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RAT/355/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Bericht
Betrifft:
Bericht aus der Kleinen Kommission Klimahilfe
Fachbereich:
05/0 - Dezernat für Mobilität und Umwelt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Jochen Kral
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Rat 21.11.2024 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Die Kleine Kommission Klimahilfe trat am 24.09.2024 von 17:00 bis 20:00 Uhr im
Sitzungssaal Rheinturm zusammen. Die Sitzung wurde hybrid (in Präsenz und online
per Videokonferenz) abgehalten.
Aktueller Sachstand Kommunale Wärmeplanung
Die umfangreiche Datenerhebung und Auswertung für die Bestands - und
Potentialanalyse der Kommunalen Wärmeplanung (bspw. Kehrbuchdaten, Daten zu
Abwassernetzen, Daten zu Großverbrauchern) wird fortgeführt. Die Datensammlung
ist im Wesentlichen abgeschlossen.
Der Zeitplan für die Erarbeitung der Kommunalen Wärmeplanung ist trotz
Verzögerung durch eine verspätete Bereitstellu ng des Austauschportals für die
Kehrbuchdaten durch das Land Nordrhein-Westfalen nicht in Gefahr.
Eine Vorstellung der (Teil)Ergebnisse der Bestands- und Potentialanalyse ist für die
Kleine Kommission Klimahilfe sowie den Ausschuss für Umwelt -, Klima- und
Verbraucherschutz am 29.11.2024 vorgesehen.
Vorgelagert zur Bestandsanalyse wurde eine sogenannte Eignungsprüfung
durchgeführt. Die Eignungsprüfung liefert Teilgebiete in Düsseldorf, die sich mit
hoher Wahrscheinlichkeit nicht für eine Versorgung durch F ernwärme oder
Wasserstoff eignen. Diese Gebiete liegen vor Allem in den nördlichen, östlichen und
südlichen Randgebieten Düsseldorfs. Bei diesen Gebieten handelt es sich um die
folgenden Stadtteile:
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• Angermund,
• Kalkum,
• Hubbelrath,
• Unterbach,
• Itter,
• Himmelgeist und
• Volmerswerth.
Eine Aussage zur möglichen Versorgung mit Fernwärme in den restlichen
Stadtgebieten lässt sich auf Basis der Eignungsprüfung jedoch nicht treffen.
Neben der Erarbeitung der Bestands- und Potentialanalyse wurde eine umfangreiche
Öffentlichkeits- und Stakeholder Beteiligung durchgeführt:
07. Juni: Hybride Bürgerdialogveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung.
Teilnahme war vor Ort im Townhouse Düsseldorf oder via Online -Stream
möglich. Die Aufnahme der Veranstaltung ist weiterhin abrufbar, sodass sich
interessierte auch im Nachhinein über den Projektstand informieren können.
Ämterworkshops zu spezifischen Themen
17. Oktober: Multiplikatoren-Workshop mit Schlüsselakteuren (Netzbetreiber,
Handwerk, Wohnungswirtschaft)
Flyer zur KWP wird aktuell erstellt
Kontinuierliche Updates der Website
Aktuelle Infos sowie FAQs zur Kommunalen Wärmeplanung in Düsseldorf sind unter
www.duesseldorf.de/waermeplanung zu finden.
Fernwärmepreise und Kosten der Dekarbonisierung (Stadtwerke
Düsseldorf)
Das Thema Fernwärmepreise und Kosten der Dekarbonisierung der Fernwärme
wurde in der Sitzung durch die Stadtwerke Düsseldorf vorgestellt und mit den
Kommissionsmitgliedern diskutiert.
Es wurden hauptsächlich folgende Punkte behandelt:
Investitionsbedarfe und Pfad zur Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2035
bzw. 2045. Diese beinhalten vor allem folgende Projekte zur Dekarbonisierung
der Fernwärme:
- Spitzenlastkessel (Elektrisch oder Biomassen)
- Großwärmepumpe Klärwerk
- Geothermie
- Biomasseheizkraftwerk
- Verbesserter Wärmenutzung und CCS* (Abhängig von Ausgestaltung
Carbon-Management-Strategie)
- Abwärme aus Industrie, Rechenzentren, etc.
- Zusätzliche Wasserstoffbetriebene Kraft -Wärme-Kopplung (KWK) für
Spitzenlast (Abhängig von Ausgestaltung Kraftwerksstrategie)
- Umrüstung GUD -F auf Wasserstoff (Abhängig von Ausgestaltung
Kraftwerksstrategie)
Technologievergleich: Fernwärme als wettbewerbsfähige und kostengünstige
Alternative zur Wärmeversorgung
Zentrale Herausforderungen:
1. Hohe Kosten der Dekarbonisierung zusammen mit hohem Risiko durch
Technologieoffenheit und geringen Anschlussraten beim Netzausbau.
