Informationsvorlage Aktenzeichen AGS/035/2026

Sachstand zum Projekt „Telekonsultation“ im Gesundheitsamt

Ein Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnisnahme.

Termine abgeschlossen Die eingetragenen Termine sind vergangen; ein eindeutiges abschließendes Ergebnis ist nicht veröffentlicht.
1Dokument 28. April 2026veröffentlicht

Worum es geht

Der Auszug beschreibt den Stand der Vorlage zum angegebenen Datum, nicht notwendigerweise den heutigen Stand.

Aus „Sachdarstellung“

Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt den Sachstand zum Projekt „Telekonsultation“ im Gesundheitsamt zur Kenntnis.

1. Kurzdarstellung Das Projekt „Telekonsultation“ ist ein durch das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des „Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD)“ gefördertes Modellprojekt zur Steigerung des digitalen Reifegrades des Gesundheitsamtes Düsseldorf.

Ausgewählte Originalpassagen, keine neue KI-Zusammenfassung. Stand der Vorlage: 28. April 2026. Vollständiges Original mit weiteren Angaben

Themen

Vorgang · AGS/035/2026

Unterlagen und Sitzungsverlauf

Die amtlichen Unterlagen und eindeutig verknüpften Sitzungstermine stehen gemeinsam auf dieser Seite. Ein Sitzungstermin allein belegt noch keinen Beschluss.

Der Verlauf wird automatisch anhand amtlicher Verknüpfungen zusammengestellt.

Die belegten Schritte

So entwickelt sich der Vorgang

  1. Ursprüngliche Vorlage

    Informationsvorlage · Dateidatum im Ratsinformationssystem

  2. Sitzung · TOP 14

    Ausschuss für Gesundheit und Soziales. Amtlicher Vermerk: „zur Kenntnis genommen“.

Gezeigt werden amtlich verknüpfte Unterlagen und Termine. Dateidatum und Sitzungsdatum können voneinander abweichen. Eine Kenntnisnahme oder beantwortete Anfrage ist noch kein Umsetzungsbeschluss.

