Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 64/ 14/2004

Bericht über die Arbeit der ZFS

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Erkrather Straße 18 · Stadtbezirk 1 (Altstadt, Stadtmitte)örtlicher Bezug 1Dokument 8. Juni 2004veröffentlicht

Zur amtlichen Vorlage

Für dieses Dokument liegt noch keine belastbare redaktionelle Zusammenfassung vor. Beratungsweg, Eckdaten und Originaldokumente werden deshalb unverändert aus dem Ratsinformationssystem angezeigt.

Originale durchsuchen

Dokumenttexte

Vorlage als Text anzeigen
Seite 1 von 6 -- Informationsvorlage Betrifft: Bericht über die Arbeit der "Zentralen Fachstelle für Wohnungsnotfälle" Auf Antrag der SPD-Ratsfraktion vom 19.03.2004 fasste der Ausschuss für Gesundheit und Soziales in seiner Sitzung am 30.03.2004 nach eingehender Beratung und unter Einbeziehung des Änderungsantrages von Ratsherrn Dr. Zeitz einstimmig folgenden Beschluss: Die Verwaltung wird gebeten, noch vor der Sommerpause einen Erfahrungsbericht über die Arbeit der Zentralen Fachstelle für Wohnungsnotfälle zu erstellen und hieraus ein erstes Resümee zu ziehen. Im Ausschuss für Gesundheit und Soziales und im Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung wird hierzu Bericht erstattet. Die weitere Beratung erfolgt anschließend in den tangierten Gremien. Die Verwaltung berichtet hierzu wie folgt: 1. Im Rahmen der produktorientierten Reorganisation der Gesamtverwaltung wurde die Zuordnung der unter Federführung des Sozialamtes konzipierten "Zentralen Fachstelle für Wohnungsnotfälle" diskutiert und mit Wirkung vom 15.07.2003 dem Produktbereich Wohnen zugeordnet. Im Juli 2003 ist die "Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle (ZFS)" in der Abteilung "Wohnraumvermittlung" des Wohnungsamtes ei ngerichtet worden. Für die Wahrnehmung der verschiedenen Aufgaben wurden rund 100 Stellen aus dem Sozial- und Jugendamt zum Wohnungsamt verlagert. Die Zahl der Mitarbeiter des Wohnungsamtes hat sich somit seit Juli 2003 beinahe verdoppelt. Die Integration der genannten Tätigkeitsfelder in die neue Abteilung ist zwischenzeitlich auch durch den Umzug der Dienststellen zum Verwaltungsgebäude an der Brinckm annstr. 5 vollzogen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Vermeidung und der Abbau von Obdachlosigkeit mit all ihren sozialen und finanziellen Folgen sowie die Sicherung dauerhafter Wohnverhältnisse. Die Aufgaben sind in den Sachgebieten Wohnungsvermittlung (64/41), Beratung für Wohnungsnotfälle (64/42), Beratung für Wohnungslose (64/43) und Unterkünfte (64/44) organisiert. RSD AllVorlg.WPT Seite 2 von 6 2. Zu den Aufgaben im Einzelnen: Beratung für Wohnungsnotfälle Ziel der Hilfen ist in erster Linie der Erhalt der vorhandenen Wohnung. Bausteine dieser Leistungen sind frühzeitige Beratung und Begleitung der Klienten sowie Hilfen zur Sicherung der Wohnung. Gelingt es trotz aller Bemühungen nicht, die Wohnung zu erhalten oder den Betreffenden mit einer neuen (Sozial-)Wohnung zu versorgen, erfolgt die Unterbringung in einer Unterkunft. Hier setzen erneut Hilfen zur Erlangung einer Wohnung ein. Zur dauerhaften Sicherung der Wohnraumversorgung werden die Klienten weiterhin betreut. Je nach Fallkonstellation werden Beratungen und/oder Begleitung der Klienten in Form der Fallführung gewährt. Dies sind insbesondere Hilfen nach § 15a Bundessozialhilfegesetz - BSHG - (Übernahme von Mietschulden und Sicherstellung der Mieten für die Zukunft durch Übernahme der Kosten für den Wohnraum), aber auch Hilfen nach § 3 Abs.1 Satz 5 der VO zur Durchführung des § 22 BSHG (z. B. Ausstellung eines Maklerscheins, Kautionszusagen, Rechtsberatungen). Wohnraumakquisition Um das Versorgungsangebot zu vergrößern, werden zusätzlich zu den Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus auch nicht geförderter Wohnraum und Wohnformen zur Unterbringung von Wohnungsnotfällen