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SEBD/035/2026
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Änderung des Ausführungs- und Finanzierungsbeschlusses für das Projekt „Klärwerk-Süd,
Belebung, Erneuerung Maschinentechnik" (I-8030614003)
Fachbereich:
67 - Stadtentwässerungsbetrieb
Dezernentin / Dezernent:
Stadtkämmerin Dorothée Schneider
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Bauausschuss13.10.2026Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der Betriebsausschuss beschließt die neuen Gesamtkosten des Bauvorhabens „Klärwerk-
Süd, Belebung, Erneuerung Maschinentechnik" (I-8030614003) (Teil A - Lufterzeugung) in
Höhe von 6.075.870 Euro gemäß § 4 Abs. 4 Nr. 3 der Betriebssatzung des
Stadtentwässerungsbetriebes der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Beschlusslage:
In seiner Sitzung vom 11.02.2025 fasste der Betriebsausschuss den Ausführungs- und
Finanzierungsbeschluss (Vorlagennummer: SEBD/007/2025) für die Maßnahme „Klärwerk-
Süd, Belebung, Erneuerung Maschinentechnik" (I-8030614003) (Teil A - Lufterzeugung) mit
Gesamtkosten in Höhe von 4.798.036 Euro.
Sachdarstellung:
Die Belebung des Klärwerkes Düsseldorf-Süd ist das zentrale biologische Verfahren zur
Abwasserreinigung. Um den Prozess zukunftssicher und energetisch optimal zu gestalten,
werden im Rahmen dieser Maßnahme die Lufterzeugung und -verteilung auf den aktuellen
Stand der Technik gebracht.
Darstellung der Maßnahme
Das Gesamtprojekt gliedert sich in zwei aufeinander abgestimmte Teilprojekte:
Tei A: Lufterzeugung
Komplette Erneuerung der vier Turboverdichter aus dem Jahre 1998 inklusive der
gesamten Peripherie (z. B. Ölkühler, Abluftanlagen). Hintergrund ist, dass der
Hersteller die Ersatzteilversorgung einstellt. Die vorgezogene Umsetzung sichert
schnellstmöglich die Betriebsbereitschaft der Anlage.
Teil B: Luftverteilung
Energetische Optimierung des Lufteintrags durch eine Neuanordnung der
verfahrenstechnischen Zonen in den Belebungsbecken sowie der Austausch der
gleichaltrigen Regelgeräte und Materialien. Dadurch ist eine Erzielung nachhaltiger
Energieeinsparungen bei der automatisierten Luftverteilung möglich
Mehrkosten: Kostensteigung und Erläuterung
Das Gewerk Maschinentechnik trägt den weitaus größten Anteil an der
Budgetüberschreitung. Die Leistung wurde ordnungsgemäß EU-weit ausgeschrieben.
Aufgrund einer akuten Marktverknappung und Anbieterbereinigung bei Turboverdichtern
dieser spezifischen Großbauweise wurde die Angebotsfrist vorab von vier auf sechs Wochen
verlängert, um den Wettbewerb aktiv zu fördern. Dennoch ging zum Submissionstermin
lediglich ein einziges wertbares Angebot ein, welches rund 30 % über der kalkulierten
Kostenberechnung lag.
Da die Bestandsverdichter (Baujahr 1998) aufgrund der abgekündigten Ersatzteilversorgung
ausfallgefährdet sind und die Lieferzeit der Neugeräte bis zu einem Jahr beträgt, war eine
Aufhebung der Ausschreibung wirtschaftlich und betrieblich nicht vertretbar. Nach intensiver
technischer und kaufmännischer Aufklärung wurde der Auftrag erteilt, um den Betrieb des
Klärwerks nicht zu gefährden.
Ein preistreibender Faktor betrifft die Schallschutzhauben, die ursprünglich gemeinsam mit
der Maschinentechnik vergeben werden sollten. Um jedoch eine exakt auf die komplexen
Betriebsabläufe des Klärwerks abgestimmte Planung zu garantieren, war ein zeitaufwendiger
Abstimmungsprozess notwendig. Die Positionen mussten daher aus der
Hauptausschreibung herausgelöst werden, um eine schnelle Bestellung der Verdichter nicht
zu gefährden.