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Title: Informationsvorlage URL Source: http://ris-oparl.itk-rheinland.de/Oparl/bodies/0015/downloadfiles/00585218.pdf Published Time: 2026-06-08T10:05:00.000Z Number of Pages: 4 Markdown Content: AGS/035/2026 X öffentlich nicht öffentlich # Informationsvorlage Betrifft: Sachstand zum Projekt „Telekonsultation„ im Gesundheitsamt Fachbereich: 53 - Gesundheitsamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Miriam Koch Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Ausschuss für Gesundheit und Soziales 30.06.2026 Kenntnisnahme Sachdarstellung: Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt den Sachstand zum Projekt „Telekonsultation“ im Gesundheitsamt zur Kenntnis. 1. Kurzdarstellung Das Projekt „Telekonsultation“ ist ein durch das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des „Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD)“ gefördertes Modellprojekt zur Steigerung des digitalen Reifegrades des Gesundheitsamtes Düsseldorf. Ziel des Projektes ist die Integration notfallmedizinischer Telekonsultationen in verschiedene Versorgungsbereiche des ÖGD sowie kooperierender Einrichtungen. Hierdurch sollen medizinische Einschätzungen frühzeitig ermöglicht, Versorgungspfade optimiert sowie Rettungsdienst und Notaufnahmen entlastet werden. Zentrale Teilprojekte wurden bereits umgesetzt und erste praktische Anwendungen erfolgreich durchgeführt. Das Projekt befindet sich im Zeitplan und endet am 31.08.2026. Perspektivisch wird eine Verstetigung und Ausweitung des Angebots angestrebt. 2. Ausgangslage Die notfallmedizinische Versorgung in Düsseldorf steht insbesondere bei nicht lebensbedrohlichen Akutfällen vor Herausforderungen. Derzeit ist die Disposition eines Notarzteinsatzfahrzeuges gemeinsam mit einem Rettungswagen häufig die einzige Möglichkeit, kurzfristig notärztliche Expertise bereitzustellen. Für medizinische Akutfälle unterhalb dieser Schwelle sind grundsätzlich Hausärzt*innen beziehungsweise der kassenärztliche Bereitschaftsdienst zuständig, welche jedoch oftmals nicht zeitgerecht verfügbar sind. Seite 2 Dies führt zu einer hohen Anzahl an Alarmierungen des Rettungsdienstes bei nicht lebensbedrohlichen Akutfällen und infolgedessen zu vermeidbaren Transporten in Notaufnahmen. Betroffen sind insbesondere vulnerable Personengruppen, darunter Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen, Klient*innen des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Drogenhilfe sowie obdachlose Menschen. Auch im Bereich des Infektionsschutzes bestehen Herausforderungen in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur*innen. Der Flughafen Düsseldorf zählt zu den deutschen Flughäfen, an die Luftfahrzeuge bei Verdacht auf hochansteckende Erkrankungen umgeleitet werden können. In diesen Fällen obliegt dem Gesundheitsamt die medizinische Koordination im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV). Hierbei bestehen Schnittstellen unter anderem zur Feuerwehr, zur Sonderisolierstation der Universitätsklinik Düsseldorf, zur Werkfeuerwehr des Flughafens, zu Landesbehörden sowie zu externen Fachberater*innen. Die Abstimmung erfolgt bislang überwiegend telefonisch. Insbesondere bei komplexen infektiologischen Lagen kann dies zu Informationsverlusten und erhöhtem Abstimmungsaufwand führen. Ziel des Projektes ist daher auch die Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit durch strukturierte videobasierte Lagebesprechungen und Telekonsultationen. Pilotprojekte und Testphase: Zur Verbesserung der dargestellten Versorgungssituation wurde im Rahmen des Projektes der Einsatz videobasierter notärztlicher Telekonsultationen entwickelt und erprobt. Ziel ist insbesondere,  medizinische Einschätzungen frühzeitig vor Ort zu ermöglichen,  die geeignete Versorgungsebene festzulegen,  unnötige Transporte und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden sowie  die Zusammenarbeit zwischen beteiligten Akteur*innen zu verbessern. Das Projekt gliedert sich in mehrere Teilbereiche, die unterschiedliche Versorgungs- situationen adressieren:  Telekonsultationen und Videokonferenzen bei hochinfektiösen Erkrankungen (HCID / IGV),  Telekonsultationen im Bereich der Drogenhilfe,  Telekonsultationen im Sozialpsychiatrischen Dienst,  Telekonsultationen bei psychosozialen Notfällen,  Telekonsultationen in Pflegeeinrichtungen,  Telekonsultationen im Zusammenhang mit der Unterbringung obdachloser Personen. Den Projektpartner*innen wurde hierfür die erforderliche technische Ausstattung bestehend aus iPads und medizinischen Messgeräten (Pulsoxymeter, elektronisches Blutdruckmessgerät, Ohrthermometer und Blutzuckermessgerät) zur Verfügung gestellt. Die vorgesehenen Projektmeilensteine konnten bislang planmäßig erreicht werden. Im Rahmen einer gemeinsamen Übung von Gesundheitsamt, Feuerwehr und Sonderisolierstation der Universitätsklinik Düsseldorf wurde die Anwendung des Systems bei einem simulierten Verdachtsfall auf Lassafieber erfolgreich getestet. Darüber hinaus wurden bislang zehn reale Telekonsultationen im Bereich der Drogenhilfe durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass durch die telemedizinische Einbindung notärztlicher Expertise Versorgungssituationen zielgerichteter gesteuert und hochwertige Rettungsmittel gezielter eingesetzt werden können. Sowohl die beteiligten Projektpartner*innen als auch die Patient*innen bewerteten die Anwendung positiv. Die Testphase wurde