Arbeitslose
Monatsstand Juni 2026, Quote 7,9 %
Düsseldorf Radar · Themenportal
Soziale Sicherung, Integration, Inklusion und Hilfen für Menschen in Düsseldorf.
Inhaltlich geprüft:
Datenlage
Arbeitsmarkt, Mindestsicherung und Wohnungslosigkeit messen verschiedene Lebenslagen. Das Dossier verbindet aktuelle Gesamtstadtwerte mit dem Quartiersatlas – ohne ältere Sozialraumdaten als Gegenwart oder einzelne Viertel als Rangliste auszugeben.
Monatsstand Juni 2026, Quote 7,9 %
IT.NRW-Stichtag 31. Januar 2024
fachlicher Datenstand 31. Dezember 2021
Soziale Lage lässt sich nicht in einer einzigen Zahl abbilden. Arbeitslosigkeit, Einkommen, Wohnen, Bildung, Gesundheit und soziale Netze beeinflussen sich, messen aber unterschiedliche Dinge. Dass ein Quartier bei einem Indikator auffällt, beschreibt weder alle dort lebenden Menschen noch die Qualität des Stadtteils.
Düsseldorf verfügt über aktuelle gesamtstädtische Arbeitsmarktdaten und einen detaillierten Quartiersatlas. Die Datenstände unterscheiden sich jedoch deutlich: Der Arbeitsmarkt wird monatlich berichtet, während die kleinräumigen Werte des Quartiersatlas auf den 31. Dezember 2021 zurückgehen. Bei Wohnungslosigkeit kommen weitere Abgrenzungen hinzu.
Dieses Dossier macht diese Unterschiede sichtbar. Es verbindet aktuelle Stadtwerte, sozialräumliche Einordnung und konkrete Hilfen, ohne alte Daten als Gegenwart oder einzelne Quartiere als Rangliste auszugeben.
Kerninfo: Im Juni 2026 waren 29.038 Menschen arbeitslos, darunter 10.709 Langzeitarbeitslose. Für kleinräumige Vergleiche bietet der Quartiersatlas 170 Sozialräume – sein fachlicher Stand ist aber Ende 2021. Wohnungslosigkeit wird je nach Statistik als Unterbringung, Nachtzählung oder Wohnungsvermittlung erfasst.
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Arbeitslose | 29.038 | Monatsstand Juni 2026 |
| Arbeitslosenquote | 7,9 % | Juni 2026 |
| Langzeitarbeitslose | 10.709 | Juni 2026 |
| Sozialräume im Quartiersatlas | 170 | fachlicher Datenstand 31.12.2021 |
| untergebrachte Wohnungslose | 6.215 | IT.NRW-Stichtag 31.01.2024 |
| Nachtzählung | 459 erfasste Menschen | einmalige Momentaufnahme 2021 |
| „Endlich ein Zuhause“ | mehr als 1.000 Vermittlungen | kumuliert seit November 2019 |
Der Jahresdurchschnitt 2025 lag bei 28.734 Arbeitslosen und einer Quote von 8,0 Prozent. Im Juni 2026 waren 29.038 Menschen arbeitslos; die Monatsquote lag bei 7,9 Prozent.
Die beiden Balken sind keine normale Zeitreihe. Ein Jahresdurchschnitt glättet saisonale Schwankungen, ein Monatswert beschreibt einen einzelnen Zeitpunkt. Die Werte dienen gemeinsam als aktuelle Größenordnung, dürfen aber nicht als exakte Veränderung von Dezember zu Juni gelesen werden.
Die Arbeitsmarktbilanz 2025 nennt im Jahresdurchschnitt 1.358 Arbeitslose mehr als 2024 und die höchste durchschnittliche Zahl seit zehn Jahren. Der Monatsbericht Juni 2026 meldete gegenüber dem Vorjahresmonat einen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit um 5,9 Prozent.
Arbeitslosigkeit erfasst Menschen, die die statistischen Voraussetzungen erfüllen und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Nicht enthalten sind beispielsweise alle Menschen mit sehr niedrigem Erwerbseinkommen, Rentnerinnen mit Grundsicherung, Personen in bestimmten Maßnahmen oder Menschen, die sich nicht arbeitslos gemeldet haben.
Umgekehrt bedeutet eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht automatisch ein auskömmliches Einkommen. Teilzeit, Branche, Haushaltsgröße und Wohnkosten beeinflussen die materielle Lage.
Von den 29.038 Arbeitslosen im Juni 2026 waren 10.709 langzeitarbeitslos. Das entspricht rechnerisch rund 36,9 Prozent. Die übrigen 18.329 Menschen waren nach dieser Definition nicht langzeitarbeitslos.
Langzeitarbeitslosigkeit ist sozialpolitisch besonders relevant, weil mit zunehmender Dauer berufliche Kontakte, Einkommen und Chancen auf einen schnellen Wiedereinstieg belastet sein können. Die Statistik erklärt jedoch keine individuellen Ursachen. Gesundheit, Qualifikation, Betreuungspflichten, Alter, Konjunktur und passende Stellen können unterschiedlich zusammenwirken.
