Informationsvorlage als Text anzeigen
Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00589910.pdf
Published Time: 2026-06-17T12:32:00.000Z
Number of Pages: 4
Markdown Content:
KUA/116/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Evaluation der Kulturentwicklungsplanung (KEP) der Landeshauptstadt Düsseldorf -
Abschlussbericht
Fachbereich:
41 - Kulturamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Kulturausschuss 02.07.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt den Evaluationsbericht zu
ausgewählten Maßnahmen der Kulturentwicklungsplanung zur Kenntnis.
Beschlusslage:
Gremium Datum Vorlagen-
nummer
Titel Beschlussart
Rat 04.12.2014 01/252/2014 Änderungsantrag der
Ratsfraktionen SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
und FDP zum
Haushaltsplanentwurf 2015
Änderungs-
antrag
Rat 10.10.2017 41/55/2017 Kulturentwicklungsplanung
für die Landeshauptstadt
Düsseldorf
(Abschlussbericht)
Beschluss-
vorlage
Rat 10.10.2017 01/192/2017 Änderungsantrag der
Ratsfraktionen SPD,
BÜ90/GRÜ und FDP:
Kulturentwicklungsplanung
für die Landeshauptstadt
Düsseldorf
(Abschlussbericht)
Änderungs-
antrag Seite 2
> 1SMART steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.
Kultur-
ausschuss
21.05.2026 KUA/044/2026 Evaluation der
Kulturentwicklungsplanung
(KEP) der Landeshauptstadt
Düsseldorf - Zwischenbericht
Informations-
vorlage
1. Kurzdarstellung:
Die Verwaltung legt dem Kulturausschuss den Evaluationsbericht (Abschlussbericht) zu
ausgewählten Maßnahmen der Kulturentwicklungsplanung (KEP) vor. Die Evaluation wurde
von einem externen Evaluationsteam durchgeführt.
Ziel der Evaluation ist es, den bisherigen Umsetzungsstand sowie die erzielten Wirkungen
zentraler Maßnahmen systematisch zu analysieren. Daraus abgeleitet erhält die Verwaltung
Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der KEP hin zu einer wirkungs- und
gemeinwohlorientierten Kulturstrategie.
2. Ausgangslage:
Die Verwaltung hat bereits in der Sitzung des Kulturausschusses am 21. Mai 2026
(KUA/044/2026) eine Informationsvorlage mit dem Zwischenbericht zur Evaluation der KEP
eingebracht und darin zum Hintergrund und Methodik der KEP-Evaluation und sowie zu
Ergebnissen informiert.
Bei der Evaluation wurden fünf ausgewählte KEP-Maßnahmen genauer betrachtet
(„Tiefenbohrung“). Diese sollen eine Abdeckung von vier zukunftsrelevanten
Transformationsfeldern (Dialog und Vernetzung von Kulturpolitik, Kulturverwaltung und
Kulturakteur*innen; Kulturelle Stadtentwicklung; Sichtbarkeit und Kommunikation; Kulturelle
Teilhabe und Diversität) sicherstellen sowie die zentralen Ziele und Handlungsfelder der KEP
stellvertretend abdecken. Die Ergebnisse der Einzelanalysen der Maßnahmen können dem
beiliegenden Evaluationsbericht (Anlage 1) entnommen werden. An dieser Stelle werden
übergeordnete Beobachtungen und Handlungsempfehlungen vorgestellt.
Kurzdarstellung der übergeordneten Befunde und Herausforderungen:
Als strukturelle Herausforderungen bei der Umsetzung der KEP wurden folgende Punkte
genannt:
Fehlende SMARTe 1 Ziele und Indikatoren : Die zu erreichenden Ziele der KEP
wurden nicht SMART angelegt, was eine systematische Umsetzung erschwert hat
und Erfolge nicht messbar macht. Es wurden keine Indikatoren definiert, was ein
Monitoring oder eine Wirkungsmessung in den verschiedenen Bereichen
verunmöglicht.
Fehlende Gesamtstrategie : Zahlreiche Aktivitäten in den zu untersuchenden
Bereichen konnten festgestellt werden, jedoch attestiert der Bericht eine fehlende
Verzahnung derselben im Sinne einer Gesamtstrategie mit klaren Zuständigkeiten
und Prioritäten. Dies führt dazu, dass es zum Teil Doppelstrukturen gibt und ähnliche
Prozesse parallel nebeneinander herlaufen.