am 31.03.2026 abgeschlossen. Eine abschließende Evaluation der Projektergebnisse erfolgt derzeit. Seite 3 3. Geplante Maßnahmen Auf Grundlage der bisherigen Projekterfahrungen soll die notfallmedizinische Telekonsultation über die Projektlaufzeit hinaus verstetigt und schrittweise erweitert werden. Ziel ist es, telemedizinische Unterstützungsangebote dauerhaft in bestehende Versorgungsstrukturen des Gesundheitsamtes sowie kooperierender Einrichtungen zu integrieren. Ein Fokus liegt hierbei auf der dauerhaften Etablierung videobasierter Telekonsultationen und Lagebesprechungen im Bereich hochinfektiöser Erkrankungen (HCID / IGV). Insbesondere bei komplexen infektiologischen Lagen hat sich gezeigt, dass strukturierte videobasierte Abstimmungen zwischen Gesundheitsamt, Feuerwehr, Sonderisolierstation, Flughafen und weiteren Beteiligten die interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessern und Entscheidungsprozesse unterstützen können. Darüber hinaus ist vorgesehen, die notfallmedizinische Telekonsultation perspektivisch auch im Bereich der Drogenhilfe sowie des Sozialpsychiatrischen Dienstes dauerhaft fortzuführen. Voraussetzung hierfür ist die geplante Einführung des Telenotarzt-Systems, mit dessen Implementierung derzeit noch im Jahr 2026 gerechnet wird. Hierfür sind insbesondere folgende Maßnahmen vorgesehen:  Verstetigung der videobasierten Telekonsultationen und Lagebesprechungen im Bereich HCID / IGV,  Integration der notfallmedizinischen Telekonsultation in das geplante Telenotarzt- System,  Fortführung der Telekonsultationsangebote im Bereich der Drogenhilfe und des Sozialpsychiatrischen Dienstes nach Einführung des Telenotarztes,  schrittweise Ausweitung des Angebots auf weitere Einrichtungen, insbesondere Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste sowie Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe,  Aufbau standardisierter Abläufe für Implementierung, Anwendung und technische Betreuung,  Prüfung weiterer Finanzierungs- und Kooperationsmodelle, beispielsweise im Rahmen von Modellvorhaben gemäß §§ 63 ff. SGB V. 4. Finanzielle Auswirkungen Das Projekt ist Bestandteil des Vorhabens „Bürgernähe und Gesundheitskompetenz durch neukonzipierte Internetpräsenz und Ausweitung der notfallmedizinischen Telekonsultation vom Rettungsdienst auf mobile Dienste des Öffentlichen Gesundheitsdienstes“ und wird vollständig aus Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit im Rahmen des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst finanziert. Für das Gesamtvorhaben stehen Fördermittel in Höhe von insgesamt 467.700 EUR zur Verfügung. Nach aktuellem Stand konnten sämtliche Projektmeilensteine fristgerecht erreicht werden, sodass davon auszugehen ist, dass die Fördermittel vollständig anerkannt werden und keine finanziellen Auswirkungen für die Landeshauptstadt Düsseldorf entstehen. Nicht in Anspruch genommene Fördermittel verbleiben beim Projektträger beziehungsweise werden an diesen zurückgeführt. Bei der technischen Umsetzung wurde bewusst auf kostengünstige und zugleich leistungsfähige Standardlösungen gesetzt. Die eingesetzte Software „Sprechstunde Online“ wird bereits in weiteren Bereichen des Gesundheitsamtes genutzt, sodass bei einer Fortführung des Projektes keine zusätzlichen Softwarekosten entstehen. Laufende Lizenz- oder Systemkosten fallen derzeit nicht an. Die Investitionskosten für einen vollständigen Gerätesatz liegen derzeit bei rund 2.000 EUR je Einrichtung. Perspektivisch ist vorgesehen, Seite 4 dass Einrichtungen nach erfolgreicher Erprobungsphase die notwendige technische Ausstattung eigenständig beschaffen. 5. Weiteres Vorgehen Die Projektförderung endet am 31.08.2026. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass notärztliche Telekonsultationen sinnvoll in bestehende Versorgungsstrukturen integriert werden können und sowohl zur Verbesserung der Versorgung als auch zur Entlastung von Rettungsdienst und Notaufnahmen beitragen. Vor diesem Hintergrund wird angestrebt, die im Projekt aufgebauten Strukturen über das Projektende hinaus fortzuführen und schrittweise auszuweiten. Mit der geplanten Einführung des Telenotarzt-Systems, voraussichtlich im Jahr 2026, sollen zudem die Voraussetzungen geschaffen werden, die Telekonsultationsangebote im Bereich hochinfektiöser Erkrankungen (HCID / IGV), in der Drogenhilfe sowie im Sozialpsychiatrischen Dienst dauerhaft weiterzuführen. Perspektivisch soll darüber hinaus geprüft werden, ob das Angebot auf weitere Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ausgeweitet werden kann. Voraussetzung hierfür ist eine Refinanzierung der entstehenden Aufwendungen. Als nächster Schritt ist vorgesehen, Gespräche mit den zuständigen Kostenträgern zur Etablierung geeigneter Gebühren- beziehungsweise Refinanzierungsmodelle aufzunehmen. Für die Landeshauptstadt Düsseldorf verbliebe damit im Wesentlichen ein begrenzter Personalaufwand für Implementierung und Systempflege. Ein weiterer Ausbau telemedizinischer Versorgungsstrukturen bietet das Potenzial, die medizinische Versorgung vulnerabler Gruppen nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig Ressourcen im Rettungsdienst und in Notaufnahmen gezielter einzusetzen.

Ohne neue KI-Zusammenfassung. Der Inhaltseinstieg zeigt ausgewählte Passagen des geprüften Originaldokuments. Sitzungsverlauf und Antworten werden unabhängig davon geprüft.

Quelle: Ratsinformationssystem Düsseldorf · Aktenzeichen AGS/035/2026