Informationsvorlage Aktenzeichen AGS/082/2026

"Queer im Alter"

Ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnisnahme.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
2Dokumente 9. September 2026veröffentlicht

Worum es geht

Der Auszug beschreibt den Stand der Vorlage zum angegebenen Datum, nicht notwendigerweise den heutigen Stand.

Aus „Sachdarstellung“

1.Sensibilisierung von städtischen Beratungsstellen Mit Beschluss vom 12.12.2024 hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf 50.000 Euro zur Verfügung gestellt und die Verwaltung beauftragt, den Beschäftigten in Beratungsstellen für Seniorinnen und Senioren Fortbildungen anzubieten, um vorhandene Kompetenzen für die Beratung von queeren Seniorinnen und Senioren zu erweitern. Im Amt für Soziales und Jugend wurde daraufhin ein Fortbildungsangebot in Form eines webbasierten Trainings (WBT) geschaffen. Die Umsetzung erfolgt mit der E-Learning- Software Articulate 360, welche verwaltungsweit als Standardlösung für die Entwicklung webbasierter Trainings eingesetzt wird. Die praxisorientierte Fortbildung richtet sich an Beschäftigte, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit älteren Menschen in Kontakt stehen und hierbei ältere LSBTIQ+ Menschen kompetent und diskriminierungssensibel beraten möchten. Die Produktion des WBT wurde im August 2026 abgeschlossen. Seitdem befindet sich das Training in der fachlichen Testphase. Diese erfolgt durch die zuständigen Mitarbeitenden des Amtes 51 sowie durch Beteiligte aus Düsseldorfer Beratungsstellen für die queere Community. Ergänzend ist vorgesehen, Videointerviews mit queeren älteren Menschen aus Düsseldorf in das WBT aufzunehmen, sofern entsprechende Interviewpartner*innen gewonnen werden können.

Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 9. September 2026. Vollständiges Original mit weiteren Angaben

Vorgang · AGS/082/2026

Unterlagen und Sitzungsverlauf

Die amtlichen Unterlagen und eindeutig verknüpften Sitzungstermine stehen gemeinsam auf dieser Seite. Ein Sitzungstermin allein belegt noch keinen Beschluss.

Der Verlauf wird automatisch anhand amtlicher Verknüpfungen zusammengestellt.

Die belegten Schritte

So entwickelt sich der Vorgang

  1. Weitere Unterlage

    Abschlußbericht QiA 2025-2026 · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  2. Ursprüngliche Vorlage

    Informationsvorlage · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  3. Sitzung · TOP 13

    Ausschuss für Gesundheit und Soziales. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

Gezeigt werden amtlich verknüpfte Unterlagen und Termine. Dateidatum und Sitzungsdatum können voneinander abweichen. Eine Kenntnisnahme oder beantwortete Anfrage ist noch kein Umsetzungsbeschluss.

