Verwaltungsvorlage Aktenzeichen 19/ 42/2004

Beschleunigte Grundwassersanierung in der Innensta

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
Schlüterstraße / Hohenzollern · Stadtbezirk 2 (Flingern, Düsseltal)örtlicher Bezug 1Dokument 23. Juni 2004veröffentlicht

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Ö Vorlagen - Nr. 19/ 42/2004 Seite 1 von 3 Informationsvorlage Betrifft: Beschleunigte Grundwassersanierung in der Innenstadt Durch die langjährigen industriellen und gewerblichen Nutzungen sind an vielen Stellen im Stadtgebiet Schadstoffe in den Boden und das Grundwasser gelangt. Diese haben sich teilweise über Jahre und Jahrzehnte mit dem Grundwasser ausgebreitet, so dass Ver- unreinigungsfahnen entstanden sind. Bedingt durch die Nutzungsdichte aber auch die Grundwasserströmungsverhältnisse gibt es eine Häufung von Grundwasserverunreinigungen im Bereich der Innenstadt. Diese sind sowohl auf Schadstoffeinträge in der Innenstadt selbst als auch auf Schadstoffein- träge auf weiter entfernt gelegenen Grundstücken zurückzuführen, wobei sich in diesen Fällen die Verunreinigungen mit dem Grundwasser bis in die Innenstadt ausgebreitet haben. Gleichzeitig wird in der Innenstadt das Grundwasser nach wie vor intensiv genutzt. Als wesentliche Nutzungen sind hier dauerhafte Grundwasserentnahmen zu Betriebs- zwecken (Klimatisierung, Brauchwasser, Lebensmittelherstellung) und vorübergehende Entnahmen zur Trockenlegung von Baugruben zu nennen. Die Baukörper der Tiefbau- vorhaben verursachen durch ihre Sperrfunktion zusätzlich eine dauerhafte Umlenkung des Grundwasserstromes. Vergleichbare Probleme gibt es auch in anderen deutschen Großstädten, die an größeren Flüssen liegen. So wird in Stuttgart (Neckar), Hannover (Leine) oder auch München (Isar) an angepassten Lösungskonzepten gearbeitet. Eine Übersicht über vorhandene und beabsichtigte Sperrbauwerke (u.a. auch die Bahnhö- fe der U-Bahn Wehrhahn-Linie), dauerhafte Grundwasserentnahmen sowie festgestellte Grundwasserverunreinigungen in der Innenstadt von Düsseldorf ergibt sich aus der Anlage. Um in einem zeitlich überschaubaren Rahmen eine deutliche Verbesserung der Grund- wasserbeschaffenheit in der Innenstadt zu erreichen, wurde von der Verwaltung durch gezielte Prioritätensetzung bei der ordnungsbehördlichen Bearbeitung von Grundwasser- verunreinigungen und durch die Einbeziehung der grundwasserbezogenen Maßnahmen aus Anlass der Wehrhahn-Linie ein ganzheitlichen Lösungskonzept für das Grund- wassersanierungsgebiet Innenstadt erarbeitet. Es ist vorgesehen, die notwendigen Sanierungsmaßnahmen möglichst zeitnah und für das gesamte Innenstadtgebiet zu planen, zu errichten und in Betrieb zu nehmen. Soweit möglich sollen Anlagenstandorte konzentriert werden, um Synergieeffekte nutzen und Kosten einsparen zu können. Ziel des Konzeptes ist es, binnen 5 Jahren, und damit um den Faktor 2 bis 3 mal schneller als durch herkömmliche Einzelsanierungsmaßnahmen, die flächenhaften Grundwasser- verunreinigungen in der Innenstadt weitestgehend zu beseitigen. Damit wird erstmalig für eine deutsche Großstadt ein flächenhaftes Grundwassersanierungskonzept zur Ver- besserung der Realisierbarkeit von Tiefbauvorhaben und Sicherung der dauerhaften Grundwassernutzungen umgesetzt. RSD AllVorlg.WPT Ö Vorlagen - Nr. 19/ 42/2004 Seite 2 von 3 Zunächst sollen dadurch die wasserrechtlichen Genehmigungsvoraussetzungen für die Wehrhahn-Linie geschaffen, aber auch die verunreinigungsbedingten Zusatzaufwendun- gen bei Tiefbaumaßnahmen generell reduziert und letztlich vermieden werden. Gleich- zeitig werden damit die vorhandenen dauerhaften Grundwasserentnahmen gesichert und Freiräume für weitere Grundwassernutzungen in der Düsseldorfer Innenstadt geschaffen. Durch die gezielte Sanierung der Grundwasserverunreinigungen an den Eintragstellen und in den Fahnenzentren wird die Verschleppung der Verunreinigungen im Untergrund vermieden und eine effektive Beseitigung der Schäden sichergestellt. Dies wäre mit der Aufbereitung geförderten Grundwassers an der Stelle der Nutzung allein nicht zu errei- chen. Vielmehr müßten in diesem Fall die Verunreinigungen zu einem späteren Zeitpunkt auch noch an den Eintragsstellen saniert werden. Dies hätte insgesamt erheblich höhere Kosten zur Folge und würde alle dauerhaften Grundwassernutzungen in Frage stellen. Soweit möglich sollen die notwendigen Grundwassersanierungsmaßnahmen mit Grund- wassernutzungen kombiniert werden, wie dies zum Beispiel seit Jahren mit der Speisung der innerstädtischen Zierbrunnen aus der Grundwassersanierung Innenstadt/Flingern (Flurstrasse) praktiziert oder aktuell für das Projekt Düsseldorf Arkaden geprüft wird. Durch das Projekt einer beschleunigten Grundwassersanierung in der Innenstadt werden die Anforderungen an die behördlichen Gefahrenabwehr erfüllt und gleichzeitig die Nutzung des Grundwassers und die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt unter- stützt. Die Finanzierung des Projektes erfolgt sowohl aus der Sonderrücklage Altlasten als auch, soweit U-Bahn veranlasst, aus Mitteln des Etats der Wehrhahn-Linie. Im Rahmen der Leistungsfähigkeit werden selbstverständlich auch die Pflichtigen einbezogen. Das Gesamtkostenvolumen des auf 5 Jahre konzipierten Projektes beträgt 15,8 Mio. Euro, davon entfallen auf die Wehrhahn-Linie 6,22 Mio. Euro, unabhängig von der Wehrhahn- Linie wären für die Innenstadtsanierung 9,61 Mio. Euro erforderlich. Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Ergebnis Ausschuss für Umweltschutz 29.06.04 -/- 1 1) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst. Anlagen: Nr. Ort Anlage 1 beigefügt Amt: Umweltamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Nieß-Mache Ö Vorlagen - Nr. 19/ 42/2004 Seite 3 von 3

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Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen 19/ 42/2004