Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 51/ 18/2005

Zwischenbericht Partizipation

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Krefelder Straße 2 · Stadtbezirk 4 (Oberkassel)örtlicher Bezug 1Dokument 6. Januar 2005veröffentlicht

Zur amtlichen Vorlage

Für dieses Dokument liegt noch keine belastbare redaktionelle Zusammenfassung vor. Beratungsweg, Eckdaten und Originaldokumente werden deshalb unverändert aus dem Ratsinformationssystem angezeigt.

Originale durchsuchen

Dokumenttexte

Vorlage als Text anzeigen
Seite 1 von 4 Informationsvorlage Betrifft: Zwischenbericht zum Beschluss: Interfraktioneller Antrag 'Düsseldorfer Initiative Partizipation' Der Jugendhilfeausschusses hat am 30.6.2004 den gemeinsamen Antrag der Ratsfraktionen und der Jugendverbände zur Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung (Düsseldorfer Initiative Partizipation) beschlossen. Das Jugendamt hat allen städtischen Ämtern und Instituten mitgeteilt, dass in allen Stadtteilen Projekte koordiniert und ausgebaut werden sollen, die Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche fördern. Die im folgenden aufgeführten Schritte sind durch das Jugendamt eingeleitet. 1. Beteiligung anderer Ämter und Institutionen 2. Kleine Studie Kinderfreundlichkeit/Partizipation 3. Beteiligung in den Kinder- und Jugendeinrichtungen 4. Vereinbarung eines Qualitätsziels "Partizipation" im städtischen Kinderhilfezentrum 1. Beteiligung anderer Ämter und Institutionen Die städtischen Ämter und Institute wurden informiert, dass über die Struktur der Arbeitsgemeinschaft § 78 SGB VIII jährlich in allen Stadtteilen Projekte, Angebote und Prozesse zur Partizipation koordiniert und reflektiert werden sollen. Hierbei sind verschiedene Arbeitsansätze und - methoden zu entwickeln und bestehende Mitwirkungsmöglichkeiten zu erhalten oder womöglich auszubauen, um Kindern und Jugendlichen ein Mitspracherecht bei Pl anungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen zu verschaffen, die direkten oder indirekten Einfluß auf ihre Lebenswelt haben. Den unterschiedlichen Modellen, Projekten und Aktionen hat der Jugendhilfeauschuß schon in seiner Sitzung vom 9 Februar 1999 die folgenden gemeinsame Ziele gesetzt: < Mädchen und Jungen sollen die Möglichkeit erhalten, an der Gestaltung ihrer Lebensbereiche verantwortungsvoll mitzuwirken, weil Bete iligung ein grundsätzlicher, demokratischer Wert ist. < Beteiligung soll Kindern und Jugendlichen die politischen Zusammenhänge und Entscheidungswege lebendiger und durchschaubarer machen. < Beteiligung von Kindern und Jugendlichen soll auch ein Beitrag zur Qualifizierung von politischen Entscheidungen sein. < Beteiligung soll praxisnahe politische Bildung sein. < Beteiligung soll dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen Werte wie Gemeinsinn, Solidarität und Toleranz zu vermitteln. RSD AllVorlg.WPT Seite 2 von 4 Ferner wurde den städtischen Ämtern und Instituten mitgeteilt, dass dem Jugendhilfeausschuss jährlich ein Bericht "Partizipation in Düsseldorf" vorgelegt werden soll. Hier sind die bezirklichen Maßnahmen und Projekte des abgelaufenen Jahres in Bezug auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu beschreiben und zu bewerten. Gleichzeitig ist ein Ausblick auf das folgende Jahr zu geben. "Partizipation von Kinder und Jugendlichen" ist somit aufgrund der Entscheidung des Jugendhilfeausschusses analog dem Thema "Familien- und Kinderfreundlichkeit" als Querschnittsthema anzusehen. Dargelegt werden soll, wie Partizipationsansätze auch in die jeweiligen Fachplanungen der Ämter und Institute einfließen. Derzeit werden im Jugendamt die Rückmeldungen der Ämter und Institutionen gesammelt und aufbereitet. Es wird zusammengefaßt welche Partizipationsprojekte mit Kindern und Jugendlichen im Zeitraum 2002 - 2004 im jeweiligen Zuständigkeitsbereich durchgeführt wurden und wie diese Projekte zu bewerten sind. Die geplanten Maßnahmen für 2005 und 2006 werden ebenfalls dargestellt. 