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BV5/074/2021
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
der Bezirksvertretung 5
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 07.04.2021
An den
Bezirksbürgermeister
des Stadtbezirks 5
Anfrage zur Sitzung der Bezirksvertretung 5 am 27. April 2021
Betrifft:
Stand- und Betriebssicherheit der Hochbahnsteige der U79 im Bezirk 5
(Anfrage Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen vom 7. April 2021)
Die Haltestellen der U79 und U78 im Stadtbezirk 5 wurden im Zeitraum zwischen
2005 und 2013 als Hochbahnsteige fertiggestellt, beispielsweise am Klemens -
platz in 2005, an der Kalkumer Schlossallee in 2010 und in Lohausen in 2013.
Der damaligen Presseberichterstattung zufolge lagen die Herstellungskosten
jeweils bei 1,5 bis 1,7 Mio Euro und Bundes- und Landesmittel waren zur Finan-
zierung von rund 85% der Kosten vorgesehen. Überraschenderweise stellte die
Verwaltung in der Vorlage "Einsatz von Vier-Wagen-Zügen auf der Stadtbahn-
linie U78" fest (OVA/131/2020), dass die als Hochbahnsteige errichteten Halte-
stellen Aquazoo, Messe-Ost und Freiligrathplatz in einem baulich schlechten
Zustand sind. Diese Hochbahnsteige wurden jedoch nur wenige Jahre vor den im
weiteren Verlauf der U79 folgenden Haltestellen im Stadtbezirk 5 errichtet. Auch
unter diesen Hochbahnsteigen können Schraubzwingen ähnliche Vorrichtungen
beobachtet werden, die wie Stützen wirken. Wie steht es um die Betriebs - und
Standsicherheit der Hochbahnsteige der U79 im Stadtbezirk 5, sind diese bereits
heute oder werden sie in wenigen Jahren ebenfalls als "im baulich schlechten
Zustand" gelten? Ich bitte daher namens meiner Fraktion um die Beantwortung
folgender Fragen:
1. Womit begründet die Verwaltung ihre Aussage, dass die Hochbahnsteige
Aquazoo, Messe-Ost und Freiligrathplatz sich in einem baulich schlechten
Zustand befinden?
2. Wird der Zustand der übrigen im Stadtbezirk 5 befindlichen Hochbahn -
steige ähnlich beurteilt und warum oder warum nicht?
3. Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem "baulich schlechtem
Zustand" für die seinerzeit geflossenen Bundes- und Landesmittel?
gez. Waldemar M. Fröhlich
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BV5/074/2021
Anfrage Herr Fröhlich, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen , vom 7. April 2021
hier: Stand- und Betriebssicherheit der Hochbahnsteige der U79 im Bezirk 5
Das Amt für Verkehrsmanagement hat die Rheinbahn AG zuständigkeitshalber zur
Beantwortung der Fragen aufgefordert. Die Rheinbahn AG hat wie folgt Stellung
genommen:
Frage 1:
Womit begründet die Verwaltung ihre Aussage, dass die Hochbahnsteige Aquazoo,
Messe-Ost und Freiligrathplatz sich in einem baulich schlechten Zustand befinden?
Antwort:
Es bestehen Bauwerksschäden an den besagten Bahnsteigen. Diese sind auf das
Eindringen von Tausalz (Chlorid) in das Bauwerk zurückzuführen. Die Bewehrung der Trägerelemente weisen Korrosionsschäden auf, die die Rheinbahn dazu veranlasste,
die Bahnsteigkonstruktion mittels zusätzlicher Hilfskonstruktionen zu unterstützen, um
den sicheren und ordnungsgemäßen Betrieb der Bahnsteige sicherzustellen. Die
beschriebenen Unterstützungsmaßnahmen sind mit einem externen Sachverständigen
(Bauwerksgutachter und Statiker) abgestimmt. Bauwerksprüfungen finden mittler -
weile in engeren Intervallen statt als vorgeschrieben.
Frage 2:
Wird der Zustand der übrigen im Stadtbezirk 5 befindlichen Hochbahnsteige ähnlich beurteilt und warum oder warum nicht?
Antwort:
Die Hochbahnsteige Wittlaer (Baujahr 2002) und Klemensplatz (Baujahr 2005) weisen aufgrund ihrer vergleichbaren Bauart ähnliche Schadensbilder (jedoch mit geringerer
Ausprägung) wie die Bahnsteige Messe-Ost/Stockumer Kirchstraße, Nordpark/
Aquazoo, Reeser Platz und Freiligrathplatz (Bahnsteig im Abzweig U78) (Baujahr
jeweils 1998) auf und müssen perspektivisch ebenfalls grundhaft saniert werden.
Die neueren Hochbahnsteige ab Baujahr 2010 sind von den beschriebenen
Schädigungen nicht betroffen. Dies liegt darin begründet, dass die technischen Regeln
(DIN) zwischenzeitlich weiterentwickelt wurden und die Konzeption der Bauwerke
grundlegend überarbeitet wurde.
Die Änderungen betreffen insbesondere die Struktur der Betonfertigbauteile (die
Betonexpositionsklasse und Betonüberdeckung wurde n auf eine erhöhte Bean -
spruchung durch Tausalz ausgelegt), zusätzlich wurden die Pflasterfugen vergossen,
die Art der Auflagerung verändert und die Art der Bahnsteigentwässerung grundlegend
angepasst.
Frage 3:
Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem „baulich schlechtem Zustand" für die
seinerzeit geflossenen Bundes- und Landesmittel?
Antwort:
Die Haltestellen Nordpark/Aquazoo, Messe -Ost/Stockumer Kirchstraße und Reeser
Platz wurden seinerzeit über das Fördervorhaben „Messebeschleunigung OM: 922720,
922520" finanziert. Es besteht eine Zweckbindung bis 2030.
Im Rahmen der Erstellung des Maßnahmenplans „Erneuerung kommunale
Schieneninfrastruktur" hat die Rheinbahn oben genannte Bahnsteigsanierungs -
maßnahmen beim Zuwendungsgeber (VRR) angemeldet. Die zu erwartende Förderung
der Sanierungsmaßnahmen beträgt voraussichtlich 40 % der entstehenden Kosten.
Den Restbetrag trägt die Rheinbahn.