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AUS/017/2020
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Informationsvorlage
Betrifft:
Luftqualität 2019
Fachbereich:
19 - Umweltamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordnete Helga Stulgies
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ordnungs- und
Verkehrsausschuss
27.05.2020 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umweltschutz 28.05.2020 Kenntnisnahme
Sachdarstellung:
Die Luftbelastung wurde im Berichtsjahr 2019 an vier Standorten im Düsseldorfer
Stadtgebiet kontinuierlich erfasst. Hierbei handelte es sich um die zwei
Hintergrundmessstationen Lörick und Brinckmannstraße und um die beiden
dauerhaft betriebenen, verkehrsnahen Messstationen Cornelius- und
Dorotheenstraße. Darüber hinaus wurden Passivsammler zur Erfassung der
Stickstoffdioxid-Belastung (NO2) in der Bernburger Straße, in der Burgunderstraße,
in der Fringsstraße, in der Merowingerstraße, auf der Ludenberger Straße sowie am
Südring eingesetzt. Die Messstationen Dorotheen- und Brinckmannstraße sowie der
Passivsammler in der Fringsstraße wurden durch die Stadt betrieben; alle übrigen
durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes
NRW. Die Datenbasis wurde anhand der im Berichtsjahr gültigen Grenzwerte der 39.
Verordnung zur Durchführung des Bundes -Immissionsschutzgesetzes beurteilt.
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Im April des Berichtsjahres wurden auf der Merowingerstraße im Einrichtungsverkehr
und auf der Prinz-Georg-Straße in beiden Fahrtrichtungen die ersten sogenannten
kurzen Umweltspuren als „einjährige Pilotversuche mit begleitender Evaluation"
eingerichtet. Eine lufthygienische, messtechnische Begleitung erfolgte seitens der
Stadt mittels Passivsammlern auf der Merowingerstraße und der Prinz-Georg-Straße
sowie auf der Ausweichstrecke über die Volmerswerther Straße.
Auch das Jahr 2019 war ein Jahr der Extreme: Die Jahre 2019 und 2014 gelten als
die zweitwärmsten in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen
Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Sie folgen dem Jahr 2018, das als das wärmste
Jahr gilt. Die Monate Februar und April waren niederschlagsarm. Die Sommerperiode
war wie auch im vorangegangenen Jahr erheblich zu trocken. Der November und
Dezember fielen vergleichsweise sehr mild aus. Insgesamt wurden nur wenige
Feinstaub-Überschreitungstage zu Anfang des Kalenderjahres registriert.
Die Ergebnisse der Feinstaub-Messungen (PM10) zeigen, dass der Grenzwert von
40 µg/m³ für das Jahresmittel an den beiden Hintergrundmessstationen (Lörick: 14
µg/m³ und Brinckmannstraße: 18 µg/m³) und an den zwei dauerhaft betriebenen
verkehrsbezogenen Messstationen (Corneliusstraße und Dorotheenstraße: 23 µg/m³;
vergleiche Abbildung 1) eingehalten wurde.
Abb.1 PM10-Jahresmittelwerte an den verkehrlich belasteten Messstationen Cornelius- und Dorotheenstraße
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Der Tagesmittelwert für PM10 von 50 µg/m³ darf an nicht mehr als 35 Tagen pro
Kalenderjahr überschritten werden. An den Hintergrundmessstationen Lörick und
Brinckmannstraße wurden ein beziehungsweise zwei PM 10-Überschreitungstage
verzeichnet. An den Verkehrsmessstationen Corneliusstraße und Dorotheenstraße
wurden jeweils acht PM10-Überschreitungstage registriert (vergleiche Abbildung 2).
Der Grenzwert der PM10-Überschreitungshäufigkeit wurde an allen vier dauerhaft
betriebenen Messstationen im achten Jahr in Folge eingehalten.
Für die Fraktion des Feinstaubs, die nur Teilchen mit einem maximalen Durchmesser
von 2,5 µm enthalten, gilt seit 2015 der PM2,5-Grenzwert für das Jahresmittel von
25 µg/m³. In Düsseldorf wird PM2,5 nur an der Stationen Lörick und Corneliusstraße
gemessen. Im Berichtsjahr lag der Wert an der Station Lörick bei 10 µg/m³ und an
der Corneliusstraße bei 15 µg/m³ und wurde somit an beiden Stationen eingehalten.
