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AGS/080/2026
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Informationsvorlage
Betrifft:
Bericht über die Arbeit der „zentren plus„ 2025
Fachbereich:
51 - Amt für Soziales und Jugend
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität
Ausschuss für Gesundheit und
13.10.2026Kenntnisnahme
Soziales
Seniorenrat27.11.2026Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Die Arbeit der vom Amt für Soziales und Jugend finanzierten „zentren
plus" wird seit ihrer Einrichtung im Jahr 2007 von einem
Wirkungscontrolling begleitet. Dieses bildet einen wichtigen Baustein zur
Sicherstellung der Zielerreichung. Die Ergebnisse des
Controllingverfahrens sind Grundlage eines jährlichen Berichtes, der dem
Ausschuss für Gesundheit und Soziales vorgelegt wird. Vorliegend erhalten
Sie den Bericht für das Jahr 2025.
Übersicht über die Berichte der letzten fünf Jahre:
Anlagen:
Bericht über die Arbeit der "zentren plus" im Jahr 2025
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Inhaltsverzeichnis
0. Zusammenfassung..............................................................................................................3
1. Bedeutung der offenen Seniorenarbeit................................................................................4
1.1. Auswirkungen des demografischen Wandels...............................................................4
1.2. Gesellschaftliche Entwicklungen..................................................................................5
1.3. Folgen für die offene Seniorenarbeit............................................................................5
2. „zentren plus" als zentrale Struktur der offenen Seniorenarbeit..........................................6
2.1. Gesetzliche Grundlage.................................................................................................6
2.2. Entstehung der „zentren plus"......................................................................................7
2.3. Strategische und operative Ziele der „zentren plus".....................................................7
2.4. Zielgruppe der „zentren plus"........................................................................................8
2.5. Finanzierung.................................................................................................................8
3. Wirkungscontrolling.............................................................................................................8
4. Angebotsspektrum der „zentren plus"..................................................................................9
4.1. Freizeit, Veranstaltungen, Bildung und ähnliches.........................................................9
4.2. Beratungsangebot......................................................................................................10
5. Auswertung der Basiszahlen.............................................................................................11
5.1. Besuche und Teilnahmen von/an Angeboten und Veranstaltungen...........................11
5.2. Beratungen.................................................................................................................12
5.3. Ehrenamtlich Tätige....................................................................................................14
5.4. Demenzspezifische Angebote....................................................................................16
6. Fazit und Handlungsperspektiven.....................................................................................17
Anhang..................................................................................................................................19
Basiszahlen der einzelnen „zentren plus"..........................................................................19
0. Zusammenfassung
Seit Einführung der „zentren plus" 2007 wird jeweils im Folgejahr der Bericht über die Arbeit
der „zentren plus" aus dem vorangegangenen Jahr veröffentlicht. Der vorliegende Bericht
führt die wesentlichen Entwicklungen, Ergebnisse und Erkenntnisse der Arbeit der
Düsseldorfer „zentren plus" im Berichtsjahr 2025 zusammen. Er dokumentiert die
Entwicklung zentraler Kennzahlen des Wirkungscontrollings, ordnet diese in den Kontext
aktueller demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ein und zeigt die daraus
resultierenden Herausforderungen für die offene Seniorenarbeit auf. Ausgangspunkt ist der
fortschreitende demografische Wandel. Die Zahl älterer und insbesondere hochaltriger
Menschen wächst kontinuierlich, während sich ihre Lebenslagen und Unterstützungsbedarfe
verändern. Steigende Altersarmut, zunehmende Einsamkeit, veränderte Familienstrukturen,
wachsende kulturelle Vielfalt und die fortschreitende Digitalisierung stellen neue
Anforderungen an die Altenhilfe. Vor diesem Hintergrund kommt den „zentren plus" als
niedrigschwelligen, präventiv ausgerichteten Angeboten der kommunalen Daseinsvorsorge
eine zentrale Bedeutung zu.
