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AGS/050/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Beschlussvorlage
Betrifft:
Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf
Fachbereich:
53 - Gesundheitsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Christian Zaum
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für Umwelt-,
Klima- und Verbraucherschutz
20.11.2025 Vorberatung
Ausschuss für Gesundheit und
Soziales
25.11.2025 Vorberatung
Haupt- und Finanzausschuss 01.12.2025 Vorberatung
Rat 11.12.2025 Entscheidung
Beschlussdarstellung:
1. Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beschließt den als Anlage beigefügten
Hitzeaktionsplan (HAP). Er dient als Orientierungsrahmen für den gesundheitlichen
Hitzeschutz in Düsseldorf.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, zunächst die Maßnahmenvorschläge, für die keine
zusätzlichen Ressourcen erforderlich sind, umzusetzen.
3. Sind für die Umsetzung der im HAP vorgesehenen Maßnahmen zusätzliche
Ressourcen (Personal- oder Finanzbedarfe) erforderlich, wird die Verwaltung
beauftragt, diese im Rahmen einer konkreten Zeit-, Personal- und Kostenplanung
je Maßnahme darzustellen und zu prüfen, inwieweit die haushaltsrechtlichen
Voraussetzungen geschaffen werden können. Dabei s ind auch Fördermöglichkeiten
zu prüfen.
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Sachdarstellung:
1. Hintergrund und Zielsetzung
Die Häufung und Intensität von Hitzeereignissen stellen eine wachsende
Herausforderung für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Bund, Länder und die WHO
empfehlen daher die Entwicklung kommunaler Hitzeaktionspläne.
Der HAP ergänzt das Klimaanpassungskonzept Düsseldorf, das Hitzevorsorge als Ziel
definiert, insbesondere im Hinblick auf gesundheitliche und soziale Aspekte. Während
Klimaanpassungskonzept Düsseldorf vo r allem langfristige baulich-technische
Maßnahmen (z. B. Begrünung, Entsiegelung, Trinkbrunnen) adressiert, setzt der HAP
auf Sensibilisierung, Unterstützung und akute Schutzmaßnahmen für besonders
gefährdete Bevölkerungsgruppen.
2. Charakter und Weiteren twicklung
Der HAP ist als dynamisches Instrument konzipiert, das kontinuierlich
weiterentwickelt wird, um flexibel auf sich wandelnde Bedarfe reagieren zu können.
Ziel ist es, gesundheitliche Risiken durch Hitze frühzeitig zu erkennen und wirksam
zu minimieren.
Der Plan soll den gesundheitlichen Hitzeschutz dauerhaft im Verwaltungshandeln
verankern - im Sinne eines „Health-in-all-Policies"-Ansatzes. Im Mittelpunkt stehen:
die Reduktion hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle,
die Stärkung der individuellen Hitzekompetenz,
die Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen bei Hitze.
3. Entstehung und Beteiligung
Die Erstellung des HAP erfolgte im Rahmen des Förderprojekts „Plan°C - Anwendung
der Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktio nsplänen in der
kommunalen Praxis" (BMUV), gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe und dem
Deutschen Institut für Urbanistik (Difu).
Die Projektphasen umfassten:
Akteurs-, Bestands- und Bedarfsanalyse auf Basis nationaler und
internationaler Leitfäden (z. B. WHO 2008, GAK 2017, FH Fulda 2021, VDI
2025) sowie von Good-Practice-Beispielen aus dem In- und Ausland.
Einbindung lokaler Akteure aus Stadtverwaltung, Gesundheits- und
Sozialwesen sowie der freien Wohlfahrtspflege durch Umfragen, Workshops
und bilaterale Gespräche.
Erarbeitung von Maßnahmenentwürfen , differenziert nach
Gesamtbevölkerung und Risikogruppen.
