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Title: Informationsvorlage
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00588438.pdf
Published Time: 2026-06-08T10:14:00.000Z
Number of Pages: 7
Markdown Content:
AGS/050/2026
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Auswirkungen der im Rahmen des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
geschaffenen Stellen im Gesundheitsamt
Fachbereich:
53 - Gesundheitsamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Miriam Koch
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für Gesundheit und
Soziales 30.06.2026 Kenntnisnahme
Anlass:
Im Rahmen des bundesweiten Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) wurden
dem Gesundheitsamt zusätzliche personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt. Ziel des
Paktes war es, den Öffentlichen Gesundheitsdienst nachhaltig zu stärken, seine
Leistungsfähigkeit zu erhöhen und insbesondere die kommunalen Gesundheitsämter
strukturell sowie fachlich weiterzuentwickeln.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat diese Stellen in verschiedenen Fachbereichen des
Gesundheitsamtes eingesetzt, um gesetzliche Aufgabenbereiche zu stärken, neue
gesetzliche Anforderungen umzusetzen sowie erforderliche präventive und
gesundheitsfördernde Angebote aufzubauen.
Die Pandemie hat gezeigt, dass in gesundheitlichen Krisensituationen nicht alle
Bevölkerungsgruppen gleichmäßig betroffen sind. Ein Schwerpunkt des Stellenaufwuchses
im Rahmen des Pakt ÖGD lag deshalb in der Abmilderung der Auswirkungen von
gesundheitlichen Krisensituationen, dabei stand der Schutz von vulnerablen
Personengruppen (Kinder/Jugendliche, ältere Menschen und sozial benachteiligte Gruppen)
im Fokus des Gesundheitsamtes.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung und
Finanzierung dieser Stellen soll mit dieser Informationsvorlage ein Überblick darüber
gegeben werden, welche Aufgaben, Projekte und strukturellen Verbesserungen durch die im
Rahmen des ÖGD-Paktes geschaffenen Stellen umgesetzt werden konnten und können. Seite 2
Sachdarstellung:
1. Kurzdarstellung
Ziel der Vorlage ist es, die bisherigen Wirkungen der zusätzlich geschaffenen Ressourcen im
Gesundheitsamt transparent darzustellen. Dabei wird aufgezeigt, welche gesetzlichen
Plichtaufgaben erst durch den Stellenaufwuchs vollumfänglich geleistet werden konnten,
welche bestehenden Angebote qualitativ weiterentwickelt wurden, welche Projekte und
Maßnahmen seit Einrichtung der Stellen initiiert oder umgesetzt wurden und welche
strukturellen Verbesserungen sich hieraus für die gesundheitliche Versorgung und
Prävention in Düsseldorf ergeben haben.
2. Ausgangslage
Modernisierung von Verwaltungsstrukturen und Arbeitsprozessen
Neben fachlichen Aufgabenbereichen tragen die zusätzlichen Stellen auch zur
Weiterentwicklung organisatorischer und digitaler Strukturen im Gesundheitsamt bei.
Im Bereich Organisations- und Prozessmanagement konnten bislang rund 90
Arbeitsprozesse systematisch modelliert und dokumentiert werden. Dadurch wurde
organisatorisches Wissen nachhaltig gesichert und eine Grundlage für die kontinuierliche
Optimierung von Arbeitsabläufen geschaffen. Die strukturierte Prozessbegleitung unterstützt
die Fachbereiche insbesondere bei organisatorischen Weiterentwicklungen sowie im
Rahmen von Aufgabenanalysen.
Auch im Bereich Digitalisierung konnten wichtige Fortschritte erzielt werden. Insgesamt
wurden bislang rund 80 Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Hierzu zählen unter anderem die
Entwicklung webbasierter Schulungsangebote, beispielsweise im Bereich Datenschutz,
sowie Projekte zur telemedizinischen Notfallversorgung.
Darüber hinaus befinden sich derzeit weitere Digitalisierungsprojekte in Bearbeitung. Diese
Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung, zur Verbesserung
interner Abläufe sowie zur Weiterentwicklung digitaler Verwaltungsstrukturen. Ergänzend
hierzu wurden im Rahmen des ÖGD-Paktes Fördermittel zur Weiterentwicklung des digitalen
Reifegrades des Gesundheitsamtes bereitgestellt.
