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AÖE/008/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Informationsvorlage
Betrifft:
Neukonzeption des Walderlebnispfades Aaper Wald
Fachbereich:
68 - Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Dezernentin / Dezernent:
Beigeordneter Jochen Kral
Beratungsfolge:
Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität
Ausschuss für öffentliche
Einrichtungen, Stadtökologie,
Abfallmanagement und
Bevölkerungsschutz
31.01.2025 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung 6 29.01.2025 Kenntnisnahme
Beschlusslage:
Mit Beschluss vom 17.11.2021 (BV 6/224/2021) hat die Bezirksvertretung 6
finanzielle Mittel in Höhe von 15.000 Euro und zusätzlich mit Beschluss vom
09.11.2022 (BV6/196/2022) weitere Haushaltsmittel in Höhe von 25.000 Euro für
die Planung sowie für Beschaffungs- und Baumaßnahmen zur Verfügung gestellt. Mit
diesen finanziellen Mitteln soll der vorhandene Walderlebnispfad im Aaper Wald neu
konzipiert und angepasst werden.
Sachdarstellung:
Planung
Erste Vorplanungen erfolgten im Jahr 2022, zunächst mit dem Fokus auf die
inhaltlichen Schwerpunktthemen Wald, Flora und Fauna. Aufgrund der aktuellen
Bedeutung des Klimawandels erfolgte eine grundsätzliche thematische
Neuausrichtung Ende des Jahres 2022. Der Klimawandel, dessen Ursachen sowie die
globalen und lokalen Auswirkungen auf Mensch und Natur spielen eine wichtige Rolle
in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Waldschule Düsseldorf als
bedeutender außerschulischer Lernort im Grafenberger Wald hat die w ichtige
Aufgabe, Kinder und Jugendliche für umweltrelevante Herausforderungen und
Themen zu sensibilisieren und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Daher stellt ein
Wald-Lehrpfad mit dem thematischen Schwerpunkt auf die Auswirkungen des
Klimawandels eine sinnvolle Ergänzung zu den Angeboten der Waldschule dar.
Anfang des Jahres 2023 erfolgte eine umfangreiche Recherche zu bestehenden
Waldlehrpfaden mit dem Themenschwerpunkt „Klimaanpassung". Dabei wurden
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unter anderem Beispiele aus Berlin („Wald.Berlin.Klima" / Berliner Forsten), Bonn
(„Klimastämme" / Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) und Münster („Wald -Klima-
Lehrpfad" / NABU) näher geprüft.
Der „Wald-Klima-Lehrpfad" des NABU Münster ist im Rahmen eines größeren, von
Bund und Land geförderten G emeinschaftsprojektes „Fit für den Klimawandel" von
NABU, Naturschutzstation Münsterland e.V. und Landesbetrieb Wald und Holz
Nordrhein-Westfalen entstanden. Er ist sowohl inhaltlich als auch von der
Umsetzbarkeit besonders gut geeignet und auf die Situation im Aaper Wald in vielen
Punkten übertragbar. Texte, Grafiken und Bildmaterial konnten nach Rücksprache
mit dem NABU Münster teilweise genutzt und übernommen werden.
Die inhaltliche Gestaltung wurde überarbeitet, aktualisiert und neu strukturiert. Der
Wald-Klima-Pfad Aaper Wald trägt nun eine deutlich eigene Handschrift, welche den
lokalen Gegebenheiten im Düsseldorfer Stadtwald gerecht wird. Er besteht aus 13
Stationen und insgesamt 15 Infotafeln und beginnt am Parkplatz des Aaper Waldes
am Bauenhäuser Weg. Der Pfadverlauf entspricht dem des alten Walderlebnispfades
und hat als Rundweg eine Länge von ca. 3,8 km.
Auf dem Pfad ist zu erfahren, was für unsere Wälder im Klimawandel bedeutsam ist
und wie sie vor weiteren schädlichen Einflüssen geschützt und unterstützt werden
können. An den Stationen wird Wissenswertes zum Ökosystem Wald, seinem
Artenreichtum und seinem regulierenden Einfluss auf unser Stadtklima erläutert. Ein
QR-Code auf den Infotafeln verweist auf die städtische Internetseite mit weiteren
Informationen zum Stadtwald. Die Infotafeln für die Stationen 1, 3 und 10 sind
dieser Vorlage zur Ansicht beigefügt.
