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Beschlussvorlage
Betrifft:
Kommunales Beschäftigungsprogramm
hier: Weiterförderung der Regionalstelle FRAU & BERUF im Frauenbüro der
Landeshauptstadt Düsseldorf in der Zeit vom 01.Januar 2005 bis 31. Dezember 2005
Beschlussdarstellung:
Der Frauenausschuss bittet den Ausschuss für Gesundheit und Soziales um folgende
Beschlussfassung:
"Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales beschließt die Übernahme der nicht durch
das Land NRW abgedeckten Restkosten in Höhe von 30 Prozent für die Weiterförderung
der Regionalstelle FRAU & BERUF für das Jahr 2005. Der Zuschuss wird aus der
Haushaltsstelle 410-3-739/3 - kommunales Beschäftigungsprogramm - finanziert."
Die Beschlussfassung steht unter dem Vorbehalt, dass im o.a. Haushaltsjahr Mittel in
ausreichender Höhe etatisiert sind.
Sachdarstellung:
Die Regionalstelle FRAU & BERUF im Frauenbüro der Landeshauptstadt Düsseldorf
existiert seit mehr als 10 Jahren und hat sich durch ihre erfolgreiche Arbeit zu einem
festen Bestandteil der kommunalen Beschäftigungs- und Gleichstellungspolitik entwickelt.
Seit ihrem Bestehen konzentriert sich die Regionalstelle FRAU & BERUF darauf, die
bereits vorhandenden Ansätze zur beruflichen Gleichstellung von Mädchen und Frauen
miteinander zu vernetzen und zu erweitern. Durch diesen Ansatz hat sich eine
kontinuierliche und konstruktive Zusammenarbeit mit Düsseldorfer Betrieben,
Gewerkschaften, Kammern und Wirtschaftsverbänden, der Arbeitsverwaltung,
Weiterbildungsträgern, Schulen und Hochschulen, dem Wirtschaftsförderungsamt sowie
dem Sozialamt der Landeshauptstadt Düsseldorf entwickelt.
Die Arbeitsgebiete der Regionalstelle FRAU & BERUF umfassen folgende
Themenschwerpunkte und Zielgruppen:
S Berufswahlorientierung und Lebensplanung von Mädchen und jungen Frauen
S Beratung und Begleitung von Unternehmen bei der Einführung einer
geschlechtergerechten Personalpolitik
S Beratung von Berufsrückkehrerinnen sowie Existenzgründerinnen
S Regionale Strukturpolitik unter frauenspezifischen Aspekten
Dieses breitgefächerte Aufgabenspektrum erlaubt an dieser Stelle keine vollständige
Wiedergabe sämtlicher Aktivitäten der Regionalstelle, jedoch eine auszugsweise
Darstellung. Ausführliche Angaben über die Arbeitsansätze und -ergebnisse enthalten die
jährlichen Controllingberichte an das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und
Familie NRW sowie die halbjährlichen Aktivitäten-Berichte für den Frauenausschuss.
RSD AllVorlg.WPT
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Für die kommunale Beschäftigungsförderung sind folgende Projekte und Arbeitsansätze
aus den vergangenen zwei Jahren von besonderer Bedeutung:
Mit dem Seminarangebot: Neue Wege künstlerischer Existenz - ein Weiterbildungsangebot
für bildende Künstlerinnen - schaffte die Regionalstelle in Kooperation mit der
Volkshochschule und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf eine
Qualifizierungsmaßnahme für bildende Künstlerinnen, denen u.a. durch die Vermittlung
von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, Informationen über Kunstrecht sowie über den
Aufbau von Netzwerken, der Einstieg ins bzw. Aufstieg im Kunstgeschäft erleichtert
werden sollte. Allein in den Jahren 2002/2003 nutzten 34 Frauen dieses
Qualifizierungsangebot.
Um die unternehmerische Tätigkeit von Frauen zu unterstützen und Existenzgründerinnen
den Einstieg zu erleichtern, stand im Frühjahr 2003 ein „Klüngel-Akquise-Workshop" auf
dem Programm der Regionalstelle FRAU & BERUF. In Kooperation mit dem Netzwerk
Düsseldorfer Unternehmerinnen wurden den 23 Teilnehmerinnen Methoden vermittelt, wie
sie ein kundenorientiertes „Klüngelnetz" aufbauen und pflegen.