akquiriert. Dies geschieht durch Entwicklung verbindlicher Kooperationsformen in engem Kontakt mit der Wohnungswirtschaft und den Verbänden. Der "Akquise" kommt besondere Bedeutung zu, wenn festgestellt wird, dass der Wohnraum des Klienten/der Klientin nicht bedarfsgerecht und damit nicht erhaltenswert ist. Vor dem Hintergrund immer geringer werdender Besetzungsrechte an Sozialwohnungen stehen insbesondere nicht preisgebundene Wohnungen, die zu akquirieren sind, im Fokus. Die Wohnungswirtschaft, aber auch Maklerorganisationen werden von den Mitarbeiter/innen dieser Organisationseinheit in persönlichen Gesprächen für die neue Aufgabe sensibilisiert. Erfreulicherweise haben sich hier bereits erste Erfolge für diesen Fachbereich gezeigt. Beratung für Wohnungslose Hier werden Personen betreut, die über keine eigene Wohnung mehr verfügen. Obdachlosigkeit ist eingetreten. Ziel ist auch hier, im Verbund mit der Wohnungsvermittlung bedarfsgerechten Wohnraum bzw. Wohnformen zur Verfügung zu stellen und die Befähigung zur selbständigen Lebensführung in der Seite 3 von 6 eigenen Wohnung zu fördern. Angebunden sind die Notschlafstellen für Männer (Harkortstraße) und Frauen (Querstraße). Darüber hinaus wird in der sozialtherapeutischen Einrichtung "Eisenstraße" 100 obdachlosen Männern Unterkunft und intensive sozialarbeiterische Förderung für maximal 18 Monate geboten. 50 dieser Plätze sind speziell für suchtkranke (insbesondere alkoholkranke) Bewohner ausgewiesen. In diesem Fachbereich wird auch die Personengruppe der Aussiedler und jüdischen Emigranten betreut. Ziel ist es, dass die Menschen nicht zuerst in einer städtischen Unterkunft untergebracht werden, sondern direkt in Wohnungen vermittelt werden können. Unterkünfte Notunterkünfte dienen der vorübergehenden Unterbringung von Obdachlosen und Asylbewerbern. Die Grundlagen zur Bereitstellung und Betreibung der Notunterkünfte sind im Ordnungsbehördengesetz NW, im La ndesaufnahmegesetz NW und im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Ende 2003 standen in Düsseldorf 35 Unterkünfte zur Versorgung von maximal 3.727 Personen zur Verfügung. Die Verwaltung und Bewirtschaftung dieser Unterkünfte umfasst die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit, die Durchsetzung der Hausordnung, die ordnungsbehördliche Einweisung der Nutzer sowie die Festsetzung und Abrechnung der Benutzungsgebühren. In den Unterkünften werden die Bewohner sozialarbeiterisch betreut. Dies geschieht zum einen bei den Obdachlosen auch mit dem Ziel der "Herausvermittlung" in Normalwohnraum. Der Sozialdienst für Flüchtlinge kümmert sich insbesondere um die Asylbewerber; das Leistungsspektrum umfasst neben der Eingliederung die Betreuung der Kinder (Erlernen der deutschen Sprache; Entlastung der aufgrund der sehr engen Wohnverhältnisse stark belasteten Familien, insbesondere der vielen allein Erziehenden; Erlernen eines angemessenen Sozialverhaltens; Kennenlernen der deutschen Kultur, insbesondere unter dem Aspekt der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, sowie, dass Herkunft und Hautfarbe keine Rolle spielen). 3. Derzeit werden durch Organisationsuntersuchungen notwendige Prozesse eingeleitet, um die Arbeit der ZFS zu optimieren. Bereits jetzt kann festgestellt werden, dass die Schätzungen im Hinblick auf die Anzahl von Wohnungsnotfällen (Klienten, bei denen der Verlust der Wohnung droht) mit ca. 2.000 Fällen jährlich weit übertroffen werden und von einer Verdoppelung ausgegangen werden muss. Dies macht eine Veränderung der bisherigen Organisationsstruktur durch Einführung Seite 4 von 6 eines "Front-" und "Back-Offices" erforderlich und eine Re-Organisation des "Sozialdienstes in Unterkünften" notwendig. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Beratungsangebot von Klienten, aber auch von Vermietern gut angenommen wird. Der Erhalt angemessenen Wohnraums bildet deutlich den Schwerpunkt der Arbeit. Die Vermittlung von Wohnraum erfolgt insbesondere bei Menschen in Unterkünften. 