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Dokumenttexte

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AGS/082/2026 X öffentlich nicht öffentlich Informationsvorlage Betrifft: "Queer im Alter" Fachbereich: 51 - Amt für Soziales und Jugend Dezernentin / Dezernent: Stadtdirektor Burkhard Hintzsche Beratungsfolge: Gremium SitzungsdatumBeratungsqualität Ausschuss für Gesundheit und 13.10.2026Kenntnisnahme Soziales Ausschuss für Gleichstellung und 03.11.2026Kenntnisnahme Antidiskriminierung Seniorenrat27.11.2026Kenntnisnahme Sachdarstellung: 1.Sensibilisierung von städtischen Beratungsstellen Mit Beschluss vom 12.12.2024 hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf 50.000 Euro zur Verfügung gestellt und die Verwaltung beauftragt, den Beschäftigten in Beratungsstellen für Seniorinnen und Senioren Fortbildungen anzubieten, um vorhandene Kompetenzen für die Beratung von queeren Seniorinnen und Senioren zu erweitern. Im Amt für Soziales und Jugend wurde daraufhin ein Fortbildungsangebot in Form eines webbasierten Trainings (WBT) geschaffen. Die Umsetzung erfolgt mit der E-Learning- Software Articulate 360, welche verwaltungsweit als Standardlösung für die Entwicklung webbasierter Trainings eingesetzt wird. Die praxisorientierte Fortbildung richtet sich an Beschäftigte, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit älteren Menschen in Kontakt stehen und hierbei ältere LSBTIQ+ Menschen kompetent und diskriminierungssensibel beraten möchten. Die Produktion des WBT wurde im August 2026 abgeschlossen. Seitdem befindet sich das Training in der fachlichen Testphase. Diese erfolgt durch die zuständigen Mitarbeitenden des Amtes 51 sowie durch Beteiligte aus Düsseldorfer Beratungsstellen für die queere Community. Ergänzend ist vorgesehen, Videointerviews mit queeren älteren Menschen aus Düsseldorf in das WBT aufzunehmen, sofern entsprechende Interviewpartner*innen gewonnen werden können. Weiteres Vorgehen Die Bereitstellung des WBT für die Beschäftigten erfolgt über die Lernstadt der Personalakademie (Amt 10) als zentrale Lernplattform und ist für das 4. Quartal 2026 vorgesehen. Der konkrete Bereitstellungstermin ist abhängig von der Durchführung und Verfügbarkeit der vorgesehenen Videointerviews. Kosten Durch den Verzicht auf Präsenzschulungen konnte ein Großteil der vom Rat zur Verfügung gestellten Summe eingespart werden. Allerdings werden in den nächsten Jahren weitere Lizenzkosten entstehen. Gleichzeitig ist durch das Onlineformat die Schwelle zur Teilnahme insbesondere aufgrund der Zeitersparnis niedriger. Für die Entwicklung des WBT wurden drei Schulungspakete für die Software Articulate 360 zu jeweils 1.367,31 EUR erworben. Die hierfür entstandenen Gesamtkosten betragen einmalig 4.101,93 EUR. Darüber hinaus wurden in den Jahren 2025 und 2026 zur Erstellung und Aktualisierung des WBT jeweils drei Softwarelizenzen Articulate zu einem Preis von 1.870,68 EUR je Lizenz und Jahr beschafft. Die bisherigen Lizenzkosten belaufen sich somit auf 11.224,08 EUR. Für den weiteren Betrieb sowie die Pflege des WBT entstehen ab dem Jahr 2027 ebenfalls jährliche Lizenzkosten in Höhe von 5.612,04 EUR. Eine entsprechende finanzielle Deckung für diese laufenden Kosten ist derzeit noch offen. 