Düsseldorf Radar · Themenportal

Gesundheit und Pflege in Düsseldorf: Bedarf, Versorgung und Prognose

Gesundheitsversorgung, Pflege, Prävention und kommunale Gesundheitspolitik in Düsseldorf.

Inhaltlich geprüft:

Datenlage

Pflege wird zu einer zentralen Versorgungsfrage der wachsenden Stadt

Mehr als 40.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer waren 2023 pflegebedürftig. Das neue Gutachten verbindet Altersstruktur, Angebote, Bürgerbefragung und Szenarien bis 2045 – und zeigt zugleich, warum Pflege nicht auf Heimplätze reduziert werden kann.

40.248

pflegebedürftige Menschen

Stichtag 15. Dezember 2023

49,3 %

Pflegequote ab 80 Jahren

Anteil innerhalb dieser Altersgruppe

4.799

vollstationäre Plätze

Bestand Ende 2023, nicht gleich belegbare Plätze

Ab 80 Jahren ist fast jede zweite Person pflegebedürftig

Anteil der Pflegebedürftigen an der jeweiligen Altersgruppe am 15. Dezember 2023. Die Quote sagt nichts über die konkrete Leistungsart oder den individuellen Unterstützungsbedarf.

Einheit: % der Altersgruppe

Datengrundlage der Grafik: Landeshauptstadt Düsseldorf: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategoriePflegequote
unter 601,5 % der Altersgruppe
60–645,2 % der Altersgruppe
65–698,1 % der Altersgruppe
70–7413,1 % der Altersgruppe
75–7921,4 % der Altersgruppe
80 und älter49,3 % der Altersgruppe

Gesundheitsversorgung ist mehr als die Zahl von Krankenhäusern. Sie beginnt bei Prävention und Hausarztpraxis, umfasst Notfallversorgung und Kliniken und reicht bis zur Unterstützung im Alltag und zur Pflege. Gerade im höheren Alter greifen diese Bereiche ineinander.

Das 2025 veröffentlichte Düsseldorfer Pflegegutachten liefert dafür eine ungewöhnlich breite Datenbasis. Zum Stichtag 15. Dezember 2023 waren 40.248 Menschen pflegebedürftig. Das entsprach 6,4 Prozent der Bevölkerung. Zugleich zeigt die Analyse, wie stark der Bedarf mit dem Alter steigt, welche Angebote Ende 2023 vorhanden waren und welche Entwicklung bis 2045 unter verschiedenen Annahmen möglich ist.

Dieses Dossier verbindet daher Pflegebedarf, Versorgung, Bürgerperspektive und medizinische Infrastruktur. Es erklärt zugleich, wo die Stadt selbst entscheiden kann und wo Land, Kassen, Kassenärztliche Vereinigung oder Träger zuständig sind.

Überblick: Pflege betrifft bereits mehr als 40.000 Menschen

Kerninfo: 40.248 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer waren Ende 2023 pflegebedürftig. Unter den Menschen ab 80 Jahren lag die Quote bei 49,3 Prozent. Selbst das zurückhaltendere Szenario des Gutachtens erreicht bis 2045 rund 48.500 Pflegebedürftige.

Indikator Wert Einordnung
Pflegebedürftige 40.248 Stichtag 15. Dezember 2023
Anteil an der Bevölkerung 6,4 % NRW: 7,6 %, Deutschland: 6,7 %
Pflegequote ab 80 Jahren 49,3 % innerhalb dieser Altersgruppe
ambulante Pflegedienste 149 Ende 2023
vollstationäre Plätze 4.799 vertraglicher Bestand, nicht vollständig belegbar
Kliniken 13 4.436 Betten im Jahr 2023
Teilnehmende der Befragung 55+ 2.889 Rücklaufquote 37 %

Was die große Grafik zeigt

Die Pflegequote steigt über die Altersgruppen stark an. Unter 60 Jahren waren 1,5 Prozent pflegebedürftig. Bei 60- bis 64-Jährigen waren es 5,2 Prozent, bei 70- bis 74-Jährigen 13,1 Prozent und bei 75- bis 79-Jährigen 21,4 Prozent. Ab 80 Jahren lag die Quote bei 49,3 Prozent.

Das bedeutet nicht, dass jede ältere Person dieselbe Unterstützung benötigt oder in einer Einrichtung lebt. Pflegebedürftigkeit umfasst verschiedene Pflegegrade und Versorgungsformen – von Unterstützung durch Angehörige und Pflegegeld über ambulante Dienste bis zur stationären Pflege.

