Vorlage als Text anzeigen
Title: Vorlage 19/ 11/2019
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00332919.pdf
Published Time: Mon, 12 Aug 2019 13:46:49 GMT
Number of Pages: 2
Markdown Content:
Vorlage 19/ 11/2019
> Seite 1 von 2
> RSD Vorlage
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, den 19.12.2018
An
Philipp Tacer
Vorsitzender des Ausschusses für Umweltschutz
Anfrage der Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Nachpflanzungen bei Fällungen städtischer Bäume
Sehr geehrter Herr Tacer,
die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tages-ordnung des Ausschusses für Umweltschutz am 10.01.2019 zu nehmen und durch die Ver-waltung beantworten zu lassen:
1. Wie viele Nachpflanzungen werden für die in der Fällsaison 2018/19 aus Gründen der Verkehrssicherung zu fällenden städtischen Bäume am gleichen Standorten vorgenommen?
2. Wie viele Standorte der zu fällenden städtischen Bäume befinden sich im klimatischen Lastraum der Innenstadt und wie viele werden an diesen Standorten nachgepflanzt?
3. Wie wird sichergestellt, dass sich die Differenz zwischen Fällungen und Nach-pflanzungen nicht jährlich erhöht?
Sachdarstellung:
Der Rat der Stadt Düsseldorf hat mit Verabschiedung des Haushaltes 2019 die Mittel für Baumpflanzungen auf 1.000.000,- Euro pro Jahr für 2019-23 erhöht. Mit diesem Geld sollen -mit dem Schwerpunkt innerstädtischer Lastraum - zusätzliche städtische Bäume an neuen Standorten gepflanzt werden und Nachpflanzungen bei Fällungen vorgenommen werden.
Vor dem Hintergrund des Hitzesommers 2018 ist umso dringlicher deutlich geworden, wie wichtig Bäume für das Stadtklima sind. Sie kühlen den Straßenraum und verbessern die Luftqualität. Düsseldorf braucht mehr Bäume. Darin sind sich alle einig.
Am 10. Dezember 2018 wurde der Öffentlichkeit das neue Online-Angebot der Stadt zu Baumfällungen im öffentlichen Raum vorgestellt. Per App oder Internetbrowser können Bürger*innen im MapInfo-Angebot der Stadt nachvollziehen, welche städtischen Bäume gefällt werden (müssen) und was der Grund für die Fällung ist. Diese gelungene Erweiterung des Onlineservices der Stadt schafft mehr Transparenz und befriedigt das Informations-bedürfnis vieler Bürger*innen, denen das Grün in der Stadt und der Erhalt bzw. die Verbesserung des Kleinklimas im Wohnumfeld wichtig ist. Vorlage 19/ 11/2019
Seite 2 von 2
> RSD Vorlage
In der Fällsaison 2018/19 sind im gesamten Stadtgebiet 439 städtische Bäume aus Gründen der Verkehrssicherung zu fällen.
Nach früheren Angaben der Verwaltung können für 1.000.000.- Euro ca. 200 Bäume pro Jahr gepflanzt werden, so dass allein in 2019 ein Delta von über 230 Bäumen entstehen würde, die es weniger gäbe im Stadtgebiet. Dies entspricht nicht der gemeinsamen Zielsetzung.
Mit freundlichen Grüßen
Iris Bellstedt Günther Bunte-Esders Renate Böhm
Antwort der Verwaltung als Text anzeigen
Title: 00336427.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00336427.pdf
Published Time: Fri, 05 Jul 2019 19:01:08 GMT
Number of Pages: 3
Markdown Content:
1
Vorlagen Nr. 19/ 11/2019
Beigeordnete Stulgies
Anfrage der Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN zur Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 10.01.2019
Hier: Nachpflanzungen bei Fällungen städtischer Bäume
Frage 1:
Wie viele Nachpflanzungen werden für die in der Fällsaison 2018/19 aus Gründen der Verkehrssicherung zu fällenden städtischen Bäumen am gleichen Standort vorgenommen?
Antwort:
Von den insgesamt 439 zu fällenden Bäumen in der Fällsaison 2018/2019 befinden sich 198 Einzelbäume im Straßenraum. Bei den hier vorzunehmenden Nachpflanzungen sind sogenannte Umlaufverfahren durchzuführen. Hierbei prüfen die Leitungsträger wie z.B. die Netzgesellschaft, der Stadtentwässerungsbetrieb und die Telekom die Leitungstrassen und ihre Nähe zu den Baumstandorten. Darüber hinaus sind auch notwendige Abstände zu Verkehrsanlagen sowie brandschutztechnische Belange zu beachten.
Aufgrund der arbeits- und zeitintensiven Vorarbeiten, auch im Hinblick auf die Vielzahl der zu beteiligenden Stellen, nimmt die Bearbeitungszeit mehrere Monate in Anspruch. Das abschließende Ergebnis der möglichen Neupflanzungen liegt daher noch nicht vor.
Gefällte Einzelbäume in Grünanlagen werden in der Regel am Standort oder in Standortnähe durch eine Neupflanzung ersetzt.
Darüber hinaus umfassen die Fällungen in Grünanlagen auch Bäume in geschlossenen Gehölzbeständen, in denen eine Nachpflanzung an Ort und Stelle oftmals fachlich nicht sinnvoll ist, z.B. aufgrund der Konkurrenz durch andere Gehölze. In der Regel schließen sich dort die Lücken durch das beschleunigte Wachstum der von der Fällung begünstigten Nachbarbäume, durch Naturverjüngung oder durch die Nachpflanzung von Bäumen in Forstwirtschaftsqualität. Diese werden im Baumkataster und somit in der Statistik erst erfasst, wenn Sie eine bestimmte Größe erreicht haben. 2
Frage 2:
Wie viele Standorte der zu fällenden städtischen Bäume befinden sich im klimatischen Lastraum der Innenstadt und wie viele werden an diesen Standorten nachgepflanzt?
Antwort:
Besonders stark belastet ist der gesamte Bezirk 1 sowie die zentrumsnahen Stadtteile der Bezirke 2 und 3. In diesen drei Bezirken werden 129 Bäume in der Saison 2018/2019 gefällt, davon 93 Bäume im Straßenraum.
Hinsichtlich der Nachpflanzungen der Einzelbäume wird auf die Beantwortung der Frage 1 verwiesen.
Frage 3:
Wie wird sichergestellt, dass sich die Differenz zwischen Fällungen und Nachpflanzung nicht jährlich erhöht?
Antwort:
Die häufigste Ursache für die Fällungen sind holzzersetzende Pilze, die die Festigkeit des Holzes verringern und somit die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes gefährden. Gefördert wird dies u.a. durch veränderte Klimabedingungen in der Stadt und der damit verbundenen Zunahme von klimabedingten Stressfaktoren für die Stadtbäume. Das Gartenamt hat aufgrund dieser Erkenntnisse geeignete Baumarten in einer Zukunftsbaumliste erfasst. Das Ziel bei der Wahl geeigneter Baumarten liegt darin, eine breite Palette standortgerechter Arten zu finden, um so das Risiko von Baumerkrankungen durch zukünftige Klimaveränderungen zu minimieren.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen für eine Neupflanzung, die ein gesundes Wachstum und damit eine lange Lebensdauer neu gepflanzter Bäume sichert. Dies schließt ausreichend dimensionierte Baumgruben, spezielles Substrat sowie ein ausreichendes Lichtraumprofil ein. Auf Grundlage einschlägiger Richtlinien (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau - FLL) wurden dazu im Gartenamt Standards für Neupflanzungen erarbeitet. In Fällen, wo Versorgungsleitungen eine Baumgrube tangieren, wird in Abstimmung mit den Leitungsträgern versucht, den Standort durch vorsorgende Schutzmaßnahmen an den Leitungen für Nachpflanzungen zu erhalten.
Im Rahmen städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen entstehen in der Regel darüber hinaus neue Baumstandorte. Beispiele dafür sind die neuen Derendorfer Stadtquartiere, die Wohnstandorte an der ehemaligen Reitzensteinkaserne, die Umgebung um den Belsenpark und das neu entstehende Wohngebiet an der ehemaligen Glashütte in Gerresheim. In 3
diesem Zusammenhang strebt die Verwaltung im Rahmen eines ämterübergreifenden Projektes an, für solche Neuplanungen Standards für die Entwicklung neuer Straßenquerschnitte zu entwickeln, die frühzeitig Trassen für Verkehr, für Leitungen und eben für neue Baumstandorte sichern.
Die Erhaltung des vorhandenen Baumbestandes ist eine Kernaufgabe des Gartenamtes. Hierzu werden regelmäßige jährliche Kontrollen und bei Bedarf Pflegemaßnahmen durchgeführt. Der Schutz der vorhandenen Bäume setzt dabei auch an den Standorten der Bäume an; diese müssen zum Beispiel vor mechanischen Beschädigungen, Bodenverdichtung durch parkende Autos oder Baumaßnahmen in der Umgebung geschützt werden. Es ist notwendig, besonders stark belastete Standorte zu sanieren und damit einen Erhalt des vorhandenen Baumes zu ermöglichen.
Die Verwaltung hat in 2015 ein "Rahmenkonzept für die Erweiterung und Optimierung des Straßenbaumbestandes - 1000 Bäume für Düsseldorf" erarbeitet. Die Ergebnisse wurden u. a. im Klimaanpassungskonzept der Stadt Düsseldorf aufgegriffen.
Es ist vorgesehen, den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen in seiner Sitzung am 18.03.2019 über die Umsetzung des darauf aufbauenden Stadtbaumkonzeptes zu informieren. Es beinhaltet die Pflanzung von zusätzlichen Bäumen sowie die Sanierung von Baumstandorten.
Bei insgesamt 51 Baumstandorten an Straßen ist derzeit aufgrund konkurrierender Ver- und Entsorgungsleitungen eine Nachpflanzung nicht möglich. Ziel des Gartenamtes ist es, diese Baumstandorte durch Leitungsverlegung zurückzugewinnen.
Beigeordnete Stulgies