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Title: 00495197.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00495197.pdf
Published Time: Mon, 28 Aug 2023 12:08:19 GMT
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RAT/318/2023
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 28.08.2023
An den Oberbürgermeister
Herrn Dr. Stephan Keller
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE Düsseldorf zur Sitzung des Rates
am 07.09.2023
Betrifft:
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE: Immobilienkrise als Chance: Wohnungen
kommunalisieren
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
zur Sitzung des Rates am 07. September 2023 stellt DIE LINKE Ratsfraktion
Düsseldorf folgenden Antrag:
Der Rat fordert den Oberbürgermeister und die Verwaltung auf, Gespräche
mit den Immobiliengesellschaften Vonovia und LEG Immobilien
aufzunehmen, um die Möglichkeit von Wohnungsankäufen durch die Stadt
zugunsten der Städti schen Wohnungsb augesellschaft SWD zu sondieren.
Die Ergebnisse werden dem Rat in seiner Sitzung am 09.11.2023 dargelegt.
Begründung:
Der Immobilienkonzern Vonovia sowie die Tochtergesellschaft Deutsche Wohnen
melden enorme Verluste. Vonovia hat den Wert des eigenen Immobilienbestandes
um 3,5 Milliarden Euro nach unten korrigieren müssen. Damit betrug der Verlust im
ersten Quartal 2023 r und zwei Milliarden Euro. Als Reaktion streicht Vonovia alle
Pläne für den Neubau von Wohnungen.
Um die Verluste aufzufangen, trennt sich der Konzern außerdem von Wohnungs -
immobilien in erheblichem Umfang. So kündigte Vonovia im Mai an, insgesamt fünf
Be standsobjekte mit 1.350 Wohnungen in Frankfurt, Berlin und München zu
veräußern. Aber auch für andere Städte hatte der Konzern bereits Verkäufe
angekündigt.
Der Wohnungskonzern LEG Immobilien meldet ebenfalls nach Abschreibungen auf
den Wert seines Immob ilienbestandes einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro.
Konzern chef Lars von Lackum äußerte die Absicht der LEG, deshalb insgesamt rund
5.000 ihrer knapp 167.000 Wohnungen zu verkaufen. Es ist nicht bekannt, wie viele
Wohnungen in Düsseldorf veräußert werd en sollen. Seite 2
Durch die massenhaften Verkäufe besteht die Gefahr, dass viele Wohnungen in die
Hände von Spekulanten geraten und für bezahlbares Wohnen verlorengehen. In
mehreren Städten (z.B. Hamburg und Hannover) diskutieren die kommunalen
Stellen deshalb, Wohnungen aufzukaufen. Die Stadt Dresden beabsichtigt, 3.000
Wohnungen der Vonovia zu übernehmen; eine Bürgerinitiative kämpft dafür, dass die
Stadt weitere 3.000 Wohnungen übernimmt.
Auch in Düsseldorf stellt die Krise der Immobilienkonzerne sowohl ein e Gefahr als
auch eine Chance dar. Nach Schätzung der Rosa -Luxemburg -Stiftung besitzt allein
die Vonovia etwa 3.000 bis 6.000 Wohnungen in Düsseldorf.
Um bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern und den jetzigen Mieter:innen
Sicherheit zu geben, ist es nach Überzeugung der LINKEN unerlässlich, dass die
Stadtverwaltung Kontakt mit den Immobilienkonzernen Vonovia und LEG aufnimmt,
um die Möglichkeit einer Übernahme von Wohnungen zu sondieren. Angekaufte
Wohnungen sollten an die Städtische Wohnungsbau gesell schaft SWD übertragen
werden.
Dies sollte sehr zeitnah geschehen, damit nötigenfalls die Haushaltsplanung noch vor
Verabschiedung eines Doppelhaushalts angepasst werden kann. DIE LINKE wünscht
deshalb einen Bericht über das Ergebnis der Sondierungs gespräche in der
Ratssitzung am 9. November.
Mit freundlichen Grüßen
Anja Vorspel Sigrid Lehmann
f.d.R. Christian Jäger