Warum Pflegebedarf seit 2011 so stark gestiegen ist

Das Gutachten nennt für 2011 bis 2023 einen Anstieg der Zahl Pflegebedürftiger um 145 Prozent. Dieser Wert wirkt zunächst wie eine reine Folge der Alterung. Ein wesentlicher Teil hängt jedoch mit einer gesetzlichen Veränderung zusammen: 2017 wurden drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt und der Begriff der Pflegebedürftigkeit erweitert.

Dadurch erhielten mehr Menschen Zugang zu Leistungen, insbesondere Personen mit kognitiven Einschränkungen. Der Sprung ist gesellschaftlich real, weil zusätzliche Bedarfe anerkannt und finanziert werden. Statistisch ist er dennoch nicht vollständig mit demografischem Wachstum gleichzusetzen.

Für eine seriöse Einordnung sind daher drei Entwicklungen zu trennen:

  • Demografie: Mehr Menschen erreichen hohe Altersgruppen, in denen Pflege häufiger wird.
  • Recht: Die Definition der Pflegebedürftigkeit und der Zugang zu Leistungen wurden verändert.
  • Versorgung: Ambulante Angebote, Angehörigenpflege, Wohnformen und stationäre Kapazitäten beeinflussen, wie der Bedarf gedeckt wird.

Eine lange Zeitreihe ohne diesen Methodenhinweis würde die Entwicklung zu einfach erzählen.

Bis 2045 sind mehrere Entwicklungen möglich

Je nach Annahme steigt der Pflegebedarf bis 2045 deutlich

Zwei Szenarien des Gutachtens. Das Status-quo-Modell schreibt Pflegequoten fort; das zweite Szenario berücksichtigt einen fortgesetzten Reformeffekt. Beide sind Modellrechnungen, keine punktgenauen Vorhersagen.

Einheit: pflegebedürftige Menschen

Je nach Annahme steigt der Pflegebedarf bis 2045 deutlich Zwei Szenarien des Gutachtens. Das Status-quo-Modell schreibt Pflegequoten fort; das zweite Szenario berücksichtigt einen fortgesetzten Reformeffekt. Beide sind Modellrechnungen, keine punktgenauen Vorhersagen. 37.798 41.473 45.149 48.824 52.500 2023 2035 2045 2023: 40.248 pflegebedürftige Menschen 2035: 44.000 pflegebedürftige Menschen 2045: 48.500 pflegebedürftige Menschen 2023: 40.248 pflegebedürftige Menschen 2035: 47.600 pflegebedürftige Menschen 2045: 52.500 pflegebedürftige Menschen
Status quofortgesetzter Reformeffekt

Datengrundlage der Grafik: Landeshauptstadt Düsseldorf: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieStatus quofortgesetzter Reformeffekt
202340.248 pflegebedürftige Menschen40.248 pflegebedürftige Menschen
203544.000 pflegebedürftige Menschen47.600 pflegebedürftige Menschen
204548.500 pflegebedürftige Menschen52.500 pflegebedürftige Menschen

Das Gutachten modelliert mehrere Varianten. In der hier gezeigten Status-quo-Variante werden die aktuellen Pflegequoten nach Alter fortgeschrieben. Danach steigt die Zahl von 40.248 im Jahr 2023 auf rund 44.000 im Jahr 2035 und 48.500 im Jahr 2045.

Ein zweites Szenario berücksichtigt, dass sich der seit der Reform sichtbare Effekt fortsetzen könnte. Dann werden rund 47.600 Pflegebedürftige 2035 und 52.500 im Jahr 2045 erreicht.

Die Linien sind Szenarien, keine Vorhersagen mit Garantie. Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit, gesetzliche Regeln, medizinischer Fortschritt, Zu- und Fortzüge sowie informelle Unterstützung können die tatsächliche Zahl verändern.

Was die Differenz praktisch bedeutet

Zwischen den beiden 2045-Szenarien liegen rund 4.000 Menschen. Versorgung lässt sich deshalb nicht sinnvoll mit einer einzigen scheinexakten Zielzahl planen. Benötigt werden robuste Angebote, die sich anpassen lassen.

Das Gutachten berechnet bis 2045 – je nach Modell – unter anderem zusätzliche Bedarfe von:

  • 460 bis 680 Servicewohnungen,
  • 45 bis 65 Plätzen in ambulant betreuten Wohngemeinschaften,
  • 655 bis 970 Vollzeitkräften in Pflegediensten,
  • 105 bis 155 Tagespflegeplätzen,
  • 25 bis 35 eigenständigen Kurzzeitpflegeplätzen,
  • 985 bis 1.455 vollstationären Pflegeplätzen.