Die Stadt kann Beratung, Qualifizierung, soziale Begleitung, Kinderbetreuung und lokale Beschäftigungsprojekte unterstützen. Arbeitsmarktpolitik, Leistungsrecht und Vermittlung liegen zugleich wesentlich bei Bund, Jobcenter und Bundesagentur für Arbeit.
Zum 30. Juni 2025 waren 460.155 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Düsseldorf registriert. 89,2 Prozent arbeiteten im Dienstleistungssektor, 26 Prozent in Teilzeit. 62,8 Prozent der Beschäftigten am Arbeitsort pendelten ein.
Diese wirtschaftliche Stärke und die Arbeitslosenzahl widersprechen sich nicht. Ein großer Arbeitsmarkt kann hoch qualifizierte Arbeitsplätze anziehen und gleichzeitig Menschen zurücklassen, deren Qualifikation, Gesundheit oder Lebenssituation nicht zu den verfügbaren Stellen passt.
Auch der Arbeitsortwert ist keine Zahl Düsseldorfer Einwohner. Einpendler werden am Arbeitsort gezählt, während auspendelnde Düsseldorfer an einem anderen Arbeitsort erscheinen. Für die soziale Lage der Wohnbevölkerung müssen deshalb Wohnort-, Haushalts- und Leistungsdaten ergänzt werden.
Die Stadt veröffentlichte im Juli 2025 das Monitoring „Soziale Lage in Düsseldorf 2018 bis 2023“. Es ist auf eine zweijährliche Fortschreibung angelegt und bündelt mehrere gesamtstädtische Indikatoren.
Für das Portal ist dieser Bericht die geeignete Quelle für mittelfristige Stadttrends. Sein Download und seine Tabellen sind jedoch nicht stabil maschinenlesbar. Konkrete Zeitreihen werden daher erst übernommen, wenn Tabellenwert, Nenner und Berichtsjahr manuell kontrolliert und als lokaler Snapshot dokumentiert sind.
Das ist kein bloß technisches Detail. Ein Prozentwert kann sich auf Einwohner, Altersgruppen, Haushalte oder Leistungsberechtigte beziehen. Ohne Grundgesamtheit wäre eine grafisch präzise Zahl fachlich unsauber.
Der Quartiersatlas ordnet die 170 auswertbaren Sozialräume in fünf Stufen des sozialen Handlungsbedarfs ein. 24 Räume entfallen auf „gering“, 37 auf „eher gering“, 60 auf „mittel“, 21 auf „erhöht“ und 28 auf „hoch“.
Die Einstufung bündelt unter anderem Arbeitslosigkeit, SGB-II-Bezug, Mindestsicherung, Wohngeld, Bildung, Wohnen und weitere Strukturdaten. Sie soll Planung und Ressourceneinsatz unterstützen. Sie bewertet weder einzelne Menschen noch den gesamten Alltag eines Viertels.
Der Datensatz heißt „Quartiersatlas Düsseldorf 2024“ und seine Metadaten wurden später verändert. Die enthaltenen Werte beziehen sich jedoch auf den 31. Dezember 2021. Deshalb trägt jede Darstellung sichtbar diesen fachlichen Datenstand.
Das Beispiel zeigt eine wichtige Regel für Open Data: Das Änderungsdatum einer Datei sagt nicht automatisch, wann die beobachtete Realität gemessen wurde. Düsseldorf Radar prüft deshalb den Dateninhalt und nicht nur den Katalogeintrag.
Die Karte setzt je Sozialraum einen Punkt in das geometrische Zentrum der veröffentlichten Fläche. Sie bietet Filter nach der offiziellen Handlungseinstufung und nennt im Detail unter anderem Mindestsicherungs- und Arbeitslosenanteil, soweit ein Wert veröffentlicht wurde.
Die Punkte sind eine technische Vereinfachung. Sie zeigen keine exakten Grenzen und dürfen nicht zur Bewertung einer einzelnen Straße verwendet werden. Sozialräume können mehrere Wohnlagen umfassen; ein Durchschnitt verdeckt Unterschiede innerhalb des Gebiets.
Ein Ranking würde alte Daten auf einen einzigen Platz reduzieren und könnte Stadtteile stigmatisieren. Aussagekräftiger sind Profile, die mehrere Fragen verbinden:
Später können die Sozialräume mit den Stadtteilseiten verknüpft werden. Dort sollte der statistische Befund gemeinsam mit aktuellen Entscheidungen und örtlichem Kontext erscheinen.
Der Begriff umfasst unterschiedliche Situationen: Menschen können im öffentlichen Raum übernachten, in einer Notschlafstelle leben, ordnungsrechtlich untergebracht sein oder vorübergehend bei Bekannten wohnen. Keine einzelne Statistik bildet alles vollständig ab.
Für Düsseldorf stehen drei besonders unterschiedliche Messarten zur Verfügung:
Diese Zahlen dürfen weder addiert noch als direkte Zeitreihe behandelt werden.
