Antworten der Verwaltung zu JHA/060/2026
Stadtdirektor Hintzsche
Jugendhilfeausschuss am 24.06.2026
Anfrage der Ratsfraktion Die Linke
hier: Bestandsaufnahme der Schulsozialarbeit in Düsseldorf
Zur Situation der Schulsozialarbeit in der Landeshauptstadt Düsseldorf:
In der Landeshauptstadt Düsseldorf verfügen alle 153 städtischen Schulstandorte über
mindestens ein Vollzeitäquivalent Schulsozialarbeit. An Standorten mit erhöhtem Bedarf
(hoher Schulsozialindex, hohe Schüler*innenzahl, hoher Anteil an Schüler*innen aus
Sozialräumen mit erhöhtem sozialen Handlungsbedarf) ist eine Ausstattung mit bis zu 2
Vollzeitäquivalenten Schulsozialarbeit vorgesehen. Aktuell sind das 189 VZÄ.
Insgesamt sind 238 Schulsozialarbeitende von 15 verschiedenen Trägern an den
Düsseldorfer Schulen tätig.
Frage 1:
Welche thematischen Schwerpunkte haben die Angebote der Schulsozialarbeit an
Düsseldorfer Schulen?
(bitte aufgelistet nach Angeboten).
Antwort:
Die Angebote der Schulsozialarbeit an Düsseldorfer Schulen orientieren sich an der
„Rahmenvereinbarung zur Schulsozialarbeit nach §13 SGB VIII" der Landeshauptstadt
Düsseldorf. Danach gliedern sich die Aufgaben und Angebote der Schulsozialarbeit in die
drei grundlegenden Säulen Prävention, Intervention und Vernetzung.
Ziel der präventiven Arbeit ist die Förderung der sozialen Integration sowie die Vermeidung
von Konflikten und Benachteiligungen. Hierzu gehören insbesondere:
• Beratungsangebote für Schüler*innen
• Gewaltprävention
• Suchtprävention
• Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
• gendersensible Angebote
• Beteiligung- und Partizipationsangebote
• Maßnahmen zur Berufsorientierung
• Soziales Lernen
• Freizeitpädagogische Angebote
• Elternarbeit
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Im Rahmen von Intervention unterstützt die Schulsozialarbeit Schüler*innen,
Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte bei akuten Problemlagen und Krisensituationen.
Hierzu zählen insbesondere:
• Einzelfallberatung
• Krisenintervention
• Unterstützung bei familiären Belastungen
• Konfliktbearbeitung und Mediation
• Intervention bei Gewalt- und Mobbingvorfällen
• Unterstützung bei Schulvermeidung
• Beratung bei sozialen, emotionalen und schulischen Problemlagen
• Kinderschutz
• Begleitung von Übergängen.
Schulsozialarbeit wird vernetzend tätig, indem sie eine wichtige Scharnierfunktion zwischen
Schule, Jugendhilfe, Familien und weiteren Unterstützungssystemen übernimmt.
Schwerpunkte sind in diesem Zusammenhang:
• Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten
• Kooperation mit Lehrkräften und Schulleitungen
• Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (insbesondere BSD
und Kinderschutzdienst)
• Vernetzung mit Beratungsstellen, dem Zentrum für Schulpsychologie und
Gesundheitsdiensten
• sozialraumorientierte Netzwerkarbeit
• Vermittlung zu weiterführenden Hilfen
• Mitwirkung an schulischen Entwicklungs- und Präventionskonzepten.
Übergreifendes Ziel aller Angebote ist es, Benachteiligungen abzubauen, die soziale
Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu fördern, positive Lern- und Lebensbedingungen
zu schaffen sowie Schüler*innen in Ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu
unterstützen.