Bei einer an politischen Zielwerten orientierten Variante können einzelne Bedarfe noch höher ausfallen. Diese Zahlen sind Rechenergebnisse unter Annahmen. Ein rechnerischer Bedarf ist weder ein bereits beschlossenes Bauprojekt noch eine Zusage, dass Personal und Finanzierung verfügbar sind.

Pflege findet überwiegend nicht im Heim statt

Für die nach Leistungsart klassifizierte Gruppe weist das Gutachten 22.881 Pflegegeldempfängerinnen und -empfänger, 8.469 Menschen mit ambulantem Pflegedienst und 4.560 stationär versorgte Menschen aus.

Pflegegeld wird typischerweise gezahlt, wenn die Versorgung zu Hause selbst organisiert wird – häufig durch Angehörige. Ein ambulanter Pflegedienst kann Teile der professionellen Versorgung übernehmen. Stationäre Pflege verbindet Wohnen, Betreuung und Pflege in einer Einrichtung.

Die drei ausgewiesenen Zahlen sind nicht ohne Weiteres eine vollständige Zerlegung aller 40.248 Pflegebedürftigen. Besondere Leistungs- und Erfassungskategorien können eine andere Grundgesamtheit bilden. Deshalb wird daraus keine künstliche 100-Prozent-Kreisgrafik erzeugt.

Angehörigenpflege ist eine unsichtbare Säule

Ein hoher Pflegegeldanteil zeigt, wie wichtig private Haushalte für das System sind. Daraus folgt nicht, dass jede häusliche Versorgung freiwillig, ausreichend unterstützt oder langfristig stabil ist. Berufstätigkeit, Wohnsituation, Gesundheit der pflegenden Person und erreichbare Entlastungsangebote beeinflussen, ob häusliche Pflege möglich bleibt.

Kommunale Planung muss deshalb nicht nur Heimplätze betrachten. Beratung, Tagespflege, Kurzzeitpflege, barrierearmes Wohnen und wohnortnahe Unterstützung können Angehörige entlasten und Übergänge vermeiden oder vorbereiten.

Wie Düsseldorf im Versorgungsvergleich steht

Düsseldorf hat relativ viele ambulante Kräfte, aber weniger stationäre Plätze

Harmonisierte Kennzahlen je 100 Pflegebedürftige. Ambulante Vollzeitäquivalente und stationäre Plätze sind unterschiedliche Angebote; zudem können überregional tätige Hauptsitze den Düsseldorfer Ambulanzwert erhöhen.

Einheit: je 100 Pflegebedürftige

Datengrundlage der Grafik: Landeshauptstadt Düsseldorf: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieDüsseldorfNordrhein-WestfalenDeutschland
vollstationäre Plätze11,9 je 100 Pflegebedürftige12,7 je 100 Pflegebedürftige15,4 je 100 Pflegebedürftige
ambulante Vollzeitäquivalente7,9 je 100 Pflegebedürftige4,7 je 100 Pflegebedürftige5,5 je 100 Pflegebedürftige

Ende 2023 gab es in Düsseldorf 4.799 vollstationäre Plätze. Das entsprach 11,9 Plätzen je 100 Pflegebedürftige. Das Gutachten nennt 12,7 für Nordrhein-Westfalen und 15,4 für Deutschland.

Bei ambulanten Diensten ergibt sich ein anderes Bild: 3.195 Vollzeitäquivalente in 149 Diensten entsprachen 7,9 Vollzeitkräften je 100 Pflegebedürftige. Für NRW werden 4,7, für Deutschland 5,5 genannt.

Die beiden Kennzahlen sind keine Gegensätze auf derselben Skala. Ambulante Kräfte versorgen Menschen zu Hause; stationäre Plätze umfassen eine andere Versorgungsform. Zudem kann der Düsseldorfer Ambulanzwert erhöht sein, wenn überregional tätige Dienste mit ihrem Hauptsitz der Stadt zugerechnet werden.

Weitere Angebotsformen

Das Gutachten weist Ende 2023 außerdem aus:

  • 511 Tagespflegeplätze,
  • 120 eigenständige Kurzzeitpflegeplätze,
  • 2.237 Servicewohnungen,
  • 218 Plätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften.

