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Beschlussvorlage
Betrifft:
Situation der städtischen Unterkünfte im Bereich Obdachlose, Aussiedler und Flüchtlinge
Beschlussdarstellung:
Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales nimmt den Sachstandsbericht zum
planmäßigen Abbau von Unterkünften für Obdachlose, Aussiedler und Flüchtlingen zur
Kenntnis.
Sachdarstellung:
Seit 1999 wird die Arbeit im Bereich der Obdachlosenhilfe von dem Ziel bestimmt, den
Bestand der Unterkünfte mit Stichtag 01.01.1999 innerhalb der nächsten sieben Jahre um
50% abzubauen. In der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am
05.09.2001 informierte die Verwaltung über den Stand dieses Abbauprozesses und
terminierte in dieser Vorlage den Berichtszeitraum bis 30.06.2001.
Die beiden nachfolgenden Tabellen knüpfen an die Eckdaten des seinerzeit vorgelegten
Berichtes an. Zugleich informieren sie aufgeschlüsselt nach Jahren und differenziert nach
Unterkünften für Obdachlose und Aussiedler/Flüchtlinge über den weiteren Verlauf des
Abbauprozesses bis zum 31.12.2005.
Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Verwaltung das vorgegebene Ziel bereits 2005 voll
erfüllt hat. So wurden vom 01.01.1999 bis zum 01.04.2005 insgesamt 28 Unterkünfte für
Obdachlose und 20 Unterkünfte für Aussiedler und Flüchtlinge abgebaut. Demnach liegt
die Abbauquote im Obdachlosenbereich bei 59,57% und bei der Unterbringung von
Aussiedlern und Flüchtlingen bei 58,82%. In beiden Bereichen ist bis zum Jahresende der
Abbau von jeweils zwei weiteren Unterkünften geplant. Somit kann die Abbauquote zum
Jahresende für den Obdachlosenbereich auf 63,83% und für den Aussiedler-
Flüchtlingsbereich auf 64,71% beziffert werden.
Die den beiden Tabellen folgende dritte Tabelle informiert über die Standorte der im
Zeitraum vom 01.07.2001 bis 30.06.2007 abgebauten bzw. im Abbau befindlichen
Unterkünfte. Mit dieser Übersicht wird zugleich auch dem in der Sitzung des Ausschusses
für Gesundheit und Soziales im Januar geäußerten Wunsch der Politik entsprochen, den
Planungshorizont bei der Darstellung der anstehenden Abbauprozesse auf die nächsten
zwei Jahre auszurichten.
RSD AllVorlg.WPT
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Tabelle 1
Gesamtübersicht zum Abbauprozess der Unterkünfte für obdachlose Menschen
in Düsseldorf für den Zeitraum vom 01.01.1999 bis 31.12.2005
Personenkreis
Obdachlose
Menschen
Standorte Wohneinheiten Personenzahl
Anzahl Abbau Anzahl Abbau Anzahl Abbau
Bestand
01.01.1999
30.06.2001
47
36 11
1708
1523 185
2585
1743 842
1.7.- 31.12.2001
1.1.- 31.12.2002
1.1.- 31.12.2003
1.1.- 31.12.2004
1.1.- 01.04.2005
31
24
23
21
19
5
7
1
2
2
1470
1145
1043
997
938
53
325
102
46
59
1586
1596
1319
1212
157
+10
277
107
Gesamtrückg
ang zum
1.4.05
absol
ut
In % 59,57% 45,08% 53,12%
Im Abbauprozess
befindlich
2 201 z
Gesamt-
rückgang
zum
31.12.05
Erläuterung:
1) Zum Zeitpunkt der Aufgabe einzelner Häuser in 2002, waren diese bereits
leer, so dass der entsprechend große Abbau an Wohneinheiten, dem
geringfügigen Anstieg an Personen erklärbar gegenüber steht.
2) In der linken Spalte ist der IST-Bestand für das jeweilige Jahr bzw. die
Gesamtsumme aufgeführt. Die rechte Spalte informiert über den Abbau der
Unterkünfte, Wohneinheiten und vermittelten Personenzahlen.
3) Die Prozentzahl errechnet sich aus der Relation der Gesamtzahl der
abgebauten Unterkünfte zur Bestandszahl mit Stichtag 01.01.1999.