Neben diesen außerordentlichen Angeboten baut die Regionalstelle FRAU & BERUF ihre
o.g. Arbeitsschwerpunkte kontinuierlich aus und passt sie den Entwicklungen auf dem
Ausbildungs- und Arbeitsmarkt an.
Im Bereich Berufswahlorientierung setzt sich die Regionalstelle FRAU & BERUF
gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern dafür ein, Schülerinnen für zukunftsorientierte
Berufsfelder zu interessieren. In Kooperation mit der Bezirksregierung Düsseldorf werden
Lehrerinnen-fortbildungen zur mädchenspezifischen Berufswahlorientierung durchgeführt.
Des weiteren werden Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer zu allgemeinen Fragen
der Berufswahlorientierung veranstaltet, Informationen über die aktuelle Arbeitsmarkt- und
Ausbildungsplatzsituation vermittelt, Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit
Auszubildenden und Ausbildungsleiterinnen und -leitern für Lehrerinnen organisiert und
Schulungen für Lehrerinnen im IT-Bereich angeboten.
In den Jahren 2002/2003 wurden 186 Lehrerinnen und Multiplikatorinnen aus dem
pädagogischen Bereich mit den Angeboten erreicht. Darüber hinaus vernetzt die
Regionalstelle FRAU & BERUF im regelmäßig stattfindenden Netzwerk Schule gestaltet
Zukunft für Mädchen rund 30 Lehrerinnen. Hier steht der kontinuierliche Austausch über
die Aktivitäten in Schulen im Vordergrund. Die Organisation von
Informationsveranstaltungen für Mädchen, wie zum Beispiel den Girl's Day, rundet das
Angebot ab. Ziel der Aktivitäten ist die flächendeckende Umsetzung von Berufswahl-
orientierungsangeboten für Mädchen an Düsseldorfer Schulen.
Seit Bestehen der Regionalstelle FRAU & BERUF wird ein ständiges Informationsangebot
für Berufsrückkehrerinnen bereitgehalten.
Die Rat suchenden Frauen werden persönlich über ihre Möglichkeiten, in den Beruf
zurückzukehren, sowie entsprechende Qualifizierungsangebote beraten. Darüber hinaus
finden zahlreiche telefonische Beratungen sowie kurze Informationen statt.
130 Frauen haben im Jahr 2003 (140 im Jahr 2002) dieses Beratungsangebot in
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Anspruch genommen. Der Trend hält an, dass überwiegend Frauen, die eine längere
Phase ausschließlicher Familienarbeit absolviert haben, das Beratungsangebot nutzen.
Als weitere Zielgruppe wird deutlich, dass erwerbstätige Frauen, häufig von Kündigungen
bedroht oder bereits gekündigt, sich um Beratungstermine bemühen. 25 Prozent der
Frauen bezogen Sozialhilfe und/oder Arbeitslosenhilfe.
Die Rat suchenden Frauen haben konkrete Fragen zur Weiterbildung und Umschulung
oder Ausbildung sowie zur Stellensuche. Die Interessenschwerpunkte der Frauen liegen
weiterhin im kaufmännischen und sozialen Bereich. Die Frauen mit kaufmännischen
Kenntnissen würden jedoch ihre Qualifikationen gerne um Fachwissen im IT-Bereich, wie
Web-Design oder Netzwerk-Administration, erweitern.
Insbesondere jüngere Frauen wollen nach der Elternzeit wieder ihre Arbeitsstelle bei der
bisherigen Firma antreten.
Das arbeitsrechtliche Informationsangebot der Regionalstelle FRAU & BERUF wird den
häufigen arbeitsrechtlichen Anfragen gerecht, welche zu den Themen Elternzeit, Teilzeit
und geringfügige Beschäftigung formuliert werden. Die Informationen erfolgen durch eine
Fachanwältin für Arbeitsrecht. Die Informationsgespräche finden regelmäßig in der
Regionalstelle FRAU & BERUF statt.
In den Jahren 2002/2003 haben 97 Frauen dieses Angebot in Anspruch genommen.
Neben den o.g. Themenschwerpunkten standen Schwierigkeiten am Arbeitsplatz,
sozialrechtliche Probleme sowie Fragen rund um Gehaltsansprüche und Kündigung im
Mittelpunkt der Gespräche.