Qualitätssicherung und Steuerung öffentlicher Mittel
Auch im Bereich der administrativen Steuerung konnten durch zusätzliche personelle
Ressourcen strukturelle Verbesserungen erreicht werden.
Zur Bearbeitung von Zuwendungen und Zuschüssen wurde eine eigene Funktion
eingerichtet, mit dem Ziel, das Förderwesen im Gesundheitsamt stärker zu standardisieren
und transparent zu gestalten. In diesem Zusammenhang wurden verbindliche Richtlinien
sowie einheitliche Verfahren für die Bearbeitung von Förderanträgen und die Prüfung von
Verwendungsnachweisen etabliert.
Die kontinuierliche Anwendung dieser Strukturen hat dazu beigetragen, dass Prüfungen
durch das Rechnungsprüfungsamt mit positivem Ergebnis durchgeführt werden konnten.
Gleichzeitig erfolgt eine systematische Kontrolle der Mittelverwendung durch die geförderten
Träger, wodurch bei Bedarf Rückforderungen veranlasst werden können. Seite 3
Bearbeitung des Prüfungswesen bei nicht medizinischen Berufen
Mit Blick auf die steigenden Ausbildungszahlen in verschiedenen Gesundheitsberufen wurde
zudem eine zusätzliche Stelle zur Begleitung des Prüfungswesens eingerichtet.
Der Ausbildungsstandort Düsseldorf ist für Schulen im Bereich der Gesundheitsberufe
attraktiv, wodurch die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen Jahren gestiegen ist.
Das Gesundheitsamt begleitet die staatlichen Prüfungen und stellt damit sicher, dass
einheitliche Qualitätsstandards eingehalten werden.
Dies betrifft unter anderem die Ausbildungsberufe der Logopädie, Physiotherapie,
Ergotherapie, Podologie sowie den Bereich der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter.
Durch die fachliche Begleitung der Prüfungsverfahren wird ein hoher Qualitätsstandard in der
Ausbildung dieser Gesundheitsberufe gewährleistet.
Stärkung des Gesundheitsschutzes und der Krisenresilienz
Die zusätzlichen personellen Ressourcen haben insbesondere im Bereich des
Gesundheitsschutzes zu einer Stabilisierung und Weiterentwicklung der
Aufgabenwahrnehmung beigetragen.
Durch eine zusätzliche Stelle im Infektionsschutz konnten sowohl personelle Ausfälle infolge
des Abbaus zuvor aufgebauter Überstunden kompensiert als auch gestiegene fachliche
Anforderungen aufgefangen werden. Seit Juli 2023 bestehen zusätzliche Meldepflichten für
verschiedene Infektionserkrankungen, darunter RSV, Malaria sowie Candida auris .
Gleichzeitig führen sensiblere diagnostische Testverfahren, insbesondere Multiplex-PCR-
Verfahren, zu einer deutlichen Zunahme meldepflichtiger Befunde. Dies geht mit einem
steigenden Aufwand für Ermittlungen sowie für die Einleitung seuchenhygienischer
Maßnahmen einher.
Die personelle Verstärkung ermöglicht es, diese Aufgaben weiterhin zeitnah und fachgerecht
wahrzunehmen. Die Bedeutung eines leistungsfähigen Infektionsschutzes zeigt sich
insbesondere bei der Bewältigung größerer Ausbruchsgeschehen. So konnte beispielsweise
beim bislang größten dokumentierten Salmonellen-Ausbruch in Düsseldorf ein
ressortübergreifendes und zeitnahes Krisenmanagement umgesetzt werden.
Darüber hinaus wurden im Bereich Krisenplanung und Umsetzung der Internationalen
Gesundheitsvorschriften zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Dadurch konnten wichtige
Vorbereitungen zur Stärkung der Krisenresilienz des Gesundheitsamtes vorangetrieben
werden. Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen zur Vorbereitung auf den möglichen
Import hochkontagiöser und lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten sowie der Ausbau von
Kooperationsstrukturen im Rahmen übergeordneter Krisenszenarien, einschließlich der zivil-
militärischen Zusammenarbeit.