4. Die freien Träger werden in die Arbeit eingebunden. Ziel ist es, in gemeinsam definierten Arbeitsbereichen (z. B. in der Arbeitsgemeinschaft nach §§95/72 BSHG) das Gesamthilfesystem in Düsseldorf zu optimieren. Derzeit bestehen erfolgreiche Kooperationen mit der Diakonie in Düsseldorf und der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus, Sozialwerke e. V., in den Notschlafstellen für Männer und Frauen sowie mit der Diakonie in Düsseldorf in der Tagesstätte für Obdachlose - Café Pur -. Bedingt durch die Eröffnung der Notschlafstellen für Männer (46 Betten an der Harkortstr. 27) und Frauen (22 Betten an der Querstr. 4) im März 2004 hat sich das Angebot für obdachlose, alleinstehende Männer und Frauen qualitativ nachhaltig verbessert, so dass bereits in den ersten Wochen nach Inbetriebnahme eine große Nachfrage nach den vorhandenen Plätzen verzeichnet werden konnte. Im Bereich der vorsprechenden Personen erhöhte sich die Klientenzahl der Gruppe der drogenabhängigen Männer und Frauen. Somit wird bereits jetzt deutlich, dass ein größerer Bedarf, als das Platzangebot in der Notschlafstelle an der Erkrather Str. 18 - "Sleep-In" - (Betten für 8 Männer und 4 Frauen) bereit hält, erforderlich ist. Aus diesem Grund wird unter Berücksichtigung der noch nicht abschließend geregelten notwendigen Vertragsänderungen im bestehenden Zuwendungsvertrag zwischen der Düsseldorfer Drogenhilfe e.V. und der Stadt erwogen, diese oben beschriebene aktuelle Entwicklung in die Vertragsverhandlungen mit einzubeziehen. Folgende Schritte werden derzeit geprüft: SMorgentreff für Frauen von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr; Arbeitsschwerpunkt: Unterbringung/Tagesaufenthalt, Festsetzung Ende der Übernachtungs- möglichkeit - z.B. 10.00 Uhr -, Finanzierung eines Tagesaufenthaltes durch andere Zuwendungsgeber (Sozialamt, Gesundheitsamt). SAufstockung der momentan vorhandenen Anzahl der Plätze an der Erkrather Straße durch Anmietung/Nutzung eines weiteren Objektes zur Seite 5 von 6 bedarfsgerechten Unterbringung von drogenabhängigen obdachlosen Personen mit Betreuung durch das vorhandene Personal. SNeudefinition des Betreuungsstandards. SAnpassung der Aufnahmevoraussetzungen an die anderen Hilfeangebote im Auftrag der Stadt (Entgelt, Prüfung des Rechtsstatus). 5. Es wird nachhaltig das Ziel verfolgt, Unterkünfte für Obdachlose und Asylbewerber auf das notwendige Maß zu beschränken. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe von Unterkünften auf städtischen Grundstücken, u. a. zur Arrondierung städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen (z. B. Aufgabe der Unterkunft an der Dreherstraße mit derzeit ca. 120 Bewohnern in Verbindung mit dem Entwicklungsstandort "Am Quellenbusch"). Derzeit werden die Standorte auf ihre Verwendbarkeit und eventuell weitere Nutzung überprüft. Verteilung der Unterkünfte im Stadtgebiet 31.12.2003 Bezirk 12345678910Summe Diese Informationen geben zusammen fassend ein erstes Resümee der ZFS wider. Der Organisationsprozess wird voraussichtlich zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Verwaltung wird den politischen Gremien danach ein endgültiges Resümee und Ergebnisse der ZFS vorstellen. Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung 08.06.2004 -/- 2 Ausschuss für Gesundheit und Soziales -/- 1 -/- 2 1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant. 2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Amt: Amt für Wohnungswesen RSD AllVorlg.WPT Seite 6 von 6 Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Hintzsche

Ohne KI-Zusammenfassung. Angezeigt werden ausschließlich strukturierte Angaben und extrahierte Inhalte aus dem Ratsinformationssystem.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 64/ 14/2004