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RAT/381/2024
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Beschlussvorlage
Betrifft:
Bewerbung der Landeshauptstadt Düsseldorf für die UEFA Women's EURO 2029
Fachbereich:
52 - Sportamt
D.LIVE
Dezernentin / Dezernent:
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Rat 21.11.2024 Entscheidung
Beschlussdarstellung:
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf begrüßt, dass sich die Sportstadt
Düsseldorf als Host City für die UEFA Women's EURO 2029 bewirbt und beauftragt
D.LIVE/D.SPORTS mit der Abgabe einer entsprechenden Bewerbung.
Sachdarstellung:
1. Allgemein
Nach der sehr erfolgreichen Ausrichtung der UEFA EURO 2024 hat der Deutsche
Fußball-Bund e.V. (DFB) beschlossen sich für die Frauen Fußball Europameisterschaft
2029 „UEFA Women's EURO 2029" zu bewerben. In dem Zusammenhang hat der
DFB potentiell interessierte Host Cities angesprochen und in einem Termin am 12.
November 2024 in Frankfurt detailliert über das bevorstehende
Bewerbungsverfahren informiert.
Das Verfahren gliedert sich wie bereits bei der UEFA EURO 2024 und der Bewerbung
für die FIFA Frauen WM 2027 in das nationale Bewerbungsverfahren (Festlegung der
Host Cities in Deutschland durch den DFB) und das internationale
Bewerbungsverfahren (Vergabe des Turniers in ein Bewerberland durch die UEFA).
Die Anforderungen untergliedern sich unter anderem in die Kapitel Nachhaltigkeit,
Marketing, Sicherheit, Stadion, Mob ilität, Unterbringung, Trainingsstätten und
Organisation.
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Auf der Basis der sog. Requirements für die unterschiedlichen Sachgebiete fordert
der DFB entsprechende Inhalte bei den Host Cities ab, die am Bewerbungsverfahren
teilnehmen. Inhaltlich gibt es vie le Überschneidungen im Vergleich zu den
Anforderungen der UEFA EURO 2024. Insofern kann und wird die große Erfahrung,
die bei der EURO 2024 gemacht wurde, auch in die neue Bewerbung einfließen. Die
Einbindung der im Projekt EURO 2024 beteiligten Institutionen wird sichergestellt.
2. Ziele der UEFA
Die Vision der UEFA für die UEFA Women's EURO 2029 lautet:
"The UEFA Women's EURO is Europe's biggest women's sporting event. Taking place
every four years Europe's best women's national teams compete for the UEFA
Women's EURO trophy in an event that should be an unforgettable and inspiring
occasion. The goal of UEFA and the Host Association should be to stage an
unmissable tournament which, with world -class players and teams at its heart,
showcases the very best of women's football and leaves a lasting legacy for women's
football locally, and throughout Europe."
("Die UEFA Women's EURO ist Europas größtes Frauen Sportevent. Alle vier Jahre
treten die besten Frauenfußball Teams aus Europa gegeneinander an, um den UE FA
Women's EURO Pokal zu gewinnen bei einem Event, das unvergesslich und
inspirierend sein soll. Das Ziel von UEFA und des Gastgeberlandes sollte sein ein
einmaliges Turnier mit Weltklassespielerinnen und -teams zu veranstalten. Es sollte
das Beste zeigen, was Frauen Fußball zu bieten hat und eine bleibende Wirkung für
den Frauenfußball lokal und in Europa hinterlassen.")
Die Strategie der UEFA im Frauenfußball bis 2030 ist unter der sog. „UEFA
UNSTOPPABLE" Strategie zusammengefasst und setzt u.a. folgende strategische
Prioritäten:
- Entwicklungsmöglichkeiten für Spielerinnen, Trainer*Innen und
Schiedsrichter*Innen
- Zugang zum Breitensport Fußball für alle
- Spielerinnen stehen im Mittelpunkt
- Enge Zusammenarbeit aller Interessensträger
- Die besten nationalen Ligen
- Höchstleistungen im Clubfussball
- Nationalteams im Rampenlicht
- Authentische Fankultur, grenzenlose Sichtbarkeit, Maximierung der Rendite
3. Rahmenbedingungen und zeitlicher Ablauf
Die UEFA plant für die Women's EURO 2029 insgesamt 31 Spiele (24 Gruppenspiele,
6 Spiele je Gruppe, 4 Viertelfinalspiele, 2 Halbfinale, 1 Finale). Gespielt wird in 8
Spielorten, die der DFB gleichmäßig über Deutschland verteilen möchte. 16
Mannschaften verteilen sich auf 4 Gruppen á 4 Teams. Zum Vergleich: Bei der UEFA
EURO 2024 fanden insgesamt 51 Spiele in 10 Host Cities statt.