IT.NRW zählte am 31. Januar 2024 in Düsseldorf 6.215 untergebrachte wohnungslose Menschen. Darunter waren 435 Kinder unter sieben Jahren, 545 im Alter von sieben bis unter 14 und 315 Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren. Insgesamt waren damit rund 1.295 Minderjährige erfasst.
Die Werte werden aus Datenschutzgründen auf fünf gerundet. Sie umfassen Menschen in kommunaler oder ordnungsrechtlicher Unterbringung, nicht automatisch alle Menschen ohne eigene Wohnung. Besonders verdeckte Wohnungslosigkeit – etwa zeitweises Wohnen bei Freunden – lässt sich damit nicht vollständig erfassen.
Die Statistik nennt außerdem 1.250 Menschen mit deutscher und 4.965 mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit. Staatsangehörigkeit beschreibt eine rechtliche Kategorie und darf nicht als Ursache von Wohnungslosigkeit interpretiert werden. Aufenthaltsstatus, Flucht, Wohnungsmarkt und zuständige Unterbringungssysteme können die Zusammensetzung beeinflussen.
Eine städtische Veröffentlichung vom Juni 2025 nennt insgesamt 5.487 untergebrachte Menschen: 2.255 mit Fluchthintergrund, 1.260 im Bereich Obdach, 1.866 ukrainische Kriegsflüchtlinge und 106 Spätaussiedler beziehungsweise jüdische Zuwanderer.
Dieser Wert hat einen anderen Stichtag und andere Kategorien als die IT.NRW-Statistik. Aus 6.215 und 5.487 wird daher keine vermeintliche Rückgangsquote berechnet. Für einen sauberen Verlauf wären mehrere Jahre derselben Statistik und Definition nötig.
Die Unterscheidung macht auch deutlich, dass „Obdach“ in einer Verwaltungsübersicht nicht unbedingt mit der gesamten statistischen Definition wohnungsloser Personen identisch ist.
Bei der Düsseldorfer Nachtzählung 2021 wurden 459 Menschen erfasst. 239 erschienen straßenwohnungslos, 22 befanden sich in Kliniken und 198 in Notschlafstellen.
Eine Nachtzählung liefert Einblicke in eine schwer erfassbare Gruppe und kann Hinweise auf Unterstützungsbedarf geben. Sie bleibt aber eine Momentaufnahme. Ort, Wetter, Erreichbarkeit und Bereitschaft zur Teilnahme beeinflussen, wer angetroffen wird. Die Zahl ist daher weder ein aktueller 2026-Wert noch eine vollständige Gesamtzahl der Wohnungslosigkeit.
Das Projekt „Endlich ein Zuhause“ meldete seit November 2019 mehr als 1.000 vermittelte Menschen, darunter 160 Familien mit minderjährigen Kindern. Housing First Düsseldorf meldete im Juli 2026 insgesamt 150 vermittelte ehemals wohnungslose Menschen seit Oktober 2021.
Beide Zahlen dokumentieren konkrete Projektergebnisse. Sie werden nicht addiert, weil sich Zielgruppen, Projektzeiträume und möglicherweise einzelne Fälle überschneiden können. Sie sagen zudem nicht, wie viele Menschen zum aktuellen Zeitpunkt wohnungslos sind.
Für eine umfassende Wirkungskontrolle wären zusätzlich interessant:
Die öffentlich bekannten Vermittlungszahlen sind ein wichtiger Anfang, aber keine vollständige Systembilanz.
Wohnungslosenhilfe besteht aus mehreren Stufen, die je nach Person nicht immer linear verlaufen:
Housing First setzt bewusst früh bei einer eigenen Wohnung an und bietet danach Unterstützung an. Klassische Stufenmodelle knüpfen eine Wohnung häufiger an vorherige Stationen. Welcher Ansatz geeignet ist, hängt von Angebot, Zielgruppe und Umsetzung ab; das Dossier stellt keine individuelle Beratung dar.
Weitere kommunal relevante Bereiche sind unter anderem:
Diese Felder haben jeweils eigene Rechtsgrundlagen und Kennzahlen. Eine pauschale Aussage, der Sozialbereich habe ein bestimmtes Gesamtbudget oder sei vollständig kommunal steuerbar, wäre ohne Haushaltsabgrenzung irreführend. Pflichtleistungen, Landschaftsverband, Bund, Land und freie Träger wirken zusammen.
Der Rat entscheidet oder berät unter anderem über:
Unterhalb dieses Dossiers erscheinen passende Vorlagen und Sitzungen. Entscheidend ist jeweils, ob eine Maßnahme nur geplant, finanziert, eröffnet oder auch auf ihre Wirkung geprüft wurde.
Redaktionell geprüft am 12. August 2026. Monatswerte, Stichtagsbestände, ältere Sozialraumdaten und kumulierte Projektergebnisse werden strikt getrennt.
Zeigt die 20 neuesten von 1746 Vorlagen.
Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.