Der Bedarf an diesen Beratungs- und Informationsangeboten für Berufsrückkehrerinnen
ist weiterhin groß. Die Regionalstelle FRAU & BERUF wird daher die regelmäßigen
Beratungen für Berufsrückkehrerinnen sowie die arbeitsrechtlichen Informationen im
nächsten Jahr fortführen.
Nicht den Anschluss verlieren - ein Wegweiser für Berufsrückkehrerinnen - ist eine
Zusammenstellung der Beratungsangebote und Möglichkeiten zur beruflichen Aus- und
Weiterbildung für Berufsrückkehrerinnen auf dem Düsseldorfer Arbeitsmarkt. Er wird von
der Regionalstelle FRAU & BERUF herausgegeben. Ein neuer Ratgeber für
Berufsrückkehrerinnen erscheint im April 2004. Er zeigt die wichtigsten Regelungen für
Frauen zu den modernen Dienstleistungen am Arbeitsmarkt auf und stellt die Düsseldorfer
Weiterbildungsträger sowie deren Qualifizierungsschwerpunkte vor.
Der Arbeitskreis Frauennetzwerk zur Berufsrückkehr wurde 1989 vom Frauenbüro ins
Leben gerufen. Mit der Gründung der Regionalstelle FRAU & BERUF Düsseldorf im Jahr
1993 übernahm diese die Geschäftsführung. In dem Gremium arbeiten unter anderem
Vertreterinnen und Vertreter Düsseldorfer Weiterbildungsträger, das Arbeitsamt, die
Handwerkskammer sowie die Wirtschaftsförderung zusammen. Folgende Ziele verfolgt
das Netzwerk:
S Verbesserung der Bedingungen für Berufsrückkehrerinnen
S Beratung und berufliche Integration von Berufsrückkehrerinnen
S Vorstellung und Anregung von Projekten zur Wiedereingliederung von Frauen in
das Erwerbsleben
S Motivation von Berufsrückkehrerinnen zur Aus- und Weiterbildung
S Öffentlichkeitsarbeit
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Der Arbeitskreis trifft sich vier- bis sechsmal jährlich. Zwischen 20 und 30
Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen die Veranstaltungen. In den letzten eineinhalb
Jahren wurden u.a. folgende Themen aufgegriffen:
S Integrationsbericht Migrationsarbeit in Düsseldorf
S Vorstellung des Sonderprogramms „Mainzer Modell" - mögliche
Handlungsstrategien in der Region
S Die Arbeitsmarktreform nach Hartz
S Bildungsgutschein - ein Modell mit Zukunft?
S Vermittlung von Frauen in PersonalServiceAgenturen
S 4. Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
Die seit Jahren bestehende gute Kooperation zwischen den Trägern ermöglicht eine
optimale Zusammenarbeit im Interesse der Berufsrückkehrerinnen. Neben der
umfassenden Beratung über ein breites Spektrum an Qualifizierungsangeboten kann eine
passgenaue Vermittlung in Qualifizierungsmaßnahmen erfolgen, da die Träger ebenfalls
miteinander kooperieren. Ein fester Tagesordnungspunkt im Arbeitskreis ist zum Beispiel
die gegenseitige Information über aktuelle Angebote und Stand der Umsetzung der
Gesetze zu den modernen Dienstleistungen am Arbeitsmarkt in Düsseldorf.
Diese Kontakte erleichtern zudem die Initiier ung von frauengerechten
Weiterbildungsmaßnahmen. Träger, die im Rahmen des kommunalen
Beschäftigungsprogramms innovative Qualifizierungsangebote für Frauen anbieten,
nutzen regelmäßig das arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische Fachwissen der
Regionalstelle FRAU & BERUF, indem sie ihre Qualifizierungskonzepte durch die
Regionalstelle auf ihren geschlechtergerechten Ansatz überprüfen lassen.
Die Regionalstelle FRAU & BERUF hat gemeinsam mit dem Frauenbüro den Berichtsteil
Beruf und Familie zum Düsseldorfer Familienbericht erstellt, der Anfang 2003 dem Rat der
Landeshauptstadt Düsseldorf vorgelegt wurde. Durch diese Berichterstattung konnte in
den politischen Gremien, bei den Akteurinnen und Akteuren der Arbeitsmarktpolitik und in
der Presse nochmals eine intensive Diskussion über die Voraussetzungen für eine gute
Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Gang gebracht werden.