Fehlende Steuerungsmöglichkeiten : Um Maßnahmen konsequent umzusetzen,
fehlt es oft an verbindlichen Steuerungsmöglichkeiten, welche zum Teil kulturpolitisch
beschlossen werden müssen. Zum aktuellen Zeitpunkt werden Fortschritte nur durch
diejenigen mitgetragen, die bereit sind, sich zu beteiligen.
Daneben wurden strukturelle Defizite in der Zusammenarbeit benannt:
Fehlende Abstimmungsroutinen : Es fehlt an Abstimmungsroutinen zwischen
Kulturszene, Kulturpolitik und Kulturverwaltung.
Nur projektbezogener ämterübergreifender Austausch : Der ämterübergreifende
Austausch ist aktuell nur projektbezogen vorhanden. Hier fehlt es oftmals an
langfristigen und verbindlichen Strukturen für eine strategische Zusammenarbeit. Seite 3
Als erkennbare Fortschritte wurden folgende Punkte benannt:
Haltungswandel : Innerhalb der Kulturverwaltung, der städtischen Kulturinstitute und
Beteiligungsgesellschaften ist ein Haltungswandel und eine Offenheit gegenüber
Veränderung zu erkennen.
Zukunftsthemen wurden gesetzt : Zukunftsrelevante Themen wie kulturelle
Stadtentwicklung oder kulturelle Teilhabe und Diversität wurden durch die
Kulturverwaltung in aktuellen Debatten gesetzt und sind als Schwerpunktthemen
erkennbar.
Intensivierte Kooperationen und Dialog : Kooperationen wurden intensiviert und
der Dialog insbesondere zwischen Kulturverwaltung und Kulturakteur*innen
verbessert, auch durch die Neuschaffung von Schnittstellenfunktionen. Hier gibt es
jedoch eine Einschränkung: Auch wenn Kooperationen als Notwendigkeit für
kulturelle Zukunftsfähigkeit erkannt werden, fehlt es diesen Netzwerken und
Kooperationen häufig noch an dauerhaft institutionalisierten Strukturen mit klaren
Zuständigkeiten. Aktuell sind sie vor allem projektbezogen und dadurch fragil.
Verbleibender Handlungsbedarf besteht außerdem im Bereich Kulturelle Teilhabe und
Diversität : Er ist aktuell strukturell zu wenig abgesichert und muss weiter gestärkt werden.
Kurzdarstellung der Handlungsempfehlungen für die zukünftige Kulturarbeit:
Das Evaluationsteam gibt folgende Handlungsempfehlungen für die weitere strategische
Kulturarbeit:
Priorisierung : Einige wenige zukunftsrelevante Themen sollten priorisiert behandelt
werden. Eine Reduzierung der Komplexität ist anzustreben. Ein strategisches Zielbild
muss von der Kulturverwaltung entwickelt und anschließend von den städtischen
Kulturinstituten, Beteiligungsgesellschaften und den Zuschussnehmer*innen
mitgetragen werden.
Politische Legitimation : Die strategischen Schwerpunkte müssen kulturpolitisch
getragen, abgesichert und beschlossen.
Ziele und Verantwortlichkeiten definieren : Zukünftig sollten klare SMARTe
Zielsysteme, mit nachvollziehbaren Kriterien zur Wirkungsmessung eingeführt
werden, genauso wie damit klar verbundene Verantwortlichkeiten beziehungsweise
Zuständigkeiten.
Zusammenarbeit organisieren : Der ämter- und institutsübergreifende sowie
interdisziplinäre Austausch muss in Hinblick auf die ausgewählten Ziele gestärkt und
verstetigt werden.
Von anderen lernen : Ein systematischer Vergleich mit erfolgreichen Modellen aus
anderen Kommunen wird empfohlen.
Wirkung überprüfen : Eine regelmäßige Evaluation und Berichterstattung sollten
eingeführt werden.
3. Finanzielle Auswirkungen:
☒ Ja ☐ Nein
Die Mittel für die Evaluation durch das externe Evaluationsteam in Höhe von
schätzungsweise 33.000 Euro stehen im Produkt 2528101 (Kulturamt) auf dem Konto
52910000 (Aufwendungen für sonstige Dienstleistungen) zur Verfügung.
4. Weiteres Vorgehen:
Der Evaluationsbericht erhält sein finales Layout und wird dann veröffentlicht.
Auf Grundlage des finalen Evaluationsberichts wird die Verwaltung an einer
Weiterentwicklung einer wirkungs- und gemeinwohlorientierten Kulturstrategie arbeiten und
dabei die drei Schritte einhalten, die im Evaluationsbericht vorgeschlagen sind: Seite 4
1. Entwicklung einer integrierten Kulturstrategie
2. Prozess zur Priorisierung von ein bis drei Schwerpunktthemen
3. Analyse der Akteurslandschaft und Entscheidungen für Beteiligungsprozesse und
Informationskanäle.
Anlagen:
Anlage 1 Evaluation ausgewählter Maßnahmen der Kulturentwicklungsplanung für die
Landeshauptstadt Düsseldorf - Abschlussbericht
Anlage 1 Evaluation ausgewählter Maßnahmen der Kulturentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Düsseldorf - Abschlussbericht als Text anzeigen
Title: 00589963.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00589963.pdf
Published Time: Mon, 15 Jun 2026 11:34:45 GMT
Number of Pages: 39
Markdown Content:
Evaluation ausgewählter Maßnahmen der
# Kulturentwicklungsplanung für die
# Landeshauptstadt Düsseldor f –
# Abschlussbericht 1
# Inhalt
1 Executive Summary ................................ ................................ ................. 2
1.1 Was wurde erreicht? ................................ ................................ ..................... 2
1.2 Wo liegen zentrale Herausforderungen? ................................ ....................... 3
1.3 Was folgt daraus für die Zukunft? ................................ ................................ .. 3
2 Vorgehen bei der Untersuchung ................................ ............................... 5
3 Entwicklungskontext und Rahmenbedingungen für die Evaluation ........... 8
4 Ergebnisse der Maßnahmen -Analyse ................................ ..................... 10
4.1 Maßnahme Gründung eines „Rats der Künste“ ................................ ............ 10
4.2 Maßnahme “Modellprojekt „Kulturquartier am Bahnhof“ als dauerhaften,
alternativen Kulturknoten etablieren und damit Düsseldorf ein zusätzliches
kulturelles Gesicht geben” ................................ ................................ ................. 13
4.3 Maßnahme “Dauerhafte Arbeitsgruppe/Netzwerk zur inter - beziehungsweise
transkulturellen Öffnung kultureller Einrichtungen und Projekte beziehungsweise
zum Thema Teilhabe insgesamt etablieren” ................................ ...................... 16
4.4 Maßnahme “Die Museums -, Ausstellungs - und – wo möglich/sinnvoll – auch
Galerienlandschaft Düsseldorfs gemeinsam sichtbar machen, stärker
koordinieren und vernetzen” ................................ ................................ ............. 19
4.5 Maßnahme “Entwicklung einer digitalen Strategie für die gebündelte
Kommunikation über Kunst und Kultur in Düsseldorf” ................................ ........ 22
5 Zentrale Muster und Befunde aus der Gesamtbetrachtung ..................... 25
6 Zentrale Herausforderungen und Entwicklungsbedarfe für die zukünftige
Kulturarbeit ................................ ................................ ................................ .29
7 Fazit ................................ ................................ ................................ ........ 33
Empfehlungen zur strategischen Fokussierung ................................ ................. 33
Transfer der Erkenntnisse in die Praxis ................................ ............................. 35
Anhang ................................ ................................ ................................ ...... 36
Liste der Teilnehmenden an den Fokusgruppen ................................ ........ 36
Impressum ................................ ................................ ................................ .38 2
# 1 Executive Summary
## 1.1 Was wurde erreicht?
Bekanntheit
Insgesamt ist die Kulturentwicklungsplanung (KEP) im Kreis der
Stakeholder*innen in Düsseldorf breit bekannt. Fast drei Viertel der
Teilnehmenden an der Online -Befragung kennt die KEP der Landeshauptstadt
Düsseldorf zumindest dem Namen nach. Darüber hinaus ist rund neun von
zehn Befragungsteilnehmenden mindestens eine der KEP -Maßnahmen
inhaltlich bekannt.
Der Rat der Künste ist laut Online -Befragung die bekannteste der
Maßnahmen der KEP . Seine Einrichtung wird insgesamt positiv bewertet. Das
Potenzial als dialogorientiertes Gremium in der Düsseldorfer Kulturlandschaft
ist deutlich erkennbar.