2. Kommunikation/Erklärung. Zusätzliche Investitionen verändern Kosten und
Struktur der Fernwärmepreisformel.
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Mögliche Unterstützung seitens Politik und Stadt: Risiken reduzieren,
Anschlussgrad steigern, Erklären und Fördern.
Pilotprojekt Fernwärmeausbau Jahnstraße
Bereits vor Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Düsseldor f soll
im Rahmen einer Fernwärmeoffensive der Ausbau und die Verdichtung des
Fernwärmenetzes aktiv vorangetrieben werden. Mit dem Reallabor Fernwärme
Jahnstraße sollen in enger Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf, der
Netzgesellschaft Düsseldorf sowie dem lokalen Handwerk Maßnahmen zur Erhöhung
der Anschlussquote an die Fernwärme entwickelt und getestet werden.
Ziel des Reallabors Fernwärme Jahnstraße ist es, mit aktivierenden Maßnahmen auf
einem Straßenabschnitt in einem Fernwärme -Bestandsgebiet eine Vollerschließung
aller Gebäude mit Fernwärme zu erreichen und daraus wertvolle Rückschlüsse für
den weiteren Ausbau der Fernwärme und die Kommunale Wärmeplanung in
Düsseldorf ziehen zu können. Hierbei sollen Erkenntnisse gewonnen werden, unter
welchen Bedingungen sich Eigentümerinnen und Eigentümer dazu entscheiden,
frühzeitig auf die klimafreundliche Fernwärme umzusteigen und so eventuell noch
funktionsfähige Gasheizungen auszutauschen. Ein gleichzeitiger Anschluss aller
Anliegenden an das Fernwärmenetz reduziert die Anzahl der Baustellen in einem
Straßenabschnitt erheblich und fördert somit ein effizientes Baustellenmanagement.
Zusätzlich könnte im Erfolgsfall einer lückenlosen Vollerschließung die vorhandene
Gasversorgungsleitung stillgelegt werden, sodass auf die anstehende Sanierung
dieser Gasleitung verzichtet werden könnte.
Für das Reallabor wurde der Straßenabschnitt Jahnstraße 88 bis 119 mit rund 20
Hausanschlüssen ausgewählt. Durch die Straße verläuft neben der bestehenden Gas -
auch bereits eine Fernwärme-Versorgungsleitung, an die aktuell lediglich ein
Gebäude angeschlossen ist. Die angrenzende städtische Grundschule hat bereits
einen Fernwärme-Versorgungsvertrag unterschrieben und wird im Rahmen des
Projektes an die Fernwärme angeschlossen. Im übrigen Bestand erfolgt die
Wärmebereitstellung zu etwa gleichen Teilen über Gasetagen - und
Gaszentralheizungen. Das vorhandene Gasnetz ist sanierungsbedürftig. Der
Straßenabschnitt liegt im innenstädtischen Fernwärme -Verdichtungsgebiet und ist
sowohl von Seiten der Eigentums- als auch der Gebäudestruktur als beispielhaft
anzusehen.
Für die Umsetzung wurde von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den
Stadtwerken Düsseldorf, der Netzgesellschaft und den Vertreterinnen und Vertretern
des Handwerks eine Reihe von Maßnahmen entwickelt:
Individuelle Beratung und beschleunigte Verfahren
Kommunikation
Verlegung von Blindanschlüssen
Austauschprämie für Gasheizungen (Gaszentral- und Gasetagenheizung)
Um möglichst viele und genaue Erkenntnisse für die Wärmeplanung aus dem
Reallabor zu gewinnen, ist eine entsprechende Evaluation nach und während des
Reallabors vorgesehen. Die Ergebnisse des Reallabors sollen direkt in die Erarbeitung
bzw. Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung und die weitere
Fernwärmestrategie einfließen.
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Im Anschluss an das Reallabor Fernwärme Jahnstraße ist die Umsetzung eines
vergleichbaren Wärmepumpenprojektes in einem als dezentrales Versorgungsgebiet
klassifizierten Gebiet angedacht.
Das Reallabor Jahnstraße soll dem Ausschus s für Umwelt -, Klima- und
Verbraucherschutz am 29.11.2024 vorgestellt werden.
Weitere Tagesordnungspunkte
Die weiteren geplanten Tagesordnungspunkte
Evaluation und Fortführung Klimakampagne
Sonstiges
- Sachstand FöPro Klimafreundlich Wohnen und Arbeiten
- Sachstand Controlling-Tool zur Klimaneutralität
- Start 9te Staffel ÖKOPROFIT
konnten im Rahmen der Sitzung nicht mehr behandelt werden. In Abstimmung mit
den Kommissionmitgliedern wurden die Präsentationen zu den betreffenden Punkten
im Nachgang der Sitzung zur Verfügung gestellt.
Die nächste Sitzung der KK Klimahilfe findet am 22.11.2024 statt.