Neben der Beratung von Berufsrückkehrerinnen hat sich die Regionalstelle FRAU &
BERUF auch einen Namen in der Ansprache von Existenzgründerinnen gemacht. Frauen,
die vor dem Start in die Selbständigkeit stehen, können sich bei der Regionalstelle
Auskünfte und Anregungen einholen, welche Schritte und Institutionen bei der
Vorbereitung einer erfolgreichen Existenzgründung berücksichtigt werden sollten.
Im Vordergrund stehen Fragen zur Vorbereitung, Planung und Finanzierung der
Selbständigkeit sowie die Nachfrage nach weiterführenden Angeboten, wie Coaching,
Marketing, Buchführung, etc.
In den zurückliegenden zwei Jahren haben sich 154 Frauen bei der Regionalstelle über
den Einstieg in die Selbständigkeit informiert. Die zahlreichen telefonischen Anfragen
werden in diesem Zusammenhang nicht erfasst.
Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung und den Ausbau der Konferenz der
Frauenbeauftragten aus Düsseldorfer Betri eben und Behörden nimmt die
Regionalstelle FRAU & BERUF auch positiven Einfluss auf die regionale
Wirtschaftsförderung.
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Der Kontakt zu führenden Düsseldorfer Unternehmen und Behörden wurde in den
zurückliegenden zwei Jahren kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen arbeiten 53 Firmen in
der Konferenz der Frauenbeauftragten aus Düsseldorfer Betrieben und Behörden mit.
Diese Firmen und Behörden haben erkannt, dass frauenspezifische Angebote und
familienfreundliche Maßnahmen langfristig zu einem Ausbau ihrer Marktstellung führen,
denn innovative Personalentwicklungsansätze binden qualifizierte Fachkräfte an
Unternehmen und machen sie zu attraktiven Arbeitgebern.
Derzeit übernimmt das Land NRW bei Weiterförderungsanträgen von Regionalstellen in
Gemeinden 70 Prozent der Projektkosten. Für die Laufzeit von Januar 2005 bis Dezember
2005 bedeutet dies eine Zuwendung in Höhe von 130.000 Euro. Voraussetzung für diese
Förderung ist jedoch weiterhin die 30-prozentige kommunale Beteiligung.
In der Förderung sind die Personalkosten für zwei Vollzeit- und eine Teilzeitbeschäftigte
sowie die laufenden Betriebskosten enthalten. Die Personalkosten ergeben sich durch 1
Beschäftigte mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden und einer Vergütung
nach BAT II, eine BAT IVa/A11 Vollzeitbeschäftigte und eine BAT VII Vollzeitbeschäftigte.
Für die Stadt Düsseldorf fallen für den beantragten Bewilligungszeitraum vom 01.Januar
2005 bis 31.Dezember 2005 im Rahmen der 30-prozentigen Restfinanzierung folgende
Kosten an:
2005: 55.714 Euro
Mit ihrer bisherigen und zukünftigen Arbeit unterstützt die Regionalstelle FRAU & BERUF
die notwendige Weiterentwicklung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und
Männern am Erwerbsleben und trägt zur Aufhebung der immer noch vorherrschenden
strukturellen Benachteiligungen von Mädchen und Frauen auf dem Arbeitsmarkt bei.
Diese Aufgabe kann nur durch eine langfristig gesicherte Existenz der Regional-
stelle FRAU & BERUF verwirklicht werden und macht ihren weiteren Einsatz in allen oben
aufgeführten Arbeitsschwerpunkten erforderlich. Dieser Überlegung ist das Ministerium für
Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit NRW bereits 1996 gefolgt und hat die
Finanzierung der Regionalstellen landesweit von einer projektbezogenen Förderung in
eine Regelförderung umgewandelt.
Die Verwaltung erachtet das Projekt im Rahmen des kommunalen
Beschäftigungsprogramms für förderungswürdig und empfiehlt, die 30-prozentige
Restfinanzierung der Regionalstelle FRAU & BERUF Düsseldorf zu übernehmen.
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Ergebnis
Frauenausschuss 29.04.2004 -/-
2
1) Die Sitzung wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht geplant.
2) Das Beratungsergebnis wurde zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Vorlage noch nicht erfasst.
Alternative:
Keine
Amt:
RSD AllVorlg.WPT
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Frauenbüro
Dezernentin / Dezernent:
Oberbürgermeister Erwin