Weitere zugeordnete Unterlage; nicht als vollständige Beantwortung oder Beschluss eingeordnet.
GLA/010/2026
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Anfrage der FDP-Ratsfraktion: Zusammenarbeit von Land NRW und Landeshauptstadt
Düsseldorf im Bereich Antidiskriminierung
1. In welchen Bereichen arbeitet die Landeshauptstadt Düsseldorf aktuell mit Stellen
des Landes NRW im Bereich Antidiskriminierung zusammen (z. B. Beratung,
Prävention, Fortbildung, Netzwerke)?
2. Welche Anknüpfungspunkte, auch in Form von Austausch und Verzahnung von
kommunalen und landesweiten Angeboten, könnten sich ergeben durch das
geplante Landesantidiskriminierungsgesetz für die bestehende kommunale
Antidiskriminierungsarbeit in Düsseldorf?
3. Nimmt die Landeshauptstadt Düsseldorf an landesweiten Austauschformaten oder
Arbeitskreisen zur Antidiskriminierung teil, bzw. welche Möglichkeiten sieht die
Verwaltung, kommunale Erfahrungen stärker in landesweite Prozesse
einzubringen?
Zusammengefasste Beantwortung der Fragen 1 - 3
Das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung vertritt die Landeshauptstadt seit vielen
Jahren in zahlreichen Austauschformaten, Fachgruppen und Netzwerken zum Thema
Antidiskriminierung auf Bundes- Landes- und kommunaler Ebene.
Das Amt ist intersektional aufgestellt. Die Mitarbeitenden bringen schwerpunktbezogen ihre
fachliche Expertise und Erfahrung, auch auf Landesebene, zu den Themen Beratung,
Prävention und Fortbildung ein.
Gleichstellung
Die Leiterin des Amtes ist zugleich die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt.
Sie vertritt die Stadt Düsseldorf u.a. auf Landesebene in der Landesarbeitsgemeinschaft
Gleichstellung in den Arbeitsbereichen: Vernetzung von Gleichstellungsakteur*innen,
fachlicher Austausch zu den Themen Gendergerechtigkeit, Antidiskriminierung, Vereinbarkeit
Familie und Beruf, politische Interessensvertretung gegenüber Landesregierung und
Parlament, Stellungnahmen zu Gesetzen und politischen Vorhaben.
Antidiskriminierung
Die Antidiskriminierungsstelle des Amtes nimmt an unterschiedlichen Fachgruppen und
Netzwerken auf Bundes- Landes -und kommunaler Ebene teil. Sie ist u.a. aktive
Teilnehmerin des Netzwerks kommunaler Antidiskriminierungsstellen, welches von der
Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) koordiniert wird. Inhalt sind z.B.
kollegiale Beratung, Teilnahme gemeinsamen Qualifizierungsmodulen, die Einladung
externer Expert*innen für ausgesuchte aktuelle Fragestellungen, sowie der Austausch von
Best Practise Modellen.
Als Teil des Diversity-Netzwerkes ist Düsseldorf Kooperationspartnerin bei der Erstellung
einer praxisorientierten Handreichung zum diskriminierungskritischen und diversitäts-
orientierten Handeln von öffentlichen Verwaltungen im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle
des Bundes.
Istanbul-Konvention
Die im Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung angesiedelte Koordinierungsstelle
Istanbul-Konvention ist Teil des Netzwerks der Koordinierungsstellen Istanbul-Konvention
NRW. Das Netzwerk steht in Austausch mit der Koordinierungsstelle des Landes Nordrhein-
Westfalen.
Die Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention der Landeshauptstadt Düsseldorf beteiligt sich
zudem regelmäßig am fachlichen Austausch auf Landes- und Bundesebene zur Umsetzung
der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene sowie zu Fragen des Gewaltschutzes im
Allgemeinen
LSBTIQ+
Der im Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung angesiedelten Sachbearbeiterin mit
dem Schwerpunkt LSBTIQ+ obliegt die Leitung der Fachgruppe „Gewaltprävention
LSBTIQ+" im Kriminalpräventiven Rat, die ein wichtiger Austauschraum für Initiativen auf
kommunaler und Landesebene, wie beispielsweise mit der Meldestelle Melde- und
Informationsstelle für Queerfeindlichkeit in NRW (MIQ) ist.
Außerdem ist das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung Teil des Netzwerks
Queer.Kommunal und steht vor allem auf Landesebene im regelmäßigen Austausch mit den
in NRW befindlichen Teilnehmer*innen. Es finden außerdem jährliche Fachgespräche mit
den Landesfachstellen und kommunalen Beauftragten zum Thema LSBTIQ+ statt, sie
werden durch das Referat 314 - Politikfeld gleichgeschlechtliche Lebensweisen und
geschlechtliche Vielfalt (LSBTIQ*) des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie,
Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW organisiert.
Antisemitismus
Der Beauftragte zur Bekämpfung von Antisemitismus und Förderung jüdischen Lebens in
Düsseldorf arbeitet eng vernetzt vor allem mit SABRA (spezialisierte vom Land geförderte
Anlaufstelle für Menschen, die Diskriminierung insbesondere Antisemitismus oder
Rassismus erleben), RIAS (zuständig für die Sammlung, Sichtbarmachung und Auswertung
anti-semitischer Vorfälle) sowie mit der Landesantisemitismusbeauftragten (Initiierung und
Koordinierung von Maßnahmen zur Antisemitismusbekämpfung sowie zur Stärkung
jüdischen Lebens und einer lebendigen Erinnerungskultur).
Zusammenfasend ist zu sagen, dass das Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung,
unabhängig von dem geplanten Landesantidiskriminierungsgesetz, seit vielen Jahren
erfolgreich dazu beiträgt, kommunale Strukturen und landesweiter
Antidiskriminierungsansätze miteinander zu verzahnen.