Wissenstransfer durch bundesweite Öffentlichkeitsarbeit, Städtedialoge und
Publikationen
4. Umsetzung und Organisation
Die Umsetzung und Verstetigung des HAP ist eine kommunale Daueraufgabe, die nur
in interdisziplinärer Zusammenarbeit gelingen kann und erfolgt nach politischem
Beschluss schrittweise und priorisiert nach WHO -Empfehlungen und Düsseldorfer
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Rahmenbedingungen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den zuständigen
Fachämtern und relevanten Schlüsselakteur*innen.
Die Fachämter sind zentrale Partner der Umsetzung. Sie übernehmen die
Dokumentation laufender und geplanter Maßnahmen, die Mitarbeit im Monitoring und
in der Evaluation und die Teilnahme am „Runden Tisch Hitze" und an
ämterübergreifenden Abstimmungen.
Die Koordinierungsstelle im Gesundheitsamt übernimmt die federführende Steuerung
mit folgenden Aufgaben:
ämterübergreifende Koordinierung,
Leitung des „Runden Tisch Hitze",
Verantwortung für eigene Maßnahmen,
Monitoring und Evaluation,
Fortschreibung des Plans,
zentrale Ansprechstelle für Fachämter
Der „Runde Tisch Hitze" begleitet den Prozess strategisch und fachlich und trifft sich
zweimal jährlich. Während der jährlichen Warnsaison (1. Mai - 15. September)
dokumentieren Fachämter den Stand ihrer Maßnahmen. Nach Saisonende erfolgt die
Auswertung durch die Koordinierungsstelle. Ergebnisse fließen in die kontinuierliche
Fortschreibung des HAP ein.
5. Einbettung in bestehende Strategien
Der HAP wird in die bestehenden städtischen Strategien eingebettet. Dazu gehören
u.a. das Klimaanpassungskonzept (baulich-technische und ökologische Maßnahmen),
und der Bevölkerungsschutz (Katastrophenvorsorge). Ziel ist eine effiziente,
interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Doppelstrukturen vermeidet und Ressourcen
schont.
6. Fazit
Mit dem Beschluss des HAP setzt die Landeshauptstadt Düsseldorf ein deutliches
Signal für Gesundheitsschutz, Prävention und Klimaanpassung. Der Pla n zeigt auf,
dass die Stadt bereits viele Maßnahmen etabliert hat, diese nun systematisch
weiterentwickelt und zugleich neue Handlungsfelder erschließt. Zugleich wird die
Handlungsfähigkeit der Stadt in einem drängenden Zukunftsthema sichtbar.
Anlagen:
Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf
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Title: Hitzeaktionsplan - Gesundheitlicher Hitzeschutz zur lokalen Anpassung an den Klimawandel
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00568311.pdf
Published Time: Wed, 12 Nov 2025 09:00:19 GMT
Number of Pages: 52
Markdown Content:
itze aktions lan Düsseldorf
## Nähe trifft Freiheit
Gesundheitlicher Hitzeschutz zur lokalen
Anpassung an den Klimawandel Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 4
# Inhalt
Klimaanpassung und Hitzeaktionsplanung in Düsseldorf.
