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KUA/080/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Informationsvorlage
Betrifft:
Aktionsplan Kunstobjekte im öffentlichen Raum
Fachbereich:
41 - Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Kulturausschuss 25.04.2024 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
1. Kurzdarstellung
Die Kulturverwaltung ist zuständig für über 400 Kunstobjekte im öffentlichen Raum.
Dazu gehören Werke unterschiedlichster Kategorien wie Skulpturen, Plastiken,
Installationen, Brunnen, Denkmäler sowie Wegekreuze und Gedenktafeln. Jährlich
kommen weitere Objekte durch Realisierungen, Schenkungen oder Ankäufe hinzu.
Diese Kunstobjekte haben einen hohen Erhaltungs- und Pflegebedarf. Sie werden
sowohl durch die Witterung als auch durch Flora und Fauna in Mitleidenschaft
gezogen. Die meist ungeschützten Objekte sind zudem häufig Opfer von
Vandalismus. Technische Komponenten, wie zum Beispiel die Wasserpum pen von
Brunnen, werden durch den Dauerbetrieb stark beansprucht.
Trotz des hohen Erhaltungsbedarfs fehlen derzeit ausreichende Ressourcen für
rechtzeitige Reparaturen. Das Kulturamt plant die Einführung eines Monitoring-
Programms zur systematischen Erhaltung und strebt eine verbesserte
Instandsetzungsstrategie an. Ein Aktionsplan zur Inventarisierung, Sanierung und
Pflege wird vorgeschlagen. Für diese Maßnahmen sind zusätzliche Ressourcen und
Finanzmittel erforderlich. Ein digitales Verzeichnis für alle Kunstobjekte im
öffentlichen Raum ist über d:kult bereits in Arbeit und weit fortgeschritten.
Eine entsprechende Informationsvorlage wurde bereits 2023 erarbeitet. Diese wurde
im November 2023 in den Kulturausschuss eingebracht (KUA/025/2023) und in der
Sitzung am 30.11.2023 zurückgestellt. Zwischenzeitlich wurde die Vorlage
umfassend überarbeitet.
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2. Ausgangslage
Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf hat am 24.03.2022 einen
Antrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit dem Ti tel
„Pflege und Sichtbarkeit von Kunst im öffentlichen Raum" beschlossen.
Darin wird die Verwaltung beauftragt, dem Kulturausschuss darzulegen, welche
personellen, finanziellen und zeitlichen Bedarfe bestehen, damit das Kulturamt
1. dringend notwendige Restaurierungsarbeiten bzw. Instandsetzungen von
Kunstwerken veranlassen kann, die stark beschädigt und ggf. auch schon
eingelagert sind;
2. einen priorisierten und mit Kostenschätzungen versehenen Masterplan
„Inventarisierung, Sanierung und Pflege städtischer Kunstwerke, Brunnen und
Denkmäler im öffentlichen Raum (inkl. Ein- und Zwischenlagerungen)" erarbeiten
und der Politik vorlegen kann;
3. ein öffentlich zugängliches digitales Verzeichnis aller öffentlich sichtbaren
Kunstwerke, Brunnen und Denkmäler im Stadtbild e ntwickeln - ggf. auch
zusammen mit weiteren Akteurinnen und Akteuren wie Stadtarchiv, Heimatverein
oder Fachautorinnen und Fachautoren - und dieses Verzeichnis auch fortlaufend
aktualisieren kann.
Nachfolgend wird dargestellt, welche personellen, finanziellen und zeitlichen
Ressourcen benötigt werden, um die dringend notwendigen Restaurierungs -
beziehungsweise Instandsetzungsarbeiten durchzuführen und auf Grundlage eines
Aktionsplans die Inventarisierung, Sanierung und Pflege der Kunst im öffentlichen
Raum systematisch umzusetzen.
3. Geplante Maßnahmen
3.1 Dringend notwendige Restaurierungsarbeiten bzw. Instandsetzungen
Da der Fokus im Umgang mit der Kunst im öffentlichen Raum in den vergangenen
Jahren aufgrund knapper Ressourcen vorwiegend auf der Gewährleistung der
Verkehrssicherheit lag, müssen an den nachfolgend aufgeführten Kunstobjekten
dringend Arbeiten durchgeführt werden, um deren Funktionsfähigkeit zu erhalten, ihr
Erscheinungsbild zu verbessern und den Arbeitsschutz zu gewährleisten.
Die Maßnahmen sollen für eine bessere Umsetzbarkeit auf die nächsten zwei Jahre
verteilt werden.