Des Weiteren beschreibt der Bericht zunächst die fachlichen, gesetzlichen und
konzeptionellen Grundlagen der Arbeit der „zentren plus", darunter den gesetzlichen Auftrag
nach § 71 SGB XII, die strategischen Zielsetzungen sowie die Zielgruppe und den
organisatorischen Rahmen. Den Schwerpunkt bildet die Auswertung des
Wirkungscontrollings, das statistische Kennzahlen, Besucherbefragungen und
dialogorientierte Controllinggespräche miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht dabei die
Frage, welchen Beitrag die „zentren plus" zur Förderung von Selbstbestimmung, sozialer
Teilhabe, Eigeninitiative und dem möglichst langen Verbleib älterer Menschen in der eigenen
Häuslichkeit leisten.
Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine positive Entwicklung. Die „zentren plus" konnten ihre
Rolle als zentrale Anlaufstellen der offenen Seniorenarbeit weiter festigen, mehr Menschen
der jüngeren Zielgruppe sowie ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte erreichen und
steigende Beratungsbedarfe bewältigen. Zugleich wird deutlich, dass die Beratungen
komplexer werden und sich auch die Rahmenbedingungen des Ehrenamts verändern.
Der Bericht zeigt zugleich einen dementsprechenden Weiterentwicklungsbedarf auf.
Insbesondere der Ausbau zugehender Unterstützungsangebote, die Stärkung
psychosozialer Beratung, die Förderung digitaler Teilhabe sowie die Berücksichtigung einer
kulturell vielfältiger werdenden älteren Bevölkerung werden als zentrale Zukunftsaufgaben
benannt. Damit unterstreicht der Bericht die Bedeutung strukturell präventiv ausgerichteter
Altenhilfe als wichtigen Baustein einer nachhaltigen kommunalen Sozialpolitik und liefert eine
fachliche Grundlage für die Weiterentwicklung der „zentren plus" als zentrale Struktur der
offenen Seniorenarbeit in Düsseldorf.
Schließlich bündelt der Bericht aus den beschriebenen Entwicklungen abgeleitete
Handlungsperspektiven für eine auch zukünftig fundierte und an Bedarfen ausgerichtete
Förderung der offenen Seniorenarbeit in den „zentren plus und darüber hinaus.
Anforderungen ergeben sich dabei insbesondere mit Blick auf zugehende Strukturen, die
Ausweitung digitaler Schulungsangebote, spezielle Angebote für Menschen mit
Migrationshintergrund sowie die Unterstützung für die durch eine wesentlich höhere Dichte
an Menschen der Zielgruppe in bestimmten Stadtbezirken gekennzeichneten „zentren plus".
Amt für Soziales und Jugend Bericht über die Arbeit der „zentren plus" im Jahr 2025
1. Bedeutung der offenen Seniorenarbeit
1.1. Auswirkungen des demografischen Wandels
Der demografische Wandel ist die Folge sinkender Geburtenraten und einer steigenden
Lebenserwartung. Dieser Prozess nahm bereits in den frühen 1970er Jahren mit dem
sogenannten Pillenknick und dem Ende der Babyboom-Phase seinen Anfang. Seitdem hat
sich die Altersstruktur nachhaltig verändert. Die Bevölkerung ist insgesamt gealtert, da der
Anteil und die Zahl jüngerer Menschen zurückgegangen sind, während die absolute Zahl und
der Anteil älterer Menschen gestiegen sind. Diese Veränderung nimmt mit dem Eintritt der
geburtenstarken Jahrgänge der zwischen 1955 und 1969 geborenen Personen in das
Rentenalter spürbar Fahrt auf.
In Düsseldorf lebten zum Stichtag 31.12.2025 rund 660.000 Personen. Davon sind rund
216.000 Personen im Alter von 55 Jahren und älter, was einem Anteil von 32,8 Prozent
entspricht. Diese Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren um gut 23.000 Personen
gestiegen. In der Altersgruppe 75 Jahre und älter liegt der Anteil mit rund 64.000 Personen
bei 9,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist dies ein Anstieg um
1.775 Personen, was einer prozentualen Steigerung um 2,9 Prozent entspricht. Diese
demografische Alterung wird sich, ausgehend von der Bevölkerungsprognose des Amtes
für Statistik und Wahlen der Stadt Düsseldorf, weiter verstärken. So sind bis zum Jahr 2045
starke Zuwächse insbesondere in den höheren Altersklassen der 70- bis unter 80-Jährigen
um 23 Prozent und der 80-Jährigen und Älteren um 27 Prozent zu erwarten.