Da sie nun als separates Gewerk vergeben werden, sind zusätzliche Kosten für eine eigene
Baustelleneinrichtung und Logistikvorhaltung zu erwarten. Außerdem handelt es sich bei den
Hauben um sicherheits- und lüftungstechnische Sonderanfertigungen. Diese
anspruchsvollen Sonderkonstruktionen dienen dem Arbeitsschutz durch Lärmminderung und
steuern die thermodynamische Gebäudeklimatisierung, indem sie im Sommer die Abwärme
abführen und im Winter die Halle aufheizen. Zur Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften
müssen darüber hinaus spezielle Laufstege und Absturzsicherungen wie Geländer integriert
werden, was die Kosten weiter ansteigen lassen wird.
Bei der Bautechnik zeichnet sich ebenfalls eine erhebliche Kostensteigerung ab. Zum einen
führen neu hinzugekommene bauliche Bedarfe zu finanziellem Mehrbedarf, während
gleichzeitig marktbedingt einige Aufwände in der Erstkalkulation unterschätzt wurden.
Wesentlicher Kostentreiber ist das zeitintensive Vorhalten der Baustelleneinrichtung, da
zwischen den einzelnen maschinen- und elektrotechnischen Arbeitsschritten technologisch
bedingte Stillstandzeiten von mehreren Monaten liegen. Zudem führten der punktuelle
Rückbau der Schallschluckmauer sowie konstruktive Anpassungen im Innenbereich zu
Mehraufwänden.
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Die vertraglichen Sätze für den Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator sowie für die
gesetzlich zwingend erforderlichen Risikobeurteilungen (Basis für die spätere CE- und EU-
Konformitätserklärung der Gesamtanlage) fielen höher aus als vorab kalkuliert. Zudem
wurden zu erwartende Nachträge für vertiefte Planungsleistungen (insbesondere für die
Schallschutzhauben) berücksichtigt.
Kostenneutrale, vorgezogene Projektbestandteile aus Teilprojekt B:
Ein Teil der Budgetverschiebung resultiert aus der bewussten Vorziehung von baulichen und
planerischen Kernkomponenten aus dem Projektteil B in den Teil A.
Aus dringenden betrieblichen Gründen und zur Vermeidung von Doppelarbeiten wurden die
Bypass-Klappen (Anfahrentlastungsklappen), die Absperrklappen sowie die
Rückschlagklappen aus dem Projektteil B vorgezogen und direkt in das vergebene Gewerk
Maschinentechnik des Teils A integriert.
Des Weiteren wurde zur Schaffung einer sicheren Planungsgrundlage für Teil B eine
komplexe Strömungssimulation als Vorplanung vorgezogen und in Teil A eingepreist.
Die Finanzierung der kompletten Maßnahme (Teil A und Teil B) erfolgt aus dem
Gebührenhaushalt des Stadtentwässerungsbetriebes und sie ist im Wirtschaftsplan 2026
und in der Wirtschaftsplanung 2025-2029 des Stadtentwässerungsbetriebes mit
Gesamtkosten in Höhe von 14.085.035 Euro enthalten. Damit ist Teil A in Höhe von
6.075.870 Euro ausfinanziert.
Die Auswirkungen auf die Klimabilanz können erst mit Teil B der Maßnahme näher bestimmt
werden.
Terminlicher Ablauf
Um die kontinuierliche Abarbeitung aller Arbeitspakete ohne zeitliche Verzögerungen zu
gewährleisten, wird die Vergabe des Gewerkes Bautechnik sowie die Beschaffung der
benötigten Absperrorgane parallel zum laufenden Beschlussverfahren durchgeführt.
Unmittelbar nach der politischen Beschlussfassung werden die verbleibenden Aufträge
sowie die technisch notwendigen Nachträge final ausgeschrieben und vergeben.
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Anlagen:
Anlage 1 Luftbild
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