Ideologie entzündete, in die auch "die 12 Ständischen"
miteinbezogen wurden. "Die 12 Ständischen" galten zwar nicht als entartet, sie
entsprachen aber auch nicht ganz den "richtungsweisenden Ausführungen" Hitlers über
die deutsche Kunst.
Noch während der Ausstellungsdauer entfernte man daher alle zwölf Figuren. Vier von
ihnen wurden 1941 an den Ecken des Wasserbeckens wieder aufgestellt, wo sie sich
auch heute noch befinden. Die acht leeren Sockel schmückte man mit Blumenschalen.
Die Skulpturen wurden zunächst im Ehrenhof gelagert; von dort gelangten sie 1956 zum
damaligen Bauhof an der Heerstraße. 1962 wurde "die Schäferin" vor der
Kindertagesstätte Wittenberger Weg aufgestellt und 2001 entdeckte man überraschend
eine weitere Skulptur im Privatbesitz der Steinmetzwerkstatt Kuhn in Neuss. Die übrigen
Figuren gingen bei der Auflösung des Bauhofes 1965 verloren.
Das heutige, weiterhin symmetrische Bild der Wasserachse läßt nichts von der
Kulturgeschichte dieser Figuren erkennen. Eine Verlagerung der vier verbliebenen
Figuren an ihre ursprünglichen Standorte, die anhand zeitgenössischer Fotografien
möglich ist, würde die derzeitige Symmetrie auflösen, das Fehlen visuell spürbar machen
und ein Hinterfragen bei den Besucherinnen und Besuchern auslösen. Eine Info-Tafel soll
die neue, asymmetrische Ordnung erläutern.
Die beiden zusätzlichen Figuren wurden inzwischen kostenfrei zurückgegeben und sollen
in die neue Platzierung mit einbezogen werden.
Der Denkmalschutz wurde in diese Überlegungen miteinbezogen und stimmt der
Verlagerung zu.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Kulturausschuss 16.06.2005 Einstimmig beschlossen
Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 05.09.2005 -/-
2
RSD AllVorlg.WPT RSD AllVorlg.WPT
Ö Vorlagen - Nr. 41/ 37/2005
Seite 2 von 2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Alternative:
Keine
Amt:
Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Grosse-Brockhoff