Tagespflege unterstützt Menschen für einen Teil des Tages außerhalb der Wohnung. Kurzzeitpflege kann nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei vorübergehendem Ausfall der häuslichen Versorgung helfen. Servicewohnen verbindet eine eigene Wohnung mit abrufbaren Leistungen. Wohngemeinschaften bieten eine kleinere gemeinschaftliche Wohnform mit Betreuung.

Die Angebotszahl allein sagt noch nicht, ob ein Platz kurzfristig frei, bezahlbar oder für den konkreten Pflegebedarf geeignet ist.

Belegbare Plätze und vertraglicher Bestand unterscheiden sich

Die befragten vollstationären Einrichtungen meldeten eine mittlere Auslastung von 94 Prozent. Gleichzeitig waren 8,6 Prozent der vertraglich verfügbaren Plätze nicht belegbar.

Diese Werte beschreiben unterschiedliche Dinge. Eine Einrichtung kann einen Platz im genehmigten Bestand führen, ihn aber beispielsweise wegen Personal, Umbau oder besonderer Anforderungen nicht nutzen. Die Auslastung bezieht sich auf die tatsächlich belegbaren Kapazitäten beziehungsweise die antwortenden Einrichtungen.

Für die Praxis ist daher nicht nur die Zahl genehmigter Plätze entscheidend. Relevant sind:

  • kurzfristig belegbare Plätze,
  • geeignete Pflegeprofile,
  • verfügbares Fachpersonal,
  • Kosten und Finanzierung,
  • Lage und Erreichbarkeit,
  • Möglichkeiten für Paare und Angehörige,
  • Qualität und Kontinuität der Versorgung.

Was ältere Menschen über die Versorgung sagen

Versorgung wird besser bewertet als das stationäre Pflegeangebot

Anteil der 2.889 Befragten ab 55 Jahren, die mit dem jeweiligen Bereich zufrieden oder sehr zufrieden waren. Rücklaufquote: 37 Prozent.

Einheit: % der Befragten

Datengrundlage der Grafik: Landeshauptstadt Düsseldorf: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / Kategoriezufrieden / sehr zufrieden
gesundheitliche Versorgung72 % der Befragten
Angebote für Ältere42 % der Befragten
stationäre Pflegeversorgung31 % der Befragten

An der Befragung 2024 beteiligten sich 2.889 Menschen ab 55 Jahren; 37 Prozent der angeschriebenen Gruppe antworteten. 72 Prozent waren mit der gesundheitlichen Versorgung zufrieden oder sehr zufrieden. Bei Angeboten für ältere Menschen lag dieser Anteil bei 42 Prozent, bei der stationären Pflegeversorgung bei 31 Prozent.

Die Befragung ist keine objektive Messung freier Termine oder Pflegeplätze. Sie zeigt Wahrnehmungen der antwortenden Menschen. Weil nicht alle Angeschriebenen teilnahmen, können sich Teilnehmende und Nichtteilnehmende unterscheiden.

Trotzdem liefert sie wichtige Hinweise auf Themen, die reine Bestandszahlen nicht erfassen:

  • 69 Prozent sorgten sich, Pflege könne sie finanziell belasten.
  • 47 Prozent nannten Einsamkeit als Sorge.
  • Für 75 Prozent war es wichtig oder sehr wichtig, im eigenen Stadtbezirk bleiben zu können.
  • 43 Prozent kannten das Pflegebüro der Stadt.
  • 42 Prozent kannten die „zentren plus“.

Gerade der Wunsch nach Verbleib im Bezirk verbindet Pflegeplanung mit Wohnen, Barrierefreiheit, Nahversorgung und sozialer Infrastruktur.

Kliniken sind in Düsseldorf räumlich konzentriert

Klinikbetten sind räumlich stark konzentriert

Betten in 13 Kliniken nach Stadtbezirk 2023. Psychiatrische Plätze werden im Gutachten separat ausgewiesen und sind in diesen Balken nicht enthalten. Standortdichte sagt nichts über kurzfristige Termin- oder Notfallkapazität.

Einheit: Betten

Datengrundlage der Grafik: Landeshauptstadt Düsseldorf: Gutachten zur Pflegebedarfsermittlung

Daten als Tabelle anzeigen
Zeitraum / KategorieKlinikbetten
Bezirk 1867 Betten
Bezirk 218 Betten
Bezirk 31.988 Betten
Bezirk 4202 Betten
Bezirk 5556 Betten
Bezirk 6200 Betten
Bezirk 7278 Betten
Bezirk 80 Betten
Bezirk 9327 Betten
Bezirk 100 Betten

Das Gutachten erfasst für 2023 insgesamt 13 Kliniken mit 4.436 Betten. Das entsprach 0,7 Betten je 100 Einwohner, gegenüber 0,6 in NRW und 0,5 in Deutschland.

