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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00584065.pdf
Published Time: 2026-04-28T10:21:00.000Z
Number of Pages: 4
Markdown Content:
SCHUA/030/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Wiedereinführung des Schokotickets ab dem Schuljahr 2026/2027
Fachbereich:
40 - Amt für Schule und Bildung
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Schulausschuss 12.05.2026 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Ausgangslage
Auf Grundlage der Runderlasse der zuständigen Ministerien vom 27. Februar 2026 besteht
für Schulträger weiterhin die Möglichkeit, am Modell Deutschlandticket teilzunehmen. Dieses
sieht vor, dass anspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler im Rahmen der
Schülerfahrkostenverordnung ein Deutschlandticket erhalten und Selbstzahlende dieses zu
einem vergünstigten Preis erwerben können. Voraussetzung hierfür ist die Entscheidung des
Schulträgers zur Teilnahme sowie die Bereitschaft, die sich aus dem Modell ergebenden
finanziellen Verpflichtungen zu übernehmen. Dabei gilt, dass im Falle höherer Kosten
gegenüber dem bisherigen System der Differenzbetrag durch den Schulträger aus eigenen
Haushaltsmitteln zu tragen ist.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat von dieser Möglichkeit seit dem Schuljahr 2023/2024
Gebrauch gemacht und das Deutschlandticket anstelle des bisherigen Schokotickets
eingeführt. Für das Schuljahr 2026/2027 ff wird die Landeshauptstadt Düsseldorf nicht mehr
am Modell Deutschlandticket Schule teilnehmen und stattdessen zum bisherigen Modell
Schokoticket im Schülerverkehr zurückkehren.
Aktueller Sachstand
Mit Stand März 2026 nutzen 7.883 anspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler sowie
rund 23.090 Selbstzahlende dieses Angebot, sodass insgesamt etwa 31.000 Nutzerinnen
und Nutzer erreicht werden. Das Deutschlandticket bietet dabei insbesondere den Vorteil
einer deutschlandweiten Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Seite 2
Diesen Vorteilen stehen jedoch erhebliche finanzielle Belastungen gegenüber.
Durch die Bereitstellung des Deutschlandtickets wurde bereits in den Schuljahren 2024/2025
und 2025/2026 eine zusätzliche Kostenbelastung in Höhe von rund 151.500 Euro
beziehungsweise 409.115 Euro festgestellt. Diese konnten bisher aus dem Amtsbudget
gedeckt werden.
Hierbei zeigt sich eine kontinuierliche Steigerung der Aufwendungen, wodurch die
zunehmende Belastung des Haushalts deutlich wird. Die Betrachtung der Vorjahre macht
nachvollziehbar, dass es sich nicht um eine einmalige Entwicklung handelt, sondern um
einen anhaltenden Trend steigender Kosten.
Mit der Erhöhung des Ticketpreises ab dem 01.01.2026 sowie eine prognostizierte weitere
Preissteigerung zum 01.01.2027 ergibt sich für das Schuljahr 2026/2027 ein
Gesamtfinanzierungsvolumen für das Deutschlandticket in Höhe von 6.125.091 Euro .
Dem gegenüber müsste der Schulträger für die Bereitstellung des Schokotickets pro
Schuljahr eine Summe in Höhe von 5.598.619 Euro aufbringen.
Zum jetzigen Zeitpunkt ergibt sich für das Schuljahr 2026/2027 demnach ein Mehraufwand
für das Deutschlandticket in Höhe von 526.472 Euro , womit die Kosten des
Deutschlandticket-Modells deutlich über denen des bisherigen Schokoticket-Modells liegen.
Abrechnung
2025/2026
Prognose
2026/2027
Prognose
2027/2028
Berechnung aus bestehenden
Vertrag Schoko-
ticket mit dem VRR
auf Grundlage des
Basisjahres 2024
inkl. Preissteigerung 4,5 %
5.343.124 € 5.598.619 € 5.844.706 €
Deutschlandticket
(Anspruchsberechtigte x
Monatspreis x 12 Monate)
Abrechnung
2025/2026
Prognose
2026/2027
Prognose
2027/2028
Anspruchsberechtigte jeweils
zum 1. Oktober eines
Schuljahres
7.869 7.883 7.883
Preis D-Ticket
August – Dezember
Januar - Juli
58 €
63 €
63 €
66 €
66 €
69 €
ergibt Kosten für D-Ticket
inkl. Preissteigerung 4,5 %
5.752.239 € 6.125.091 € 6.408.879 €
Mehraufwand 409.115 € 526.472 € 564.173 €
Eine Fortführung des Deutschlandtickets wäre ab dem Haushaltsjahr 2027 ff nur durch die
Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel möglich. Seite 3
Ausblick
Unter der Annahme einer kontinuierlichen und gleichlaufenden Preissteigerung beider
Modelle in Höhe von jährlich etwa 4,5 % ist festzustellen, dass das Deutschlandticket
dauerhaft ein höheres Kostenniveau aufweist als das Schokoticket. Aufgrund der bereits
bestehenden Kostendifferenz führt auch eine parallele Preisentwicklung nicht zu einer
Annäherung, sondern verstetigt vielmehr den bestehenden Abstand, sodass das
Deutschlandticket-Modell auch langfristig die kostenintensivere Variante bleibt.