2.Projektmittel für Sensibilisierungsmaßnahmen Nach Wegfall der Angebote der Anlaufstelle „Queer im Alter" konnte durch die o.g. Projekte lediglich ein Bruchteil der bislang erbrachten Leistungen aufgefangen werden, da lediglich Sachkosten und keine Personalkosten mehr bereitgestellt wurden. Es konnten bisher folgende Projekte gefördert werden: Aidshilfe CSD 2026 1.000 € Diakonie CSD 2026 1.700,02 € Diakonie Workshop Queere Tages Pflege Vielfalt 1.000 € Aidshilfe Infoflyer Runder Tisch 1.200 € Aidshilfe Infoveranstaltung queere Bestattungskosten 450 € Aidshilfe Koordination Runder Tisch 1.600 € Summe 6.950,02 € Beratungsangebote durch für die Zielgruppe wichtige Vertrauenspersonen waren hingegen nicht möglich. Hier entsteht eine erhebliche Lücke im Beratungskontext. Derzeit ist ein Fachtag geplant, der aus den Projektmitteln gefördert werden sollte. Da sich die Durchführung verzögert, müssten die restlichen Mittel in das Jahr 2027 übertragen werden, ansonsten würde der Fachtag nicht stattfinden können. 3.Abschlussbericht der Anlaufstelle „Queer im Alter" Aufgabe und Ziel der Anlaufstelle war es, einen diskriminierungsfreien Umgang mit älteren LSBTIQ+ in den Düsseldorfer Strukturen der offenen Seniorenarbeit sowie der Einrichtungen im vorpflegerischen und pflegerischen Bereich zu erreichen. Die Anlaufstelle „Queer im Alter" verstand sich dabei als Interessenvertretung für die Belange von älteren LSBTIQ+ ab 55 Jahren, mit und ohne Behinderung, unabhängig von Seite 2 Nationalität, Hautfarbe, Kultur- oder Religionszugehörigkeit oder sozialer Herkunft. Grundlegendes Ziel der Anlaufstelle war es, Selbstbestimmung, Teilhabe, Zugehörigkeit und Mitbestimmung älterer LSBTIQ+ zu fördern. Aufgrund fehlender Weiterfinanzierung stellte die Anlaufstelle ihre Arbeit zum 31.03.2026 ein. Die Anlaufstelle stellt ihren Abschlussbericht für die Laufzeit vom 01.01.2025 bis 31.03.2026 vor Anlagen: Abschlußbericht QiA 2025-2026 Seite 3
Abschlußbericht QiA 2025-2026 als Text anzeigen
Abschlussbericht 2025-2026 Projekt: Queer im Alter - Anlauf- und Beratungsstelle für LSBTIAQ+ ab 55 und Fachkräfte in der Pflege Projektträger: AWO Kreisverband Düsseldorf e.V. und Aidshilfe Düsseldorf e.V. Förderzeitraum: 01.01.2025 - 31.03.2026 1. Sachbericht 1.1 Zielsetzung des Projekts Ziel des Projekts „Queer im Alter" ist die Verbesserung der psychosozialen Versorgung, Beratung und gesellschaftlichen Teilhabe von LSBTIAQ+ Personen ab 55 Jahren in Düsseldorf sowie die Sensibilisierung von Fachkräften in Pflege, Gesundheit und offener Senior*innenarbeit. Das Projekt wirkt Diskriminierung, Vereinsamung und Versorgungsbarrieren entgegen und fördert eine diskriminierungsfreie, queersensible Pflege- und Beratungslandschaft. 1.2 Zielgruppen • LSBTIAQ+ Personen ab 55 Jahren • Fachkräfte aus Pflege, Gesundheit und offener Senior*innenarbeit • Ehrenamtlich Engagierte im sozialen Bereich 1.3 Durchgeführte Maßnahmen Anlauf- und Beratungsstelle Im Förderzeitraum wurde die Anlauf- und Beratungsstelle „Queer im Alter" erfolgreich betrieben. Es wurden 3.057 Personen der queeren Community und 692 Pflege- und Gesundheitsfachkräfte (und weitere 85 Personen) erreicht. Überwiegend an den Standorten der beteiligten Trägerinnen wurden 429 Beratungen niedrigschwellig durchgeführt. Entsprechend der Entwicklung von einer Fachstelle zu einer Anlauf- und Beratungsstelle sind die Zahlen gestiegen, die Beratungsinhalte sind aber auch komplexer geworden. Inhalte waren: Pflege- und Sozialberatung und Psychosoziale Beratung. Eine enge Kooperation mit der frauenberatungsstelle Düsseldorf e.V. (queer- lesbische Beratung) und anderen Beratungsstellen wurde erfolgreich umgesetzt, um Doppelstrukturen auszuschließen und bedarfsgerecht weiterzuvermitteln. Netzwerk- und Kooperationsarbeit Ein tragfähiges Netzwerk aus Initiativen, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen und Träger*innen wurde weiter auf- und ausgebaut. Ziel war die Bündelung vorhandener Ressourcen sowie die Verbesserung der Zugangswege zu Regelangeboten der Mehrheitsgesellschaft. 