Jahr Kunstobjekt Maßnahme Kosten
2024 Mack-Brunnen
(Segelbrunnen)
Reinigung der drei Segel inkl.
Demontage, Transport und
Wiederaufstellung
160.000
Gröne Jong,
Schalenbrunnen und
Tritonenbrunnen
Erneuerung des Stromanschlusses
für die Pumpen
43.000
Heimatbrunnen
Gerricusplatz
Vergrößerung des Technikschachts
zur Gewährleistung des
Arbeitsschutzes
31.000
Fischerjungen-
Brunnen
Vergrößerung des Technikschachts
zur Gewährleistung des
Arbeitsschutzes
31.000
Benötigte Mittel 2024 265.000
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Jahr Kunstobjekt Maßnahme Kosten
2025 Gröne Jong Erneuerung der Pumpe 37.000
Tritonenbrunnen Erneuerung der Pumpe
37.000
Schalenbrunnen Erneuerung der Pumpe 37.000
Global Desire -
Bahnhofsviertel
Düsseldorf
Überarbeitung des Bilderfrieses für
die längerfristige Anbringung am
Central
50.000
Heimatbrunnen
Maxplatz
Ertüchtigung des Einstiegsschachts 13.000
Kunstobjekte
Südpark
Erneuerung einer Pumpe, Reinigung
und Abdichtung,
Restaurierung Skulpturen
83.000
Benötigte Mittel 2025 257.000
Das aktuell vorhandene jährliche Budget des Kulturamts sichert nur die laufende
Wartung, Reinigung sowie kleinere Instandhaltungen und Restaurierungen der
Kunstobjekte im öffentlichen Raum.
In der nachfolgenden Tabelle sind die Aufwendungen für die bauliche Unterhaltung
der Brunnen und Denkmäler in den letzten fünf Jahren aufgeführt. Durch größere
Maßnahmen, z.B. die Sanierung der Seitenbalustraden des Tritonenbrunnens, sind
die Kosten im Jahr 2021 höher ausgefallen als in den Vergleichsjahren.
2019
2020
2021
2022
2023
3.2 Aktionsplan zur Inventarisierung, Sanierung und Pflege
Um den Erhaltungszustand der Kunstobjekte im öffentlichen Raum sukzessive zu
verbessern und dauerhaft zu sichern, benötigt die Landeshauptstadt eine präventive
Erhaltungsstrategie, die eine gezielte, fachgerechte Pflege und Erhaltung der Objekte
ermöglicht.
Basis einer solchen Strategie ist die Erfassung aller Objekte, das heißt ihrer
Standorte, der Namen der Künstler*innen, der Entstehungsjahre, Baustoffe bzw.
Materialien und Techniken sowie der Zustände.
Das Kulturamt strebt an, ein Monitoring-Programm für Kunstobjekte im öffentlichen
Raum zur systematischen Erhaltung einzuführen.
Es erlaubt, auf Basis der Erfassung der Erhaltungszustände aller Objekte zwei
grundlegende Verbesserungen der bestehenden Situation:
Dazu gehört zum einen die regelmäßige Begehung der Kunstobjekte mit
Dokumentation und Schadenskartierung und zeitnaher Einleitung notwendiger
Reparaturen und restaurativer Maßnahmen, und zum anderen die Durchführung von
strategischen Präventivmaßnahmen, wie zum Beispiel Wartungen und
Zustandsprüfungen, zu vorab konkret festgelegten Terminen zur Vermeidung von
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Schäden. Ziel ist es, eine konservatorische Risikoabschätzung zu implementieren,
über die der Monitoring- und Behandlungsbedarf ermittelt werden kann.
Dieses Monitoring-Programm stellt auch eine Verbesserung der rechtssicheren
Durchführung aller Schritte zur Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht dar, die
sich bisher aufgrund fehlender Ressourcen meist auf die Beseitigung von Schäden
zur Gefahrenabwehr konzentriert.
Zu diesem Aktionsplan gehören natürlich auch Kunstwerke innerhalb öffentlicher
Gebäude ebenso wie ein- bzw. zwischengelagerte Kunstwerke, die miterfasst werden
müssen. Eine effiziente Handlungs- und Kostenplanung für eine Wiederaufstellung
der Kunstwerke muss im diesem Zuge für jedes individuell erarbeitet werden.
