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Informationsvorlage
Betrifft:
Zwischenbericht zum Beschluss: Interfraktioneller Antrag 'Düsseldorfer Initiative
Partizipation'
Der Jugendhilfeausschusses hat am 30.6.2004 den gemeinsamen Antrag der
Ratsfraktionen und der Jugendverbände zur Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung
(Düsseldorfer Initiative Partizipation) beschlossen. Das Jugendamt hat allen städtischen
Ämtern und Instituten mitgeteilt, dass in allen Stadtteilen Projekte koordiniert und
ausgebaut werden sollen, die Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche
fördern. Die im folgenden aufgeführten Schritte sind durch das Jugendamt eingeleitet.
1. Beteiligung anderer Ämter und Institutionen
2. Kleine Studie Kinderfreundlichkeit/Partizipation
3. Beteiligung in den Kinder- und Jugendeinrichtungen
4. Vereinbarung eines Qualitätsziels "Partizipation" im städtischen
Kinderhilfezentrum
1. Beteiligung anderer Ämter und Institutionen
Die städtischen Ämter und Institute wurden informiert, dass über die Struktur der
Arbeitsgemeinschaft § 78 SGB VIII jährlich in allen Stadtteilen Projekte, Angebote und
Prozesse zur Partizipation koordiniert und reflektiert werden sollen. Hierbei sind
verschiedene Arbeitsansätze und - methoden zu entwickeln und bestehende
Mitwirkungsmöglichkeiten zu erhalten oder womöglich auszubauen, um Kindern und
Jugendlichen ein Mitspracherecht bei Pl anungs-, Gestaltungs- und
Entscheidungsprozessen zu verschaffen, die direkten oder indirekten Einfluß auf ihre
Lebenswelt haben.
Den unterschiedlichen Modellen, Projekten und Aktionen hat der Jugendhilfeauschuß
schon in seiner Sitzung vom 9 Februar 1999 die folgenden gemeinsame Ziele gesetzt:
< Mädchen und Jungen sollen die Möglichkeit erhalten, an der Gestaltung ihrer
Lebensbereiche verantwortungsvoll mitzuwirken, weil Bete iligung ein
grundsätzlicher, demokratischer Wert ist.
< Beteiligung soll Kindern und Jugendlichen die politischen Zusammenhänge und
Entscheidungswege lebendiger und durchschaubarer machen.
< Beteiligung von Kindern und Jugendlichen soll auch ein Beitrag zur Qualifizierung
von politischen Entscheidungen sein.
< Beteiligung soll praxisnahe politische Bildung sein.
< Beteiligung soll dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen Werte wie Gemeinsinn,
Solidarität und Toleranz zu vermitteln.
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Ferner wurde den städtischen Ämtern und Instituten mitgeteilt, dass dem
Jugendhilfeausschuss jährlich ein Bericht "Partizipation in Düsseldorf" vorgelegt werden
soll. Hier sind die bezirklichen Maßnahmen und Projekte des abgelaufenen Jahres in
Bezug auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu beschreiben und zu bewerten.
Gleichzeitig ist ein Ausblick auf das folgende Jahr zu geben.
"Partizipation von Kinder und Jugendlichen" ist somit aufgrund der Entscheidung des
Jugendhilfeausschusses analog dem Thema "Familien- und Kinderfreundlichkeit" als
Querschnittsthema anzusehen. Dargelegt werden soll, wie Partizipationsansätze auch in
die jeweiligen Fachplanungen der Ämter und Institute einfließen.
Derzeit werden im Jugendamt die Rückmeldungen der Ämter und Institutionen gesammelt
und aufbereitet. Es wird zusammengefaßt welche Partizipationsprojekte mit Kindern und
Jugendlichen im Zeitraum 2002 - 2004 im jeweiligen Zuständigkeitsbereich durchgeführt
wurden und wie diese Projekte zu bewerten sind. Die geplanten Maßnahmen für 2005 und
2006 werden ebenfalls dargestellt.
2. Kleine Studie Kinderfreundlichkeit/Partizipation
Im Jugendamt wird z. Z. eine kleine Studie Kinderfreundlichkeit mit dem Schwerpunkt
Partizipation vorbereitet. Dort sollen beispielhafte Modelle, Projekte und Aktionen
präsentiert und zur Nachahmung empfohlen werden. Zur Qulifizierung der Studie soll
Anfang 2005 beim Jugendamt eine Trai neestelle mit der Qualifikation
"Sozialwissenschaft" zeitlich befristet eingerichtet werden.
3. Beteiligung in den Kinder- und Jugendeinrichtungen
In den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen aller Träger ist eine allgemeine
Aufbruchstimmung in Richtung Partizipation feststellbar. Die Kinder und Jugendlichen
sind hier, auf Grund der offenen
Atmosphäre und der fachlichen Unterstützung der Mitarbeiter in den Einrichtungen, zum
Teil allein in der Lage, Projekte und Aktionen zu entwickeln und durchzuführen.
Die Kinder und Jugendlichen sind motiviert im Dialog mit Politik und Öffentlichkeit auf ihre
Rechte, Probleme, Wünsche, Forderungen und Meinungen aufmerksam zu machen. Die
Partizipation von Kindern und Jugendlichen am kommunalen, politischen, kulturellen und
sozialen Leben und den entsprechenden Entscheidungen soll dadurch gefördert werden.
Kinder und Jugendliche erhalten so ein Sprachrohr und können an der Verwirklichung
ihrer Vorstellungen mitwirken (s. Ziffer 2 - kleine Studie).