Umsetzung
In einem ersten Schritt ist die Installation der Infotafeln und die Eröffnung des Wald-
Klima-Pfades Aaper Wald, in Abstimmung mit der Bezirksvertretung 6, für das
Frühjahr 2025 geplant. Der Pfad mit seinen Stationen wird auch im Internet
abgebildet. In einem zweiten Schritt sollen im laufenden Jahr 2025 dem Wald-Klima-
Pfad einige interaktive El emente (drehbarer m³ -Würfel mit Botschaften,
Dendrophone, Natur-Würfelmemory, Summstein, Himmelsliege, Klappentafeln, etc.)
hinzugefügt werden und zu einer bewussten und aktiven Wahrnehmung der
natürlichen Umgebung einladen.
Finanzierung
Von den bisher von der Bezirksvertretung 6 zur Verfügung gestellten Mitteln in Höhe
von 40.000 Euro werden bis zur Installation und Eröffnung des Wald-Klima-Pfades
rund 15.000 Euro verausgabt. Der hohe Anteil an Eigenleistungen der
Stadtverwaltung hat die Ausgaben dabei erfreulicherweise begrenzen können. Der
Bau und die Errichtung der Tafelständerwerke für die Infotafeln und der
Wegweisungen sowie der Bau des geplanten Begrüßungspavillions und
Waldklassenzimmers werden durch Mitarbeitende der Forstverwaltung durchgeführt.
Die Auswahl und Anschaffung der interaktiven Elemente erfolgt in Abhängigkeit der
Finanzierung und Umsetzbarkeit. Da die Ausstattungsgegenstände überwiegend im
Fachhandel zugekauft werden müssen, sind hierzu mindestens die noch zur
Verfügung stehenden Haushaltsmittel in Höhe von 25.000 Euro erforderlich.
Anlagen:
Anlage 1 - Infotafeln zu den Stationen 1, 3 und 10
Anlage 1 - Infotafeln zu den Stationen 1, 3 und 10 als Text anzeigen
Title: 00541031.pdf
URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00541031.pdf
Published Time: Mon, 13 Jan 2025 09:31:58 GMT
Number of Pages: 3
Markdown Content:
Liebe Besucherinnen und Besucher,
der Düsseldorfer Stadtwald bietet nicht nur Lebens- und Erholungsraum,
sondern leistet auch einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Denn er
ist zugleich Schadstofffilter und Frischluftproduzent. Zudem speichert er
Regenwasser im Boden und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Darü -
ber hinaus produziert der Wald den nachwachsenden Rohstoff Holz.
Was für Wälder im Klimawandel wichtig ist und wie sie der Mensch vor
weiteren schädlichen Einflüssen schützen und unterstützen kann, er-
fahren Sie auf diesem Wald-Klima-Pfad. Seine 13 Stationen erläutern
Wissenswertes zum Ökosystem Wald, seinen Artenreichtum und über
seinen regulierenden Einfluss auf unser Stadtklima.
Der Düsseldorfer Wald-Klima-Pfad entstand im Frühjahr 2025 mit finan -
zieller Förderung durch die Bezirksvertretung 6. Die biologische Expertise
verantwortet das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt
Düsseldorf. Die aufbereiteten Informationen folgen den vorherrschenden
wissenschaftlichen Erkenntnissen zum regionalen wie weltweiten Klima -
wandel. Weiterführende Informationen und Quellen finden Sie unter
www.duesseldorf.de/stadtgruen/wald
# ald-Klima-Pfad Düsseldorf
Nähe trifft Freiheit
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Die 13 Stationen
Begrüßungspavillon (Standort)
Multitalent Wald
Tierisch viel los im Stadtwald
Treibhaus Planet Erde
Klimaschutz durch Wald und Holz + Unser CO 2-Fußabdruck
Gefahren für den Wald
Fit für den Klimawandel + Den Wald managen
Leben zwischen Wasser und Land
Waldluft – Waldduft
Stadtklima und Wald
Leben in totem Holz
Der Baum als Wohngemeinschaft
Klimafreundlicher leben
Rennbahn
Segelflugplatz Frauen-
steine
Wolfsaap
Kastanienallee
Wald-
stadion
Haltepunkt
Oberrath
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Haus
Roland
# Aaper Wald
Mehr Informationen
zum Stadtwald:
Mit freundlicher
Unterstützung des
Röhrling Ameisenhügel
Rötelmaus Myodes glareolus Waldboden
Wildschwein Sus scrofa
> © iStock/Markus Thoenen
> © iStock/JMrozek + Alasdair James © iStock/GlobalP
> © iStock/Adrian Coleman
> © Gartenamt/Zanin
> © iStock/JMrozek
# im Stadtwald
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Mehr Informationen
zum Stadtwald:
13 6 7 8910 11 12 21345
Eine große Wohngemeinschaft
Wie in einem großen Haus, gibt es in den
Stockwerken des Waldes viele Bewohner.