Die Mindestanforderungen sind bzgl. der Stadiongröße unterhalb der EURO 2024
angesetzt. Für die Gruppenphase bis inkl. Viertelfinale können sich bereits Stadien ab
einer Größe von 20.000 Plätzen bewerben. Die unterschiedlichen Pakete, die möglich
sind, sind in folgender Tabelle aufgezeigt.
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Die UEFA wird den finalen Spielplan und auch die Anzahl der Spiele nach dem
Zuschlag an den Ausrichter festlegen. Die Host Cities sind frei, auf welches Paket sie
sich bewerben. Die Auswahl beeinflusst Kosten und die Chancen auf einen Zuschlag.
Welches Paket sinnvoll ist, kann erst im weiteren Bewerbungsverlauf beurteilt
werden.
Für das nationale Bewerbungsverfahren, also die Auswahl der Host Cities in
Deutschland, müssen interessierte Städte bis zum 27. November 2024 die Teilnahme
am Bewerbungsverfahren gegenüber dem DFB erklären. Beim Informationstermin in
Frankfurt waren zahlreiche Städte vertreten. Unklar ist, wie viele davon tatsächlich in
das Bewerbungsverfahren starten werden.
Der DFB plant im weiteren Verfahren die Zahl der potentiellen Host Cities so zu
verkleinern, dass man am Ende acht Spielorte findet.
Der DFB hat für das Nationale Verfahren folgende Daten bekannt gegeben:
bis 27.11.24 Rücksendung der unterzeichneten Teilnahmeerklärung (offizielle
Teilnahme am Verfahren)
Mitte Dezember Übermittlung des DFB -Auswahlverfahrens (an potentielle Host
Cities)
bis 22.01.25 Abgabe Zulieferungen der Spielorte
10.02.25 Präsidiumssitzung mit Entscheidung der Vorauswahl (Short-List (10+X
Spielorte))
13.06.25 Präsidiumssitzung mit Endauswahl (Final List (8+X Spielorte))
bis 27.08.25 Einreichung Final Bid Dossier durch den DFB bei der UEFA
Für das internationale Bewerbungsverfahren wird der DFB eine Bewer bung bei der
UEFA einreichen, die auf den eingereichten Bewerbungen der dann ausgewählten
Host Cities basiert und in der Regel gemeinsam weiterentwickelt und dann vom DFB
finalisiert wird.
Neben Deutschland haben auch die Länder Italien, Polen, Portugal u nd
Dänemark/Schweden Interesse an einer Bewerbung für die UEFA Women's EURO
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2029 gezeigt Die Entscheidung welches Land den Zuschlag bekommt, will die UEFA
im Dezember 2025 treffen.
4. Turnierzeitraum
Die UEFA Women's EURO soll im Zeitraum Juni und Juli 2029 stattfinden. In diesem
Zeitraum sollen pro Stadion 3 bis 5 Spiele ausgetragen werden. Das Stadion wird
bereits 14 Tage vor dem Turnierzeitraum (Vorbereitung) und 3 Tage nach dem
Turnierzeitraum (Abbau) belegt. Für die Merkur Spiel-Arena würde das bei Zuschlag
also einen Belegungszeitraum von voraussichtlich Anfang Juni bis Ende Juli 2029
bedeuten (abhängig vom Spielplan und der Zahl der ausgetragenen Spiele). Der
genaue Veranstaltungszeitrum wird voraussichtlich erst nach der Auswahl des
Ausrichterlandes festgelegt.
5. Auswahlkriterien des DFB für die beteiligten Host Cities
Der DFB formuliert seine Auswahlkriterien für Host Cities in Zusammenhang mit
seinen Gesamtzielen für das Turnier:
„Im Wettbewerb sollen deutschlandweit die besten Spielorte gefunden werden, die
- eine wirtschaftlich profitable Ausrichtung der UEFA WEURO 2029 (Ziel erstmalig
mehr als 1 Millionen verkaufte Tickets)
- einen Boost für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs in Deutschland
- die Schaffung von nachhaltigen Strukturen
- den besten Doppelpass mit der UEFA UNSTOPPABLE -Strategie
versprechen."