2. Kleine Studie Kinderfreundlichkeit/Partizipation Im Jugendamt wird z. Z. eine kleine Studie Kinderfreundlichkeit mit dem Schwerpunkt Partizipation vorbereitet. Dort sollen beispielhafte Modelle, Projekte und Aktionen präsentiert und zur Nachahmung empfohlen werden. Zur Qulifizierung der Studie soll Anfang 2005 beim Jugendamt eine Trai neestelle mit der Qualifikation "Sozialwissenschaft" zeitlich befristet eingerichtet werden. 3. Beteiligung in den Kinder- und Jugendeinrichtungen In den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen aller Träger ist eine allgemeine Aufbruchstimmung in Richtung Partizipation feststellbar. Die Kinder und Jugendlichen sind hier, auf Grund der offenen Atmosphäre und der fachlichen Unterstützung der Mitarbeiter in den Einrichtungen, zum Teil allein in der Lage, Projekte und Aktionen zu entwickeln und durchzuführen. Die Kinder und Jugendlichen sind motiviert im Dialog mit Politik und Öffentlichkeit auf ihre Rechte, Probleme, Wünsche, Forderungen und Meinungen aufmerksam zu machen. Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen am kommunalen, politischen, kulturellen und sozialen Leben und den entsprechenden Entscheidungen soll dadurch gefördert werden. Kinder und Jugendliche erhalten so ein Sprachrohr und können an der Verwirklichung ihrer Vorstellungen mitwirken (s. Ziffer 2 - kleine Studie). Düsseldorf beschreitet hiermit den Weg durch unterschiedlichste Angebote, die als permanenter Prozess organisiert sind, Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in ihren Stadtbezirken, Stadtteilen und Sozialräumen zu ermöglichen. Zwei einfache Beispiele sollen dieses verdeutlichen. Evangelische Kinder- und Jugendeinrichtung "Anne Frank Haus" Garath Ausstellungsbegleiter während der Anne Frank Ausstellung 2004. Seite 3 von 4 Das Konzept der Ausstellung "Anne Frank - eine Geschichte für heute", die 2004 im Anne Frank Haus stattfand, basiert auf dem Gedanken, das Jugendliche Gleichaltrige sensibel an das oben genannte Thema heranführen. Hierfür wurden an unterschiedlichen Schulen Jugendliche gewor ben, von denen sich 22 bereit erklärten, sich zu Ausstellungsbegleiterinnen und -begleitern ausbilden zu lassen. Zu diesem Zweck erhielten die Jugendlichen eine zweitägige Schulung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Anne Frank Zentrums in Berlin. Hier lernten sie unterschiedliche Methoden kennen, wie sie durch Ausstellungen führen können. Für die Führungstermine wurden die Jugendlichen vom Schulunterricht befreit. Die Jugendlichen haben selbstständig durch die Ausstellung geführt und wurden von den sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen des Anne Frank Hauses betreut. Besonders zu erwähnen ist, dass es den jugendlichen Ausstellungsbegleiterinnen und- begleitern sehr wichtig war, interaktiv mit den gleichaltrigen jugendlichen Besuchern ins Gespräch über die Geschichte der wiederum fast gleichaltrigen Anne Frank zukommen und darüber die eigene Lebenssituation zu reflektieren. Städtischer Kinderclub in der Donk " Die acht Gerechten" In den Zielvereinbarungen mit den städtischen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als