Zwei Konzepte, ein gemeinsames Ziel 8
Das Projekt Plan °C 10
Ziele, Aufgaben und Inhalte eines Hitzeaktionsplans 11
Methodisches Vorgehen zur Erstellung des Hitzeaktionsplans in Düsseldorf 14
Bestands- und Bedarfsanalyse 14
Maßnahmenplanung 15
Struktur und Aufbau des Maßnahmenteils 15
Umsetzung des Hitzeaktionsplans 18
Maßnahmenpriorisierung und dezentrale Ansiedelung
der Umsetzung in verschiedenen Dienststellen 18
Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit 20
Monitoring, Evaluation und Fortschreibung 21
Handlungsfelder für die Gesamtbevölkerung 24
Kommunikation der Hitzewarnungen 24
Informationskampagnen zu Hitze und Gesundheit 25
Kühle Räume 26
Hitzeschutz an und in Gebäuden 27
Bürgerservice 28
Gesundheitlicher Hitzeschutz in der Gesundheits- und Notfallversorgung 28
Gesundheitlicher Hitze- und UV-Schutz bei Veranstaltungen 29 Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 5
Handlungsfelder für ausgewählte Risikofaktoren 32
Risikofaktor Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglingsalter 32
Risikofaktoren Klein- und Schulkindalter 32
Risikofaktor Hochaltrigkeit 35
Risikofaktor chronische und akute Erkrankungen 35
Risikofaktor Suchtmittelkonsum 36
Risikofaktor Pflegebedürftigkeit 36
Risikofaktoren Wohnungs- oder Obdachlosigkeit 39
Risikofaktoren Arbeitsumfeld und Sport 39
Risikofaktoren fehlende soziale Teilhabe oder finanzielle Ressourcen 40
X. Anhang 44
A1 Klimawandel und Gesundheit 44
A2 Hintergrundinformationen zu Risikofaktoren und Hitze 45
A3 Hitzeaktionsplanung in Frankreich 45
A4 Glossar 49 6
# Klimaanpassung und Hitzeaktions-planung 7 © 35007/ iStock Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 8
# Klimaanpassung und Hitzeaktions-planung in Düsseldorf.
# Zwei Konzepte, ein gemeinsames Ziel
Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist als Großstadt
im niederrheinischen Tiefland entlang des Rheins
besonders stark von sommerlicher Wärmebelastung
betroffen. Im Zuge des Klimawandels ist künftig mit
häufigeren, länger andauernden und intensiveren
Hitzeperioden zu rechnen – oftmals begleitet von
ausbleibender nächtlicher Abkühlung.
Hitzeereignisse stellen ein Gesundheitsrisiko für die
Bevölkerung dar, insbesondere für als besonders
vulnerabel geltende Bevölkerungsgruppen aufgrund
eines oder mehrerer Risikofaktoren (vergleiche
Anhang A1. Klimawandel und Gesundheit und
A2. Hintergrundinformationen zu Risikofaktoren ). 1
Düsseldorf verfolgt einen integrativen Ansatz zur Ver -
besserung des Hitzeschutzes und zur Stärkung der
Hitzeresilienz ihrer Bevölkerung. Ergänzend zu dem
bestehenden Klimaanpassungskonzept und dessen
Fortschreibung hat die Kommune im Rahmen des
vom BMUKN geförderten Verbundprojekts Plan °C
(2022 – 2025, Fördernummer 67DAS261A) gemein -
sam mit der Stadt Karlsruhe und dem Deutschen
Institut für Urbanistik einen Hitzeaktionsplan (HAP)
entwickelt. Beide Konzepte – Klimaanpassung und
Hitzeaktionsplan – sind eigenständig, jedoch inhalt -
lich und strategisch eng miteinander verknüpft.
Gemeinsam tragen beide Konzepte zu einem ganz -
heitlichen Schutz der Düsseldorfer Bevölkerung vor
Hitzeereignissen bei.
Klimaanpassungskonzept: Konzentriert sich vor allem auf langfristige
baulichökologische Maßnahmen zur Minderung urbaner Wärmeinseln.
Dazu zählen unter anderem Begrünungs- und Entsiegelungsmaß -
nahmen, energetische Gebäudenachrüstungen sowie der Ausbau
des öffentlichen Trinkbrunnennetzes.
Diese thematische Abgrenzung erfolgt bei gleich -
zeitig enger interdisziplinärer Zusammenarbeit in den
Schnittstellenbereichen. Ziel ist es, klare Zuständig -
keiten und Maßnahmenstrukturen zu etablieren und
ineffiziente Doppelstrukturen zu vermeiden. Darüber
hinaus werden weitere städtische Strategien berück -
sichtigt und verzahnt, um Synergien in der Klima-
anpassung bestmöglich zu nutzen und Zielkonflikte
zu vermeiden.