Die Verteilung ist ungleich. Stadtbezirk 3 weist 1.988 Betten aus, Bezirk 1 insgesamt 867 und Bezirk 5 insgesamt 556. In den Bezirken 8 und 10 werden keine Klinikbetten ausgewiesen. Psychiatrische Plätze führt das Gutachten separat; sie sind in der Balkengrafik nicht enthalten.

Eine Klinik muss nicht in jedem Stadtbezirk liegen, um die Gesamtstadt zu versorgen. Spezialkliniken und Universitätsmedizin arbeiten über Bezirks- und Stadtgrenzen hinweg. Gleichzeitig können Anfahrt, öffentlicher Verkehr und Übergänge in ambulante Versorgung für Patientinnen, Patienten und Angehörige wichtig sein.

Die Krankenhauszahl sagt außerdem nichts über freie Betten zu einem bestimmten Zeitpunkt, Fachabteilungen oder die Qualität einzelner Behandlungen.

Wo die Krankenhäuser liegen

13 Krankenhausstandorte im Düsseldorfer MRE-Netzwerk

Die Karte folgt der aktuellen Krankenhausliste des Gesundheitsamts. Sie zeigt Standorte und Anschriften, aber keine Fachabteilungen, Notfallstufen, freien Betten oder Wartezeiten. Die Positionen wurden einmalig aus den amtlich genannten Adressen geokodiert.

13 Standorte angezeigt

  • Krankenhaus / Fachklinik 11
  • Psychiatrische Klinik 1
  • Universitätsmedizin 1

Datengrundlage der Grafik: Gesundheitsamt Düsseldorf: Krankenhäuser im MRE-Netzwerk

Alle 13 Standorte als Liste anzeigen
KrankenhausKliniktypStadtteilDetails
Evangelisches Krankenhaus DüsseldorfKrankenhaus / FachklinikUnterbilkKirchfeldstraße 40
Florence-Nightingale-KrankenhausKrankenhaus / FachklinikKaiserswerthKreuzbergstraße 79
LVR-Klinikum DüsseldorfPsychiatrische KlinikLudenbergBergische Landstraße 2
Paracelsus-Klinik GolzheimKrankenhaus / FachklinikGolzheimFriedrich-Lau-Straße 11
Sana Krankenhaus BenrathKrankenhaus / FachklinikBenrathUrdenbacher Allee 83
Sana Krankenhaus GerresheimKrankenhaus / FachklinikGerresheimGräulinger Straße 120
Schön Klinik DüsseldorfKrankenhaus / FachklinikHeerdtAm Heerdter Krankenhaus 2
St. Martinus-KrankenhausKrankenhaus / FachklinikUnterbilkGladbacher Straße 26
Augusta-KrankenhausKrankenhaus / FachklinikRathAmalienstraße 9
Krankenhaus ElbroichKrankenhaus / FachklinikHolthausenAm Falder 6
Marien Hospital DüsseldorfKrankenhaus / FachklinikPempelfortRochusstraße 2
St. Vinzenz-KrankenhausKrankenhaus / FachklinikPempelfortSchloßstraße 85
Universitätsklinikum DüsseldorfUniversitätsmedizinBilkMoorenstraße 5

Die Karte zeigt die 13 Krankenhäuser, die das Düsseldorfer Gesundheitsamt aktuell in seinem Netzwerk gegen multiresistente Erreger aufführt. Sie dient als Standortübersicht. Die Klassifizierung unterscheidet lediglich Universitätsmedizin, psychiatrische Klinik und übrige Krankenhäuser beziehungsweise Fachkliniken; sie bildet nicht das vollständige Leistungsspektrum ab.

Die Standorte stammen damit aus einer aktuellen städtischen Liste, die Bettenverteilung aus dem Pflegegutachten mit Stand 2023. Beide Quellen werden nicht zu einer scheinaktuellen Bettenzahl je Kartenpunkt vermischt. Wer eine konkrete Behandlung oder Notfallversorgung sucht, muss die aktuellen Angaben der jeweiligen Klinik beziehungsweise der zuständigen Notfallstellen prüfen.