Der Wechsel zwischen Licht und Schat -
ten steuert, welche Lebensgemeinschaf -
ten aus Tieren und Pflanzen sich an einem
Standort einfinden. In reich strukturierten
Wäldern brüten zahlreiche Vögel, fliegen
Schmetterlinge durch die Sträucher, klet -
tern Eichhörnchen durch die Kronen und
Rehe ziehen durchs Unterholz.
Der Boden lebt
Der von den Wurzeln der Bäume durch-
zogene Boden stellt den Keller des Waldes
dar. Neben Pilzen und Bakterien haben
vor allem wirbellose Tiere einen großen
Anteil. Dazu zählen mit dem bloßen Auge
erkennbare Tiere wie Asseln, Tausendfüß -
ler oder Regenwürmer, aber auch solche,
die nur mit der Lupe oder mit dem Mikro -
skop erkennbar sind, wie Springschwän -
ze oder Fadenwürmer. Insgesamt leben
in einer Handvoll Waldboden Milliarden
von Lebewesen auf kleinstem Raum. Die
meisten Bodenlebewesen sind Zersetzer,
das heißt, sie bauen kleinste Pflanzen-
und Tierteile ab und stellen so die enthal -
tenen Nährstoffe wieder dem allgemeinen
Wachs tum zur Verfügung.
Räumkommando
und Straßenbauer
Keine Tiergruppe beeinflusst das Erschei -
nungsbild des Waldes so offensichtlich
wie Großsäuger. Vor vielen Tausend Jah -
ren waren es noch Riesen, wie der Wald-
elefant oder der Auerochse, die durch
ihre Fortbewegung Schneisen und Pfade
schufen, die von kleineren Tieren genutzt
wurden, um schneller durch den Wald
zu kommen. Heute wird diese Aufgabe
durch Säugetiere von geringerer Größe
übernommen: Im Aaper Wald sind dies
vor allem Rehe und Wildschweine.
Ganz im Verborgenen
Viele Tiere des Waldes sehen wir auf un -
serem Spaziergang nie oder nur mit viel
Glück. Zum einen, weil sie vorwiegend
nachts oder in der Dämmerung unterwegs
sind, wenn es ruhig ist, oder weil ihr Äu -
ßeres sie gut vor menschlichen Blicken
tarnt – oder auch denen ihrer Fressfeinde.
Von der Blindschleiche beispielsweise, die,
obwohl sie keine Beine hat, keine Schlange
ist, bekommen die meisten Menschen be -
sonders wenig mit: Sie ist in den frühen
Morgenstunden, nachdem sie sich an ei -
nem versteckten Platz aufgewärmt hat,
vor allem in der dichten Krautschicht und
der Laubstreu aktiv. Dort jagt sie in erster
Linie Nacktschnecken, Regenwürmer und
verschiedene Arten an Gliederfüßern.
# ierisch viel los
Europäisches Reh
Capreolus capreolus
Das nehm‘
ich mit…
In einer Handvoll
Waldboden gibt es mehr
Lebewesen als Men-
schen auf der Erde.
Düsseldorf
Nähe trifft Freiheit
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Ein Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Neben den Pflanzen und
Pilzen sind natürlich auch die Tiere wichtiger Bestandteil des Waldes.