Zentrales Anliegen der Hitzeaktionsplanung ist neben
der Senkung von hitzebedingter Mortalität und Mor -
bidität vor allem der präventive Schutz der mensch -
lichen Gesundheit und die Sicherung der Lebensqua -
lität. Wesentliche Bausteine sind die Förderung von
Hitzekompetenz sowie die Schaffung und Sicherung
gesundheitsfördernder Rahmenbedingungen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffent -
lichte bereits 2008 Leitlinien zur Entwicklung von
Hitzeaktionsplänen, die bis heute als Grundlage
dienen. Im Jahr 2017 griff eine Bund/Länder-Arbeits -
gruppe (GAK-AG) diese Empfehlungen auf und
entwickelte konkrete Handlungsempfehlungen
zum Schutz der menschlichen Gesundheit. 2
> 1https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-durch-hitze#gesundheitsrisiko-hitze
Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 9
Hitzeaktionsplan: Legt den Fokus auf die gesundheitliche und soziale
Prävention sowie die Abmilderung von Hitzefolgen. Hierzu gehören
die Verbreitung von Hitzewarnungen, zielgruppenspezifische Sensi-
bilisierungskampagnen und konkrete Unterstützungsangebote für
besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.
Im Projekt Plan °C wurden die bestehenden Handlungs-
empfehlungen in ein lokal angepasstes Konzept zur
Hitzeaktionsplanung als Orientierungshilfe und Leit -
faden für Verwaltungshandeln übertragen und aus -
gearbeitet, um Hitzeschutzmaßnahmen zu verankern.
Zu Beginn erfolgte eine umfassende Bestands- und
Bedarfsanalyse bestehender Maßnahmen und An -
gebote zur Hitzebewältigung. Dazu wurden verschie -
dene Austauschformate genutzt, darunter Umfragen
und Workshops mit verwaltungsinternen und -exter -
nen Akteur*innen 3, ämterübergreifende Austausch -
treffen sowie bilaterale Gespräche. Begleitend fand
ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch mit anderen
deutschen Kommunen wie Dresden, Köln, Mannheim,
Worms und Nürnberg sowie mit dem Landeszentrum
Gesundheit Nordrhein-Westfalen statt. Ergänzend
wurden bewährte Ansätze und langjährige Erfahrun -
gen französischer Städte wie Nancy, Toulouse und
Straßburg berücksichtigt.
Auf Basis dieser Erkenntnisse aus Wissenschaft und
Praxis wurden konkrete Handlungsfelder für Düsseldorf
entwickelt. Diese gliedern sich in zwei zentrale Kate -
gorien:
• Handlungsfelder für die Gesamtbevölkerung
• Handlungsfelder für besonders vulnerable
Personengruppen
Die einzelnen Maßnahmen der Handlungsfelder rei -
chen von Informationskampagnen und der Bereitstel -
lung kühler Aufenthaltsorte über Bildungsangebote
bis hin zu aufsuchender Sozialarbeit. Erste Maß -
nahmen wurden bereits umgesetzt. Weitere folgen
entsprechend ihrer Priorisierung – vielfach inter-
disziplinär und ämterübergreifend.
Ein begleitendes Monitoring gewährleistet die kon -
tinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an
neue Herausforderungen. Der Hitzeaktionsplan (HAP)
folgt einem agilen Projektmanagementansatz und
versteht sich als dynamisches Dokument , das flexibel
auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Stadtgesell -
schaft reagiert.
Im Zentrum der Handlungsfelder stehen:
• Vernetzung: Integration in bestehende Strukturen
und Prozesse zur effektiven, ressourcenschonen -
den Umsetzung unter Nutzung von Synergien und
Vermeidung von Zielkonflikten.
• Information und Kommunikation: zum Beispiel
durch Kampagnen und Fortbildungen für Schlüs -
selpersonen im Kontakt mit Risikogruppen.
• Unterstützungsangebote: etwa die Bereitstellung
und Bekanntmachung kühler Orte oder die Veran -
kerung des Hitzeschutzes in Hilfesystemen.