Kulturelle Stadtentwicklung
Im Bahnhofsquartier ist es gelungen, einzelne Orte erfolgreich als kulturelle
Ankerpunkte zu etablieren. Für das Quartier ist eine deutliche Steigerung der
Aufenthaltsqualität durch die kulturelle Nutzung zu erkennen.
Sensibilisierung
Die Bemühungen um eine inter - bzw. transkulturelle Öffnung haben eine
Sensibilisierung innerhalb vieler Kulturinstitutionen hervorgebracht. Dies ist
vor allem im Bereich der Vermittlung, der Öffentlichkeitsarbeit und der
Programme festzustellen.
Sichtbarkeit
Im Kontext der Sichtbarkeit speziell der Muse ums -, Ausstellungs - und
Galerienlandschaft wurden gemeinsame Marketinginstrumente und
öffentlichkeitswirksame Formate wie das Kulturportal oder ganz aktuell das
Art:walk Festival entwickelt.
Eine Verbesserung und Modernisierung der digitalen Kulturkommunikation
wurde n erreicht. Besonders positiv werden die Sichtbarkeit auf Social Media
und weitere Instrumente , wie die Newsletter des Kulturamts und
eigenständige Webseiten für die städtischen Museen gesehen.
Offenheit
Insgesamt wurden die dialogorientierte Öffnung der Verwaltung sowie die
verbesserte Kommunikation und Koordination zwischen Kulturamt und
Kulturszene als positive Entwicklung infolge der KEP hervorgehoben. Auch
die Stärkung der Rolle der Kultur innerhalb d er Stadtentwicklung wird teilweise
positiv hervorgehoben. 3
## 1.2 Wo liegen zentrale Herausforderungen?
Laut den Ergebnissen der Online -Befragung liegen die kulturpolitischen
Herausforderungen der Landeshauptstadt vor allem in den Bereichen
kulturelle Infrastruktur und Stadtentwicklung, gefolgt von den Bereichen
Kulturelle Teilhabe und Partizipation sowie Förderkonze pte.
Stadtgesellschaft
Für das Bahnhofsquartier wurden unter anderem Zielkonflikte zwischen
kulturellen Nutzungen, sozialen Herausforderungen, Sicherheitsfragen und
städtebaulichen Anforderungen festgestellt.
Für den Kontext von Teilhabe und Diversität ist festzustellen, dass es häufig
an verbindlichen Zielsystemen, langfristigen Ressourcen und vor allem an
systematischer Erfolgskontrolle mangelt.
Im Bereich der Sichtbarkeit von Kulturangeboten in der Landeshauptstadt
Düsseldorf lässt sich in erster Linie eine fehlende Gesamtstrategie im Sinne
der gebündelten Kommunikation – auch für den digitalen Raum – feststellen.
Gesamtsteuerung
Die Herausforderung liegt nicht unbedingt in einzelnen operativen
Versäumnissen , sondern in der fehlenden Gesamtsteuerung und der
mangelnden langfristigen Absicherung von Entwicklungen. Viele Prozesse
laufen parallel ohne ausreichende Vernetzung und wichtige Themen wie
Diversität oder kulturelle Stadtentwicklung basieren oft auf kurz fristigen
Projekten oder individuellem Engagement statt auf verbindlichen Strukturen.
Es fehlt an einer konsistenten Strategie, messbaren Zielen und einer
institutionalisierten Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und
Kulturszene.
Rat der Künste
Beim Rat der Künste ist die fehlende Klarheit über Aufgaben, Mandat und
Rolle des Rat s sowie die fehlende verbindliche Einbindung in politische
Entscheidungsprozesse ein Hindernis für die Wirksamkeit des Rat s im
kulturpolitischen Diskurs.
## 1.3 Was folgt daraus für die Zukunft?
Die Kulturverwaltung sollte ihre Ressourcen konsequent auf wenige,
gemeinsam definierte Zukunftsziele konzentrieren – dabei sollte Priorisierung
vor Breite stehen .
Messbarkeit
Strategische Verankerung ist entscheidend. Konkret bedeutet das: SMAR T1-
Ziele definieren, klare Zuständigkeiten festlegen und politische Beschlüsse
sowie Haushaltsplanungen darauf ausrichten.
> 1S–Spezifisch : Das Ziel ist eindeutig und konkret beschrieben. M–Messbar: Der Fortschritt bzw. die
> Zielerreichung kann anhand von Kriterien oder Kennzahlen überprüft werden. A–Attraktiv / Akzeptiert (auch:
> Ausführbar): Das Ziel ist motivierend, realistisch erreichbar und von den Beteiligten mitgetragen.