3.2.1 Strategie für den Aktionsplan
Die Strategie zur Umsetzung der im Antrag definierten politischen Ziele sieht als
Instrument einen „Aktionsplan Kunstobjekte im öffentlichen Raum" vor. Damit sollen
die Anforderungen an Erhalt und Pflege der Kunst im öffentlichen Raum erfüllt und
gleichzeitig der Rahmen der benötigten finanziellen Ressourcen planbar werden. Die
Maßnahmen im Aktionsplan sollen ab dem Jahr 2024 beginnend auf zunächst fünf
Jahre verteilt werden. Während seiner Laufzeit wird die Gesamterfassung
vorangetrieben und parallel der Instandhaltungsbedarf ermittelt (siehe dazu auch 3.3
Digitales Verzeichnis).
In dem jeweils folgenden Jahr sollen aus den im Vorjahr katalogisierten Objekten
rund 5 bis 10 Kunstobjekte auf Basis der jeweiligen Zustandserfassungen ausgewählt
und restauriert werden. Die hierfür erforderlichen Beschlüsse sollen in den nächsten
Jahren sukzessive herbeigeführt werden. Abhängig von der Größe der Maßnahme soll
dies in Form einzelner Beschlüsse oder gebündelt als Sammelbeschluss erfolgen.
Für die Verzeichnung und Veröffentlichung aller sichtbaren Kunstwerke, Brunnen und
Denkmäler im Stadtbild soll zunächst ein Pilotprojekt entstehen (siehe dazu auch
3.3. Digitales Verzeichnis). Nach Erfassung eines ausgewählten geographisch
zusammenhängenden Objektbestands wird eine fundierte Hochrechnung für die
vollständige Digitalisierung und Online-Bereitstellung des Gesamtbestandes möglich
sein.
3.2.2 Wartung und Reinigung
Die Wartungs- und Reinigungsintervalle, wie sie derzeit zum Beispiel für die Brunnen
bestehen, müssen überprüft und an die Gesamtstrategie angepasst werden. Für die
anderen Kategorien von Objekten müssen sie noch definiert werden. Auch der Stand
der verwendeten Technik muss in dem Rahmen üb erprüft werden. Im Hinblick auf
die steigenden Energiepreise könnten energetische Untersuchungen durchgeführt
werden, um Energiesparpotenziale aufzuzeigen.
3.2.3 Zusätzlicher Stellenbedarf
Das städtische Restaurierungszentrum widmet sich der Erhaltung und Pflege von
Kunst und Kulturgut. Das Institut arbeitet im Auftrag der Museen, Archive und
Ausstellungshäuser der Landeshauptstadt Düsseldorf und darüber hinaus für Museen
der Region, zu diesen zählen der Kunstpalast, das Stadtmuseum, das Filmmuseum,
das Theatermuseum, das Heinrich-Heine-Institut, das Goethemuseum, das
Hetjensmuseum, das Schifffahrtmuseum, das Aquazoo Löbbecke Museum, die Mahn -
und Gedenkstätte, das Stadtarchiv und die Stiftung Schloss und Park Benrath, sowie
privater Auftraggeber. Dabei verfügt es in seiner gegenwärtigen Aufstellung jedoch
weder über das Mandat, noch über Kapazitäten und Ressourcen, um zusätzlich die
Kunstobjekte im öffentlichen Raum zu betreuen. Dafür ist die Expertise und
Kapazität einer auf die Restaurierung beziehungsweise Konservierung von
Außenskulpturen spezialisierten Fachkraft erforderlich.
Wie bisher soll die technische und bauliche Instandsetzung der Brunnen, Denkmäler
und anderer Kunstobjekte beim Fachpersonal des Sachgebietes
Gebäudemanagement im Kulturamt verblei ben. Das Gebäudemanagement überprüft
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alle Skulpturen auf ihren bautechnischen Zustand, zum Beispiel Statik,
Standsicherheit, Einfriedung, Ver- und Entsorgungstechnik. Für diese Erhebung bei
allen Kunstobjekten im öffentlichen Raum steht kein ausreichendes Personal zur
Verfügung, sodass für die Dauer des Aktionsplanes eine zusätzliche Arbeitskraft
erforderlich ist. Auf Grund der in Brunnen verbauten Technik muss eine
Unterstützung durch eine Stelle für die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) mit
sanitärtechnischem Schwerpunkt erfolgen.
3.3 Digitales Verzeichnis
Im vom Kulturamt betriebenen Datenbanksystem d:kult ist bereits ein digitales
Verzeichnis von Kunstwerken im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt angelegt.