4) z aktuell nicht berechenbar
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Tabelle 2
Gesamtübersicht zum Abbauprozess der Unterkünfte für Aussiedler und
Flüchtlinge in Düsseldorf für den Zeitraum vom 01.01.1999 bis 31.12.2005
Personenkreis
Aussiedler und
Flüchtlinge
Standorte Bettplätze Personenzahl
Anzahl Abbau Anzahl Abbau Anza
hl
Abbau
Bestand
01.01.1999
30.06.2001
34
19 15
3880
2054 1826
2475
1272 1203
1.7.- 31.12.2001
1.1.- 31.12.2002
1.1.- 31.12.2003
1.1.- 31.12.2004
1.1.- 01.04.2005
15
14
4
1
1516
1399
538
117
1107
1057
165
50
Gesamt-
rückgang
zum 1.4.05absolut 14 20 2481 1418
in % 41,17% 58,82% 63,94% 57,29%
Im Abbauprozess
befindlich
2203 z
Gesamt-
rückgang
zum
31.12.05
Erläuterung
:
1) In der Zeit vom Januar 2003 bis Februar 2005 sank die Zahl der
untergebrachten Personen um weitere 674 Personen. Dies ist auf den
deutlichen Rückgang von Anträgen auf Anerkennung als Aussiedler
zurückzuführen. Zudem orientierten sich die Bewohner der Übergangsheime
Richtung Wohnungsmarkt.
2) In der linken Spalte ist der IST-Bestand für das jeweilige Jahr bzw. die
Gesamtsumme aufgeführt. Die rechte Spalte informiert über den Abbau der
Unterkünfte, Wohneinheiten und vermittelten Personenzahlen.
3) Die Prozentzahl errechnet sich aus der Relation der Gesamtzahl der
abgebauten Unterkünfte zur Bestandszahl mit Stichtag 01.01.1999.
4) z aktuell nicht berechenbar
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Tabelle 3
Gesamtübersicht zu allen im Abbau befindlichen und geplanten Objekte für den
Zeitraum vom 01.07.2001 bis zum 30.06.2007
Zeitraum Standorte der abgebauten bzw. im Abbau befindlichen
Unterkünfte
Obdachlose Aussiedler und Flüchtlinge
01.07.2001-31.12.2001 1.Flurstraße 47
2.Posener Str. 60
3.Aachener Str. 135
4.Kölner Landstr. 391
5.Bogen Str. 2
1.Zur Lindung 31
2.Oberhausener Str. 17
3.Alte Landstr. 179 F
4.Hattinger str 2-6
01.01.2002-31.12.2002 1.Sulzbachstr. 10-16
2.Weinheimerstr. 25
3.Deiker Str. 21
4.Kühlwetter Str. 20
5.Rethelstr. 22-26
6.Rückerstr. 10
7.Kappeler Str. 145
1.Katharinenstr. 9-13
01.01.2003-31.12.2003 1.Hugo-Viehoff Str.86
01.01.2004- 31.12.2004 1.Krefelder Str. 45
2.Breslauer Str. 21-27
01.01.2005- 01.04.2005 1.Talstr
2.Sonnenstr.85
02.04.2005- 31.12.2005 1.Dreherstraße 177- 185
2.Am Walbert /
Beedstraße
1.Rather Broich 154
2.Weselerstr. 20
01.01.2006 - 30.06.2007 B-Plan Verfahren
Hasseler Richtweg
ggf in 2007 oder später
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Die strategische Planung und Steuerung des Abbauprozesses erfolgte über die Abteilung
für Obdachlosenhilfe des Sozialamtes und seit 15.07.2003 über die neu eingerichtete
Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle mit Anbindung an das Amt für Wohnungswesen.
Als wesentliche Instrumente zur Steuerung der Auflösungsprozesse, deren Anwendung
sich erfahrungsgemäß bei großen Stadtwohnheimen bewährt haben, sind zu nennen:
S klare Zeitvorgaben und Absprachen mit allen Beteiligten wie Ämter,
Wohnungsgesellschaften etc.