4
Kulturstrategie
Es wird empfohlen, in einer integrierten Kulturstrategie verbindliche Ziele mit
klar definierten und wirkungsorientierten Maßnahmen , ressortübergreifende
Zusammenarbeit sowie kontinuierliches Lernen abzusichern. Hier sollten
besonders für die Kultureinrichtungen verbindliche und konsequent
umzusetzende Zielvereinbarungen geschaffen werden.
Kooperation und Monitoring
Abteilungsübergreifende Kooperationen soll ten stärker auf die strategischen
Schwerpunkte ausgerichtet werden, um unterschiedliche Lebensrealitäten
einzubeziehen.
Lernen und Monitoring sollten als kontinuierliche und verbindliche Aufgaben in
Arbeitsabläufe veranker t werden. Systematisches Benchmarking mit anderen
Städten sowie kontinuierliche Evaluationen können Erfolge und
Herausforderungen dokumentieren, um Strategien fortlaufend zu optimieren.
> R–Realistisch (oder Relevant): Das Ziel ist sinnvoll, umsetzbar und steht im Zusammenhang mit den
> übergeordneten Zielen. T–Terminiert: Für die Zielerreichung ist ein klarer Zeitrahmen festgelegt
.5
# 2 Vorgehen bei der Untersuchung
Im November 2025 wurden Inez Boogaarts, Sandra Czerwonka und Anke von
Heyl vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf mit der Evaluation der
KEP be auftragt .2 Aus der Vielzahl der im Rahmen der KEP erarbeiteten
Maßnahmen wurden fünf exemplarische Maßnahmen für die Evaluation
ausgewählt („Tiefenbohrung“). Die fünf Maßnahmen gehören systematisch zu
den zentralen Transformationshebeln der gesamten KEP. Sie markieren
jeweils Knotenpunkte, an denen andere Maßnahmen ansetzen und von denen
aus die Kulturentwicklung insgesamt in Bewegung gebrach t werden kann. Sie
sind in der KEP mit hoher Priorität beschrieben worden .3
• Die Maßnahme „Gründung eines Rats der Künste” gehört zum ersten
Handlungsfeld „ Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung “ -
einem zentralen Governance -Thema.
• Die Maßnahmen „Modellprojekt Kulturquartier am Bahnhof” und
"Museums - und Ausstellungs - sowie Galerienlandschaft gemeinsam
sichtbar machen, stärker koordinieren und vernetzen” beziehen sich
auf die „ Kulturelle Infrastruktur und Konzepte “.
• Die Maßnahmen „Arbeitsgruppe/Netzwerk zur inter - bzw.
transkulturellen Öffnung kultureller Einrichtungen und Projekte” sowie
„Entwicklung einer digitalen Strategie für eine gebündelte
Kommunikation über Kunst und Kultur” liegen im Handlungsfeld
„Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation “, also einem wichtigen
Transformationsfeld der KEP.
Die Auswahl der Maßnahmen deckt alle drei Handlungsfelder der KEP ab, die
den strategischen Rahmen für einen kulturpolitischen Veränderungsprozess
vorgeben. Diese sind:
• Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturförderung – Grundlagen für
eine nachhaltige Kulturentwicklung schaffen
• Kulturelle Infrastruktur und Konzepte – Kunst und Kulturarbeit in
Düsseldorf dauerhaft stärken und modellhafte Ansätze ermöglichen
• Kulturelle Teilhabe und Kulturkommunikation – Transkulturelle
Öffnung, Vermittlung und Sichtbarkeit durch Vernetzung und
Ermächtigung ermöglichen.
Der vorliegende Bericht bewertet die ausgewählten Maßnahmen der KEP und
analysiert deren Erfolge sowie bestehende Herausforderungen für die
zukünftige Ausrichtung der Kulturarbeit. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen
> 2„Die Kulturentwicklungsplanung (KEP) Düsseldorf ist ein kulturpolitisches Planungsverfahren, mit dem die
> Landeshauptstadt ab 2016 ihre Kulturpolitik neu aufgestellt hat und einen weitreichenden
> Veränderungsprozess der Kultur in der Stadt angestoßen hat. Ent wickelt wurden Lösungsansätze, die es
> ermöglichen, nachhaltig auf gesellschaftspolitische Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren. “
> Siehe https://www.duesseldorf.de/fileadmin/Amt41 -Zoll/kulturamt/pdf/KEP/Kep -
> Duesseldorf_Abschlusbericht_ -_bf.pdf ). Unterschiedliche u nd /o der vergleichbare Kulturentwicklungspläne
> gibt es auch z. B. in Duisburg, Bochum, Köln, Wiesbaden , Frankfurt a. M. etc. ( siehe
> auch https://www.strategische -kulturplanung.lwl.org/de/kulturentwicklungsplanung/kulturplanungen -
> westfalen -lippe/ .