Von der Blindschleiche über den Dachs bis zum Wildschwein: Auch wenn
wir Menschen sie selten zu Gesicht bekommen, sie sind da und sie teilen
mehr oder weniger still ihren Lebensraum mit uns Waldbesuchenden. 3
Tieren auf der Spur
Um Tiere im Wald zu beobachten, braucht
man Geduld und ein wachsames Auge.
Doch auch zahlreiche Spuren verraten,
wer in unseren Wäldern lebt. Vögel verlie -
ren Federn auf dem Waldboden und bau -
en Nester in den Bäumen. Säugetiere hin -
terlassen Fußabdrücke an schlammigen
Stellen, Haare an Wildwechseln und Kot
wo immer es ihnen passt. Und natürlich
findet man bei genauem Hinsehen auch
allerlei Hinweise auf Mahlzeiten: von In -
sekten angeknabberte Blätter, von Nage -
tieren heruntergenagte Zapfen.
Igel
Erinaceus europaeus
Dachs
Meles meles
Rotfuchs
Vulpes vulpes
Blindschleiche Anguis fragilis © iStock/Mariusz Blach
Düsseldorfs Waldflächen wirken auf die Stadt, wie
eine große Klimaanlage. Warme Stadtluft und kühle,
saubere Waldluft werden ständig ausgetauscht.
Als Frischluftlieferant für die Menschen in der Groß -
stadt ist der Stadtwald daher lebenswichtig.
Mit freundlicher
Unterstützung des
Mehr Informationen
zum Stadtwald:
Der Stadtwald: Frischluftmotor
für das Stadtklima
Der Wandel des Klimas ist auch für
Düsseldorf feststellbar. So ist die durch -
schnittliche Jahrestemperatur seit Beginn
der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881
bis heute um 1,5 Grad Celsius gestiegen.
Der Verzicht auf starke bauliche Verdich -
tung sowie der Erhalt der Stadtbäume und
Grünflächen spielt deshalb eine wichtige
Rolle für das Stadtklima in Düsseldorf. Be -
sonders wenn – wie in Sommernächten –
die Temperatur in der Kernstadt bis zu
8 Grad Celsius über der Temperatur im
unbebauten Umland liegen kann.
Stadtbäume helfen mit
Nicht nur die insgesamt 2.200 Hektar
Stadtwald erfüllen für die Stadt eine be -
sondere Klimaschutzfunktion. Auch die
vielen Bäume in der Stadt – am Straßen -
rand, in Parks und Gärten – produzieren
frischen Sauerstoff und binden dabei das
Treibhausgas Kohlendioxid (CO 2). Zusätz -
lich filtert jeder Baum Feinstaub aus der
Luft und sorgt für Abkühlung durch Ver -
dunstung.
Das nehm‘
ich mit…
Der Wald als Frisch-
luftlieferant mildert
Temperaturanstiege in
einer Großstadt.
# tadtklima
Abmildernd und ausgleichend
von Temperaturextremen
Tritt man an einem heißen Tag aus dem
grünen Wald in die Sonne, spürt man ei -
nen großen Temperaturunterschied. Das
Kronendach der Bäume schützt das Wald-
innere vor Wind, Sonne und Austrock -
nung. Besonders im Sommer verdunsten
die Blätter der Bäume viel Wasser. Das
ist Teil ihres aktiven Stoffwechsels und
Kühlsystems. Das Wasser dafür ziehen
sie über die Wurzeln aus dem Boden. Auf
dem großen Blätterdach sammeln sich
außerdem Regen-, Tau- und Nebeltröpf -
chen, die ebenfalls verdunsten. All dies
hat eine kühlende Wirkung auf das Wald-
innere und auf die Umgebung. Nachts
hält das Kronendach die Wärme im Wald.
Dann ist es im freien Feld sogar etwas
kühler. So wirken Wälder ausgleichend
und mildern Temperaturextreme ab.
# und Wald Düsseldorf
Nähe trifft Freiheit
Parkbäume im Hofgarten
> © Gartenamt / Zanin
Üppiges Kronendach im Stadtwald
> © Gartenamt / Zanin
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Tautropfen auf
einem Lindenblatt