Arbeitsschwerpunkt festgelegt. Der Kinderclub in der Donk läßt deshalb seit 2002 ein Kinderteam aus acht Vertretern, jeweils vier Mädchen und vier Jungen wählen. Die "Amtszeit" beträgt ein Jahr. Bei der Durchführung orientiert man sich an den Vorbildern aus der Politik. Mit Wahlwerbung, Vorstellung der Kandidaten und ihren Versprechen, sowie festen Wahltagen, an denen eine geheime Wahl durchgeführt wird, versucht man das Interesse der Besucher zu wecken und eine hohe Wahlbeteiligung sicherzustellen. Das gewählte Kinderteam nennt sich selbst "die acht Gerechten". Es versteht sich als Mittler zwischen Mitarbeitern und Kinderclubbesuchern. Das Kinderteam formuliert Programmwünsche, macht Vorschläge für Neuanschaffungen und bietet Beistand in Streitfällen. Damit das Kinderteam sich nicht ausschließlich zum Wunsch- und Fordergremium entwickelt, bietet die Kinderfreizeiteinrichtung aktive Beteiligungsmöglichkeiten an, sei es durch die Gestaltung des Außenbereichs mit Basketballkorb und Fußballtoren, der Durchführung von Veranstaltungen und Festen oder der Herausgabe der Clubzeitung. Die Kinder sollen über klare, kurzfristig erreichbare Ziele Erfolg in ihrem Engagement erleben und Motivation für weitere Aktivitäten gewinnen. Eigene Ausweise und Pullis mit dem Kinderclubemblem stärken die Identifikation mit dem übernommenen "Amt". So haben die Kinder z.B. im Außenbereich ein Gemüsebeet angelegt, einen eigenen Kiosk für die Clubbesucher organisiert und 2004 als bisherigen Höhepunkt den Clubbeitrag für die Veranstaltung zum Weltkindertag vorbereitet und am Festtag durchgehend am Stand mitgeholfen. 4. Vereinbarung eines Qualitätsziels "Partizipation" im städtischen Kinderhilfezentrum Seite 4 von 4 Für das städtische Kinderhilfezentrum auf der Eulerstraße ist für 2005 u.a. eine Zielvereinbarung getroffen worden, die das Qualitätsmanagement dort weiter entwickelt. In diesem Zusammenhang sollen zwei zusätzliche Schlüsselprozesse beschrieben werden. Einer davon wird die Vertiefung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zum Inhalt haben. Ausblick Im Jugendamt werden 2005 die benannten Schritte sowie weitere zur Stärkung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in ganz Düsseldorf eingeleitet: • Im Rahmen der Jugendhilfeplanung wird Partizipation zum fortlaufenden Qualitätsmerkmal (z.B. a) Fortschreibung in der Kinder- und Jugendförderung, b) Neuplanung Vormundschaft, c) Neuplanung Familienberatung) • Beteiligung/Befragung von Einrichtungen der verschiedenen freien Träger in Düsseldorf nach Abstimmung in der AG 78. • Internetrecherche zum Thema, zur Er stellung eines Maßnahmenkatalogs von gelungenen Beispielen der Kinder- und Jugendbeteiligung und Prüfung der Umsetzbarkeit in Düsseldorf. • Intensivierung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Agenda 21 Prozess. • Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Thema Partizipation. • Unterstützung der Erarbeitung eines Düsseldorfer "Geschichtsbuch von Kindern für Kinder" (Teil 1, Stadtbezirk 3 wurde am 16.12.04 präsentiert; Teil 2, Stadtbezirk 1 ist für 2005 geplant). Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Jugendhilfeausschuss 18.01.2005 -/- 2 1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant. 2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Amt: Jugendamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Hintzsche

Ohne KI-Zusammenfassung. Angezeigt werden ausschließlich strukturierte Angaben und extrahierte Inhalte aus dem Ratsinformationssystem.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 51/ 18/2005