Die finanziellen Risiken werden durch die Regelungen des vorliegenden
Ergänzungsvertrages weiter verschärft. Dieser regelt, dass Teile der Kosten zum
Deutschlandticket in einen zentralen Fonds auf Ebene des Verkehrsverbundes abgeführt
werden, aus dem unter anderem Preisnachlässe für Selbstzahlende finanziert werden.
Reichen die Mittel dieses Fonds nicht aus, können zusätzliche Zahlungsverpflichtungen
entstehen. Damit beteiligt sich der Schulträger an einem Umlagesystem, dessen finanzielle
Entwicklung weder vollständig beeinflussbar noch verlässlich kalkulierbar ist.
Damit w ird ein System etabliert, in dem die Landeshauptstadt Düsseldorf nicht nur für eigene
Kostensteigerungen (steigende Schülerzahlen) einsteht, sondern mittelbar auch Risiken
eines verbundweiten Umlagesystems trägt. Die Mittelverwendung entzieht sich weitgehend
der kommunalen Steuerung, während gleichzeitig Zahlungspflicht bei steigenden Kosten
besteht. Eine verlässliche Kalkulation der zukünftigen Haushaltsbelastung ist unter diesen
Rahmenbedingungen nicht möglich.
Der Ergänzungsvertrag ist bis zum 29. Mai 2026 zu unterzeichnen und bindet den
Schulträger grundsätzlich bis zum 31. Juli 2028, wobei eine Kündigung nur zum
Schuljahresende 2026/2027 möglich ist. Gleichzeitig steht die Vereinbarung unter dem
Vorbehalt des Fortbestands und der auskömmlichen Finanzierung des Deutschlandtickets
insgesamt, sodass zusätzliche Unsicherheiten bestehen.
Im Falle einer Nichtunterzeichnung erfolgt automatisch die Rückkehr zum Schokoticket.
Das Schokoticket eröffnet Schülerinnern und Schülern eine besonders flexible und
umfassende Mobilität im gesamten Gebiet des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Das
Schokoticket geht deutlich über die Vorgaben der Schülerfahrkostenverordnung (SchfkVO)
hinaus, da es nicht nur den reinen Schulweg abdeckt, sondern auch eine flexible Nutzung in
der Freizeit bietet. Es können alle Verkehrsmittel des Nahverkehrs genutzt werden, was eine
einfache, unabhängige und spontane Fortbewegung ohne zusätzlichen Ticketkauf
ermöglicht. Darüber hinaus gewährleistet dieses eine stabile, kalkulierbare und deutlich
risikoärmere Kostenstruktur. Insgesamt sorgt das Schokoticket somit für eine verlässliche
und nutzerfreundliche Mobilitätslösung, die den Fokus klar auf Alltagstauglichkeit legt.
Für freiwillige Selbstzahlende, welche gegenwärtig das Deutschlandticket vergünstigt für 43
Euro im Monat beziehen, bedeutet dies eine Rückkehr zum Schokoticket mit einem aktuellen
Monatspreis von 47,25 Euro. Infolgedessen entsteht für die Selbstzahlenden eine
monatliche Preissteigerung von 4,25 Euro. Preisgünstigere Alternativen bieten weder die
Rheinbahn AG noch der VRR-Verbund an. Seite 4
Fazit
Vor dem Hintergrund der dargestellten erheblichen finanziellen Risiken für die
Landeshauptstadt Düsseldorf, der fehlenden Kostenkontrolle sowie der langfristig nicht
kalkulierbaren Haushaltsbelastungen ist eine weitere Teilnahme am Modell
Deutschlandticket Schule aus haushaltswirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar.