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Title: Anfrage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00588709.pdf
Published Time: 2026-06-03T09:30:00.000Z
Number of Pages: 2
Markdown Content:
JHA/058/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 03.06.2026
Ratsfraktion – FDP
Ratsfrau Pina Nell
Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses
Anfrage der FDP-Ratsfraktion
zur Sitzung des Jug endhilfeausschusses am 24.06. 2026
## Betrifft:
Anfrage der FDP-Ratsfraktion - hier: Lage und Maßnahmen zum Wohlbefinden von
Kindern und Jugendlichen in Düsseldorf
Sehr geehrte Frau Nell,
im Namen meiner Fraktion bitte ich Sie, nachfolgende Anfrage auf die Tagesordnung
der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 24. Juni 2026 zu setzen und von der
Verwaltung beantworten zu lassen:
Anfrage:
1) Wie stellt sich das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Düsseldorf mit
Blick auf die Dimensionen a) physische Gesundheit, b) mentales Wohlbefinden und
c) soziale und schulische Kompetenzen (siehe Begründung) dar?
2) Welche Erkenntnisse liegen zum Zusammenhang von ökonomischer Ungleichheit
und den genannten Dimensionen des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen
in Düsseldorf vor?
3) Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Stadt Düsseldorf bereits oder plant sie,
um die genannten Dimensionen des Wohlbefindens gezielt zu adressieren?
Begründung:
Die im Mai 2026 veröffentlichte 20. Ausgabe der Report-Card Serie des UNICEF-
Forschungsinstituts Innocenti „Unequal chances – Children and economic inequality“
zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich des kindlichen Wohlbefindens
weiterhin unterdurchschnittlich abschneidet und lediglich Platz 25 von 37 Ländern
belegt. Das Wohlbefinden ist in der Studie operationalisiert anhand von drei
Dimensionen und jeweils zwei Indikatoren: Seite 2
> 1UNICEF Deutschland. (2026a). Ungleiche Chancen – Wie das Einkommen der Eltern die Chancen der
> Kinder beeinflusst . UNICEF. https://www.unicef.de/397606/data/464f801826c30ac2130cf71fbfbbc88d ;
> UNICEF Deutschland. (2026b). UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern: Deutschland schneidet
> erneut unterdurchschnittlich ab .https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/unicef-studie-
> kindeswohl-2026/397376 ; UNICEF Innocenti. (2026). Unequal chances: Children and economic inequality .
> UNICEF. https://www.unicef.org/innocenti/media/8521/file/UNICEF-Innocenti-Report-Card-20-2026.pdf
> 2UNICEF Deutschland. (2025). Eine Krise im Verborgenen: Kinderarmut in Deutschland .
> https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/-/kinderarmut-deutschland/362522
1) physische Gesundheit: a) Kindersterblichkeit, b) Übergewicht
2) mentales Wohlbefinden: a) Suizidrate, b) Lebenszufriedenheit
3) Kompetenzen: a) soziale Kompetenzen, b) schulische Kompetenzen
Insbesondere bei den sozialen und schulischen Kompetenzen sind die Ergebnisse für
Deutschland besorgniserregend. Während Deutschland bei der physischen Gesundheit
auf Platz 15 und beim mentalen Wohlbefinden auf Platz 21 liegt, belegt es in dieser
dritten Dimension lediglich Platz 34 von 37 Ländern. 1
Die UNICEF-Studie belegt, dass ökonomische Ungleichheit das Wohlbefinden von
Kindern in Industrieländern stark beeinträchtigt. Diese ist in der Studie operationalisiert
anhand von zwei Dimensionen mit jeweils zwei Indikatoren:
1) monetäre Ungleichheit: a) Einkommensungleichheit, b) Kinderarmut
2) sozioökonomischer Status: a) Index of Economic, Social and Cultural Status
(ESCS), b) Family Affluence Scale (FAS)
UNICEF empfiehlt daher unter anderem, konsequent in benachteiligte Kinder zu
investieren, Wohnviertel kindgerecht zu gestalten, Kooperationen zwischen Kinder- und
Jugendhilfe und Schulen zu stärken sowie ein kontinuierliches Monitoring aufzubauen.
Angesichts der Ergebnisse der Studie und des für Deutschland generell belegten
Zusammenhangs zwischen Kinderarmut und niedrigem Bildungsniveau 2 ist
insbesondere die Stärkung der Bildung zentral, um jedem Kind und Jugendlichen echte
Chancen auf ein hohes Ausmaß an Wohlbefinden zu ermöglichen.
Wir sind uns darüber bewusst, dass sich entsprechende Maßnahmen in Düsseldorf
bereits vielfach in Umsetzung oder in Planung befinden. Dennoch wäre ein präzises Bild
der Lage in Düsseldorf anhand der UNICEF-Dimensionen hilfreich, um bestehende und
geplante städtische Maßnahmen weiterzuentwickeln, auf ihre Wirksamkeit zu
überprüfen und gegebenenfalls nachzusteuern.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung der oben genannten Fragen.
Dr. Carina Weinmann