Mehr Informationen zum Auswahlverfahren sollen Mitte Dezember zur Verfügung
gestellt werden.
6. Ziele der Sportstadt Düsseldorf
Sollte eine Bewerbung um die UEFA Women's EURO 2029 erfolgreich sein, sind damit
folgende Zielsetzungen der Sportstadt Düsseldorf verbunden:
Förderung des Frauen- und Mädchenfussballs
Förderung von Gleichstellung und Anti-Diskriminierung
Förderung des Sports (Breitensport und Leistungssport)
Standortmarketing für die Landeshauptstadt Düsseldorf
Wirtschaftliche Effekte für Tourismus und Einzelhandel
Nachhaltige Durchführung des Turniers (sozial, ökologisch und
ökonomisch)
Einbindung von Kindern und Familien
Stärkung der Vereinskultur und des Ehrenamtes
Nutzung der vorhandenen Infrastruktur
Bleibende Effekte für den Sport
7. Kosten
Auf Grundlage des vorliegenden allgemeinen Pflichtenheftes muss die Host City die
Kosten tragen u.a. für Arenabetrieb, Fanzone(n), Marketing und Kommunikation,
Volunteers, Lokales Projektteam und die Sicherheit in der Host City (nicht Stadion).
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Die Systematik ist dabei in vielen Teilen analog zu der der UEFA EURO 2024 zu
sehen.
Die genaue Höhe der Kosten ist aktuell nicht seriös zu beziffern, da im weiteren
Bewerbungsverlauf erst die genauen Anforderungen veröffentlicht bzw. verhandelt
werden. Zudem ist die Höhe der Kosten abhängig von Determinanten wie der Anzahl
und Qualität der eventuell nach Düsseldorf vergebenen Spiele. Die
Inflationsentwicklung bis 2029 ist nicht absehbar, nicht zuletzt aufgrund der volatilen
gesamtpolitischen Situation.
Die Merkur Spiel-Arena muss nach den Modernisierungen für die EURO 2024 für
dieses Turnier voraussichtlich nicht wesentlich mo dernisiert werden. Kosten
entstehen durch den Betrieb der Arena. Es ist davon auszugehen, dass seitens des
DFB für den Betrieb der Arena Miete gezahlt wird, die den Zuschussbedarf zur
Veranstaltung senken würde. Die Höhe der Miete der Arena hat aber voraus sichtlich
Einfluss auf die Attraktivität der Bewerbung von Düsseldorf im nationalen Verfahren.
Eine genauere Fassung des Veranstaltungsbudgets ist also erst im weiteren
Bewerbungsverlauf möglich, ein Zuschuss aus dem städtischen Haushalt wird
notwendig sein, wenn die Veranstaltung nach Düsseldorf vergeben wird. Aufgrund
des bezüglich der Stadiongröße zwar reduzierten, aber ähnlichen Pflichtenheftes ist
der Zuschuss für die EURO 2024 eine mögliche Orientierung.
Der Bewerbungsvorgang selbst kann innerhalb der laufenden Budgets dargestellt
werden.
8. Frauenfußball
International
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft gehört zu den erfolgreichsten
Mannschaften der Welt. Sie ist zweimaliger Weltmeister und ach tmaliger
Europameister. Bei den Olympischen Spielen gewannen sie vier Bronze -Medaillen
(2000, 2004, 2008 und 2024) und die Goldmedaille im Jahr 2016. In den Jahren
2003 und 2007 konnte die deutsche Frauenfußball -Nationalmannschaft jeweils den
Weltmeistertitel erringen.
Die Frauenfußball Europameisterschaft fand bislang zweimal in Deutschland statt
(1989 und 2001). Herausragendes Sportgroßevent im Frauenfußball in Deutschland
war zudem die FIFA Frauen Weltmeisterschaft 2011. Spielorte waren Augsburg,
Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt am Main, Leverkusen, Mönchengladbach,
Sinsheim und Wolfsburg. Deutschland schied zwar schon im Viertelfinale aus, konnte
aber eine Welle der Begeisterung für den Frauenfußball in Deutschland wecken. Das
Eröffnungsspiel der WM sahen mehr als 70.000 Zuschauer im Berliner
Olympiastadion. Jedes Spiel wurde von öffentlich -rechtlichen Sendern live
übertragen. Das Eröffnungsspiel erreichte dabei einen Marktanteil von rund 60
Prozent, was rund 15 Millionen Zuschauer bedeutet.