Erfasst sind derzeit rund 2.300 Einzelkunstwerke (Stand März 2024). Diese
Datensammlung beinhaltet nicht nur Werke, für deren Erhalt und Pflege das
Kulturamt zuständig ist, sondern sie wurde mit dem Zweck angelegt, eine Übersicht
über den Gesamtbestand sämtlicher Kunstwerke im öffentlichen Raum zu l iefern. Die
Informationen zu 450 der in d:kult erfassten Kunstwerke im öffentlichen Raum sind
online unter https://emuseum.duesseldorf.de veröffentlicht. Über QR-Codes an
einigen der Kunstwerke kann vor Ort auf die Inhalte der Internetseiten zugegriffen
werden. Rund 350 der in d:kult erfassten Objekte sind außerdem schon in der
städtischen Kartenanwendung Düsseldorf Maps des Vermessungs - und Katasteramts
verzeichnet.
Als bereits etabliertes System mit einem Grunddatenbestand zur Kunst im
öffentlichen Raum ist d:kult für die digitale Erfassung, Dokumentation und
Zugänglichmachung der Werke ein idealer Ausgangspunkt. Datenimporte bieten die
Möglichkeit, externe Objektdaten in den vorhandenen Datenbestand zu integrieren.
Darüber hinaus sind Exporte möglich, sodass der Datenbestand aus d:kult z.B. die
Grundlage für die Weiterentwicklung darauf aufbauender Webanwendungen bilden
kann.
In einem ersten Schritt hat das d:kult-Team den Kunstobjekten im öffentlichen Raum
auf dem städtischen online-Sammlungsportal https://emuseum.duesseldorf.de
bereits mehr Sichtbarkeit verliehen und begonnen, den Datenbestand an erfassten
Kunstobjekten systematisch zu erweitern. Die Präsentation von Kunst im öffentlichen
Raum auf der städtischen Sammlungsplattform und bei Düsseldorf Maps wird weiter
ausgebaut und möglichst niedrigschwellig für die interessierte Bürgerschaft gestaltet.
Noch mehr Werke sollen durch das Kulturamt mit QR -Codes versehen werden.
Perspektivisch sollen sämtliche Kunstobjekte im öffentlichen Raum erfasst und der
Öffentlichkeit digital zugänglich gemacht werden, auch über den (Teil-)Datenbestand
der Kunstobjekte hinaus, die sich in städtischem Besitz befinden und somit
Gegenstand des eingangs genannten Monitoring -Programms zur systematischen
Erhaltung sind. Der im d:kult-Datenbanksystem erfasste Datenbestand bedarf zu
diesem Zweck zunächst der Aktualisierung und der Erweiterung. Dazu müssen Daten
zu den Kunstwerken ergänzt, aktuelle Fotos angefertigt und ihre Standorte
georeferenziert werden. An anderer Stelle gesammelte Informationen, wie sie z.B. in
Buchpublikationen zum Thema zusammengetragen wurden bzw. bei Stadtarchiv,
Heimatvereinen etc. vorliegen, werden integriert.
Durch einen Datenabgleich konnte bereits sichergestellt werden, dass alle
Kunstwerke im öffentlichen Raum im Besitz des Kulturamtes im d:kult-System
erfasst sind. Der Datenbestand wurde zudem durch das d:kult-Team um die in
Wolfgang Funkens dreibändiger Publikation "Ars Publica" aus dem Jahr 2012
gesammelten Werke ergänzt. Das Team hat in kurzer Zei t den Datenbestand deutlich
erweitert. Die Zahl der in d:kult verzeichneten Einzelwerke der Kunst im öffentlichen
Raum wuchs so von rund 850 Objekten (Stand März 2023) auf rund 2.300 Objekte
(Stand März 2024). Dies ist ein Plus von rund 1.450 Objekten innerhalb eines Jahres.
Die angestrebte vollständige Bestandsaufnahme aller Werke der Kunstobjekte im
öffentlichen Raum sollte auch zeitgenössische Phänomene wie ephemere Kunst und
Street Art berücksichtigen. Sie muss dabei nicht nur in jüngster Zeit
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hinzugekommene Werke einbeziehen, sondern soll auch künftige Veränderungen
berücksichtigen können. Die erforderliche Ermittlung des tatsächlichen Bestands vor
Ort und der Abgleich mit den an verschiedenen Stellen verfügbaren Informationen
stellt einen beträchtlichen Aufwand dar. Hierfür wird die systematische,
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.