Inhaltlich werden diese drei grundlegenden Säulen der Schulsozialarbeit durch fünf
verbindliche Kernarbeitsfelder konkretisiert:
1. Individuelle Beratung und Unterstützung in Problem- und Krisensituationen der
Schüler*innen
2. Soziales Lernen/ Integration der Schüler*innen
3. Elternarbeit
4. Schulvermeidung
5. Gestaltung und Begleitung von Übergängen
Die konkreten Angebote an den einzelnen Schulstandorten werden bedarfsorientiert
innerhalb dieser Handlungsfelder ausgestaltet.
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Frage 2:
Wie hoch sind die Teilnehmer:innenzahlen an den jeweiligen Schulen?
(bitte nach Schule und Angebot aufgeschlüsselt).
Antwort:
Die Teilnehmendenzahlen werden an allen 153 Schulstandorten in Form einer einheitlichen
Statistik und eines Sachberichts standortgebunden erfasst. Eine standortübergreifende
Zusammenführung dieser Daten erfolgt nicht.
Eine Vergleichbarkeit der Schulen anhand von Teilnehmendenzahlen ist nicht
aussagekräftig, da sich Umfang, Form und Zielgruppen der Angebote jeweils an den
standortspezifischen Bedarfen orientieren.
Grundsätzlich richten sich die Angebote der Schulsozialarbeit an alle Schüler*innen.
Frage 3:
Findet eine Evaluation der Angebote in der Schulsozialarbeit statt und gibt es dazu
Berichte, die im Jugendhilfeausschuss vorgestellt werden können?
Antwort:
Die Angebote der Schulsozialarbeit werden kontinuierlich evaluiert und fachlich begleitet. Es
bestehen Instrumente, die Ziel- und Erfolgskontrolle gewährleisten. Dabei handelt es sich
zum einen um die individuellen Zielvereinbarungen, die zu Beginn eines jeden Jahres
zwischen den einzelnen Schulleitungen, dem jeweiligen Träger der Schulsozialarbeit und
dem Amt für Soziales und Jugend als öffentlichem Träger der Jugendhilfe geschlossen und
zum Ende des Jahres auf ihre Zielerreichung überprüft werden. Dazu wird zum anderen
jährlich auch ein Sachbericht vom Träger der Schulsozialarbeit verfasst. Darüber hinaus hat
eine vereinbarte fortlaufende zahlenmäßige Erfassung (Statistik) jährlich zu erfolgen. Eine
standortübergreifende Zusammenführung dieser Daten erfolgt nicht.
Von 2022-2025 hat die Hochschule Düsseldorf unter Leitung von Frau Prof. Dr. Katrin
Gräßle und Herrn Prof. Dr. Reinhard Liebig das Forschungsprojekt „Schulsozialarbeit in
Düsseldorf: Die Realisierung von Kinderschutz-Aufgaben und die Vernetzung zum System
der Inklusion" durchgeführt.
Die Situation der Schulsozialarbeit in Düsseldorf aus Sicht der Praktiker*innen in der
Schulsozialarbeit selbst und in den Leitungsebenen des Amtes für Soziales und Jugend
(örtlicher Träger der Jugendhilfe), Schulamt, Bezirksregierung und freien Trägern wurde mit
einem Mixed-Methods-Ansatz erforscht und dargestellt.
Der Abschlussbericht des Forschungsprojektes findet sich unter:
https://opus4.kobv.de/opus4-hs-
duesseldorf/solrsearch/index/search/start/0/rows/10/sortfield/score/sortorder/desc/searchtype
/simple/query/DOI%3A+10.20385%2Fopus4-6107
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Der Abschlussbericht wird am 25.06.2026 durch Frau Prof. Dr. Katrin Gräßle im
Facharbeitskreis Schulsozialarbeit vorgestellt und wird dort als Grundlage der Prüfung
aktueller Standards und möglicher Weiterentwicklungen im Arbeitsfeld Schulsozialarbeit
dienen.
Zudem ist ein interkommunaler Fachaustausch mit den Vergleichsstädten Hannover und
Stuttgart zu den Ergebnissen in Planung.
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