Düsseldorf beschreitet hiermit den Weg durch unterschiedlichste Angebote, die als
permanenter Prozess organisiert sind, Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und ihren
Familien in ihren Stadtbezirken, Stadtteilen und Sozialräumen zu ermöglichen. Zwei
einfache Beispiele sollen dieses verdeutlichen.
Evangelische Kinder- und Jugendeinrichtung "Anne Frank Haus" Garath
Ausstellungsbegleiter während der Anne Frank Ausstellung 2004.
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Das Konzept der Ausstellung "Anne Frank - eine Geschichte für heute", die 2004 im Anne
Frank Haus stattfand, basiert auf dem Gedanken, das Jugendliche Gleichaltrige sensibel
an das oben genannte Thema heranführen. Hierfür wurden an unterschiedlichen Schulen
Jugendliche gewor ben, von denen sich 22 bereit erklärten, sich zu
Ausstellungsbegleiterinnen und -begleitern ausbilden zu lassen. Zu diesem Zweck
erhielten die Jugendlichen eine zweitägige Schulung durch Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Anne Frank Zentrums in Berlin. Hier lernten sie unterschiedliche
Methoden kennen, wie sie durch Ausstellungen führen können. Für die Führungstermine
wurden die Jugendlichen vom Schulunterricht befreit.
Die Jugendlichen haben selbstständig durch die Ausstellung geführt und wurden von den
sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen des Anne Frank Hauses betreut. Besonders zu
erwähnen ist, dass es den jugendlichen Ausstellungsbegleiterinnen und- begleitern sehr
wichtig war, interaktiv mit den gleichaltrigen jugendlichen Besuchern ins Gespräch über
die Geschichte der wiederum fast gleichaltrigen Anne Frank zukommen und darüber die
eigene Lebenssituation zu reflektieren.
Städtischer Kinderclub in der Donk
" Die acht Gerechten"
In den Zielvereinbarungen mit den städtischen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen ist
die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als Arbeitsschwerpunkt festgelegt. Der
Kinderclub in der Donk läßt deshalb seit 2002 ein Kinderteam aus acht Vertretern, jeweils
vier Mädchen und vier Jungen wählen. Die "Amtszeit" beträgt ein Jahr. Bei der
Durchführung orientiert man sich an den Vorbildern aus der Politik. Mit Wahlwerbung,
Vorstellung der Kandidaten und ihren Versprechen, sowie festen Wahltagen, an denen
eine geheime Wahl durchgeführt wird, versucht man das Interesse der Besucher zu
wecken und eine hohe Wahlbeteiligung sicherzustellen. Das gewählte Kinderteam nennt
sich selbst "die acht Gerechten". Es versteht sich als Mittler zwischen Mitarbeitern und
Kinderclubbesuchern. Das Kinderteam formuliert Programmwünsche, macht Vorschläge
für Neuanschaffungen und bietet Beistand in Streitfällen. Damit das Kinderteam sich nicht
ausschließlich zum Wunsch- und Fordergremium entwickelt, bietet die
Kinderfreizeiteinrichtung aktive Beteiligungsmöglichkeiten an, sei es durch die Gestaltung
des Außenbereichs mit Basketballkorb und Fußballtoren, der Durchführung von
Veranstaltungen und Festen oder der Herausgabe der Clubzeitung.
Die Kinder sollen über klare, kurzfristig erreichbare Ziele Erfolg in ihrem Engagement
erleben und Motivation für weitere Aktivitäten gewinnen. Eigene Ausweise und Pullis mit
dem Kinderclubemblem stärken die Identifikation mit dem übernommenen "Amt".
So haben die Kinder z.B. im Außenbereich ein Gemüsebeet angelegt, einen eigenen
Kiosk für die Clubbesucher organisiert und 2004 als bisherigen Höhepunkt den
Clubbeitrag für die Veranstaltung zum Weltkindertag vorbereitet und am Festtag
durchgehend am Stand mitgeholfen.
4. Vereinbarung eines Qualitätsziels "Partizipation" im städtischen
Kinderhilfezentrum
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Für das städtische Kinderhilfezentrum auf der Eulerstraße ist für 2005 u.a. eine
Zielvereinbarung getroffen worden, die das Qualitätsmanagement dort weiter entwickelt.
In diesem Zusammenhang sollen zwei zusätzliche Schlüsselprozesse beschrieben
werden. Einer davon wird die Vertiefung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
zum Inhalt haben.
Ausblick
Im Jugendamt werden 2005 die benannten Schritte sowie weitere zur Stärkung der
Partizipation von Kindern und Jugendlichen in ganz Düsseldorf eingeleitet:
• Im Rahmen der Jugendhilfeplanung wird Partizipation zum fortlaufenden
Qualitätsmerkmal (z.B. a) Fortschreibung in der Kinder- und Jugendförderung, b)
Neuplanung Vormundschaft, c) Neuplanung Familienberatung)
• Beteiligung/Befragung von Einrichtungen der verschiedenen freien Träger in
Düsseldorf nach Abstimmung in der AG 78.
• Internetrecherche zum Thema, zur Er stellung eines Maßnahmenkatalogs von
gelungenen Beispielen der Kinder- und Jugendbeteiligung und Prüfung der
Umsetzbarkeit in Düsseldorf.
• Intensivierung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Agenda 21
Prozess.
• Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Thema Partizipation.
• Unterstützung der Erarbeitung eines Düsseldorfer "Geschichtsbuch von Kindern für
Kinder" (Teil 1, Stadtbezirk 3 wurde am 16.12.04 präsentiert; Teil 2, Stadtbezirk 1
ist für 2005 geplant).
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Jugendhilfeausschuss 18.01.2005 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Amt:
Jugendamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Hintzsche