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Title: Vorlage 01/ 62/2016
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00262492.pdf
Published Time: Tue, 13 Aug 2019 14:47:30 GMT
Number of Pages: 3
Markdown Content:
Vorlage 01/ 62/2016
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> RSD Vorlage
X öffentlich nicht öffentlich
An
Oberbürgermeister
Thomas Geisel
Düsseldorf, den 10.03.2016
## Antrag
Änderungsantrag der Ratsfraktion Tierschutzpartei/FREIE WÄHLER: Verabschiedung einer Resolution gegen sexualisierte Gewalt
Sachdarstellung:
Der Ausschuss für Gleichstellung der Stadt Münster hat am 13.01.2016 aus Anlass der Vorfälle der Silvesternacht in Köln und anderen Städten überfraktionell eine gleichlautende Resolution gegen sexualisierte Gewalt einstimmig verabschiedet.Diese Resolution benennt jedoch nur die Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die sexuelle Gewalt gegen Jungen wird gar nicht erst benannt als ob es sie nicht geben würde. Dies ist nicht nur fehlerhaft dargestellt und ungerecht, sondern stellt damit auch die Zulässigkeit der Resolution in Frage, die frei von Diskriminierung zu sein hat.
Auf der Homepage des Frauenhaus Düsseldorf wird zudem ausdrücklich betont, dass Schutz und Hilfe für Kinder angeboten wird und nicht nur für Mädchen.
Die Änderungen zur Vorlage 01/31/2016 sind unterstrichen und in Fettbuchstaben
markiert. Durchgestrichene Textpassagen bedeuten, dass sie aus der Originalvorlage entfernt wurden.
Änderungsantrag:
„Der Rat der Stadt Düsseldorf verurteilt jegliche Form von sexueller Gewalt. gegen Frauen und Mädchen. Wir stellen fest, dass die Vorkommnisse in Köln einen schwerwiegenden Angriff auf die Gleichberechtigung der Frauen und eine massive Menschenrechtsverletzung darstellen, denen mit aller Härte der Gesetze entgegenzutreten ist. Ungeachtet der Herkunft und Nationalität der Täter dürfen solche gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen nicht toleriert werden.
Sexualisierte Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit ist kein neues Thema. Die aktuell erlebten öffentlichen Übergriffe in massiver Form stellen eine neue Dimension dar, aber sie dürfen nicht davon ablenken, dass in unserem Land und auch in Düsseldorf an jedem Tag Frauen und Kinder missachtet, gedemütigt und missbraucht werden. Vorlage 01/ 62/2016
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Sexualisierte Gewalt vor allem gegen Frauen und Kinder und gegen Menschen mit verschiedenen sexuellen Orientierungen ist leider Bestandteil unserer Gesellschaft, betrifft alle Nationen und begegnet uns nicht nur auf der Straße, sondern auch am Arbeitsplatz, an der Universität und im persönlichen Umfeld.
Täter sind Deutsche ebenso wie Männer mit Migrationshintergrund. Sie kommen aus allen sozialen Schichten und finden sich in allen Altersgruppen.
Zahlen des Bundesfamilienministeriums zeigen: Knapp 60 Prozent aller Frauen in Deutschland wurden bereits sexuell belästigt, jede siebte hat strafrechtlich relevante Formen sexueller Gewalt erfahren.
Die aktuelle öffentliche Empörung mit ihren vielen Facetten von Schuldzuweisungen, Pauschalierungen und Diskriminierungen, aber auch mit den gut gemeinten Ratschlägen zum Verhalten von Frauen gibt hier Anlass darauf hinzuweisen, dass die Lösung des Problems nicht von den Frauen und Kindern
ausgehen muss, sondern von allen, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen und besonders auch von jedem einzelnen Mann.
Wer die persönliche Würde und die sexuelle Integrität von Frauen und Kinder nicht respektiert oder absichtlich verletzt, stellt sich außerhalb unserer Rechtsnormen. Wer Mitarbeiterinnen am Arbeitsplatz sexuell belästigt, wer Frauen und Kinder
sexistisch beleidigt oder familiäre Gewalt ausübt, gehört ebenso zu den Tätern wie Männer, die sich zusammenrotten und Frauen und Kinder öffentlich sexuell belästigen, erniedrigen und vergewaltigen.
Wir schätzen und fördern die Arbeit der Frauenhäuser und der Mädchen- und Frauenberatungsstellen in Düsseldorf, die seit mehr als drei Jahrzehnten betroffenen Kinder und Frauen Hilfe und Unterstützung bieten und daran arbeiten, das Bewusstsein für dieses gesellschaftliche Problem zu schärfen.
Wir rufen daher jetzt alle, insbesondere alle Männer, die sich für ein respektvolles Miteinander von Frauen und Männern für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen wollen, dazu auf, sich klar zu positionieren. Lehnen Sie jedwede Form von (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen ab, schauen Sie nicht weg, lassen Sie anderen Männern gleich welcher Herkunft, Religion oder kulturellem Hintergrund auch in Ihrem persönlichen Umfeld Sexismus nicht durchgehen. Setzen Sie sich aktiv für die Würde und den Respekt gegenüber Menschen gleich welcher sexuellen Orientierung und Identität ein!
Claudia Krüger F.d.R.
Ratsfrau Torsten Lemmer
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Vorlage 01/ 62/2016
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Rat 28.04.2016 -/-¹
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.