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Title: 00499222.pdf
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Published Time: Thu, 05 Oct 2023 09:00:15 GMT
Number of Pages: 6
Markdown Content:
BAU/023/2023
X öffentlich nicht öffentlich
# Informationsvorlage
Betrifft:
Ergebnisbericht zur Erstellung der 32 Energiekonzepte zur Steigerung der
Energieeffizienz städtischer Gebäude
Fachbereich:
23 - Amt für Gebäudemanagement
Dezernentin / Dezernent:
Stadtkämmerin Dorothée Schneider
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Bauausschuss 24.10.2023 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Erstellung der 32 Energiekonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz
städtischer Gebäude
Ergebnis und weiteres Vorgehen
1.) Ausgangssituation
Infolge der politischen Entscheidungen aus dem Jahr 2018 beauftragte die
Verwaltung die Erstellung von 32 Energiekonzepten mit dem Ziel den
Energieverbrauch zu reduzieren. Im Vordergrund standen hierbei die Identifizierung
von Maßnahmen zur Verbesserung und Optimierung der Gesamtenergiebilanz in
ausgewählten städtischen Gebäuden. Innerhalb von 4 Jahren (2019 -2022) wurden
über exte rne Dienstleister Energiekonzepte für 32 Standorte erstellt.
Das Energiemanagement des Amtes 23 fungierte dabei als zentraler Ansprechpartner
für die externen Dienstleister. Die Bereitstellung von Gebäudeunterlagen und Daten
als Basis für die weiteren Unte rsuchungen, Zugangsmöglichkeiten zu den Gebäuden,
laufende Abstimmungsgespräche zu Sanierungsvarianten sowie die abschließende
Ergebnisvorstellung und Freigabe des Ergebnisberichtes gehörten zu den
Kernaufgaben des Energiemanagements. Während der Konzepter stellung
veränderten sich die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen stetig und
wurden teilweise unmittelbar in die Ergebnisberichte oder nachträglich durch
Nachbesserung für die nächsten Planungsschritte aufgenommen. Seite 2
2.) Politische Rahmenbeding ungen
In den vergangenen Jahren war das politische und gesetzliche Umfeld sehr
dynamisch, wodurch zahlreiche Beschlüsse Einfluss auf die Erstellung der
Energiekonzepte nahmen. Basis für die Konzepterstellung war zunächst der
Beschluss „Vorlage 19/ 32/201 7 – 1“ „Klimaschutzkonzept Düsseldorf 2025“, welcher
das städtische Ziel ausrief bis 2050 klimaneutral zu sein. Daraufhin folgten die
Beschlüsse RAT/115/2019 „Konzept 2035 – Pfad zur Erreichung der Klimaneutralität“
und RAT/111/2021 „Klimaneutral 2035: Düs seldorf wird Klima -Hauptstadt“. Damit
beschloss der Stadtrat die Erreichung der Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 und
stellte ein jährliches Klimaschutzbudget in Höhe von 60 Millionen Euro bereit. Im
Jahr 2021 wurde der Beschluss RAT/316/2021 zur „Solarof fensive“ gefasst, mit dem
umfangreichen Ziel, alle städtischen Dächer mit Photovoltaikanlagen zu belegen und
die Nutzung erneuerbarer Energien zu steigern. Besonders der Beschluss
RAT/317/2021 mit der geforderten Umsetzung maximaler energetischer Standards
und einer Kreislaufwirtschaft nach dem Prinzip „Cradle to Cradle“ sowie die
strategische Ausrichtung der Stadtverwaltung im Bereich des nachhaltigen Bauens
nahmen zentralen Einfluss auf die weitere Ausgestaltung der Energiekonzepte. Auf
Grundlage dessen wurden in den neueren Konzepten verschärfte energetische
Standards angestrebt und materialspezifische Kriterien für ein nachhaltiges Bauen
aufgenommen. Der zunächst letzte Beschluss aus dem Jahr 2022 RAT/039/2022
„Wärmewende bei städtischen Gebäuden“ setzte auf eine Wärmeversorgung
„ausschließlich auf Basis von erneuerbaren Energien“ und nahm dahingehend einen
entscheidenden Einfluss auf die konzeptionelle Ausgestaltung im Jahr 2022.