Förderung der Gesundheit von Kindern und Schutz vulnerabler Gruppen
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst konnte durch die im Rahmen des ÖGD-Paktes
geschaffenen Stellen seine gesetzlichen Aufgaben nach § 54 Absatz 2 Schulgesetz NRW
sowie § 11 ÖGDG NRW vollständig erfüllen.
Hierzu zählt insbesondere die Durchführung der Schuleingangsuntersuchungen. Durch die
zusätzlichen personellen Ressourcen ist es möglich, alle Schulneulinge eines Jahrgangs – in
Düsseldorf jährlich rund 5.500 Kinder – zu untersuchen. Die vollständige Untersuchung eines
Jahrgangs ermöglicht zugleich eine umfassende Auswertung der gesundheitlichen und Seite 4
entwicklungsbezogenen Situation der Kinder im Rahmen der kommunalen
Gesundheitsberichterstattung.
Dadurch können Entwicklungen im Gesundheits- und Entwicklungsstand der Kinder über
mehrere Jahre hinweg systematisch beobachtet werden. Auf dieser Grundlage können
gezielt präventive Maßnahmen sowie unterstützende Angebote eingeleitet werden. Durch
den ÖGD-Pakt konnte eine zuvor begonnene Zeitreihe zur Erfassung entsprechender
Entwicklungen wieder aufgenommen werden.
Darüber hinaus zeigt sich in den Untersuchungen zunehmend ein erhöhter Beratungs- und
Unterstützungsbedarf. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen
Erkrankungen, mit Behinderungen oder mit Fluchterfahrung besteht häufig ein erhöhter
Bedarf an Beratung, Nachsorge und Vermittlung in weiterführende Unterstützungsangebote.
Eine weitere gesetzliche Aufgabe stellt die Untersuchung von Kindern und Jugendlichen dar,
die als sogenannte „Seiteneinsteigende“ neu in das deutsche Schulsystem aufgenommen
werden. Diese Untersuchungen leisten einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen
Einschätzung und Unterstützung dieser teilweisen besonders vulnerablen Gruppe.
Gesundheitsorientierte Beratung in Kindertageseinrichtungen
Ein weiterer Bestandteil der präventiven Arbeit ist die „Gesundheitsorientierte Beratung
(KitaGO)“ in Kindertageseinrichtungen in Quartieren mit besonderem Unterstützungsbedarf.
Grundlage hierfür bilden die Aufgaben nach §§ 2, 6, 7 und 11 ÖGDG NRW.
Durch die Beratung direkt im Setting Kindertageseinrichtung können insbesondere Familien
erreicht werden, die klassische Beratungsangebote nur eingeschränkt in Anspruch nehmen.
Ziel ist es, Eltern frühzeitig zu gesundheitsförderlichen Themen zu beraten und damit ein
gesundes und chancengerechtes Aufwachsen der Kinder zu unterstützen.
Die Erfahrung zeigt, dass die Sorgeberechtigten diese niedrigschwelligen
Beratungsangebote sehr gut annehmen. Gleichzeitig können mögliche
Unterstützungsbedarfe frühzeitig erkannt und entsprechende Hilfen vermittelt werden.
Im Rahmen der Untersuchungen und Beratungen werden zudem stets mögliche
Anhaltspunkte für körperliche oder emotionale Vernachlässigung sowie für
Kindeswohlgefährdungen berücksichtigt. Die Gespräche erfolgen daher sowohl unter einem
präventiv-gesundheitsfördernden als auch unter einem kinderschutzrelevanten Blickwinkel.
Sozialpädiatrische Beratung und Unterstützung von Familien
Ein weiterer zentraler Aufgabenbereich ist die sozialpädiatrische Beratung und Unterstützung
von Familien in gesundheitlichen und psychosozialen Risikolagen. Die rechtlichen
Grundlagen hierfür ergeben sich unter anderem aus den §§ 10, 11 und 13 ÖGDG NRW, §
8a SGB VIII sowie dem Bundeskinderschutzgesetz.