Langfristiges Ziel ist die Stärkung der Resilienz der
Stadtgesellschaft und die Etablierung eines gesund -
heitsorientierten Umgangs mit Hitze im Sinne eines
Health-in-All-Policies -Ansatzes.
> 2https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/hap_handlungsempfehlungen_bf.pdf
> 3Hierunter fallen wichtige Schlüsselakteur*innen außerhalb der Stadtverwaltung, die für eine Umsetzung des Hitzeaktionsplans unbedingt einbezogen wer -
> den sollen, beispielsweise die freien Träger.
## Das Projekt Plan °C
Der Düsseldorfer Hitzeaktionsplan (HAP) wurde im
Rahmen des Verbundprojekts Plan °C 4 (2022 – 2025)
zusammen mit der Stadt Karlsruhe und dem Deut -
schen Institut für Urbanistik (Difu) als Projektpartner
erarbeitet. Gefördert wurde das Vorhaben vom Bun -
desministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz
und nukleare Sicherheit (BMUKN) als kommunales
Leuchtturmvorhaben der Deutschen Anpassungs -
strategie (Förderkennzeichen 67DAS261A). 5 Im Zuge
dessen konnte für zwei Jahre eine projektbezogene
Personalstelle zur Erarbeitung des ersten Düsseldorfer
Hitzeaktionsplans durch Bundesmittel finanziert
werden.
Als fachlich-inhaltliche Grundlage dienten im Projekt
die Leitlinien für Hitzeaktionspläne des Regionalbüros
Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 6
sowie die Handlungsempfehlungen für die Erstellung
von Hitzeaktionsplänen der Bund/Länder-Ad-hoc-
Arbeitsgruppe Gesundheitliche Anpassung an die
Folgen des Klimawandels (GAK) des Bundesgesund -
heitsministeriums und des Bundesministeriums für
Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Ver -
braucherschutz. 7
Nach diesen Handlungsempfehlungen wurden im
Rahmen des Projekts Plan °C in den beiden Projekt-
städten Düsseldorf und Karlsruhe jeweils lokal an -
gepasste Hitzeaktionspläne ausgearbeitet. Das
Projekt wurde in beiden Städten und bundesweit
durch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit be -
gleitet und richtete 2023 sowie 2024 den bundes -
weiten Austausch im Rahmen des Städtedialogs zu
gesundheitlichem Hitzeschutz aus. Projektbegleitend
wurde ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch über
Runde Tische und trilaterale Austauschgespräche von
Düsseldorf und Karlsruhe mit weiteren deutschen
Kommunen (unter anderem Dresden, Köln, Mann -
heim, Stuttgart, Worms, Würzburg) sowie Behörden
(Landeszentrum Gesundheit (LZG) NRW (seit 2025
Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA
NRW), Kompetenzzentrum Klimawandel der Landes -
anstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Lan -
desgesundheitsamt Baden-Württemberg) gepflegt.
Darüber hinaus flossen insbesondere die langjährige
Praxiserfahrung ausgewählter französischer Städte
mit Hitzeaktionsplänen ein, die in verschiedenen Aus -
tauschrunden erfasst wurden. Frankreich gilt weltweit
als ein Vorreiter in der Hitzeaktionsplanung (vergleiche
Anhang A.3 Hitzeaktionsplanung in Frankreich ).
Insbesondere der Austausch mit der mit Düsseldorf
befreundeten Stadt Toulouse war hier relevant. Als
Klimazwilling werden laut Klimamodellierungen die
Temperaturverhältnisse in Düsseldorf ab Mitte bis
Ende des Jahrhunderts denen von Toulouse heute
entsprechen.