Resümierend lässt sich feststellen, dass sich innerhalb des Bearbeitungsz eitraumes
die Rahmenbedingungen für die Gebäudehülle mit Hinblick auf eine energetische
Sanierung, die Wärmeversorgung, die Stromversorgung mit Photovoltaik und das
Nachhaltiges Bauen grundlegend verändert haben und eine stetige Anpassung in den
Konzepten erforderten.
Eine besondere Untermenge dieser 32 Energiekonzepte ist die des separaten
Beschlusses RAT/380/2020 „Identifizierung der 20 energetisch schlechtesten
Standorte im städtischen Gebäudebestand“. Diese Standorte zeichnen sich durch ein
besonders hohes Einsparpotenzial und eine besondere Standortkomplexität aus.
3.) Konzepterstellung
Die 32 Standorte wurden unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien und unter
Einbeziehung der Fachämter ausgewählt:
der Standort dient der Daseinsvorsorge (Ver kauf, Veräußerung ist damit
ausgeschlossen)
der Standort weist einen hohen Energieverbrauch auf
der Standort ist angemessen groß (Aufwand / Nutzen - Verhältnis)
der Standort wurde in der näheren Vergangenheit nicht umfassend saniert
Im Rahmen der Konzepterstellung fand im ersten Schritt eine Begehung der
Gebäude statt, um Grundlagendaten zusammenzutragen und den IST -Zustand eines Seite 3
Gebäudes bewerten zu können. Es wurden Thermografieaufnahmen (Abbildung 1)
erstellt, um energetische Schwachstellen eine r Gebäudehülle visuell hervorzuheben.
> Abbildung 1Beispiel einer Thermografieaufnahme eines Gebäudes mit sichtbaren thermischen Schwachstellen in
> rötlicher Färbung
Auf der Basis der Analyse der Grundlagendaten, dem Gebäudezus tand und sonstiger
Einflussfaktoren auf das Gebäude, wurden Einzelmaßnahmen erarbeitet und zu einer
oder mehreren Varianten einer Gesamtlösung kombiniert. Diese Varianten folgten
oftmals einem Aufbau wie er in Abbildung 2 dargestellt wird. Im Fokus der Var ianten
standen die energetische Sanierung der Gebäudehülle, die Sanierung der
Beleuchtung mit LED, die Wärmeversorgung des Gebäudes mit CO 2-armen
Energiequellen und die Errichtung von Photovoltaik -Anlagen.
> Abbildung 2Basisel emente der konzeptionell ermittelten Varianten als Gesamtlösung eines Gebäudes Seite 4
Die einzelnen Varianten der Energiekonzepte wurden in
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen analysiert, mit groben Kostenschätzungen belegt
und untereinander verglichen. Abbildung 3 zeigt die Investitionskosten und
jährlichen Kosteneinsparungen unterschiedlicher Varianten eines Konzeptes in einer
tabellarischen Gegenüberstellung.
> Abbildung 3Auszug einer tabellarischen Gegenüberstellung unterschiedlicher Varianten eines Energiekonzeptes.
In maßnahmenspezifischen Bandtachos (Abbildung 4) wurden die Energieverbräuche
vor und nach Umsetzung der Varianten ermittelt. Die Konzepterstellung schloss mit
einer vergleichenden Darstellung der Varianten und einer Handlungsempfehlung für
den jeweiligen Standort ab.
Die finalen Ergebnisse wurden den zuständigen Mitarbeitern aus den Fachämtern im
Rahmen einer Abschlusspräsentation vorgestellt, erläutert und intern diskutiert.