Ungleich verteilte Gesundheitsrisiken und Entwicklungsstörungen bei Kindern sind seit
Jahren Gegenstand gesellschaftlicher und fachlicher Diskussionen. Besonders betroffen sind
Kinder aus psychosozial belasteten und sozioökonomisch benachteiligten Familien.
Die sozialpädiatrische Arbeit des Gesundheitsamtes zielt darauf ab, diese Familien frühzeitig
zu unterstützen. Problemlagen sollen möglichst früh erkannt werden, um durch individuelle
Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen gesundheitliche Beeinträchtigungen,
Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen möglichst zu vermeiden oder abzumildern.
Gleichzeitig werden Familien dabei unterstützt, vorhandene Versorgungsangebote in Seite 5
Anspruch zu nehmen und langfristig eine eigenständige gesundheitsförderliche Betreuung
ihrer Kinder zu gewährleisten.
Der Bedarf an Beratung und Unterstützung in diesem Bereich ist seit Jahren konstant hoch.
Im Durchschnitt werden jährlich etwa 600 bis 650 Kinder und ihre Familien betreut.
Derzeit liegt die Fallbelastung bei rund 57 betreuten Kindern pro Vollzeitstelle. Der fachlich
angestrebte Maßstab für eine Betreuung unter Einhaltung der Qualitätsstandards liegt bei
etwa 45 Fällen pro Vollzeitstelle. Bereits derzeit liegen alle Mitarbeitenden über diesem
Richtwert.
Niedrigschwellige Unterstützungsangebote für besonders belastete Familien
Durch zwei Stellen aus dem ÖGD-Pakt konnten ergänzende niedrigschwellige
Unterstützungsangebote aufgebaut werden, um besonders schwer erreichbare Zielgruppen
anzusprechen.
Hierzu zählen unter anderem gesundheitsorientierte Beratungen in Unterkünften für
geflüchtete Familien sowie die regelmäßige Teilnahme an Gruppenangeboten wie Babycafés
oder Krabbelgruppen. Diese Form der aufsuchenden Arbeit ermöglicht es, Familien zu
erreichen, die Unterstützungsangebote häufig nicht aktiv aufsuchen.
Die Präsenz der Mitarbeitenden in diesen Gruppen erleichtert zum einen den Zugang zu den
bestehenden Unterstützungsangeboten des Gesundheitsamtes und trägt zum anderen dazu
bei, Familien mit Unterstützungsbedarf frühzeitig zu identifizieren und zu begleiten.
Ergänzend hierzu leisten Familienhebammen einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung
junger Familien, insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Mangels an
freiberuflich tätigen Hebammen. Auch wenn sie keine klassische Nachsorge übernehmen,
tragen sie dazu bei, Versorgungslücken teilweise zu schließen und Familien in sensiblen
Lebensphasen zu unterstützen.
Zahnärztlicher Dienst schafft gleiche Chancen
Durch zusätzliches Personal im zahnärztlichen Dienst konnte das Ziel einer
flächendeckenden zahnärztlichen Untersuchung von Düsseldorfer Grund- und Förderschulen
alle 1-2 Jahre erreicht werden. Im Sinne des Kinderschutzes und der Prävention konnten
durch den erfolgten Stellenaufwuchs zahnärztliche Reihenuntersuchungen in Kitas in
Quartieren mit besonders hohem Unterstützungsbedarf implementiert werden.
Gesundheitskoordination, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit
Die im Rahmen des ÖGD-Paktes geschaffenen Stellen im Bereich Gesundheitskoordination
tragen wesentlich zur Weiterentwicklung gesundheitsbezogener Präventions-, Beratungs-
und Vernetzungsstrukturen in Düsseldorf bei. Ziel ist insbesondere die Verbesserung der
gesundheitlichen Versorgung sowie die stärkere Verzahnung bestehender
Unterstützungsangebote – insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen.
Zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung wohnungsloser Menschen wurden
zusätzliche Unterstützungsangebote aufgebaut. Hierzu zählen unter anderem medizinische
Sprechstunden für wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen, aufsuchende
Unterstützungsangebote in Unterkünften sowie die Begleitung bei Hausbesuchen.
Ergänzend h
Auszug – das vollständige Dokument ist über den Original-Link verfügbar.