Düsseldorf Radar · Themenportal

Sicherheit & Ordnung in Düsseldorf

Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz in den aktuellen politischen Beratungen.

Inhaltlich geprüft:

Datenlage

Sicherheit ist mehr als Kriminalstatistik

Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und kommunaler Ordnungsdienst haben verschiedene Aufgaben und Datensysteme. Die aktuelle Seite zeigt nur amtlich belegte Leistungsdaten; ein PKS-Modul folgt erst mit gesicherter Düsseldorfer Detailtabelle.

176.903

Alarmierungen

Feuerwehr und Rettungsdienst 2025

7,5 Sek.

mittlere Notrufannahme

Leitstelle 2025

881.199

geahndete Verkehrsverstöße

Parken und Geschwindigkeit; kein Gesamtmaß der Sicherheit

Neun von zehn Alarmierungen betreffen den Rettungsdienst

Alarmierungen 2025 nach Hauptbereich. Die Werte sind Einsätze beziehungsweise Alarmierungen, nicht die Zahl unterschiedlicher Patientinnen und Patienten.

Einheit: Alarmierungen

Datengrundlage der Grafik: Feuerwehr Düsseldorf: Jahresbericht 2025

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieAlarmierungen
Rettungsdienst159.802 Alarmierungen
Feuerwehr17.101 Alarmierungen

Öffentliche Sicherheit entsteht durch mehrere Institutionen mit unterschiedlichen Aufgaben. Die Landespolizei verfolgt Straftaten und übernimmt Gefahrenabwehr. Die kommunale Feuerwehr und der Rettungsdienst reagieren auf Brände, medizinische Notfälle und technische Hilfe. Das Ordnungsamt kontrolliert kommunale Regeln, Gewerbe, Lärm, Sondernutzungen und Teile des Verkehrs.

Diese Zuständigkeiten dürfen nicht vermischt werden. Der Stadtrat kann Personal und Ausstattung kommunaler Dienste, Präventionsprojekte oder die Gestaltung öffentlicher Räume beeinflussen. Die Polizei ist dagegen eine Landesbehörde. Eine Ratsvorlage zur Sicherheit ist deshalb nicht automatisch eine Entscheidung über Polizeiarbeit.

Rettungsdienst prägt das Einsatzvolumen

2025 wurden Feuerwehr und Rettungsdienst insgesamt 176.903-mal alarmiert. Davon entfielen 159.802 Alarmierungen auf den Rettungsdienst und 17.101 auf die Feuerwehr. Die große Mehrheit der Einsätze betrifft damit medizinische Hilfe.

Alarmierungen sind keine Zahl eindeutiger Patienten. Mehrere Fahrzeuge können zu einem Ereignis gerufen werden, ein Mensch kann mehrmals im Jahr Hilfe benötigen, und Einsatzdefinitionen folgen der internen Statistik. Die Größenordnung zeigt die Belastung des Systems, nicht unmittelbar den Gesundheitszustand der Bevölkerung.

Feuerwehrarbeit ist mehr als Brandbekämpfung

Brände sind nur ein Teil der Feuerwehrarbeit

Ausgewählte Einsatzarten 2025. Die Jahresberichts-Kategorien werden nicht als lückenlose Aufteilung aller Alarmierungen behandelt.

Einheit: Einsätze

Datengrundlage der Grafik: Feuerwehr Düsseldorf: Jahresbericht 2025

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieEinsätze
Brandeinsätze4.533 Einsätze
technische Hilfeleistungen8.317 Einsätze
Vegetationsbrände181 Einsätze

Der Jahresbericht nennt 4.533 Brandeinsätze und 8.317 technische Hilfeleistungen. Technische Hilfe reicht von Verkehrsunfällen über Unwetterschäden bis zu Türöffnungen und anderen Gefahrenlagen. Brände bilden somit nur einen Teil der Feuerwehrarbeit.

Bei Vegetationsbränden stieg die Zahl von 78 im Jahr 2024 auf 181 im Jahr 2025. Der deutliche Jahresanstieg ist relevant, aber noch kein belastbarer Langzeittrend. Wetter, Trockenheit, Einsatzdefinition und kleine Brandereignisse können die Zahl stark beeinflussen. Für eine Klimaeinordnung wären mehrere Jahre und meteorologische Daten nötig.

Was in der Leitstelle ankommt

Die Leitstelle bearbeitete fast eine halbe Million Anrufe

Alle eingegangenen Anrufe und darunter Anrufe über die 112. Die 112-Anrufe sind Teil des Gesamtwerts und werden nicht addiert.

Einheit: Anrufe

Datengrundlage der Grafik: Feuerwehr Düsseldorf: Jahresbericht 2025

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieAnrufe
Anrufe insgesamt477.640 Anrufe
davon über 112188.081 Anrufe

In der Leitstelle gingen 2025 insgesamt 477.640 Anrufe ein, darunter 188.081 über die Notrufnummer 112. Die 112-Anrufe sind Teil der Gesamtzahl und dürfen nicht addiert werden. Die durchschnittliche Annahmezeit lag bei 7,5 Sekunden.