Es wird zudem erwartet, dass in den kommenden Jahren die Zahl älterer Menschen mit
Migrationshintergrund in Düsseldorf erheblich ansteigen wird. Mit Blick auf die
zurückliegenden zehn Jahre hat sich gezeigt, dass in der Altersgruppe der 75-Jährigen und
Älteren die Zahl an Personen mit Migrationshintergrund um rund 5.900 Personen (+48,5
Prozent) gestiegen ist, während die Zahl der Älteren ohne Migrationshintergrund im selben
Zeitraum um 4.131 Personen abnahm (-8,3 Prozent). Auch wenn die Personen ohne
Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe mit 71,6 Prozent immer noch den weitaus
größten Anteil bilden, so kann nach Auswertung der Besucherbefragung sowie aus dem
Bericht des ISG1 bereits jetzt festgestellt werden, dass die Nachfrage nach kultursensiblen
Angeboten und spezifischer Beratung in der offenen Seniorenarbeit steigt.
In der kleinräumigen Betrachtung auf Stadtteilebene zeigen sich deutliche Unterschiede
hinsichtlich des Anteils der 75-Jährigen und Älteren. Während die innerstädtischen Stadtteile
Friedrichstadt (5,7 Prozent), Stadtmitte (5,9 Prozent) und Oberbilk (6,3 Prozent) die
niedrigsten Anteile älterer Bevölkerung aufweisen, sind die Anteile in Urdenbach (15,0 %),
Stockum (15,3 Prozent) und Lörick (15,4 Prozent Prozent) am höchsten. Diese
demografische Ungleichverteilung erfordert eine tiefergehende, sozialräumliche Betrachtung,
um Angebote künftig noch bedarfsgerechter und zielgruppenspezifischer ausbauen zu
können.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich der demografische Alterungsprozess in
Düsseldorf in den kommenden Jahrzehnten weiter fortsetzen und verschärfen wird -
1
Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung für die Landeshauptstadt Düsseldorf des Instituts für Sozialforschung und
Gesellschaftspolitik „Die Zahl der Älteren ab 80 Jahren mit Migrationshintergrund ist im Zeitraum von 2009 bis 2023 um 153 %
gestiegen" (S.15); „Die demografische Entwicklung zeigt, dass die Zahl älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte
weiter zunehmen wird" (S.194)
4
Amt für Soziales und Jugend Bericht über die Arbeit der „zentren plus" im Jahr 2025
insbesondere, wenn die geburtenstarken Jahrgänge die höchsten Altersjahre erreicht haben.
1.2. Gesellschaftliche Entwicklungen
Der demografische Wandel geht mit gesellschaftlichen Veränderungen einher, die sich
auch auf die offene Seniorenarbeit auswirken. Bereits heute leben rund zwei Drittel der
Besucherinnen und Besucher der „zentren plus" allein2, unter den Hochaltrigen sind es etwa
drei Viertel. Alleinleben ist dabei nicht per se mit Einsamkeit gleichzusetzen. Dennoch
können der Verlust nahestehender Menschen, gesundheitliche Einschränkungen oder eine
abnehmende Mobilität das Risiko sozialer Isolation und subjektiv empfundener Einsamkeit
erhöhen. Damit gewinnt die Förderung sozialer Teilhabe als präventive Aufgabe der
offenen Seniorenarbeit weiter an Bedeutung. 7 Prozent der Befragten der
Besucherbefragung geben an, keine Ansprechpersonen zu haben. Da nur die Besuchenden
der „zentren plus" an der Befragung teilgenommen haben, ist davon auszugehen, dass der
Anteil in der Gesamtbevölkerung wesentlich höher ist.
Auch das Risiko von Altersarmut nimmt zu, da immer mehr Menschen das Rentenalter mit
unterbrochenen oder lückenhaften Erwerbsbiografien erreichen und dadurch häufiger auf
ergänzende Sozialleistungen angewiesen sein können. Zugleich zeichnen sich
Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung ab. Der Fachkräftemangel und eine
begrenzte Zahl stationärer Pflegeplätze treffen auf veränderte Rahmenbedingungen
familiärer Unterstützung - so sind beispielsweise Frauen, die nach wie vor den größten Teil
der Sorgearbeit leisten, zunehmend erwerbstätig, erwachsene Kinder leben häufig weiter
entfernt und nachbarschaftliche Unterstützungsnetzwerke sind nicht überall vorhanden oder
müssen erst aufgebaut und gestärkt werden.
1.3. Folgen für die offene Seniorenarbeit
Für die offene Seniorenarbeit ergeben sich aus den beschriebenen demografischen und
gesellschaftlichen Entwicklungen vielfältige Herausforderungen und ein wachsender
Handlungsbedarf. Mit der steigenden Zahl hochaltriger Menschen ist perspektivisch auch
eine zunehmende Nachfrage nach präventiven und vorpflegerischen
Unterstützungsangeboten zu erwarten. Die „zentren plus" nehmen hierbei als zentrales
vorpflegerisches Angebot in Düsseldorf eine wichtige Rolle ein. Sie erfüllen dabei nicht nur
den gesetzlichen Auftrag der Altenhilfe nach § 71 SGB XII, sondern bringen aufgrund ihrer
niedrigschwelligen und quartiersbezogenen Struktur wesentliche Voraussetzungen für die
Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mit. Als wohnortnahe
Anlaufstellen ermöglichen sie Begegnung, fördern soziale Teilhabe und stärken die
Vernetzung im Quartier. Gleichzeitig übernehmen sie eine wichtige Lotsenfunktion, indem
sie ältere Menschen frühzeitig beraten, Orientierung im vielfältigen Düsseldorfer
Unterstützungsangebot geben und bei Bedarf an weiterführende Hilfen vermitteln.
Darüber hinaus gewinnt die Berücksichtigung der Bedürfnisse und Erwartungen älterer
Menschen mit Zuwanderungsgeschichte vor dem Hintergrund der demografischen
Entwicklung weiter an Bedeutung. Eine kultursensible Ausgestaltung der Angebote kann
dazu beitragen, unterschiedliche Zielgruppen besser zu erreichen und ihre Teilhabe zu
fördern.
2 Befragung der Besucherinnen und Besucher der „zentren plus" 2025
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Amt für Soziales und Jugend Bericht über die Arbeit der „zentren plus" im Jahr 2025
Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, ältere Erwachsene möglichst frühzeitig mit
Unterstützungs- und Beratungsangeboten in Kontakt zu bringen. Eine frühzeitige Einbindung
in das Hilfesystem kann die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden beziehungsweise
Altsein fördern, vorhandene Ressourcen stärken und dazu beitragen, Selbstständigkeit
möglichst lange zu erhalten. Zugleich eröffnet sie die Möglichkeit, Unterstützungsbedarfe
frühzeitig zu erkennen und passgenaue Hilfen zu vermitteln.
Vor diesem Hintergrund kommt der offenen Seniorenarbeit eine wichtige präventive Funktion
zu. Indem sie soziale Teilhabe fördert, gesundheitliche und soziale Ressourcen stärkt und
den Zugang zu weiterführenden Hilfen erleichtert, kann sie dazu beitragen, den Bedarf an
intensiveren Unterstützungs- und Pflegeleistungen hinauszuzögern. Langfristig können sich
daraus auch positive Effekte für die kommunale Daseinsvorsorge und die
Inanspruchnahme kostenintensiver Leistungen ergeben.
2. „zentren plus" als zentrale Struktur der offenen Seniorenarbeit
2.1. Gesetzliche Grundlage
Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist entsprechend der Vorgaben des § 71 Absatz 1 Satz 1
SGB XII verpflichtet, Leistungen der Altenhilfe vorzuhalten. Diese Leistungen werden zu
einem erheblichen Teil durch die Angebots- und Beratungsstruktur der „zentren plus"
erbracht. Kernelement des § 71 SGB XII ist der Präventionsgedanke. Im Mittelpunk
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.