> 3Folgende Maßnahmen wurden zur Priorisierung vorgeschlagen :Gründung „Rat für die Künste“ -Fortführung
> der KEP -Koordination -Masterplan Kulturbauten und -orte -Verwaltung 2020 -Zeitgemäßes Nutzungskonzept
> KAP 1 -Museums -und Aus stellungslandschaft sichtbar machen, koordinieren und vernetzen -Transkulturelle
> Öffnung -Digitale Strategie .
6
werden am Ende des Abschlussberichts in einem Fazit strategische
Empfehlungen formuliert.
Online -Befragung
Mit einer vom 27. Februar 2026 bis zum 18. März 2026 verfügbaren Online -
Befragung von insgesamt 169 4 Betei ligten und /oder Adressat*innen der KEP
wurde eine breite empirische Grundlage geschaffen und übergreifende
Einschätzungen und Wahrnehmungen innerhalb der Kulturlandschaft der
Landeshauptstadt Düsseldorf sichtbar gemacht.
Die Online -Befragung bestand aus 25 Fragen, die folgende Bereiche
abdecken:
• Bekanntheit der KEP
• Bekanntheit der fünf ausgewählten Maßnahmen
• Zufriedenheit mit den jeweiligen Maßnahmen sowie Bewertung bzgl.
Umsetzung und Zielerreichung
• Einschätzung der Effektivität der KEP und ihrer Maßnahmen sowie
allgemeines Feedback zur KEP
• Wahrnehmung der Landeshauptstadt Düsseldorf als Kulturstadt
• Einschätzung zu kulturpolitischen Themen in der Landeshauptstadt
Düsseldorf .
Darüber hinaus wurden die Befragten gebeten, Angaben zu ihrer beruflichen
Praxis / institutionellen Zugehörigkeit durch Auswahl vorgegebener
Antwortoptionen zu machen sowie die Einwilligung zur Datenverarbeitung zu
bestätigen.
Die insgesamt 445 Adressat*innen der Befragung wurden von der
Kulturverwaltung der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgewählt und lassen
sich den Bereichen Kommunalpolitik, Kommunalverwaltung, Städtisches
Kulturinstitut, Beteiligungsgesellschaft oder Einrichtung des Landes NRW,
Kultureinrichtung in freier Trägerschaft / Kulturverein / K ulturfestival,
Freischaffende*r Künstler*in, Kreativwirtschaft / Tourismus, Stiftung /
Freundeskreis und Sonstige zuzuordnen. Im Vergleich der relativen
Häufigkeiten der in der G esamtheit der Adressat*innen vorkommenden oben
genannten Gruppen mit denen der tatsächlichen Befragungsteilnehmenden
zeigt sich, dass die Gruppe “Kommunalverwaltung” überrepräsentiert ist,
während die Gruppen “Freischaffende Künstler*in” und “Kreativwirtsc haft /
Tourismus” unterrepräsentiert sind. 5 Ansonsten entsprechen die Anteile der
genannten Gruppen innerhalb der tatsächlichen Befragungsteilnehmenden in
etwa ihrer relativen Häufigkeit innerhalb der Gesamtheit der Adressat*innen.
> 4Von 445 Adressat*innen haben 169 Personen die Befragung abgeschlossen (38 %), was als
> zufriedenstellender Rücklauf zu bewerten ist.
> 5Der Anteil der vom Kulturamt Düsseldorf als „Kommunalverwaltung“ kategorisierte n Adressat*innen an allen
> Adressat*innen der Befragung entspricht 9,44 %, während der Anteil der Befragungsteilnehmer*innen, die sich
> selbst der Gruppe „Kommunalverwaltung“ zuordnen bzw. aufgrund ihrer Angabe unter „Sonstiges“ der Gruppe
> „Kommunalverwaltung zugeordnet werden können (korrigierte Zahl), unter allen Befragun
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.