> Abbildung 4Beispiel eines erarbeiteten Bandtachos einer Gesamtlösung aus einem der 32 Energiekonzepte Seite 5
4.) Ergebnis der Energiekonzepte
Bei Umsetzung der Konzepte werden sehr hohe Einsparungen von Energie und
Treibhausgasen in Aussicht gestellt. Die berechneten Energieeinsparungen liegen im
ersten Jahr je nach Standort zwischen 17 und 55 %. Durch die verschärften
Anforderungen steigen in d en Folgejahren die berechneten Einsparpotentiale, sodass
erhebliche Energieeinsparungen bis zu 94 % in den Gebäuden /an den
Standorten ermöglicht werden. Insgesamt kann der Energieverbrauch von rd. 31
GWh auf 13 GWh reduziert werden. Rund 4.500 Tonnen CO 2 können bei vollständiger
Umsetzung pro Jahr eingespart werden. Der Beschluss RAT/115/2019 „Konzept 2035
– Pfad zur Erreichung der Klimaneutralität“ beschreibt in Bezug auf alle Gebäude der
Stadtverwaltung und bis 2035 eine notwendige Reduktion in Höhe von 65.000
Tonnen CO 2 (Abbildung 4 lilafarbene Umrandung). Bei insgesamt 1.104 Standorten
trägt die Umsetzung der Energiekonzepte für 32 Standorte rd. 7 Prozent zu diesem
Gesamtziel bei.
> Abbildung 5Auszug aus dem Beschluss RAT/ 115/2019 "Konzept 2035 -Pfad zur Erreichung der Klimaneutralität"
Die hohen Energieeinsparungen schaffen damit optimale Voraussetzungen in den
Gebäuden, um die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen und
kommen dem Ziel der Klimaneutralität i m Gebäudebestand näher.
In der Ergebnistabelle (Anlage 1) sind die wesentlichen Ergebnisse der 32
Energiekonzepte aufgelistet mit einer Zuordnung zu den „20 energetisch
schlechtesten Standorten“, der Angabe der konzeptionell ermittelten CO 2-
Einsparung, de r absoluten Energieeinsparung vor und nach Umsetzung der
energetischen Sanierung sowie der prozentualen Einsparung mit farblicher
Markierung. Es lassen sich zentrale Schlussfolgerungen zum Klimaschutz und
Treibhausemissionen ableiten.
Die Energiekonzepte sind ein effektives Planungswerkzeug, ausgestattet mit
fundierten konzeptionell ermittelten technischen Lösungen und belastbaren
Gebäudedaten für eine energetische Sanierung und bieten eine solide Ausgangslage
für die weitere Planung und Umsetzung. Seite 6
5.) We iteres Vorgehen
Die Verwaltung wird weitere Anpassungen besonders bei den älteren Konzepten
vornehmen, um den geänderten gesetzlichen, politischen und städtischen Zielen
gerecht zu werden. Dies führt zu weiteren Energie - und CO 2-Einsparpotentialen.
Die e rmittelten Kosten werden vor allem durch die zwischenzeitlich eingetretenen
massiven Kostensteigerungen deutlich höher ausfallen. Eine genauere
Kostenermittlung wird in den bevorstehenden Planungsphasen erfolgen.
Von den 32 Energiekonzepten befinden sich 13 Standorte in der Zuständigkeit
/Verwaltung des Amtes für Gebäudemanagement. Für diese 13 Standorte wurde eine
speziell dafür gebildete Arbeitsgruppe „Energetische Sanierung“ ins Leben gerufen,
die mit der weiteren Planung und Umsetzung beauftragt wurde . Im Rahmen dessen
wurde zusätzlich ein Projektsteuerer eingebunden, und ein Berichtswesen für das
Gesamtprojekt eingeführt. Derzeit wird eine erste Meilensteinplanung erarbeitet und
der Kostenrahmen aktualisiert.
Die politisch beschlossene Erstellung der 32 Energiekonzepte ist erfolgreich
abgeschlossen. Es folgen nun weitere Planungsschritte. Die weitere zukünftige
Berichterstattung erfolgt für die „20 energetisch schlechtesten Standorte“ gemäß des
Beschlusses RAT/380/2020.
Weiterhin referiert die geplante Umsetzung der Energiekonzepte auf den Beschluss
HFA/017/2022 „Energiekosten der kommunalen Einrichtungen verringern“ und trägt
dazu bei, die Energiekosten kontinuierlich, langfristig zu senken. Zusätzliche
Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, wie LED -Umrüstungen und mögliche
Abwärmenutzung, werden vom Amt für Gebäudemanagement, den hochbauenden
Ämtern und städtischen Beteiligungsgesellschaften fortlaufend erarbeitet und zur
Umsetzung gebracht. Hierzu berichten die hochbauenden Ämter regelmäßig in den
entsprechenden Fachausschüssen.