Hausarztdichte ist nicht gleich Terminzugang

Für 2023 nennt das Gutachten 514 niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte. Das entsprach 0,08 je 100 Einwohner. Im Stadtbezirk 1 lag die rechnerische Dichte bei 0,12, in den Bezirken 4, 6, 8 und 10 bei 0,06.

Praxissitze konzentrieren sich häufig dort, wo viele Menschen arbeiten oder gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können. Eine Praxis kann zudem unterschiedlich viele Ärztinnen und Ärzte, Sprechstunden oder Patientinnen und Patienten haben. Die Dichte bildet weder freie Termine noch Barrierefreiheit, Sprachangebote oder Aufnahme neuer Patienten ab.

Für die ambulante Bedarfsplanung ist vor allem die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. Die Stadt kann Gesundheitsberichterstattung, Flächen, Quartiersentwicklung, Beratung und Kooperation beeinflussen, aber nicht eigenständig jeden Arztsitz schaffen.

Wer wofür zuständig ist

Gesundheits- und Pflegepolitik verteilt sich auf mehrere Ebenen:

  • Die Stadt betreibt das Gesundheitsamt, plant Pflegeangebote, berät, überwacht bestimmte Einrichtungen und organisiert mit Partnern den Rettungsdienst.
  • Das Land Nordrhein-Westfalen gestaltet Krankenhausplanung und wichtige rechtliche Rahmenbedingungen.
  • Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen prägen ambulante Bedarfsplanung und Vergütung.
  • Pflegekassen und Sozialhilfeträger finanzieren Leistungen nach unterschiedlichen Voraussetzungen.
  • Freie, kirchliche, gemeinnützige und private Träger betreiben viele Kliniken, Dienste und Einrichtungen.
  • Angehörige und zivilgesellschaftliche Angebote tragen einen erheblichen Teil der Unterstützung im Alltag.

Diese Aufteilung erklärt, warum eine Ratsvorlage selten „die Gesundheitsversorgung“ insgesamt verändert. Sie betrifft meist einen konkreten Standort, eine kommunale Leistung, Planung oder Finanzierung.

Prävention und öffentlicher Gesundheitsdienst

Das Gesundheitsamt übernimmt unter anderem Aufgaben des Infektionsschutzes, der Hygieneüberwachung, Kinder- und Jugendgesundheit, Umweltmedizin, Beratung und Gesundheitsförderung. Viele dieser Leistungen werden nicht in Betten- oder Praxiszahlen sichtbar.

Auch Hitzeschutz, Sucht- und Drogenhilfe, psychische Gesundheit und Gesundheitschancen berühren mehrere Themenportale. Das Luftqualitätsdossier ordnet Schadstoffmessungen gesundheitlich ein; Klima behandelt Hitzebelastung; Soziales zeigt soziale Lage und Hilfesysteme.

Die öffentlich sichtbare Basis-Gesundheitsberichterstattung der Stadt ist für aktuelle Krankheitszeitreihen derzeit nicht ausreichend. Der dort verfügbare Basisbericht stammt von 2018. Düsseldorf Radar gibt ihn deshalb nicht als heutige Lage aus. Neuere kleinräumige Gesundheitsindikatoren werden erst ergänzt, wenn Wert, Zeitraum und Definition reproduzierbar vorliegen.

Welche Entscheidungen kommunal relevant sind

Für Rats- und Ausschussentscheidungen sind besonders wichtig:

  • Standorte und Förderung neuer Pflegeangebote,
  • kommunale Beratung und „zentren plus“,
  • Gesundheitsamt und Präventionsprogramme,
  • Beteiligungen und Grundstücksfragen bei Einrichtungen,
  • Rettungsdienst und Notfallstrukturen,
  • barrierearmes Wohnen und Quartiersentwicklung,
  • Sucht-, Krisen- und Wohnungslosenhilfe,
  • Personal und Finanzierung kommunaler Aufgaben.

Unterhalb dieses Dossiers erscheinen passende Vorlagen und Sitzungen. Planwert, genehmigter Platz, Bauprojekt und tatsächlich nutzbares Angebot bleiben dabei getrennte Stufen.

Quellen und Datenbasis

Redaktionell geprüft am 12. August 2026. Bestände, Nutzung, Wahrnehmungen und Szenarien werden getrennt ausgewiesen.

Aktuelle Vorlagen

Zeigt die 20 neuesten von 833 Vorlagen.

Aktuelle Nachrichten

Diese Hintergründe helfen, Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.

Verwandte Themen