Abb. 2 Anzahl der Feinstaub-Überschreitungen des seit dem Jahr 2005 gültigen Tagesmittelwertes von 50
µg/m³ in den Jahren 2005 bis 2019 an den verkehrlich belasteten Messstationen Cornelius - und
Dorotheenstraße
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Für den Stickstoffdioxid (NO2)-Jahresmittelwert galt im Berichtsjahr der Grenzwert
von 40 µg/m³. Eingehalten wurde dieser Grenzwert wie auch im vorangegangenen
Jahr an den beiden Hintergrundmessstationen sowie verkehrsnah in der Fringsstraße
und auf dem Südring (Lörick: von 25 auf 22 µg/m³, Brinckmannstraße: von 25 auf
23 µg/m³; Fringsstraße: von 34 auf 32 µg/m³, Südring: von 39 auf 34 µg/m³,
vergleiche Abbildung 3). Erstmalig im Berichtsjahr eingehalten wurde der Grenzwert
an den beiden verkehrsnahen Stationen Burgunderstraße und Dorotheenstraße
(Burgunderstraße: von 43 auf 37 µg/m³, Dorotheenstraße: von 41 auf 40 µg/m³,
vergleiche Abbildung 3).
An den übrigen verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert überschritten
(vergleiche Abbildung 4). Insgesamt ist dennoch eine Verbesserung um bis zu 8
µg/m³ gegenüber dem vorangegangenen Jahr zu verzeichnen (Ber nburger Straße:
von 45 auf 41 µg/m³, Bilk / Merowingerstraße: von 54 auf 47 µg/m³,
Corneliusstraße: von 53 auf 45 µg/m³, Ludenberger Straße: von 49 auf 43 µg/m³).
Abb. 3 Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte der Standorte, an denen der NO 2-Grenzwert für den
Jahresmittelwert im Berichtsjahr eingehalten wird (Zeitraum 2009 bis 2019)
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Abb. 4 Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte der Standorte, an denen der NO 2-Grenzwert für den
Jahresmittelwert im Berichtsjahr nicht eingehalten wird (Zeitraum 2009 bis 2019)
Im April des Berichtsjahres wurden die Umweltspuren auf der Merowingerstraße und
der Prinz-Georg-Straße eingerichtet und messtechnisch begleitet. Auf der
Merowingerstraße zeigte der städtische Passivsammler einen NO 2-Wert von
42 µg/m³ als Mittelwert von April bis Dezember 2019. Die von der Stadt gemessene
Belastung fiel damit um 5 µg/m³ niedriger aus als die des LANUV. Dies ist darauf
zurückzuführen, dass die Stadt auf der Straßenseite der Umweltspur die Messungen
durchgeführt hat, wohingegen der Passivsammler des LANUV auf der gegenüber
liegenden Straßenseite platziert war.
Die NO2-Belastung auf der Prinz-Georg-Straße lag mit 34 µg/m³ (Mittelwert von April
bis Dezember 2019) deutlich unterhalb des Grenzwertes.
Um etwaige Ausweichverkehr zur Umweltsp ur auf der Merowingerstraße zu erfassen,
wurde ein Passivsammler auf der Volmerswerther Straße eingerichtet. Mit 32 g/m³
(Mittelwert von April bis Dezember 2019) wurde der Grenzwert hier deutlich
eingehalten.
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Der Stundenmittelwert von 200 µg/m³ für NO 2 darf an nicht mehr als 18 Stunden
pro Kalenderjahr überschritten werden. Nicht nur, dass dieser Grenzwert in
Düsseldorf - wie auch in ganz NRW - im Berichtsjahr erneut eingehalten wurde,
auch wurde in Düsseldorf - wie auch in den vergangenen Jahren - nicht eine einzige
Überschreitungsstunde registriert.
Im Jahr 2019 wurde der Schwellenwert zur Information der Bevölkerung für Ozon an
der regionalen Hintergrundmessstation Lörick an sechs Tagen mit insgesamt 23
Stunden überschritten.
Der Jahresmittelgrenzwert der Benzol-Konzentration lag im Berichtsjahr bei 5 µg/m³
und wurde an den Messstationen Dorotheen - und Corneliusstraße - wie auch in den
Vorjahren - deutlich unterschritten.