Annahmezeit ist eine wichtige Leistungskennzahl, aber nur der Beginn der Kette. Für eine umfassende Bewertung wären außerdem Dispositionszeit, Eintreffzeit, Verfügbarkeit von Rettungsmitteln und regionale Unterschiede nötig. Ein stadtweiter Mittelwert kann besondere Belastungen einzelner Tageszeiten oder Stadtteile verdecken.

Ordnungsdaten messen auch Kontrollintensität

Verkehrsüberwachung registriert große Fallzahlen

Geahndete Verstöße 2025. Die Zahl hängt neben dem Verhalten auch von Kontrolldichte, Messtechnik und Einsatzorten ab.

Einheit: Verstöße

Datengrundlage der Grafik: Ordnungsamt Düsseldorf: Verkehrsüberwachung 2025

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / Kategoriegeahndete Verstöße
Parkverstöße550.307 Verstöße
Geschwindigkeitsverstöße330.892 Verstöße

Das Ordnungsamt ahndete 2025 insgesamt 550.307 Parkverstöße und 330.892 Geschwindigkeitsverstöße. Die Zahlen zeigen ein großes Vollzugsvolumen. Sie sind aber kein direktes Maß dafür, wie häufig sämtliche Verstöße tatsächlich vorkamen.

Mehr Kontrollen, zusätzliche Messstellen oder längere Einsatzzeiten können die registrierte Zahl erhöhen, auch wenn sich das Verhalten nicht verschlechtert. Umgekehrt können weniger registrierte Fälle aus geringerer Kontrolle entstehen. Für die politische Bewertung sollten deshalb Kontrolldichte, Orte und Ziel der Maßnahmen mit veröffentlicht werden.

Parkraumüberwachung betrifft zudem nicht nur Ordnung, sondern auch Verkehrssicherheit und Zugänglichkeit. Zugeparkte Gehwege, Kreuzungen oder Rettungswege haben eine andere Bedeutung als eine geringfügige Überschreitung in einem wenig belasteten Bereich. Eine reine Gesamtsumme unterscheidet diese Situationen nicht.

Warum hier noch keine aktuelle Kriminalitätsgrafik steht

Der Open-Data-Katalog enthält detaillierte Düsseldorfer Polizeidaten für 2020. Die Metadaten wurden später aktualisiert, das Berichtsjahr der eigentlichen Daten bleibt jedoch 2020. Eine aktuelle Seite darf diesen Satz nicht als PKS 2025 ausgeben.

Für 2025 wurden lokale Gesamtwerte öffentlich vorgestellt und in Medien wiedergegeben. Die vollständige amtliche Düsseldorfer Detailtabelle beziehungsweise der Polizeibericht konnte für die Produktionsdaten noch nicht gesichert werden. Deshalb verzichtet Düsseldorf Radar vorerst auf eine scheinpräzise aktuelle Deliktsgrafik.

Sobald die Primärquelle verfügbar ist, soll das Modul mindestens unterscheiden:

  • registrierte Fälle und Häufigkeitszahl je 100.000 Einwohner
  • Deliktsgruppen statt bloßer Gesamtsumme
  • Aufklärungsquote als polizeiliche Bearbeitungskennzahl
  • Veränderungen der Erfassung und Gesetzeslage
  • Einfluss von Pendlern, Besuchern, Veranstaltungen und Kontrollen

Die Polizeiliche Kriminalstatistik misst das polizeilich bekannte Hellfeld. Anzeigeverhalten, Kontrollen und Erfassung beeinflussen die Werte. Sie ist weder eine vollständige Abbildung aller Straftaten noch eine direkte Messung des subjektiven Sicherheitsgefühls.

Was politische Maßnahmen überprüfbar macht

  • klare Zuständigkeit von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Ordnungsamt
  • Ziel, Ort, Personal- und Sachkosten einer Maßnahme
  • Einsatz- und Reaktionszeiten statt alleiniger Fallzahlen
  • Kontrollumfang bei Ordnungs- und Verkehrsverstößen
  • Präventionswirkung mit geeignetem Vorher-Nachher-Vergleich
  • Datenschutz und regelmäßige Evaluation bei Videoüberwachung

Die aktuellen Vorlagen und Sitzungen auf dieser Seite zeigen kommunale Entscheidungen. Die Dateneinordnung verhindert, dass unterschiedliche Aufgaben in einer einzigen pauschalen Aussage über „Sicherheit“ verschwinden.

Quellen und weiterführende Informationen

Aktuelle Vorlagen

Zeigt die 20 neuesten von 1442 Vorlagen.

Aktuelle Nachrichten

Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.

Verwandte Themen