1 Community-Arbeit und Veranstaltungen Zur direkten Ansprache der Zielgruppe wurden öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. Thematische Schwerpunkte lagen u. a. auf: • Patient*innenverfügung, Vorsorge und Vertretungsvollmachten • Testamentsgestaltung • Zugang zu Pflege- und Betreuungsdiensten • queeren Lebensrealitäten im Alter • queere Bestattungsvorsorge • Freizeitangebote • Gruppenarbeit Diese Angebote dienten sowohl der Information als auch der Vertrauensbildung gegenüber Unterstützungsstrukturen. Fortbildungen und Sensibilisierung Im Jahr 2025 wurden Fortbildungsangebote für Fachkräfte realisiert. Thematische Schwerpunkte waren u. a.: • Diversitysensible Pflege • Demenz und Queerness • HIV in der Pflege • Queere Menschen in der palliativen Versorgung Intersektionale Diskriminierungserfahrungen (z. B. Queerness und Behinderung oder Rassismus) wurden dabei ausdrücklich berücksichtigt. Öffentlichkeitsarbeit Zur Steigerung der Sichtbarkeit des Projekts wurde kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Ein monatlich erscheinender Newsletter richtete sich gezielt an 350 Personen aus den queeren Communities sowie Fachkräfte. Ziel war es, auch schwer erreichbare Personen anzusprechen und über bestehende Angebote zu informieren. Weiterhin gab es Interviews in Podcasts und in der Rheinischen Post, Neuen Rhein Zeitung und der Lokalzeit Düsseldorf über die Arbeit von Queer im Alter. 1.4 Ergebnisse und Wirkungen • Verbesserung des Zugangs queerer Senior*innen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten • Stärkung des Vertrauens in Pflege- und Versorgungsstrukturen • Erhöhte Sensibilität und Fachkompetenz bei Pflege- und Gesundheitsfachkräften • Reduktion von Isolation und Vereinsamung durch Vernetzung und Teilhabeangebote Die Projektziele wurden im Förderzeitraum weitgehend erreicht, bleiben aber dauerhaft bestehen. 2 2. Ausblick Die geschaffenen Strukturen und Angebote in der offenen queeren Senior*innenarbeit und den Fortbildungen für Einrichtungen der Pflege werden mit dem Wegfall von „Queer im Alter" nicht aufrechtzuerhalten sein. Das aufgebaute Vertrauen der queeren Communities in Hilfe- und Unterstützungssysteme wird zerstört. Die Komplexität der Beratungen hat in den letzten Jahren extrem zugenommen, dieser Bedarf kann nun nicht mehr gedeckt werden. Queere Menschen werden in Zukunft wieder stärker von Alterseinsamkeit betroffen sein, ihre Resilienzsysteme werden nachhaltig geschwächt. Der intensive Kontakt mit Pflegeschulen, -einrichtungen und anderen Systemen in der Versorgung pflegebedürftiger queerer Menschen wird unterbrochen. Fortbildungen uns Sensibilisierungen werden in der Form nicht weitergeführt werden. Im Projekt „Queere Wahlgroßeltern", eine Kooperation von Queeres Netzwerk NRW, AWO Regenbogenfamilien und „Queer im Alter" wurde die Zusammenarbeit beendet. Auf Basis der in den Projekten „Altern unterm Regenbogen" und „Queer im Alter" gewonnenen Erkenntnisse wurde die Konzeption eines queersensiblen Begleit- und Besuchsdienstes erstellt. Hierbei sollten die Initiative Ehrenamt der AWO Düsseldorf sowie die Ehrenamtskoordination der Aidshilfe Düsseldorf in die Überlegungen einbezogen werden. Ziel war eine nachhaltige Struktur zur Prävention von Vereinsamung und zur würdevollen Unterstützung queerer Senior*innen. Dieses Projekt wird nun nicht realisiert werden können. 3

Ohne neue KI-Zusammenfassung. Der Inhaltseinstieg zeigt ausgewählte Passagen des geprüften Originaldokuments. Sitzungsverlauf und Antworten werden unabhängig davon geprüft.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen AGS/082/2026