Anlagen:
Anlage 1
Anlage 1 als Text anzeigen
Title: Microsoft Word - 2023_08_04_Infovorlage_Ergebnisbericht Energiekonzepte_Finaler Entwurf.docx
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00499226.pdf
Published Time: Wed, 04 Oct 2023 12:02:40 GMT
Number of Pages: 1
Markdown Content:
> Anlage 1 zur Informationsvorlage
> Ergebnistabelle der 32 Energiekonzepte mit Angabe der jährlichen CO2-Einsparung, dem jährlichen Energieverbrauch vor und nach energetischer Sanierung sowie der resultierenden Energieeinsparung
> in Prozent und nach Höhe farblich markiert.
> 1
# Jahr der Fertigstellung
lfd. Nr. Jahr 1 Feder-
führung
Adresse 20 energetisch
schlechteste
Standorte
Nutzung CO2-Einsparung in
Tonnen pro Jahr
Energieverbrauch
vorher (kWh)
Energieverbrauch
nacher (kWh)
Energieeinsparung gegenüber
dem Ist-Zustand in Prozent und
nach Höhe farblich Markiert
1 2019 23 Am Südfriedhof 16 x Friedhof 51 689.679 503.019 27
2 2019 23 Kaiserswerther Str. 390 x Verwaltungsgebäude 86 420.786 353.547 16
3 2019 23 Schiessstraße 21 Friedhof 53 458.725 171.248 63
4 2019 23 Münsterstr. 15 x Feuerwache 239 1.121.442 794.864 29
5 2019 23 Ronsdorfer Str. 138 x Betriebshof, Kindertagesstätte 129 598.004 304.183 49
6 2019 40 Brucknerstr. 19 Schule 574 2.822.378 1.580.012 44
7 2019 40 Siegburgerstraße 149 Schule 193 1.673.837 828.135 51
8 2019 40 Lewitstr. 2 Schule 85 1.780.090 1.449.158 19
9 2020 23 Stockumer Höfe 180 Hauptbetriebshof 469 5.385.796 2.701.437 50
10 2020 23 Am Nordfriedhof 1 Friedhof 57 692.003 415.172 40
11 2020 23 Gräulingerstr. 27 x Feuerwache 61 585.844 331.338 43
12 2020 23 Gertrudisplatz 6-8 Verwaltungsgebäude 41 306.210 129.750 58
13 2020 23 Quirinstr. 49 x Feuerwache 99 763.801 333.028 56
14 2020 23 Itterstr. 116 Friedhof 75 353.140 182.768 48
15 2020 41 Bilker Str. 7-11 Kulturgebäude 61 500.820 312.276 38
16 2020 54 Querstr.4 Wohngebäude 20 176.933 47.259 73
17 2021 40 Wrangelstraße 40 x Schule 208 1.167.310 324.380 72
18 2021 40 Fuldaerstraße 33 x Schule 127 705.450 44.108 94
19 2021 40 Am Köhnen 73 x Schule 153 840.082 143.705 83
20 2021 41 Fichtenstraße 40 x Kulturgebäude 111 692.344 237.160 66
21 2021 41 Grabbeplatz 4 x Kulturgebäude 254 1.577.605 398.535 75
22 2021 41 Kalkumerstr. 85 x Kindertagesstätte 190 1.134.118 359.860 68
23 2021 51 Chemnitzer Str. 43 x Kindertagesstätte 36 213.192 35.532 83
24 2021 54 Oberbilker Allee 1 x Wohngebäude 56 360.448 84.480 77
25 2022 23 Quadenhofstr. 151 x Friedhof 144 643.795 167.671 74
26 2022 23 Werstener Feld 203 x Friedhof 122 546.406 115.607 79
27 2022 40 Josef-Kleesattel-Straße 13 x Schule 11 540.764 140.897 74
28 2022 40 Krahnenburgstr. 15 x Schule 164 980.867 105.848 89
29 2022 40 Graf-Recke-Str. 230 Schule 221 1.166.421 249.955 79
30 2022 40 Buchenstr. 16 Schule 135 787.674 292.203 63
31 2022 40 Am Hackenbruch 35 Schule 196 1.070.883 89.716 92
32 2022 54 Eisenstr. 49 x Wohngebäude 57 262.599 100.776 62
SUMME: 4.478 31.019.445 13.327.625 57