> © PPrat / iStock
> 4Das Zeichen C verweist zum einen auf den Temperaturaspekt, zum anderen nimmt das Projekt damit Bezug auf die französische Hitzeaktionsplanung ( Plan Canicule ). 5https://www.z-u-g.org/fileadmin/zug/Dateien/Foerderprorgamme/DAS_Anpassung_an_den_Klimawande/ 241204_Gefoerderte_Projekte_DAS-Programm_JJ_LS_Dezember_2024_CPS_bf.pdf 6Heat-health action plans: guidance (2008) https://www.who.int/publications/i/item/9789289071918 7Handlungsempfehlungen der Bund/Länder-Ad-hoc-Arbeitsgruppe Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels (2017) https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/hap_handlungsempfehlungen_bf.pdf
10
Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf Ziele, Aufgaben und Inhalte eines Hitzeaktionsplans
Die Hitzeaktionsplanung beschreibt den gesamten
Prozess des gesundheitlichen Hitzeschutzes – von
der Analyse über die Konzeption und Umsetzung von
Maßnahmen bis hin zu Monitoring und Evaluation.
Ein Hitzeaktionsplan (HAP) stellt dabei das zentrale
Konzeptdokument dar, das als Leit faden und Orientie -
rungshilfe die wesentlichen Schritte der Hitzeaktions -
planung zusammenfasst.
Ziel der Hitzeaktionsplanung ist es, Hitzemortalität und
Hitze morbidität während akuter Hitzephasen zu redu -
zieren – idealerweise sogar zu vermeiden. Darüber hi -
naus soll sie durch die Stärkung der Hitzekompetenz
zum präventiven Schutz der menschlichen Gesund -
heit beitragen und die Lebensqualität auch bei hohen
Temperaturen sichern.
Mit geeigneten Maßnahmen sollen Rahmenbedingun -
gen geschaffen werden, die allen Bürger*innen ein
gesundes Leben ermöglichen – selbst unter Extremwet -
terbedingungen.
Der Hitzeaktionsplan dient als praxisnaher Hand -
lungsleitfaden für die Umsetzung der Hitzeaktions -
planung. Er definiert konkrete Schutzmaßnahmen
sowie zeitliche Abläufe: Was ist vor, während und
nach einer Hitzewelle zu tun, um die Bevölkerung
wirksam zu schützen?
Die inhaltliche Grundlage der Hitzeaktionsplanung bil -
den – gemäß den Handlungsempfehlungen der WHO
und des Bundes – acht thematische Kernelemente:
• Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit
• Hitzewarnsystem
• Information und Kommunikation hitzebedingter
Gesundheitsrisiken
• Hitzereduzierung in Innenräumen
• Besondere Maßnahmen für Risikogruppen
• Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme
• Langfristige Stadtplanung und Bauwesen
• Monitoring und Evaluierung
Die Umsetzung dieser Kernelemente erfolgt durch
kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, die sich
über vier Zeithorizonte erstrecken (siehe Abbildung 1).
> Abbildung 1: Zeithorizonte der kommunalen Hitzeaktionsplanung (Eigene Darstellung nach den Handlungsempfehlungen der Bund/Länder-Ad-hoc-Arbeitsgruppe [2017] )
11
Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf Abb. 1 Abb. 1 Abb. 1 Schutz während akuter Hitzewellen
Schutz während des Sommers Vorbereitung vor dem Sommer Langfristige Planung
Steuerung & Koordination Monitoring & Evaluation 12
# Erstellung des Hitzeaktionsplans 13 © FangXiaNuo/ iStock Hitzeaktionsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf 14
# Methodisches Vorgehen zur Erstellung des Hitzeaktionsplans in Düsseldorf
## Bestands- und Bedarfsanalyse
In Düsseldorf wurde zunächst eine Bestands- und
Bedarfsanalyse zu Maßnahmen und Angeboten zur
Hitzebewältigung durchgeführt. Ein Schwerpunkt lag
dabei auf der Identifikation potenzieller Schnittstel -
len zu bereits vorhandenen Planungen und Konzep -
ten – etwa zur Düsseldorfer Starkregenstrategie und
potentieller Synergien im Bereich Kommunikation zur
Stärkung der Eigenvorsorgefähigkeit in der Bevölke -
rung; zu Maßnahmen im Be
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.