S Sozialarbeiterische Betreuung und Begleitung der Abbauprozesse durch:
SErstellung von Hilfeplänen mit und für die Bewohner
SWohnberatung und Hilfestellung bei der Wohnungssuche
SHilfestellungen beim Wechsel in die neue Wohnung wie Unterstützung bei
der Umzugsorganisation, materielle Hilfen etc.
Die begleitende soziale Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner hat im
Gesamtkonzept zum Abbau der Unterkünfte einen besonderen Stellenwert und ist von
zentraler Bedeutung. Hieraus erklärt sich, dass der gesamte Verlauf des Abbauprozesses
durch den Sozialdienst der Unterkünfte kontinuierlich begleitet wurde. Unter Einbeziehung
und Nutzung aller in Düsseldorf vorhandenen Wohnformen und Möglichkeiten gehörte die
bedarfsgerechte und individuelle Wohnraumvermittlung zu den Auf gaben des
Sozialdienstes. Dabei hatten die Integration der Bewohnerinnen und Bewohner in den
freien Wohnungsmarkt und die Stärkung ihrer Selbsthilfepotentiale erste Priorität. Die
nachfolgende Übersicht informiert beispielhaft über den Verbleib der Bewohnerinnen und
Bewohner nach der Auflösung der Unterkünfte in der Sulzbachstraße und
Breslauerstraße.
Verbleibstatistik der Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkünfte
Breslauerstraße und Sulzbachstraße
untergebrachte
Personen
untergebrachte
Haushalte
Mietverträge Pro-
bewhg
adäquate
W ohnform
Verlegung
innerhalb 50/4
sonstiges
Breslauer Str. 101 70 49 3 10 1 7
Sulzbachstr 52 47 29 3 2 9 4
Zwischenzeitlich zeigt es sich in der sozialen Arbeit bei den obdachlosen Menschen in
den städtischen Unterkünften, dass die Problemlagen häufig sehr komplex sind und
zunehmend multiprofessionelle Hilfen erforderlich machen. Aufgrund dieser besonders
problematischen Situation ist darauf zu achten, dass die Verweildauer der Menschen in
den Unterkünften nicht zunimmt. Bei schwierigen Fallkonstellationen ist mit einem
mehrjährigen Aufenthalt in den städtischen Unterkünften zu rechnen bis endlich die
sozialarbeiterischen Interventionen wirken und eine Weitervermittlung in den
Normalwohnbereich für die Betroffenen auch eine tatsächliche Hilfe darstellt.
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Für die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle sind diese Erkenntnisse
mitentscheidend für den anstehenden Paradigmenwechsel in der Obdachlosenarbeit in
Düsseldorf. Wie bereits ausgeführt wurde die Zielvorgabe, den Bestand der Unterkünfte
mit Stichtag 01.01.1999 innerhalb der nächsten sieben Jahre um 50% abzubauen,
vorzeitig realisiert. Perspektivisch gilt es nun, die strategischen Ziele der
Obdachlosenarbeit in Düsseldorf an den neuen Erfordernissen und Bedarfslagen der
Menschen auszurichten.
Hierbei empfiehlt es sich, dem Erhalt von Wohnraum und der Vermeidung von
Obdachlosigkeit eine noch stärkere Priorität einzuräumen. Gleichermaßen sind jedoch
auch die Entwicklung und Erprobung spezieller Wohnformen und
Unterbringungsangebote anzustreben, die zu einer Verkürzung der Aufenthaltsdauer in
den Unterkünften beitragen und ein Leben im Normalwohnbereich auch für Menschen mit
besonderen Problemlagen ermöglichen.
Neue Integrationspotenziale für die Obdachlosenarbeit in Düsseldorf sind auch im Kontext
mit den Leistungen zur Eingliederung in Arbeit des SGB II zu erwarten. Aufgrund der
gemeinsamen Schnittmenge bei den Zielgruppen zum SGB II und SGB XII wurde die
Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle zum 01.12.2004 in die Zuständigkeit des
Sozialamtes übergeleitet. Es ist nunmehr beabsichtigt in gemeinsamen Gesprächen mit
der ARGE Düsseldorf denkbare Kooperationen und künftige Integrationsmodelle im
Hinblick auf die gemeinsame Zielgruppe auszuloten.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Ausschuss für Gesundheit und Soziales 05.04.05 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Alternative:
Keine
Amt:
Sozialamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Hintzsche
RSD AllVorlg.WPT