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OVA/042/2021
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Informationsvorlage
Betrifft:
BMVI-Förderantrag „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV„
Fachbereich:
03/0 - Dezernat für Planen, Bauen, Mobilität und Grundstückswesen
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Cornelia Zuschke
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ordnungs- und
Verkehrsausschuss
05.05.2021 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat im Rahmen der
Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung am 21.01.2021 die
Förderrichtlinie „Modellprojekte zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs"
veröffentlicht. Damit werden Konzepte zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs
(ÖPNV) gefördert, die die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich durch ein attraktiveres Angebot
nachhaltig reduzieren. Der Förderaufruf richtet sich an Verkehrsunternehmen und -verbünde
sowie an Städte, Kreise und Gemeinden. Das Förderprogramm hat eine Laufzeit von 2021- Ende
2024. Fördermittel in Höhe von 256 Mio. EUR stehen zur Verfügung.
Das Bundesamt für Güterverkehr führt das Förderprogramm „Modellprojekte zur Stärkung des
ÖPNV" als Projektträger und Bewilligungsbehörde durch.
Mit der Förderung zur Stärkung des ÖPNV sollen Maßnahmen
zur Verbesserung der Angebots- und Betriebsqualität, z.B. die Entwicklung und
Realisierung von On-Demand-Diensten, Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln, (max.
Fördervolumen pro Antragsteller 10 Mio. EUR)
zur Entwicklung attraktiver Fahrpreistarife, z.B. Job-Tickets, innovative Tarif-
/Verbundangebote, (max. 15 Mio. EUR)
zur Vernetzung von Auskunfts- und Vertriebssystemen, z.B. die Errichtung von
Mobilitätsplattformen und deren Verknüpfung, (max. 10 Mio. EUR) sowie
weitere Maßnahmen (max. 5 Mio. EUR) umgesetzt werden.
Die geförderten Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV sollen jeweils in ein Gesamtkonzept für
eine nachhaltige Mobilität vor Ort eingebettet und bis zum 31.12.2024 umgesetzt sein. Das max.
Fördervolumen pro Antragsteller ist begrenzt auf 30 Mio. €. Die Förderquote beträgt 80 %, eine
Kumulation mit Landesfördermitteln ist bis zu einem max. Fördersatz von 95 % möglich.
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Verbundprojekte sind ausdrücklich erwünscht. Zu beachten ist auch, dass Maßnahmen die
bereits nach anderen Förderprogramm des Bundes förderfähig sind, nicht gefördert werden.
Auch bereits begonnen oder durch Auftragsvergaben gebunden Projekt sind von der Förderung
ausgeschlossen worden.
Am 22.02. hat das BMVI dazu eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Laut aktueller
Auskunft des Bundesamtes hat der Förderaufruf einen sehr großen Zuspruch gefunden. Rd. 165
Projektskizzen wurden eingereicht.
Das Bewerbungsverfahren ist zweistufig aufgebaut 1. Stufe ist die Einreichung einer
Projektskizze bis zum 29.03.2021. Bei positiver Bewertung erfolgt dann die Aufforderung zur
Teilnahme an der 2. Stufe mit der Ausarbeitung von Förderanträgen. Die Rückmeldung und
Aufforderung zur formalen Antragstellung erfolgt laut BAG voraussichtlich Mitte/ende Juni 2021.
Aufgrund der gesetzten engen Zeitrahmens konnten in die Antragstellung nur bereits vorbereitete
und ansatzweise entwickelte Projektvorschläge aufgenommen werden. Regionale Verbund- bzw.
Kooperationsprojekte wurde ausdrücklich als erwünscht bezeichnet. Zu beachten war auch, dass
Maßnahmen, die bereits nach anderen Förderprogramm des Bundes förderfähig sind, von dieser
Förderung ausgeschlossen sind.
Die Ausarbeitung der Projektskizze stellte somit insgesamt ein sehr ambitioniertes Vorhaben dar
insbesondere wegen der Einbindung der regionalen Partner. Die Stadt wurde hier vom VRR und
der Rheinbahn unterstützt. Die Antragstellung wurde unter Leitung des Dezernates 03 von einer
Arbeitsgruppe bestehend aus den Ämtern 01/17 Fördermittelmanagement, 07/2
Regionalmanagement, 16, 19, 20 und 66 sowie Rheinbahn und VRR erarbeitet. Externe
Unterstützung leistete das Ingenieurbüro Spiekermann.
Letters of Intent (LOI) der Kooperationspartner und Gremienbeschlüsse waren für die
Einreichung der Projektskizzen nicht erforderlich.
Als maßgebliche Kriterien für die Antragsbewertung durch den Zuwendungsgeber sind
insbesondere benannt:
- Einbettung der Projektskizze in ein schlüssiges Gesamtkonzept für eine nachhaltige
Mobilität
- realistische Machbarkeit bezogen auf Zeit und Finanzen
- nachvollziehbares Aufzeigen der Steigerung der ÖPNV-Attraktivierung und -Nutzung
sowie CO2-Reduzierung
- Darstellung der Tragfähigkeit der Maßnahmen nach dem Ende der Förderung (kein
temporäres Fördermittelabgreifen)
- Übertragbarkeit auf andere Verkehrsräume
- Zusammenarbeit und Teilhabe.
Projektskizze
Die von der Stadt eingereichte Projektskizze erfasst alle vier Förderbereiche und umreist grob
geschätzt ein Projektkostenvolumen für die Gesamtlaufzeit bis 2024 von 24,5 Mio. EUR brutto.
Modellprojekt: Regionaler Nahverkehr digital und smart
Akronym: ReNa dus
Maßnahmenbereiche Teilprojekte Maßnahme Verantwortliche
/Beteiligte
beantragte
Fördersumme
Nr. 1 Verbesserung
Angebots- und
Betriebsqualität
Ausweitung On
Demand in die Region
On Demand
regional
Rheinbahn, Kreis
ME und Stadt
Erkrath, LHD
1,5 Mio. €
Nr. 2 attraktiver Tarif Ausweitung und
Individualisierung
eTarif
MyZoneTicket
*
VRR, Rheinbahn,
LHD, Kreis ME
15 Mio. €
Nr. 3 Vernetzung
Auskunfts- und
Smarte Erweiterung im
digitalen
Content
Management-
Rheinbahn, LHD,
Kreis ME und
3, 7 Mio. €
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Vertriebssystem Auskunftsmanagement System und
Fahrertablets
Rheinkreis NE
Nr. 4 Sonstiges Smartes Park&Ride in
Partnership
P&R
Partnership
LHD,
Unternehmen,
IHK, Städte
sowie Kreis ME
und Rhein-Kreis
NE,
RegioNetzWerk
4,3 Mio. €
24,5 Mio. €
* Das MyZoneTicker ist grundsätzlich weiterentwickelbar als PendlerTicket für die Stadt
Düsseldorf und die Kreise Mettmann und Neuss.
Rheinbahn und VRR wurden von Anbeginn an direkt eingebunden in die Antragstellung. Die
verschiedenen Akteure des Kreises Mettmann und der Stadt Erkrath sind durch die Rheinbahn,
den VRR, das Regionalmanagement und die Projektleitung informiert und eingebunden worden.
Der Informationsfluss in die Stadt-Umland-Kooperationen "RegioNetzWerk" und "Zwischen Rhein
und Wupper" in den Rhein-Kreis Neuss wurde zudem durch das Regionalmanagement
sichergestellt.is
Mettmann und die Stadt Erkrath sind durch die Rheinbahn, denn VRR und die Projektleitung und
das RegioNetzWerk sowie der Rhein-Kreis Neuss durch das Regionalmanagement der Stadt
informiert worden. Erstinformationen haben auch die Vertreter der Stadt im VRR erhalten.
Interessenbekundungen des Kreises Mettmann und der Stadt Erkrath zum Teilprojekt
„Ausweitung On Demand in die Region" liegen vor. Ebenso zum Teilprojekt „Ausweitung und
Individualisierung eTarif (MyZoneTicket)".
Die Ausweitung des On Demand Modellprojektes auf Erkrath soll nachgelagert anknüpfen an die
vorgesehene Inbetriebnahme des On Demand Pilotprojektes für Unterbach und den Düsseldorfer
Osten.
Das Teilprojekt „Ausweitung und Individualisierung des eTarifes" muss aus Kosten- und
tarifstrukturellen Gründen zunächst beschränkt bleiben auf den ÖPNV-Aufgabenträger Kreis
Mettmann und die bezogen auf das Stadtgebiet von Düsseldorf der Preisstufe B zugeordneten
Städte. Im Rahmen dieses Teilprojektes wurde von der Rheinbahn und dem VRR ergänzend zum
MyZoneTicket auch die Einführung eines PendlerTickets mit Ausweitung der Preisstufe A3 auf
die heutige Preisstufe B sowie das FlexTicket geprüft.
Ergebnis der Prüfungen:
Die Ausweitung des FlexTickets wurde intensiv in den VRR-Gremien beraten und seine
Einführung als Pilotprojekt steht kurzfristig bevor. Eine Kostenberechnung der Rheinbahn und
des VRR für das PendlerTicket ergabt grob geschätzte Mindereinnahmen für die Einbeziehung
aller Städte des Kreises Mettmann ohne Velbert und der Städte Dormagen, Kaarst, Meerbusch
und Neuss im Rhein-Kreis-Neuss in Höhe von jährlich 8 - 11 Mio. €, also 30-40 Mio. € für den
Zeitraum bis 2024, in dem max. 15 Mio. € gefördert werden. Für den Fall einer zusätzlichen
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Ausweitung auf den Rhein-Kreis Neuss, würden sich die Mindereinnahmen entsprechend
erhöhen. Eine großverbundene Pendlerregion ist jedoch perspektivisch das ausgemachte Ziel
zur Attraktivierung und Stärkung des ÖPNV und als Beitrag zum Klimaschutz,
zur Luftreinhaltung und Verkehrswende.
Folglich wurde in die Projektskizze zunächst das MyZone-Ticket für die Städte des Kreises
Mettmann aufgenommen, zumal dieses Modellvorhaben eine Weiterentwicklung des bereits im
VRR eingeführten digitalen eTicket-Ansatzes darstellt und so wohl noch nicht bundesweit im
Einsatz ist. Sollte das Modellvorhaben einen Förderzuschlag erhalten, ist seine tarifrechtliche
Ausgestaltung vorzunehmen und abzustimmen sowie die Genehmigung seitens der VRR-
Gremien einzuholen.
Mit der Individualisierung des eTarifs durch das MyZoneTicket soll der streckenbezogene eTarif
So ergänzt werden, dass der gegenwärtige als hoch wahrgenommene Preissprung von der
Preisstufe A zur Preisstufe B verringert und der die Stadtgrenzen überschreiten ÖPNV künftig
finanziell deutlich attraktiver wird. Mit der Festlegung einer MyZone legt der Kunde seine
Tarifgrenzen quasi selbst fest, zahlt für alle Fahrten in dieser MyZone einen monatlichen
Festpreis und für die darüberhinausgehenden Fahrten einen gesonderten, ebenfalls günstigen
Fahrpreis pro Fahrt nach Luftlinien Entfernung.
Die Weiterentwicklung des MyZoneTickets zu einem PendlerTicket ist fördertechnisch möglich.
In der Beschreibung zur Förderanmeldung ist verankert, dass bei der weiteren Konkretisierung
des Teilprojektes „attraktiver Tarif" weiterhin auch noch die Möglichkeit einer erweiterten
räumlichen Gültigkeit bestimmter Abo-Tickets um Düsseldorf herum als Weiterentwicklung des
MyZoneTickets weiterhin ergänzend betrachtet wird. Die Förderrichtlinie erlaubt Abweichungen
von der angemeldeten Teilprojektskizze mit einer nachvollziehbaren Argumentationskette bei der
formalen Einreichung des Förderantrages in der 2. Stufe des Verfahrens.
Der maximale Förderrahmen von 15 Mio. € ist für diesen Maßnahmenbereich angemeldet. Mit
der vorläufigen Kostenkalkulation für das MyZoneTicket wird dieser Förderrahmen nicht ganz
ausgeschöpft, so dass Weiterentwicklungsmöglichkeiten finanziell grundsätzlich möglich sind.
Die Verhandlungen in der Stadtregion gestalten sich inhaltlich sehr positiv, müssen aber zeitnah
finanztechnisch noch vorangetrieben werden.
Mit dem Teilprojekt „Smarte Erweiterung im digitalen Auskunftsmanagement des ÖPNV-Betriebs
der Rheinbahn" erfolgt eine Durchdigitalisierung des Informations- und Kommunikationssystems
bei der Rheinbahn. Die digitale Ausstattung der Rheinbahn-Leitstelle wird erweitert, und die
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Ausstattung des Fahrpersonals mit Tablets sichert einen verlässlichen direkten und erweiterten
Informationsfluss über betriebliche Störungen zur Leitstelle. Damit wird nicht nur die
Kundeninformation verbessert, sondern auch die Handlungsmöglichkeiten zum
kundenfreundlichen Umgang mit Betriebsstörungen. Die digitale Aufrüstung trägt sowohl zur
Vorbeugung betrieblicher Fahrzeugstörungen bei als auch zu schnelleren Beseitigung von
Betriebsstörungen auf den Fahrwegen bei.
Das Teilprojekt „Smartes P&R in Partnership" greift das zu den Adventswochenenden
durchgeführte Kooperationsprojekt der Stadt, der Provinzial und Rheinbahn aus den Jahren 2018
und 2019 auf und versucht es, zu einem regulären P&R-Angebot weiterzuentwickeln.
Vorhandene Parkplatzreserven bei Wirtschaftsunternehmen sollen einer allgemein zugänglichen
P&R-Nutzung zugeführt werden. Die Trendentwicklung zum Homeoffice und die Möglichkeiten
der Digitalisierung schaffen günstige Voraussetzungen für eine im wahrsten Sinne des Wortes
smarte Ausweitung des P&R-Angebotes. Bereitschaft zur Mitwirkung haben bereits die Provinzial
Versicherung und Vodafone bekundet. Unterstützung erfährt das Projekt durch die IHK.
Die Stadt und die Kooperationspartner sind trotz der sehr großen Konkurrenz zuversichtlich, den
Förderzuschlag für die eingereichte Projektskizze zu bekommen. Dia dann einzureichenden
Förderanträge bedürfen verbindlicher Gremienbeschlüsse.
Anlagen:
Anlage 1 - Eingereichte Projektskizze zur BMVI-Förderung „Modellprojekte zur
Stärkung des ÖPNV„
Anlage 1 - Eingereichte Projektskizze zur BMVI-Förderung „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ als Text anzeigen
Title: SDLD03-21921042015320
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00408819.pdf
Published Time: Wed, 21 Apr 2021 05:48:53 GMT
Number of Pages: 44
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