Haushaltsantrag als Text anzeigen
RAT/416/2024
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 05.12.2024
Ratsfraktionen - CDU / Bündnis 90 Die Grünen
An
Herrn Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Ratssitzung am 12.12.2024
Betrifft:
Haushaltsantrag der Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Seniorenarbeit: Fortführung der Erprobungsphase des Modellprojekts „zugehende
Hilfen„
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten Sie, folgenden Haushaltsantrag auf die Tagesordnung zu setzen und
abstimmen zu lassen.
Antrag:
Der Rat beschließt, im Produkt 3131501 - Seniorenarbeit - Haushaltsmittel in Höhe
von insgesamt 108.000 Euro im Haushaltsjahr 2025 für eine Verlängerung der
Erprobungsphase des Modellprojekts „zugehende Hilfen" bereitzustellen.
Mit diesem Budget sollen an den vier Modellstandorten der „zentren_plus" Unterrath
(DRK), Ludenberg (AWO), Wersten (Caritas) und Benrath (Diakonie) jeweils 25.000
Euro Personalkosten und 2.000 Euro Sachkosten für ein Jahr finanziert werden.
Die Verwaltung wird darüber hinaus beauftragt, gemeinsam mit den vorgenannten
Trägern
1. das Modellprojekt weiter zu evaluieren,
2. Standards zu erarbeiten, die
a. ein einheitliches Vorgehen aller beteiligten Träger sicherstellen und
b. die besonderen Belange und Bedarfe queerer Seniorinnen und Senioren
berücksichtigen,
3. Leistungskennzahlen mit den beteiligten Trägern zu vereinbaren und
Seite 2
4. ein Konzept zu entwickeln, wie ein effektives Ausrollen der „zugehenden
Hilfen" auch auf andere Standorte ab 2026 umsetzbar ist.
Die Ergebnisse dieser Beauftragung sollen dem Ausschuss für Gesundheit und
Soziales vor der Sommerpause 2025 vorgestellt werden.
Begründung:
Als ein an die „zentren_plus" angegliedertes Angebot der offenen sozialen
Seniorenarbeit wird seit Juli 2022 das trägerübergreifende Modellprojekt „zugehende
Hilfen" an vier unterschiedlichen Standorten erprobt.
Das Modellprojekt ist bis zum Endes des Jahres 2024 über städtische Haushaltsmittel
ausfinanziert. Es kann deshalb nur fortgesetzt werden, wenn für 2025 weitere
Haushaltsmittel für die Zuschussgewährung an die durchführenden Träger zur
Verfügung gestellt werden.
Im Fokus der „zugehenden Hilfen" stehen Menschen mit spezifischem Hilfebedarf, die
aus mehreren Gründen nicht in das Hilfesystem für Seniorinnen und Senioren
eingebunden sind. Diese Menschen mit differenzierten und spezifischen Hilfebedarfen
werden bisher nicht angemessen über die „zentren_plus" erreicht. Die hierdurch
entstehende Versorgungslücke soll über die „zugehenden Hilfen" geschlossen
werden.
Die von den Trägern durchgeführte vorläufige Evaluation der bisherigen Einsätze der
„zugehenden Hilfen" zeigt, dass an den Modellstandorten der Zugang zur Zielgruppe
gelingt. Inzwischen konnten 172 Menschen erreicht werden. Davon sind 116 über 76
Jahre alt, 80 Prozent leben allein.
Die gesammelten Informationen verdeutlichen die hochkomplexen Mehrfach-
Herausforderungen der erreichten Personen. 127 von 172 haben gesundheitliche
Beeinträchtigungen, was ein Besuch im „zentrum_plus" erheblich erschwert und die
Bedeutung einer aufsuchenden Struktur unterstreicht.
Als Zugangsbarrieren wurden u. a. vorhandene Einsamkeit, psychische und
physische Beeinträchtigungen und Misstrauen gegenüber dem Hilfesystem
identifiziert. Bedingt durch die Komplexität der Fälle ergeben sich
ein starker Steuerungsbedarf des Prozesses durch das Fachpersonal,
eine hohe durchschnittliche Einsatzhäufigkeit (im Durchschnitt 8 Einsätze pro
Hilfefall) und
eine lange Hilfedauer je Fall (8 Stunden pro Person im Durchschnitt),
bis eine Anbindung an bestehende Hilfestrukturen erreicht wird. Diese Erkenntnisse
spiegeln sich aktuell noch nicht im Konzept für die „zugehende Hilfen" wider.
Die Ratsfraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sprechen sich für eine
Verlängerung der Erprobungsphase in 2025 aus, um die Menschen, mit denen aktuell
gearbeitet wird, nicht unbegleitet zu lassen. Zudem sollen die von den beteiligten
Seite 3
Trägern aufwendig erarbeiteten Zugangswege zur Zielgruppe der „zugehenden
Hilfen" unbedingt erhalten bleiben und weiterentwickelt werden.
Insbesondere würden mit der Verlängerung im Jahr 2025
die Ergebnisse weiter evaluiert,
das Konzept überarbeitet und noch stärker an die vorhandenen Bedarfe der
Zielgruppe angepasst werden können.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf Tups Mirja Cordes Dr. Frank Schulz
f. d. R.
Heike Kuhn Stephan Soll
Thema Produkt/
Maßnahme
Zeile Konto Haushaltsjahr
Beträge in Euro
Verbesserung (+) / Verschlechterung (-)
Senioren-
arbeit