Frauen- und Mädchenfußball in der Sportstadt Düsseldorf
Fußball von Mädchen und Frauen spielt auch in Düsseldorf eine immer größere Rolle.
Insgesamt sind in 40 Düsseldorfer Fußballvereinen fast 2.900 Frauen und Mädchen
am Ball. Die Anzahl der jugendlichen Sportlerinnen beläuft sich auf knapp 1.800. Zur
Förderung des Mädchensports hat die Landeshauptstadt Düsseldorf ein
Förderprogramm von insgesamt 100.000 EUR aufgelegt, mit dem der Mädchenanteil
in den Düsseldorfer Sportvereinen erhöht werden soll. Hiervon profitierten auch die
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Vereine, die Fußball für Mädchen anbieten und entsprechende Regelungen zur
Förderung in diesem Bereich sollen in die voraussichtlich ab 2025 geltenden neuen
Sportförderrichtlinien aufgenommen werden.
Viele Düsseldorfer Fußballvereine haben das Potential des Fußballs von Mädchen und
Frauen ebenfalls entdeckt und sind hier aktiv tätig. Beispielhaft sei hier das
Aktionsbündnis Mädchenfußball zu erwähnen, welches unter der
Federführung von Fortuna Düsseldorf mit dem FVN/Fußballkreis ins Leben ge rufen
wurde, bei dem sich die Vereine Lohausener SV, TV Angermund, FC Tannenhof,
Düsseldorfer Sport-Club 1899, DJK Sportfreunde Gerresheim 1923, D.C.f.R. Linksrh.
1919, TSV Urdenbach 1894, SV Wersten 04, DJK AGON 08, ISD Sportverein und der
Rather SV gemeinsam für den Fußball von Mädchen stark machen. Auch von den
städtischen Investitionen zur baulichen Qualifizierung der Düsseldorfer Sportanlagen,
wie zum Beispiel im Zuge der UEFA EURO 2024, profitiert der Fußball von Mädchen
und Frauen.
Im Dezember 2021 haben Fortuna Düsseldorf und neun weitere Düsseldorfer Vereine
das Bündnis „AG Mädchenfußball in Düsseldorf" unterzeichnet, um den Mädchen - und
Frauenfußball in Düsseldorf nachhaltig zu fördern. Seit 2022 ist Fortuna Düsseldorf
mit einer eigenen U17 Mädchenfußballmannschaft gestartet und seit Sommer 2023
auch mit einer eigenen Frauenmannschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt in Düsseldorf im Frauen - und Mädchenfußball findet sich
beim Verein DJK Tusa 06. Hier wird seit 2018 ein vereinseigenes Leistungszentrum
betrieben, für das der Verein 2019 den ersten Gleichstellungspreis der Stadt
Düsseldorf bekommen hat. Bei der Tusa und dem kooperierenden Verein VfL Benrath
sind mehr als 200 Sportlerinnen aktiv.
Mittel- und langfristig wird das Ziel verfolgt, mehr Mädchen und Frauen für den
Fußball zu gewinnen und darüber die neu aufgebauten Strukturen nachhaltig zu
festigen. Die Ausrichtung von Spielen der Europameisterschaft kann erheblich dazu
beitragen, den Fußball für Frauen und Mädchen noch mehr in den Mittelpunkt zu
stellen, insbesondere mit dem Ziel weitere neue Mitglieder zu gewinnen, aber auch
das Engagement von Frauen im Sport zu steigern, ob im Vorstand eines Vereins oder
als Übungsleiterin. Ziel der Europameisterschaft wird es auch sein, mehr
Zuschauer*innen für den Fußball von Mädchen und Frauen zu begeistern.
Die Ausrichtung der Europameisterschaft und das bestehende Konzept der Vereine
sollen mittel- und langfristig dazu beitragen, dass auf der Basis nachhaltiger
Förderung der Frauen- und Mädchenfußball wächst. Qualitativ und quantitativ - mit
eigenen Düsseldorfer Talenten und Localheroes aus dem kooperativen Förderkonzept
des Bündnisses.
Im städtischen Bewegungs -, Sport- und Talentförderungsmodell Check'D spielt
Mädchenfußball ebenfalls eine Rolle. So werden beispielsweise bei der Talentiade, der
ersten Maßnahme der Talentsichtung, zu der die begabtesten Kinder des CHECK'D
eingeladen werden, regelmäßig Mädchen durch die beteiligten Fußballvereine
gesichtet. Der Sportinformations-Tag „Kids in Action" bietet den
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.